Trennungsängste bei Tierheimhund
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Hallo!
Wie gerade auch im Vorstellungsthread kurz angesprochen, bekommen wir im Jänner/Februar einen drei Jahre alten Tierheimhund.
Wir waren jetzt schon etliche Male(dreimal die Woche seit zwei Monaten) mit ihm spazieren und haben uns beinahe auf Anhieb beide in ihn verliebt.
Alles scheint perfekt- der Grundgehorsam ist extrem gut, er ist verschmust, verspielt, gesund(bis auf eine Futtermittel- und Frühblüherallergie, aber die hab ich schließlich auch)... Schwierig zu akzeptieren ist hierbei nur die Tatsache, dass die ihn betreuende Pflegerin meinte, er hätte ein extremes Problem mit Trennungen und dem Alleinsein im Allgemeinen.
Ich habe mir bereits zwei Bücher über Hunde mit Stress zu Gemüte geführt und in beiden wird auch beschrieben, dass "solchen" Hunden ganz gut mit diversen Bachblütenmischungen und Homöopathie gerade direkt in der aufreibenden Zeit nach dem Einzug geholfen werden kann.Nun habe ich es mir aber in den Kopf gesetzt, ihm ein wundervolles und ausgefülltes Leben bieten zu wollen. Ich möchte quasi die Fehler diverser Vorbesitzer(kein Wunder, dass der arme Kerl solche Trennungsängste hat!)wieder gutmachen und ihm zeigen, wie schön doch alles in einem Rudel sein kann.
Darum nehme ich mir für den Umzug zwei Wochen frei, in denen ich mich jede Minute um ihn kümmern und ihm seine bestimmt vorhandenen Unsicherheiten schon im Vorfeld nehmen kann. Länger als zwei Wochen bekomme ich arbeitsmäßig keinesfalls frei und danach beginnt der ewige Trott das erste Mal mit Hund: zwei-dreimal/Woche 10h durchgehend arbeiten bzw. mein Freund viermal/Woche 7h.
In dieser Zeit muss der Hund auch mal ein paar Stunden(eine Arbeitskollegin mit Hund hat sich schon bereit erklärt, ihn auch mal vormittags zu nehmen...)alleine sein können, ohne komplett durchzudrehen.Ich frage mich jetzt: Kann ich in den zwei Wochen(die dafür natürlich viiiel zu kurz sind) schon etwas derartiges erreichen? Ich weiß jetzt natürlich nicht, wie er sich in einer Wohnung aufführt, im Tierheim bellt er angeblich ununterbrochen und hat auch schonmal diverse Selbstverletzungen unternommen.
Genau davon möchte ich ihn aber wegbringen. Sanft, aber bestimmt
Meine nächste Frage hierzu: Wenn ich ihn an einen sehr großen "Zwinger" (möchte ich es nicht nennen... Es wird eher eine geräumige Holzhütte/-Höhle werden) gewöhnen? Er braucht sowieso seinen Rückzugsort und wieso nicht gleich einen auswählen, der verschließbar ist? Die Pflegerin meinte dazu, dass das sicher gerade am Anfang einfacher ist und er sich in so einem "Zwinger" auch eventuell geborgener fühlt als in einer leeren Wohnung, da er das aus dem Heim gewohnt ist... Man müsste ihm nur klarmachen, dass man eh wieder heimkommt zu ihm...
Es ist so schwierig... und alles, was ich will, ist, dass es der Kerl gut bei uns hat und dennoch auch mit unserem Zeitplan kompatibel ist.
Wie unwahrscheinlich klingt das in euren Ohren bzw. ist hier sehr viel Naivität dabei?
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Hallo,
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Huhu und herzlich willkommen :-)
Erst mal find ich es super, dass ihr einem Hund aus dem TH eine Chance gebt!

Also, ich hab meine Emma jetzt fast 5 Wochen und ich könnte keinesfalls alleine lassen, auch nicht die 4-5 Stunden die ich nur am Stück arbeite.
Pauschal kann man das nie sagen, wann ein Hund das kann, aber man kann auf alles vorbereitet sein. Und ich finde es sehr gut, dass ihr euch da Gedanken macht.
