Rückschritt oder "Der Wunderhund wird zum Problem"

  • Nun, heute ist er wieder ein wenig angespannter. Bin ich in Bewohnerzimmern, höre ich immer wieder wie er jammert und fiept. Komme ich zurück fängt er auch sofort an zu janken. Nicht übermäßig laut oder so, aber hörbar. Ich gehe dann weiter ohne in seine Richtung zu schauen. Laufe dann ein paar Mal auf und ab und er hört dann auch auf zu jammern. Und heute legt er sich kaum hin, so wie gestern. Er sitzt viel mehr und schaut. An sich nichts schlimmes, aber er ist deutlich angespannt.

    Ich weiß nicht, was ich heute anders gemacht habe wie gestern.

    Nun ja. jetzt gerade liegt er mit dem Kopf auch auf dem Boden. Aber sobald ich gleich aufstehe, steht er mit Sicherheit auch wieder parat und gibt Ton. :/

  • Hmm vielleicht hilft es dir auf den Grund zu kommen wenn wir ein paar Fragen stellen, die du dir durch den Kopf gehen lässt? Du musst ja nicht auf die Fragen antworten, sondern als Gedankenanstöße was vielleicht anders sein könnte.

    1. Gab es anderes oder mehr Futter? Vielleicht von den Bewohnern?
    2. Hast du von der Früh in die Spätschicht gewechselt oder andersherum?
    3. Verhält sich Rosie heute anders und er ist deswegen angespannter?
    4. Hat er von Bewohnern Aufmerksamkeit bekommen wenn er fiept?
    5. Wie ist er wenn er generell die Arbeitszeit über nicht im selben Raum ist wie du und "kontrollieren" kann ob du da bist oder nicht?
    6. Ist er den Tag zuvor ausgelasteter gewesen?
    7. Liegen die Hunde immer am selben Platz? Hat sich da etwas geändert?

    Kopf hoch, du machst das schon! Und wir versuchen aus der ferne dich zu unterstützen :)

  • Zitat

    1. Gab es anderes oder mehr Futter? Vielleicht von den Bewohnern?


    Ja. Futter ist momentan Trockenfutter, weil ich das besser mit zur Arbeit nehmen kann und auch besser dort verfüttern kann. Was die Bewohner angeht, sind die meisten nicht in der Lage den Hunden was zu geben. Allerdings habe ich gestern im Wasser ein Kiwi-Strunk gefunden, den meine Hunde nicht angerührt haben. Ich weiß das ich bei einer Person aufpassen muss. Gott sei Dank kündigt die ihre Anwesenheit mit Singen an und deswegen bin ich dann immer sofort zur Stelle, wenn ich auch nur die erste Silbe höre.

    Zitat

    2. Hast du von der Früh in die Spätschicht gewechselt oder andersherum?


    Früh auf Spät, wobei heute unser vierter Spätdienst war und heute war er auch etwas schlimmer als gestern. Aber dafür war er heute nicht ganz so extrem als er merkte, dass es jetzt nach Hause geht.

    Zitat

    3. Verhält sich Rosie heute anders und er ist deswegen angespannter?


    Rosie hat sich (zumindenst für mich nicht erkenntlich) nicht anders verhalten. Sie liegt viel herum und schläft auch viel. Ich hatte eigentlich gehofft, dass Poco davon irgendwann profitiert, wenn er sieht, dass die pennt und das er dann schnallt, dass es keinen Grund gibt, so großartig aufgeregt zu sein.

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    4. Hat er von Bewohnern Aufmerksamkeit bekommen wenn er fiept?


    Ich habe eine Bewohnerin, die der Meinung ist dass sich beide Hunde immer fürchterlich freuen wenn sie sie sehen. Dabei ist sie den Hunden absolut egal. Aber sie hat den Poco durch ihr albernes (sorry, die Frau ist geistig noch ziemlich auf der Höhe) Gequake ziemlich aufgeregt. Ich habe mir ihr gesprochen und sie macht die Hunde schon seit einiger Zeit nicht mehr so verrückt. Ich habe Poco auch ziemlich häufig aus der Situation geholt, bevor sie überkochte (Poco hat dann gekläfft und ist rumgesprungen wie verrückt, wenn die Person auf ihn zu ging, was die Dame als Zeichen der übermäßigen Freude interpretierte). Und zwar kenne ich so in etwa die Zeiten wann sie auftaucht und habe Poco dann für die Zeit mit mir in den Stützpunkt genommen, wo er dann nicht so ausgerastet ist.

