Hört dieser Hund nur aus Angst vor Strafe?

  • Für mich klingt das so, als wenn deine Freundin einfach ein schlechtes Timing in sachen Bestätigung hat. Der Hund hat gelernt, erst ab einer gewissen Lautstärke/Aggressionspegel zu reagieren. Ein Hund kann sich auf alles und jeden einstellen, wenn er nur will und es "Sinn" macht :D
    Aber du musst für dich selber wissen, ob du dich da "reinhängen" willst oder ob du den Hund einfach sicherst und so die "Distanz" wahrst, wenn Erziehungsstile/Meinungen so weit auseinandergehen, dann kann das sehr belastend sein :tropf:

  • Zitat

    Ein Hund unterscheidet sehr wohl, bei wem er was machen kann und was eben nicht.

    Aus meiner Erfahrung heraus solltest du dich um beide Hunde nicht viel Kümmern wenn die Hündin da ist. Wie schon beschrieben warte bis sie sich anbietet und arbeite dann mit ihr. Vorausgesetzt du willst, das es besser wird.

    Ich habe das Gefühl das du die Hündin nur aus Pflichtbewusstsein deiner Freundin gegenüber nimmst, du den Hund aber nicht wirklich magst.
    Kann es sein?

    Da hast du recht und ich fühle mich schrecklich deswegen... ich sage mir jedesmal bevor sie kommt aufs neue: der Hund kann nichts dafür, er hat es nicht anders gelernt, du musst dich nur anders verhalten, dann wird das schon, gib ihr eine neue Chance etc. aber an meiner Abneigung ändert sich einfach nichts...
    Der Hund merkt das doch sicher auch oder? Glaubt ihr ich würde ihr einen größeren Gefallen tun sie dann nicht zu nehmen?
    Aber ich wüsste auch nicht wie ich meiner Freundin sage, du ich kann deinen Hund eigentlich gar nicht leiden und nehme sie nicht mehr :(
    Und bevor ich unseren Hund bekommen habe, habe ich ihren Hund sehr gemocht, nur dann hab ich gemerkt wie anstrengend es ist sie mal länger zu haben und hatte ja dann auch noch den Vergleich, mit unserem Hund haben wir die Probleme ja nicht, ich weiß das ist ziemlich unfair, aber ich weiß nicht wie ich es ändern kann.

  • Unterscheiden zwischen Deinen Regeln und ihren Regeln kann der Hund im Grunde schon. Die Frage ist, wieviel Aufwand Du in die Grunderziehung eines fremden zehnjährigen Hundes stecken willst. Ich würde mich da mit ein paar Essentials im Haus begnügen und das im Zweifel auf die sanft-stumpfe Art mit "wegschieben" oder eben "anbinden" durchsetzen.

    Unterwegs wäre eine Schleppleine vielleicht was für Euch? Geschirr ist ja vorhanden, mach einfach 10-15m leichte Schnur dran. Du musst das Ende nicht mal festhalten und kannst es hinterherschlören lassen, dann würgt sich der Hund nicht. Es geht ja nur darum, sie schnell einfangen zu können, wenn mal was ist. Soo wild, dass Sie 100m vorläuft, ist sie doch sicher nicht mehr?

    Um das "Seelenheil" des Gasthundes brauchst Du Dir meines Erachtens keine Sorgen zu machen. Sie ist halt bei Dir keine Prinzessin, sondern läuft eben so mit. Dem Hund wird's schnurz sein, ob Du sie blöd findet. Du bist ihr schließlich auch total egal. Wenn Dich das belastet, musst Du wohl mit Deiner Freundin darüber sprechen...

  • Zitat

    Seid ich ihr bei uns in der Wohnung keine Beachtung mehr schenke und kompromisslos mit ihr an der Leine gehe etc. gibt es keine Rangeleien mehr unter den Hunden und der Gasthund geht nicht mehr auf unseren Hund los und ist auch nicht mehr aufdringlich.

    sie zeigt dir also sehr deutlich, dass du alles richtig machst. Und somit ist dein schlechtes Gewissen zwar menschlich verständlich aber nicht wirklich von Nöten. Aus Hundesicht handelst du nachvollziehbar und das ist doch was zählt.

  • Zitat

    ich weiß das ist ziemlich unfair,


    och. das ist doch nur verständlich. :D ich bin auch ziemlich verwöhnt von meinem gut erzogenen Hund und wäre total aufgeschmissen, wenn ICH nen Gasthund hätt der so total anders wäre :ugly:

    Zitat

    aber ich weiß nicht wie ich es ändern kann.


    WENN du es ändern willst, schreib auf was dir an ihr nicht gefällt, fang mit den kleinen, leichten Dingen an und integriere die Maus ins Training (in deine Familie) sowie in alles was du mit deinem eigenen Hund machst. Du kannst deine Freundin nicht ändern in Sachen Hund? - Dann suche dir neue "Befehle", die nur du verwendest. Mach dir einen Spaß aus der "begrenzten" Erziehung und lass dein schlechtes Gewissen im Schrank :D

  • Also, ich hab die Erfahrung gemacht, daß ein Hund sehr wohl weiß, was er sich bei wem herausnehmen kann.

    Wenn ich es nicht fertigbringen würde, der Freundin eine Absage zu erteilen, würde ich daher hergehen und dem Hund gewisse Mindest-Grundregeln für den Umgang in meinem Haus beibringen, incl. Leinenführigkeitstraining. Auch wenn Deine Freundin das nicht für sich fortsetzt oder trainiert - ich bin sicher, mit ein wenig Konsequenz wird der Hund schnell merken, daß er bei Dir mit seinen Methoden nicht weiterkommt, und mit Dir zusammenarbeiten.