Also, in eurem Falle würde ich mir auf jeden Fall einen Plan zurecht legen, falls er es eben noch nicht kann, z.B. Hundesitter etc. (bei mir sind es sie Eltern :-) )
Die Box finde ich eine gute Idee, wenn ihr das schön aufbaut, dann wird das sicher gut klappen. Ich hab mir erst heute auch eine für meinen Terrorkrümel bestellt, da sie nicht runterkommen kann.Und dann würd ich sagen, ihr seid vorbereitet, ihr habt euch belesen, wenn er da ist, macht euch nicht zu viel Druck und lasst es auf euch zu kommen. Lasst ihn ankommen und dann könnt ihr die ersten kleinen Schritte gemeinsam gehen.
Viel Erfolg und vor allem Spaß!
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Zitat
Darum nehme ich mir für den Umzug zwei Wochen frei, in denen ich mich jede Minute um ihn kümmern und ihm seine bestimmt vorhandenen Unsicherheiten schon im Vorfeld nehmen kann. Länger als zwei Wochen bekomme ich arbeitsmäßig keinesfalls frei und danach beginnt der ewige Trott das erste Mal mit Hund: zwei-dreimal/Woche 10h durchgehend arbeiten bzw. mein Freund viermal/Woche 7h.
In dieser Zeit muss der Hund auch mal ein paar Stunden(eine Arbeitskollegin mit Hund hat sich schon bereit erklärt, ihn auch mal vormittags zu nehmen...)alleine sein können, ohne komplett durchzudrehen.Ehrlich gesagt wundert es mich etwas, dass euch das TH bei diesen Voraussetzungen grad diesen Hund - bei dem ja bekannt ist, dass er Probleme mit dem Alleinesein hat - vermittelt.
So wie ich das verstehe, muss der Hund nach 2 Wochen einige Zeit alleine sein können und kann nicht immer bei der Kollegin sein?
Wär mir persönlich viel zu gefährlich. Was ist denn, wenn er es nicht so schnell lernt und die Wohnung zusammenbellt oder sich an der Einrichtung zu schaffen macht?Versteh mich nicht falsch, ich kann gut verstehen, dass euer Hund nach einer gewissen Zeit auch alleine bleiben muss. Belli ist auch aus dem TH, und ich und mein Mann, wir arbeiten auch und konnten uns natürlich auch nicht ewig frei nehmen. Aber, um eine größere "Sicherheit" in diesem Punkt zu haben, haben wir explizit nach einem Hund gesucht, der das Alleinebleiben schon von früher kannte und keine Probleme damit hatte.
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Ja, erwähnt hab ich dabei nicht, dass ich den Hund keinesfalls dazu "zwingen" würde, alleine zu bleiben. Wenn es nicht geht, geht es nicht.
Haben uns schon nach Tagesstätten und Hundesittern umgeschaut... Erschreckend hierbei sind zwar die Preise, aber dass ein Hund nicht billig ist, wissen wir ja und gerade für die Anfangszeit wäre es am einfachsten und stressfreisten für den Hund und uns.Ich frage mich ehrlichgesagt auch, warum das Tierheim das "zulässt", aber es ist eben alles schlimmer, als es erst klingt:
- in der einen Woche arbeite ich zweimal zehn Stunden
- in der darauffolgenden dreimal zehn StundenMein Freund fragt auch nochmal bei sich in der Firma nach, ob er ihn (vielleicht gerade am Anfang) auch einfach mitnehmen kann. Brav herumliegen und nichtexistieren kann er ja sehr gut, der Flip!
Wie gesagt weiß ich auch wirklich, dass ich viel Zeit und Geduld aufbringen muss für ihn und MÖCHTE das auch gern. Ich such sowieso auch gerade wieder nach einem neuen Job, bei dem ich dann halbtags arbeiten dürfte, was für alle Beteiligten eine große Entlastung wäre.
Oh Mann... Ich/wir müssen es wohl wirklich erstmal auf uns zukommen lassen- darauf reagieren kann man dann noch immer...
Danke jedenfalls auch für die schnellen Antworten und gute Zusprüche- die Versagensängste sind bei mir teilweise recht einschüchternd, weil ich es mir eben wirklich in den Kopf gesetzt habe, ihm ein wundervolles Leben bieten zu wollen... Jeder hat eine zweite Chance verdient- erst Recht, wenn man nix für die verwurschtelten ersten dafür kann... Und wenn ich Geld, Ambition und auch Zeit hab, dies zu tun, seh ich keinen Grund, es nicht zu versuchen.
