Nono & Benzinmotoren - ein kleines Häufchen Elend

  • Dann mal ich mit der Bitte um Tipps, wie ich das bei Nono psoitiv konditionieren kann. Bisher komm ich nämlich bei Nono noch nicht mal an den Punkt, da was erarbeiten zu können.

    Aaaaalso:
    Nono, Beardie 5 Jahre alt, seit Ende Juli bei uns, kannte zu dem Zeitpunkt ziemlich wenig bis gar nichts.
    Vom Typ her ein lebendiger, fröhlicher Hund, bei Fremden etwas schüchtern und zurückhaltend. Er ist bei plötzlichen Geräuschen draußen etwas schreckhafter, aber das wird auch langsam besser (abgesehen von Benzinmotoren).

    Das Problem ist: Nono hat Angst vor dem Geräusch, das kleine Benzinmotoren machen, wie von Rasenmähern, Laubbläsern, Motorsägen etc. Da geht dann bei ihm gar nichts mehr.

    Sollte das Geräusch draußen sein, wenn wir unterwegs sind, versucht er auf Teufel komm raus weg zu rennen und schiebt Panik.
    Sind wir in der Wohnung und draußen macht jemand den Rasenmäher an, dann verkriecht er sich an meinen Füßen, zittert, hechelt, manchmal fiept er. Ganz am Anfang wollte er damals dann selbst aus der Wohnung raus und weglaufen.

    Wie ich mich verhalte: ich beachte ihn dann nicht (klar aus dem Augenwinkel beobachte ich schon), in der Wohnung tu ich so, als ob ich nichts höre und draußen gehe ich ganz normal weiter und spreche ihn nicht an.
    Er scheint z.B. beim Rasenmäher zu wissen, dass das Gerät dieses Geräusch verursacht. Ich hab versucht, mich mit ihm einem ausgeschalteten Rasenmäher zu nähern - keine Chance! Nono war nicht ansprechbar, wollte nur noch weg und schien mir in regelrechter Panik zu sein. Da komme ich keinen Schritt weiter.

    Meine Frage ist jetzt, wenn selbst ein ausgeschalteter Rasenmäher noch eine Stufe zu hoch für ihn ist, wo kann ich dann vorher bei Nonos Angst einsetzen? Habt ihr da eine Idee? Geräusch aus dem I-Net googeln und abspielen stört ihn z.B. nicht.

    Hinzu kommt halt, dass es draußen (gerade im Moment) öfter mal sein kann, dass plötzlich ein Rasenmäher, eine Säge oder oder oder in der näheren Umgebung angeschmissen wird. Und da möchte ich Nono eben gern diesen Schrecken erleichtern bzw. nehmen. Ich weiß, dass er noch nicht allzu lange bei mir ist, der nächste Winter kommt bestimmt und da mäht keiner Rasen oder schmeißt den Laubbläser an - dennoch ist es mir wichtig, ihm diesen Stress zu nehmen und ich suche halt den Ansatzpunkt.

    Wenn ihr Tipps habt, wo ich ansetzen kann und wie, dann immer her damit!

  • Zitat

    Ist es nur bei diesen Geräuschen so extrem oder generell mit lauten Geräuschen??
    Silvester steht ja bald vor der Tür =)
    Wie ist es bei Schüssen?

    Hallo Bibi,

    das ist ja das Interessante bei Nono.. Hier wird ab und an geschossen: Nono spitzt die Ohren, guckt in die Richtung - das war´s.. Kein Aufschrecken in dem Sinne, kein Hecheln, kein Züngeln oder andere Stresszeichen..
    Bei Gewitter steht er vor der Terrassentür, guckt sich die Blitze an, spitzt die Ohren, wedelt, wenn man ihn anspricht, guckt zu mir, dann wieder raus - auch hier keine Stresszeichen. Irgendwann geht er dann auf seine Decke, rollt sich zusammen und schläft.
    Wenn hier in der Wohnung mal was runterfällt oder er ein plötzliches Geräusch hört - manchmal reagiert er und spitzt die Ohren, geht gucken, manchmal interessiert es ihn auch gar nicht.
    Draußen ist es noch was anderes, wenn da z.B. ein Fahrradfahrer mit Kindersitz hintendrauf uns entgegenkommt, uns passiert hat und dann hinter uns über einen Huckel fährt und der Kindersitz dann klappert, macht Nono einen Riesensatz nach vorne und erschreckt sich tierisch.. Am Anfang wolte er dann auch die Beine in die Hand nehmen, mittlerweile guckt er dann schon zum Teil zu mir hoch, wenn ich mir nichts "anmerken" lasse, dann ist es für ihn auch wieder ok.
    Zum Beispiel Moppes, wenn die neben uns auf der Straße noch einmal Gas geben und hochschalten, bei dem Knattern, da schreckt Nono dann auch zusammen.
    Aber vor ein paar Wochen hatten wir hier ein kleines Feuerwerk im Ort, das hat ihn nicht sonderlich gestört.

    Vielleicht bin ich zu blind, aber ich kann da kein Muster bei ihm erkennen, abgesehen eben von den Benzinmotoren, ist es bei Nono halt mal so, mal so - aber eben nur bei Benzinmotoren so extrem..