    Und bevor das mit dem Abruf nicht klappt, keinesfalls frei laufen lassen.

    Versuch doch mal, daß Du immer etwas von ihr verlangst, wenn sie etwas will. Will sie einen anderen Hund begrüßen, laß sie absitzen und auf Dich gucken. Warte einfach, bis sie´s macht, ohne großes Kommando oder so. Dann mit einem "Fein!" zu dem andern Hund hinlassen - sodaß sie lernt, sie darf alles - aber nur, wenn sie sich so benimmt, wie Du Dir das vorstellst. Daheim: möchte sie Futter, geht sie vorher auf den Platz, auch wenn Besuch da ist. Der Besuch ignoriert den Hund vollkommen, oder schiebt ihn weg, und sobald der Hund es kapiert hat und liegt, kriegt er z.B. nen Knochen oder nen Teil vom Futter.

    Wenn Du das durchziehst, kriegt sie schnell mit, daß es sich lohnt, zu gucken, was Du von ihr möchtest und sich an Dir zu orientieren.

    Ich denke, der Hauptpunkt ist, daß Du Dich erstmal entscheiden mußt: will ich den Hund oder nicht, und wenn Du der Freundin nicht absagen willst, mußt Du Dir eben bewußt sein, daß Du mit dem Hund wirst arbeiten müssen, und dies mit Spaß daran, nicht mit Wut im Bauch. Ansonsten wirst Du Dich jeden Tag aufs Neue ärgern... ;-)

    Aber ich würde an Deiner Stelle auch Deiner Freundin mal ein Wörtchen mitgeben: sag ihr, wenn sie den Hund nicht anständig erzieht (Rückruftraining o.ä.), kannst Du ihn künftig leider auch nicht mehr nehmen. So wie sich das Geschriebene anhört, bist Du ja mehr oder weniger ihre letzte Möglichkeit der Unterbringung für den Hund, vielleicht zieht dann das Argument, und sie arbeitet auch mit dem Hund?

    Viel Erfolg wünsche ich Euch beiden jetzt schon!

    LG,
    BieBoss

    PS: Du mußt nicht schreien (das hab ich bei meinem Terriertier gelernt) - Du mußt nur konsequent sein. Du willst, daß der Hund ins Körbchen geht, weil er sonst den anstehenden Besucher nervt? Dann sag es genau EIN Mal, wenns geklingelt hat - und dann pack ihn Dir am Halsband, bring ihn dorthin und leine ihn notfalls dort an. Punkt. Kein Geplärre, einfach durchsetzen, fertig. Wenn der Hund ne Weile ruhig liegt, bestätigen, oder dann darf er den Gast begrüßen. Ruhig und höflich, dann wieder ab ins Körbchen. Versuch einfach, jedes Kommando, das Du gibst, mit Ruhe und umgehend durchzusetzen.

  • Danke schonmal für die Antworten, ich fühl mich schon sehr erleichtert! :)

    Manchmal gehe ich etwas zu emotional an die Sachen ran :headbash:

    Tja die Schleppleine nützt denke ich nicht viel, weil der Hund tatsächlich 100 meter vorrennt, die hat es nämlich immer eilig, ich und meine Hund sind da eher gemütlich beim Spazieren gehen, und wenn man zu lange stehn bleibt, bellt der Gasthund einen sogar an -.-
    Naja ich werde glaub ich mal versuchen ihr beizubringen, dass sie auch auf die Pfeife hört und dann kommt, dann spare ich mir das rumgebrülle, sie lernt zwar nur sehr sehr langsam, aber es ist nicht unmöglich ihr was beizubringen.
    Sie mochte es gar nicht wenn man ihre Pfote anfasst, habe es aber noch geschafft ihr Pfötchen geben beizubringen, jetzt lässt sie es sich auch besser gefallen.
    Ist eben dir Frage wieviel Aufwand ich mit dem Hund betreiben möchte, eigentlich macht es mir Spaß, mit den Hunden zu üben, mit dem Gasthund braucht man nur erheblich mehr Geduld, sie ist ja auch nicht mehr die jüngste...
    Und mein Hund ist ja noch klein und muss eigentlich auch noch viel Üben und beide auf einmal, mit ganz verschiedenen Baustellen strapazieren dann manchmal einfach meiner Nerven, weil ich dann das Gefühl hab, keinem der Hunde gerecht zu werden.
    Ich werde denke ich meinen Freund erstmal bitten sich um unseren Hund zu kümmern wenn der Gasthund da ist und die nehme ich dann erstmal alleine mit nach draußen und zum üben für die Dinge die mir wichtig sind. Wenn ich ein bisschen Zeit investiere wird es hoffentlich langfristig was verbessern.

    Vielen Dank schonmal! Ihr habt mir schon sehr geholfen! :)

    Achja und ich hab das Gefühl meine Freundin trainiert gar nichts mehr mit ihrem Hund, weil sie kann ihren Willen ja ganz gut bei ihr durchsetzten...

  • Ich finds gut, wenn Du Deine eigenen Regeln aufstellst und gut, wie Du es jetzt machst.

    Klar könntest Du mit Deiner Freundin reden und ihr die Mißstände aufzeigen. Würd ich aber lassen, weil sie wahrscheinlich schneller als Du schauen kannst in den Verteidigungsmodus geht.

    Lass die Zeit für Dich arbeiten, Du wirst vielleicht noch erleben, dass sie Dich fragt: "Wow, warum hört sie denn auf Dich, obwohl Du sehr leise sprichst und ich jedesmal brüllen muss?".

    Dann ist der Zeitpunkt für ein Gespräch, vorher würde ich es mir einfach schenken....

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!