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Liebe Schildgroede ;-)
Bei mir hat gar nichts gepasst, als ich Emma zu mir geholt hab. Auch ich wollte alles perfekt planen usw. nun, jetzt kam es eben anders. Es ist nicht leicht, aber es klappt hier super. Ich hab immer einen Sitter und Emma fühlt sich auch sehr wohl dort.
Dein Mann kann nicht noch Urlaub nehmen, nachdem du Urlaub hattest, oder?Meiner Schwester ihr Hund konnte nach einem 3/4 Jahr noch nicht mal 2 min alleine bleiben. Jetzt, nach viel Geduld, Erziehung und Vertauen macht sie keinen Blödsinn und kann gut alleine bleiben. Aber bei uns ist zur Not auch immer jemand verfügbar. Das war auch eine sehr schwierige Zeit für uns, aber wir halten da zusammen und wir haben es geschafft. :-)
Also ich an deiner Stelle würde nach einem guten Hundesitter Auschau halten, bei dem sich der Flip dann auch wohl fühlt.
Ängste sind normal, nur sollten sie uns nicht beherrschen. Wenn du ganz so verbissen an die Sache rangehst, wird es sicher schwieriger. Versuch dir nicht zu viel Druck zu machen. Ihr habt ja noch etwas Zeit, alles zu organisieren. -
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Herzlich willkommen und schön, dass ihr einem TH Hund ein Zuhause geben wollt.
Wir arbeiten beide vollzeit (meistens aber in verschiedenen Schichten) und haben uns auch einen Junghund mit Trennungsangst angeschafft. Dein Post erinnert mich gerade sehr an meinen ersten hier

In den zwei Wochen werdet ihr das nicht schaffen, das kann ich euch versichern. Wir hatten damals gehofft es in 4 Wochen zu schaffen, was auch nicht geklappt hat. Also muss Plan B her.
Wir haben zum Glück unsere Eltern und Freunde, die schon mal einspringen. In der HuTa waren wir auch schon. Unserer ist immer zwischen einer halben und zwei Stunden alleine, was inzwischen auch soweit klappt (mit Beschäftigungen wie Snackball und wegräumen aller herumliegenden Sachen etc)
Ihr habt ja das Glück, dass es nur einzelne Tage sind; da findet sich bestimmt ein netter Sitter. Du sagst ja auch, dass er gut erzogen ist.
Ansonsten üben, üben, üben und viel Geduld. Lieber einen kleinen Schritt zu viel machen, als einen großen. Dann besteht die Gefahr, dass ihr wieder von vorne anfangen müsst.
Zur Box: Wir haben eine Stoffbench, die immer offen ist und wo er rein und raus kann. Beim alleine bleiben bleibt sie allerdings auch offen.
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Ich würde auch nicht davon ausgehen, dass ihr es in zwei Wochen schafft. Das ist schon arg wenig...
Ein Satz ist bei mir gleich hängen geblieben: "Ich bin die ersten zwei Wochen jede Minute für ihn da." Ich würde auch in der Anfangszeit darauf achten, dass ihr ihn gleich daran gewöhnt, dass ihr eben nicht rund um die Uhr für ihn da sein könnt. Ich meine damit natürlich nicht, dass ihr ihn gleich alleine lassen sollt, aber schonmal gaaanz langsam anfangen, auch mal ohne ihn in ein anderes Zimmer oder Stockwerk zu gehen, kurz mal den Müll rausbringen etc. Ohne großes TamTam, als sei es das Normalste der Welt.
Auch da muss man natürlich gucken, dass er da keinen extremen Stress hat (laaaangsam anfangen)... Aber so kleine Dinge können schonmal ganz hilfreich sein, seine Trennungsangst ein wenig zu "beruhigen" und Normalität in das Abwesend-Sein zu bringen.
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Aber das Problem ist ja, dass der Hund ja mehrere Wochen braucht um erstmal in der neuen Situation anzukommen, Bindung aufzubauen und sich daheim zu fühlen. Und dann gleich experimentieren mit neuen Bezugspersonen, Sittern ect.?