    Zitat

    5. Wie ist er wenn er generell die Arbeitszeit über nicht im selben Raum ist wie du und "kontrollieren" kann ob du da bist oder nicht?


    Also beide Hunde sind im Aufenthaltsbereich angebunden (muss ich leider, weil ich Poco nicht trauen kann, wenn er seine Rennphase bekommt und mir nachher noch nen Senior umschmeißt, weil er nicht mehr bremsen kann). Gehe ich in ein Bewohnerzimmer, bin ich für ihn optisch nicht erreichbar, obwohl er mich natürlich hört, wenn ich mit den Leuten spreche. Ich höre ihn dann janken. Er jammert so ganz typisch für ihn und ich würde seine Stimme immer erkennen. Aber er macht es nicht jedesmal. Heute hat er es gemacht, als ich in 2 Zimmern drin war und in 2 anderen Zimmern habe ich ihn nicht gehört. Ich hatte eigentlich mal vorgehabt, die beiden zu filmen auf der Arbeit. Das muss ich echt mal machen. Denn wenn ich die Türen schließe, kann ich ihn nicht hören, es sei denn er würde lauthals bellen.

    Zitat

    6. Ist er den Tag zuvor ausgelasteter gewesen?


    Also wir haben nichts anderes gemacht als am Tag zuvor. Ruhige Spaziergänge, mit sehr einfachen und kleinen Kommandoübungen, die er aus dem FF beherrscht. :ka:

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    7. Liegen die Hunde immer am selben Platz? Hat sich da etwas geändert?


    Den Sommer über haben sie im Unreinraum gelegen, weil es dort einfach der kühlste Platz ist im Haus. Jetzt liegen sie allerdings schon seit ein paar Wochen in dem Aufenthaltsbereich, weil es dort wärmer ist und keine Fliesen dort sind. Poco kennt beide Bereiche.

    Heute war es wieder extrem mit seinem Gefiepe. Er liegt dann auf der Erde, den Kopf auf dem Boden und jedes Mal wenn er ausatmet kommt ein leises "Fiiiieeeeeep". Ich würde manchmal fast denken er sagt "Laaaaangweilig!" damit. Unterfordert oder Überfordert... bei ihm schwierig zu erkennen. Das Fiepen hat sich dann gesteigert. Und als er wirklich laut war, bin ich aufgestanden und gegangen. Denn ich saß heute viel mit im Aufenthaltbereich, weil ich eine Pflegeplanung schreibe. Ich habe dann was anderes gemacht und als ich ihn dann nicht mehr hörte, bin ich zurück und er war dann wieder ruhig. Aber er fing dann wieder an und so habe ich das Spielchen ein paar Mal gespielt (wenn er zu laut wurde, aufgestanden, weg gegangen was anderes gemacht). Und nach ein paar Mal ist er dann aufgestanden, hat sich anders hingelegt und mich die ganze Zeit angeschaut. Aber ich bin nicht drauf eingegangen, habe einfach weiter geschrieben. Am Abend dann, hat er sich auf die Seite gelegt und ist auch kurzzeitig eingeschlafen.

    Nach der Übergabe dann sind wir zusammen in den Aufzug gestiegen und meine Nachtwachenkollegin (selber Hundehalterin) meinte da, dass er unheimlich auf mich fixiert ist. Immer schaut wo ich bin. Also mich sehr oft anschaut (draußen ist das nicht so extrem der Fall). Aber Rosie auch.

    Morgen habe ich eine Fortbildung. Da ist unser Zeitplan wieder anders. Mal sehen.

  • Du bist ja verrückt, ich wollte doch gar nicht, dass du alle meine Fragen "schriftlich" beantwortest. Ist doch viel zu viel Arbeit :headbash:

    Meine Überlegung war, das wenn du die Fragen durchgehst und dir vielleicht Dinge auffallen die sich von einem auf den anderen Tag geändert haben. Aber so wie du es beschreibst ist das eigentlich nicht der Fall.