  • Hallo,

    manchmal ist es so, dass man ich den Objekten der Angst nicht wirklich nähern kann.
    Was ich an Deiner Stelle machen würde:
    ich würde den Rasenmäher morgens irgendwo im Garten weit hinten hinstellen und dort den Tag über stehen lassen.
    Abends räumst Du ihn wieder rein.

    Das würde ich so lange machen bis er den Rasenmäher irgendwann anschauen kann ohne Panik zu bekommen.
    Auch würde ich gar nicht probieren ihn an den Rasenmäher ranzuführen, sondern würde selbst ab und an zu dem Rasenmäher gehen und mich mit dem Teil beschäftigen.
    Das alles so relaxt wie möglich als wäre es selbstverständlich, dass Du dem Rasenmäher guten Tag sagst.

    Beachte ihn nicht dabei und sag auch kein Wort zu ihm, denn er soll selbst darauf kommen, dass diese Ungeheuer nicht gefährlich sind.

    Du hast doch auch noch andere Hunde, oder?
    Nimm diese mit in den Garten, aber ruf sie nicht zum Rasenmäher, sondern lass sie kommen. Freu Dich mit den Hunden über den Rasenmäher und beachte Nono nicht.

    Wenn Du merkst, dass er sich entspannt, dann würde ich nach ein paar Tagen mit dem Rasenmäher ein paar Meter hin und her laufen.

    Irgendwann kannst Du den Rasenmäher dann auch mal kurz anmachen und an Ort und Stelle stehen lassen.
    Das kann dann wieder einige Tage dauern...

    Das kann ein langer Prozess werden, aber es kann klappen.
    Unterstützend könntest Du ihm eine Bachblütenmischung zusammenstellen lassen.
    Vielleicht hilft ihm das auch.

    Es gibt noch eine andere Möglichkeiten, die ich aber nur mit einem Trainer ausprobieren würde der sich mit Angsthunden auskennt und den Hund live erlebt.

    Setzte einfach mal auf "der Rasenmäher gehört zu unserem Leben".

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Steffi: ich habe gar keinen Benzinrasenmäher =) (nur so nen Handmähdingens).. Es ist der Rasenmäher vom Hausmeister, der ab und an vorbeikommt, um damit hier die Grünflächen der Anlagen zu pflegen.. Ansonsten wäre das mein erster Ansatz gewesen, so hab ich allen Hunden den Staubsauger lecker gemacht (keiner kannte einen Staubsauger und dementsprechend fanden den alle unheimlich).

    Hätte ich vielleicht dazu sagen sollen, dass wir kein eigenes Übungsobjekt haben, was das Ganze wirklich erschwert. Sorry!

    Der Hausmeister wird das Gerät auch nicht für ein paar Tage bei uns in den Garten stellen. Von daher ist es schon ziemlich schwierig.

  • Bin erst grade auf den fred gestoßen.

    Ich hab den zweiten Beardie. Es sind schon ziemliche Sensibelchen. Bei meinem ersten Beardie, nach alter Väter Sitte ausgebildet, war es genauso: Geräusch gehört, weg gerannt. Panik bei Gewitter, Schuss und Feuerwerk, sogar im Fernsehen. Seltsam war nur, wenn sie gearbeitet hat, z.B. beim Ausritt dabei war (das war für sie Arbeit), dann konnte schießen wer wollte, Gewitter über uns toben: keine Reaktion von ihr. Kaum zuhause, die Pferde aufgeräumt, saß Liza vor Angst zitternd in der Sattelkammer.

    Das wollte ich bei meinem neuen Beardie anders machen. Bei ihr hab ich die Bindung über Spielen aufgebaut.
    Hört sie etwas erschreckendes, dann läuft sie zu mir und versteckt sich hinter mir. Ich leine sie an, sag einfach: ich habs auch gehört, nix los o. äh. und gehe einfach weiter. Klappt super. Traut sie sich an etwas nicht vorbei, gehe ich hin, fasse den Gegenstand an (Menschen Hand ist Hunde Fang), nun ist sie sich sicher, da passiert nix und da Beardies extrem neugierig sind, schnuffelt sie auch dran - abgehakt.

    Ignoriere seine Angst nicht, gib ihm die Sicherheit, dass Du die Sache im Griff hast. und versuche so oft wie möglich, deine Souveränität im täglichen Leben zu demonstrieren. Spiele viel mit ihm, aber nach deinen Regeln, bleib konsequent, aber freundlich.

    Grüßle, Susanne

  • Hallo Susanne,

    danke für deinen Tipps.
    Wir sind in der Zwischenzeit schon ziemlich gut vorangekommen und schaffen es mittlerweile fröhlich an den Benzin-Kettensägen vorbei zu laufen, ohne, dass Nono das Geräusch irgendwie interessiert. Bei Rasenmähern ist es auch etwas besser geworden und ich denke, nächstes Jahr, wenn die Nachbarn wieder mähen, kriegen wir den Rest auch noch hin.
    Nono hat einfach gelernt, sich an mir zu orientieren und wenn mich etwas nicht kümmert, dann kümmert es ihn meistens auch schon nicht mehr ;)

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