Draußen kurzfristig anbinden als Konsequenz?

  • Ich hab jetzt schon öfters davon gehört bzw. im Fernsehen gesehen, dass man den Hund draußen anbinden und weggehen soll, wenn er ein unerwünschtes Verhalten zeigt.
    Mein Hund hat beispielsweise Jagdtrieb und ein Bekannter hat mir vor ein paar Tagen empfohlen, den Hund irgendwo anzubinden und wegzugehen (ein paar Meter), sobald er anfängt zu fixieren. Konzentriert er sich wieder auf mich, soll ich wieder zurückkommen.
    Was haltet ihr davon? Bringt das wirklich was?

  • hmm.. beim jagdtrieb ann ich das jetzt nicht wirklich sagen, aber bei mir hat das suuuuper geholfen, nur in einer anderen situation..
    mein hund hat, als er noch relativ frisch bei mir war, öfter "austicker" gehabt.. dann hat er einen angeknurrt, angesprungen, sich in der leine verbissen und war überhaupt nicht mehr ansprechbar.. das hat dann immer ein paar minuten gedauert und dann war er wieder ok.. weiß nicht ob das pubertätsbedingt war, oder übersprungshandlungen, keine ahnung.. jedenfalls hab ich mir das 4-5 mal angschaut und dann hab ich ihn einmal, als er sich wieder so reingesteigert hat kurzerhand an einen baum gebunden, und mich etwas entfernt, aber nicht aus seinem blickfeld.. er hat SOFORT damit aufgehört, und so ein verhalten nie wieder gezeigt.. (bei mir, bei anderen schon ab und an..)
    ob das ganze jetzt bei jagdtrieb funktioniert, keine ahnung.. ich stell mir das schwieriger vor..

  • Ich mach das auch schon mal, wenn Murphy überdreht und Übersprungshandlungen die Folge sind. Aber ich glaube nicht, dass du beim Jagen damit weiter kommst.
    Wechsle dann lieber die Richtung, ein sehr gut aufgebautes "Down" kann euch da sicher auch weiter bringen.

  • Wenn ich mit Pedro im Wald unterwegs bin und er eine Spur anzeigt (Nase hoch, Schwanz hoch und manchmal noch Pfötchen hoch) lasse ich ihn sofort "sitz" machen, lobe ihn dafür, gehe zu ihm, versuche ihn für "sitz" und ruhiges sitzen zu belohnen. Ist er einigermaßen ruhig löse ich auf und gehe mit ihm weiter. Ziel ist irgendwann (nach 5000 Versuchen), dass er selbstständig sitz macht und sie mir so anzeigt wenn er eine Fährte in der Nase hat.

    Gruß
    Conny =)

  • Zitat

    hmm.. beim jagdtrieb ann ich das jetzt nicht wirklich sagen, aber bei mir hat das suuuuper geholfen, nur in einer anderen situation..
    mein hund hat, als er noch relativ frisch bei mir war, öfter "austicker" gehabt.. dann hat er einen angeknurrt, angesprungen, sich in der leine verbissen und war überhaupt nicht mehr ansprechbar.. das hat dann immer ein paar minuten gedauert und dann war er wieder ok.. weiß nicht ob das pubertätsbedingt war, oder übersprungshandlungen, keine ahnung.. jedenfalls hab ich mir das 4-5 mal angschaut und dann hab ich ihn einmal, als er sich wieder so reingesteigert hat kurzerhand an einen baum gebunden, und mich etwas entfernt, aber nicht aus seinem blickfeld.. er hat SOFORT damit aufgehört, und so ein verhalten nie wieder gezeigt.. (bei mir, bei anderen schon ab und an..)
    ob das ganze jetzt bei jagdtrieb funktioniert, keine ahnung.. ich stell mir das schwieriger vor..

    Ja, das ist typische Jungschnösel Übersprungshandlung. Da klappt die Zwangshaft am Baum oder Zaun immer ganz gut. ;)

  • Kann mich den andern nur anschliessen. Ist gut für überdrehende Jungspunde, um das Hirni wieder einzuschalten und etwas runterzukommen. Fürs Jagdverhalten ist es sinnlos.

  • Ich kenne das Anbinden in Verbindung mit einer Aufmerksamkeitsübung. Dabei stellt man sich neben den angebundenen Hund und wartet darauf, dass er einen in einem definierten Zeitraum (z.B. 20 oder 30sek) anguckt. Macht er das, gibt es Lob/Belohnung. Bekommt man im festgelegten Zeitraum keine Aufmerksamkeit vom Hund, sagt man "schade" und entfernt sich kurz. Diese Übung kann man nach und nach in Umgebungen verlegen, in denen der Hund mehr unter Ablenkung steht. Ziel ist, dass er lernt, sich öfters am Halter zu orientieren und ggf. bei "Missachtung" eine Negativkonsequenz befürchten muss. So wurde es mir jedenfalls mal erklärt ;)
    Ich habs mit Leni selbst ausprobiert und sie hat sehr schnell verstanden. Da sie ja sowieso Probleme mit dem Verlassenwerden hat, war das für sie die Höchststrafe und es brauchte nur 2-3 Wiederholungen, bis sie das Prinzip durchschaut hatte. Danach reicht es teilweise, "schade" zu sagen, wenn sie abgelenkt war und ich ihre Aufmerksamkeit anders nicht bekommen habe, um sie wieder dazu zu bringen, sich an mir zu orientieren. Ich habs aber nicht weitergeführt, weil ich es bei einem Hund, der sowieso Trennungsangst hat, etwas problematisch und fies fand, über diese Angst zu arbeiten.

  • Zitat

    Ich kenne das Anbinden in Verbindung mit einer Aufmerksamkeitsübung. Dabei stellt man sich neben den angebundenen Hund und wartet darauf, dass er einen in einem definierten Zeitraum (z.B. 20 oder 30sek) anguckt. Macht er das, gibt es Lob/Belohnung. Bekommt man im festgelegten Zeitraum keine Aufmerksamkeit vom Hund, sagt man "schade" und entfernt sich kurz. Diese Übung kann man nach und nach in Umgebungen verlegen, in denen der Hund mehr unter Ablenkung steht. Ziel ist, dass er lernt, sich öfters am Halter zu orientieren und ggf. bei "Missachtung" eine Negativkonsequenz befürchten muss. So wurde es mir jedenfalls mal erklärt ;)
    Ich habs mit Leni selbst ausprobiert und sie hat sehr schnell verstanden. Da sie ja sowieso Probleme mit dem Verlassenwerden hat, war das für sie die Höchststrafe und es brauchte nur 2-3 Wiederholungen, bis sie das Prinzip durchschaut hatte. Danach reicht es teilweise, "schade" zu sagen, wenn sie abgelenkt war und ich ihre Aufmerksamkeit anders nicht bekommen habe, um sie wieder dazu zu bringen, sich an mir zu orientieren. Ich habs aber nicht weitergeführt, weil ich es bei einem Hund, der sowieso Trennungsangst hat, etwas problematisch und fies fand, über diese Angst zu arbeiten.

    Die Übung kenn ich aus einem Anti-Jagd-Buch, hab sie allerdings noch nie ausprobiert.
    Lilly hat allerdings auch Trennungsangst, deswegen hätte ich mir auch vorstellen können, dass das Anbinden in Verbindung mit dem Jagen klappen könnte. Das Problem ist allerdings auch, dass auf dem Feld oder der Wiese kein Baum o.ä. zum Anbinden ist :hust:

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