    Falls es wirklich Pocos Kontrollettiwahn ist machst du meiner Meinung nach ja eh schon alles richtig, um ihm zu zeigen, dass es ihm nichts bringt. Aber vielleicht ist Rosie jetzt für ihn angekommen und er hat für sich kapiert das sie bleibt und probiert es einfach wieder. Ihr seid jetzt zu dritt und es ist eine neue Konstellation. Rosie hat er in der Arbeit unter "Kontrolle", sie liegt ja neben ihm, nur dich nicht und das wurmt ihn vielleicht im Moment :D

  • Vielleicht gibt es bei den Hunden einfach genauso Unterschiede wie bei den Menschen auf Veränderungen zu reagieren.

    - der eine sagt: "okay, schauen wir, was der Tag bringt und dann machen wir das beste draus".
    Das wäre das Verhalten, was man eigentlich bei einem Hund erwarten würde

    - der andere hat Angst vor Veränderungen, vermeidet sie, wo er kann, Hauptsache alles läuft nach Plan, sonst fühlt er sich unwohl.
    Ist für viele Paare ein Grund sich nicht zu trennen, obwohl nur noch Alltag und Gewohnheit da sind und sonst nichts.
    Scheint es bei Hunden auch zu geben z.B. höre ich von vielen, dass sie ihr Hund am Wochenende genauso punkt fünf Uhr wecken wie unter der Woche und auf ihren Spaziergang bestehen. Der Hund käme damit nicht klar, dass die Fam. einfach mal auspennt.

    - für den Dritten ist jede Veränderung die reinste Katastrophe, für ihn läuft dann "alles schief" und er verfällt in Panik, Ängste
    Interessant dabei, dass nach neuesten Erkenntnissen beim Autismus dieser einen Hinweis auf eine Stoffwechselstörung sein kann. http://www.focus.de/gesundheit/rat…aid_515793.html
    Interessant dabei für den Hund: hier wird Taurin genannt, das manchen Hundefuttersorten zugesetzt ist, vielleicht macht das Probleme.

    Von daher glaube ich Dir, dass Du vermeidest irgendwie anders zu sein als sonst. Trotzdem gab es eine Veränderung. Vielleicht ist Paco allgemein ein Hund, der sich mit Veränderungen schwer tut. Vielleicht setzt Du ihm mit der Futterumstellung noch eins drauf.

    Das waren soweit meine Gedanken dazu.......

  • Ojee du Arme, gerade erst habe ich eure Fotos bewundert und dann lese ich sowas :verzweifelt:

    Helfen kann ich leider nicht, das einzige was ich dazu beitragen kann klingt wohl ziemlich bescheuert:

    Hat sich bei dir oder in deiner Gefühlswelt etwas verändert, was er spüren könnte?

    Ich merks ab und zu bei meinem Pferd, wenn bei mir nur irgendwas ist äußere ich das ohne es irgendwie absichtlich zu zeigen und sie ist dann auch total nervös und hibbelig..

    Wünsch euch auf jeden Fall eine baldige Lösung

  • Zitat

    Du bist ja verrückt, ich wollte doch gar nicht, dass du alle meine Fragen "schriftlich" beantwortest. Ist doch viel zu viel Arbeit


    Aber es ist nicht schlecht, wenn man sich diese ganzen Dinge schriftlich auch noch mal durch den Kopf gehen läßt. Vielleicht würde ich die Fragen in einem Monat anders beantworten. :)


    Zitat

    Rosie hat er in der Arbeit unter "Kontrolle", sie liegt ja neben ihm, nur dich nicht und das wurmt ihn vielleicht im Moment


    Ich halte auf jeden Fall erstmal durch. Quietscht er, bin ich weg. Ist er ruhig, wird er "wahrgenommen".

    Zitat

    Von daher glaube ich Dir, dass Du vermeidest irgendwie anders zu sein als sonst. Trotzdem gab es eine Veränderung. Vielleicht ist Paco allgemein ein Hund, der sich mit Veränderungen schwer tut. Vielleicht setzt Du ihm mit der Futterumstellung noch eins drauf.


