übersensibler Hund -> wie beschäftigen?

  • Hallo,

    ich habe schon oft überlegt, ob ich mich ans Forum wende oder lieber nicht...

    Aber jetzt möchte ich es doch tun.

    Es geht um Havana. Ich habe mich schon bei Fressn**f erkundigt, andere HH gefragt, ect, aber keiner hat Ideen, was ich mit ihr machen kann. Da hier viele User unterwegs sind hoffe ich auf viele Anregungen :)

    Zum Problem:
    Ich weiss nicht wirklich, was ich mit ihr machen soll... Tricks? Unterordnung? Spielen? ect?

    Zu ihr:
    - sie ist sehr sensibel
    - jegliche Motivation etwas zu tun, muss direkt an mir höchstens einen Meter vor mir sein (Sitz)
    - sie geht keinem Ball hinterher
    - sie dreht sehr schnell auf
    - sie weiss ganz oft nicht, was ich meine und dann neigt sie dazu sich an mir zu schrubbeln
    - sie hört gut
    - sie denkt oft sie macht was falsch
    - sie ist selten alleine unterwegs, sie klebt fast an mir/Oxana/meinem Mann, aber hauptsächlich an mir, Oxana folgt sie nur manchmal (etwas spielen, etwas schnüffeln), mein Mann ist uninteressant, wenn ich dabei bin

    Ich würde gerne Ideen haben, was ich mit ihr machen könnte ohne sie zu verletzten oder in ihren Bedürfnissen zu umgehen...

    Liebe Grüße

  • Hey

    ist sie verfressen? Benützt sie ihre Nase viel? Du könntest mal versuchen ihr Lecker spuren ins Gras zu legen. In jeden Schritt fällt ein Keks rein. Dein Mann hält sie an der Leine, du legst die Spur aus (am Anfang darf sie ruhig zuschauen), holst sie ab, gehst mit ihr an der Leine auf die Spur zu und eigentlich sollte sie dann das schnuffeln anfangen.

  • Nein, dass geht leider nicht.
    Angenommen mein Mann hat sie an der Leine, ich gehe weg (lasse Leckerlis fallen) und komme zurück, RIESENFREUDE, dann gehe ich mit ihr los... sie wird sich nur am mir rumschrubbeln und nicht wissen, was ich will... zeige ich nach unten hat sie sofort Angst :/
    Es ist der Blanke Horror für sie, wenn ich weggehe... und sie irgentwo ohne mich bleiben muss (ausgenommen alleine sein, dass kann sie perfekt).

    Verfressen... naja... ich habe ihr dadurch das Sitz beigebracht... Aber, sobald sie denkt, sie macht etwas falsch... sofort schrubbeln...

    Wenn ich sozusagen ihr ein Leckerli zeige/riechen lasse, es wegschmeisse und sie suchen lasse... guckt sie kurz läuft in die Richtung aber sofort, wenn sie einen Meter weg ist von mir, kommt sie freudestrahlend zurück...

    Liebe Grüße

  • Hallo,
    meine beiden Doggen-Schißbüxen haben ja eine ähnliche Vorgeschichte wie Deine Havanna.

    Doba ist eine Angsthündin hoch 10 (gewesen) und war lange Zeit überhaupt nicht in der Lage, die Entscheidung "was tu ich jetzt?" ganz allein zu treffen. Nach dem Ablegen der ersten Ängste hat sie immer gewartet, was ich ihr sage, was sie denn nun machen soll. Sie war völlig abhängig und absolut hilflos.
    Der Harley dagegen war krankheitsbedingt ein extremer Streßhund - er konnte und kann sich nicht lang konzentrieren, reagiert sehr impulsiv und auch oft noch völlig über - auch da brauchte ich irgendwas, um endlich mal weiterzukommen.

    Beide Hunde haben enorm durch das Clicker-Training profitiert.

    Doba hat dadurch endlich gelernt, Eigeninitiative zu entwickeln und irgendwie auch das Gefühl, dass sie überhaupt gar nichts falsch machen kann, weil irgendwie alles, was ihr einfällt, gelobt wird.
    Und Harley hat von dem immer einheitlichen Click-Belohnung profitiert - als absolut immer gleichbleibende konstante Art der Bestätigung. Grad ein hibbeliger Hund will nicht zugequatscht werden, nicht zu sehr hochgepuscht werden durch das Loben.

    Es ist jetzt nicht so, dass wir damit wahnsinns-Tricks erarbeitet hätten.
    Aber beide Hunde haben durch das Clickern große Fortschritte in Sachen "das Lernen lernen" gemacht. Beide sind dadurch eigenständiger und selbstbewusster geworden, beide haben dadurch gelernt, einfach mal was auszuprobieren.

    Um Doba überhaupt beim Clickern aus meinem "Dunstkreis" wegzubewegen, habe ich mir nach einigen Übungen angewöhnt, ihre Belohnung zu werfen. So ist sie in Bewegung geraten und war nicht mehr so "statisch". Dadurch hat sich wie von allein ein gewisser Aktionismus ergeben.