Oh man, zwei Wochen sind da meiner Meinung nach auch viel zu kurz. Ich hab bei solchen Geschichten immer Angst, dass da lieb gemeinte Aktionen passieren aber der Hund dann eben doch einfach nicht mitspielt und dann wieder aus der Situation raus muss... Also ich würde - ganz vorsichtig gesagt- eher nach einem Hund suchen, der das "in der Wohnung alleine sein" gewöhnt ist.. :/
Hab da kein gutes Gefühl... Sorry. -
Bei den Vorausetzungen habe ich leider auch kein so gutes Gefühl. Zwei Wochen sind verdammt kurz.
Wir haben unseren Rüden vor 3 Monaten aus dem Tierheim geholt. Auch er ist ein sehr ängstlicher Hund. Bei uns war klar, dass wir ihn nur nehmen, weil er in den ersten Wochen gar nicht oder höchstens 1 Stunde alleine ist......und weil er bei uns Zweithund ist. Er konnte sich an Bonny orientieren. Trotzdem hat er einige Türen zerkratzt
Ich finde es nicht gut, den Hund von Anfang an durch verschiedene Hände ( Arbeitskollegin, Hundesitter, Familienangehörige....) zu reichen. Verstehen sich der Hund Deiner Kollegin und der Andere überhaupt??? Was ist, wenn es da zu Beißereien kommt oder der Hund die Wohnung Deiner Kollegin demoliert?
Es wäre schade, wenn sich nach einiger Zeit herausstellt, dass die Probleme doch tieferliegender sind und ihr bei aller Liebe zum Tier nicht die nötige Zeit habt, um ihm und seinem Problem gerecht zu werden.
Bevor wir Buddy aus dem Tierheim holten, gingen wir 2 Wochen lang mit einer anderen Hündin des Tierheimes Gassi und waren total verliebt in sie. Ansich vertrugen sich die Hunde auch miteinander. Aber eben nur im Grunde. Da wären 4 Wochen unter Beobachtung zu wenig gewesen und schon 5 Minuten in genau denen es zum Streit gekommen wäre, wären zu viel gewesen. Deshalb mußten wir dann doch vernünftig genug sein und uns gegen sie entscheiden. Und Du kannst mir glauben, mir war jedesmal zum Heulen, wenn wir zum Tierheim gefahren sind, um nun mit Buddy Gassi zu gehen und die Hündin sah uns erwartungsvoll an.
Aber heute weiß ich, dass unsere Entscheidung richtig war und Buddy der richtige Hund für uns und Bonny ist. Die Hündin ist inzwischen auch in gute Hände vermittelt. -
So.
Der Hund meiner Kollgin und Flip vertragen sich- in ihrer Wohnung müssen wir es noch ausprobieren, da ihr Hund dort bestimmt dominanter reagiert, da es sich hierbei um sein Revier handelt und er dieses auch verteidigt, wenns is. Im neutralen Bereich(Wald) haben sie ruhig miteinander gespielt, wobei Flip eben die Oberhand hatte. Finni ist eher ein Unterwürfiger, sagt meine Kollegin.
Wie gesagt: Zwei Wochen sind für mich das absolute Minimum an Zeit- eventuell kann ich aber sogar noch eine Woche dranhängen. Wenn ich ihnen klarmach, dass ich meine Überstunden ja so und so abbauen muss... Sonst muss ich länger auf den Flipsen warten, dafür aber auch mehr Zeit für ihn haben.
Und nein- ich möchte nicht, wie fälschlicherweise vorhin geschrieben "jede freie Minute" für ihn haben... Ist mir alles klar. Man schreibt das aber halt gach amal so...
Mir is eben auch unangenehm, ihn gleich wieder fremden Händen anzuvertrauen... Bevor ich da großartig Pläne schmiede undundund muss man sowieso mal schaun, wie er sich in einer Wohnung verhält. Das aufmüpfige Alleinsein-Verhalten hat sich ja auch immer aufs Tierheim bezogen- die Pflergerinnen können natürlich keine Auskunft darüber geben, wie er sich in einer Wohnung verhalten wird. Das ist eben ein Überraschungsfaktor, auf den ich schon sehr gespannt bin.
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