    Auch ein interessanter Gedanken. Was das Futter angeht, bleibe ich jetzt erstmal dabei, sonst muss er sich ja wieder umstellen. Also die Sache ist die, das ich nie immer nur eine Futtersorte gegeben habe, sondern eigentlich immer je nachdem wo ich einkaufen war, etwas besorgt habe. Er hatte damit nie ein Problem. Nur dauert es natürlich länger, Trockenfutter zu inhalieren als Nassfutter. Ich setze es momentan mit Fencheltee an (also das TroFu). Aber das mit dem Taurin muss ich mal nachlesen.

    Zitat

    Hat sich bei dir oder in deiner Gefühlswelt etwas verändert, was er spüren könnte?


    Nun in sofern, als das ich etwas nervös geworden bin, weil er ständig Lautäusserungen von sich gibt. Davor wüsste ich jetzt nicht, dass ich irgendwie anders wäre.

    Allerdings ist mir gerade heute eine Sache in den Sinn gekommen, die ich bisher irgendwie ignoriert habe: Und zwar der Umstand, dass ich von meinen Arbeitsstunden von 75% auf 85% hoch gestuft wurde und dadurch natürlich auch mehr arbeiten muss. Vielleicht ist das auch mit einer der Gründe für Pocos Veränderung? Es sind immerhin 25% mehr und während ich damals mit 50% vielleicht 14 Tage im Monat arbeiten muss, sind es wie in diesem Monat 22 Tage. Das ist schon ein Unterschied, der sich bestimmt auch für den Hund bemerkbar macht. Ab Januar gehe ich dann wieder mit den Stunden auf 75% runter. Dann bekommt er wohl wieder ein Problem, weil wir dann wieder etwas weniger arbeiten, was? Ach ja.

    Unangenehmer Nebeneffekt der ganzen Sache: Er nimmt wieder ab und ich muss mit Rinderfettpulver dagegen steuern. :dead2: Immer wenn ich denke, dass es mit dem Gewicht wieder hoch geht, kommt sowas.

  • Na, das hoffe ich doch. :)

    Am Freitag war Poco besonders schlimm und auch besonders laut. Ich war sehr gestresst, hatte SEHR viel zu tun und er hat es 1 zu 1 gespürt und entsprechend gehandelt. Er hat gejankt, geheult und gefiept, so sehr wie lange nicht mehr. Und ich musste mich selber richtig runterfahren, damit ich auf seine Nervosität nicht auch noch anspringe. Also habe ich mich, obwohl ich schon Feierabend hatte, auf der Arbeit noch mal an den PC gesetzt und eine Liste geschrieben. Und zwar so lange, bis er wieder runtergefahren ist (Poco, nicht der PC). Und dann kam der Moment, wo es heim ging. Er hat gebellt und da musste ich eingreifen, denn die Leutchen wollten schlafen. Ein "Aus!" und er reduzierte den Lärm aufs Quietschen und ich habe so lange mit der Leine in der Hand gestanden, bis er so ruhig war, dass wir los konnten. Er hat meine angeschlagene Geduld echt gefordert. Ich weiß, er kann nichts dafür. Aber manchmal steht mein Geduldsfaden echt kurz vorm reißen und in diesen Situationen frage ich mich, warum er nicht einfach so sein kann wie Rose. Die freut sich dann zwar auch, aber sie dreht nicht gleich so ab.

    Hier mal 2 Videos. Beide von Sonntag. Video 1 ist recht entspannt. Ich mache Pause (und schaue Tiere suchen ein Zuhause).
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    Video 2 ist der Moment in dem Poco versteht, dass es nach Hause geht. Der Sound ist nicht so überragend, ist eben Handyqualität. Man hört es ja und man sieht es vorallem auch. :roll: Und ja, er ist ab einer 1 Meterleine, nachdem Rosie alle anderen 2 Meterleinen geschreddert hat. Aber das habe ich jetzt geändert, sie sind beide wieder an längeren Leinen festgemacht und dürfen sich zwischendurch auch immer mal wieder frei bewegen.

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    Damit man sich ein Eindruck von Poco machen kann. Am Sonntag war er auch recht gut drauf.

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