    Hier ist meine Lieblingsseite zum Clickern:
    http://www.spass-mit-hund.de/

    LG, Chris

  • Noch was vergessen:
    Doba war auch so drauf, dass sie, sobald eine noch so minimale "Erwartungshaltung" von mir ins Spiel kam (wir üben jetzt Sitz, oder so), SOFORT Panik geschoben hat, nicht verstehen zu können, was ich überhaupt von ihr möchte. Sie hat sich also (und vereinzelt gibt es da durchaus auch noch Rückfälle) selbst im Weg gestanden. Dabei wollte sie nichts lieber, als mir meinen Wunsch zu erfüllen.

    Über unsere "Clicker-Erfolge" würden wahre Meister dieses Fachs vermutlich bloss die Nase rümpfen. :lol:

    Wenn man aber mit solchen Hunden arbeitet, setzt man gänzlich andere Maßstäbe. Und der Vorteil ist, dass man eigentlich ja zunächst mal gar keine Erwartungshaltung bei sich aufbaut. Man übt ja anfangs nichts konkretes - und macht dementsprechend überhaupt gar keinen Druck auf den Hund - wobei bei solchen Hunden der Begriff "Druck" eben ein gänzlich anderer ist, als bei leidlich "normalen" Hunden. Ähnlich, wie der Begriff "Arbeit mit dem Hund" mit anderen Inhalten gefüllt wird.

    LG, Chris

  • hm also ganz so schlimm ist es bei meiner net, aber unsicher ist sie auch schnell . .

    ich würde versuchen an Tricks zu arbeiten . . erst auf den Clicker konditionieren und dann erstmal tricks suchen bei denen net so viel falsch gemacht werden kann . .

    bei uns war das erste: Pfötchen geben . . . hab sie direkt vor mir sitz machen lassen, Pfötchen gesagt und ihr pfötchen in die Hand genommen -> Hund konnte also gar nichts falsch machen :D und immer kräftig loben

    oder Turn/Twist -> einmal im Kreis laufen . . da muss sie ja nur dem Leckerli hinterher . . . wenn sie anfangs net die ganze Runde packt, dann klickerste halt schon nach ner viertel Runde :) soll ja spaß machen

    und wenn solche Sachen laufen kannste ja dann auch an Anspruchsvolleres rangehen und langsam vll auch sachen auf "entfernung" klickern und ihr das Schmackhaft machen

  • Zitat

    Man übt ja anfangs nichts konkretes - und macht dementsprechend überhaupt gar keinen Druck auf den Hund


    Das kann ich so bestätigen, ich habe sie erstmal einleben lassen :) Dann nach ca. 7-8 Wochen haben wir Sitz geübt... dass kann sie nun :) Platz sind wir dran, aber manchmal geht das völlig in die Hose.
    Und da sie sehr gut auf mich achtet und von vorne rein "gehört" hat, war sie halt nicht in Gefahr und ich konnte ihr die Zeit, die sie brauchte geben ;)

    Hier ein Beispiel:

    Externer Inhalt img3.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    So sieht sie aus, wenn sie konzentriert ist... Und meine Hose und mein Oberteil sehen so aus, weil sie sich sehr oft schrubbelt...


    Zitat

    hab sie direkt vor mir sitz machen lassen, Pfötchen gesagt und ihr pfötchen in die Hand genommen -> Hund konnte also gar nichts falsch machen


    Würde ich das machen, würde sie sich sofort hinschmeissen oder sich an mir schrubbeln und wenn sie sich an mir schrubbelt bekomme ich sie so schnell nicht mehr los... also das dauert dann so ca. 20sek.

    Zitat

    sobald eine noch so minimale "Erwartungshaltung" von mir ins Spiel kam (wir üben jetzt Sitz, oder so), SOFORT Panik geschoben hat, nicht verstehen zu können, was ich überhaupt von ihr möchte.


    Ja, so ähnlich ist es auch, Panik finde ich immer mit Angst unterlegt, aber im Grunde hat sie die nicht (vor mir), sie will es ja richtig machen und würde wirklich ALLES für mich tun, würde sie mich nur verstehen :/

    Liebe Grüße

  • Hallo,
    ich melde mich nochmal :)

    Ich bin vorhin extra nochmal zu Fressnapf und habe einen Clicker und eine Tüte Frolic gekauft :D

    Wer noch Anregungen oder Ideen hat, teilt sie gerne mit ;)

    Liebe Grüße

  • Ich denke Clicker ist ein guter Ansatz. Lilly war zwar nicht so extrem, aber auch sie hat keinerlei Eigeninitiative gezeigt. Ich habe angefangen, in dem ich Sachen geklickert habe, die sie schon kannte, also kein Shapen. Mein Hund hat sich dann eh nur hingesetzt und auf ein Kommando gewartet. Später, als sie dann den Clicker richtig verstanden hatte, sind wir dann den nächsten Schritt gegangen.

    Vielleicht hilft es bei dir auch, nach dem du den Clicker konditioniert hast, erstmal so banale Sachen, wie ruhig neben dir laufen, usw. klickerst. Also in Momenten, in denen sie auch entspannt ist und schon unsicher weil sie etwas falsch machen könnte.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!