Keine Frusttoleranz? Ständiges "aufdrehen"

  • Huhu,

    ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps bezüglich des "Aufdrehens" von Pollux geben.
    Pollux ist jetzt 15 Monate alt.

    Speziell im Auto ist er so voller Vorfreude, dass er ständig jault und lautstark gähnt. Es ist aber kein ängstliches Jaulen sondern eher Quängeln. Er legt sich auch nie hin, sondern steht die ganze Zeit in der Box.
    Er liebt Autofahren und springt immer freiwillig hinein, aber nach kurzer Zeit fängt er an zu Lärmen und dreht sich immer weiter auf. Meistens ignoriere ich das, allerdings habe ich selbst keinen Führerschein und bin auf Andere angewiesen, die meistens nicht in der Lage sind den Hund zu ignorieren.
    Früher als er auf dem Rücksitz (angeschnallt versteht sich) mit gefahren ist, verlief das Alles sehr viel ruhiger.

    Auch wenn Jemand rein kommt, oder es klingelt und ich ihn festhalte, damit er den jenigen nicht gleich umrennt, dreht er sich richtig hoch, auch wenn ich nach Hause komme, ist er kaum zu beruhigen. Auch dann kann man ihn nicht ignorieren, weil er dann das Anspringen anfängt. Wenn man ihn anspricht, unterlässt er das Springen zwar, aber braucht auch sehr lange um wieder "runter" zu kommen. Auch wenn er alleine ist, jault er.

    Ich habe mir nun überlegt, zu versuchen, "Ruhe" (oder Entspannung) zu konditionieren. Speziell erstmal fürs Autofahren.
    Überlegt hatte ich mir, in für ihn ruhigen Situationen, immer wieder die selbe Musik zu spielen und nach einiger Zeit, diese dann auch im Auto an zu machen. Das dauert natürlich. Wenn ich ihn ein Kommando für "Ruhe" geben würde, glaube ich nicht, dass es ihn im Auto großartig interessieren würde.

    Habt ihr noch Tipps für mich? Ist meine Idee schwachsinnig?

    Schon mal Danke, für eure Meinungen.

  • Hallo!

    Also bezüglich des Besuches kann ich dir nur sagen wie wir es jetzt seit ein paar Wochen erfolgreich machen. Ich nehme Paul an die Leine und gehe mit ihm zur Tür. Dort lass ich ihn sitzen oder stehen und trete so auf die Leine, dass er den Besuch nicht anspringen kann. Dann begrüßen wir uns, Paul wird ignoriert..dann gehts ind ie WOhnung und Paul geht auf seinen Platz bis er ruhig geworden ist (das auf dem Platz bleiben haben wir vorher geübt). Dann darf er auf Kommando den Besuch begrüßen...der dann aber meistens plötzlich gar nicht mehr so spannend ist :D

    Ich hab hier im Forum gelernt: Es ist mein Besuch, nicht der von Paul!

  • Zitat

    Hallo!

    Also bezüglich des Besuches kann ich dir nur sagen wie wir es jetzt seit ein paar Wochen erfolgreich machen. Ich nehme Paul an die Leine und gehe mit ihm zur Tür. Dort lass ich ihn sitzen oder stehen und trete so auf die Leine, dass er den Besuch nicht anspringen kann. Dann begrüßen wir uns, Paul wird ignoriert..dann gehts ind ie WOhnung und Paul geht auf seinen Platz bis er ruhig geworden ist (das auf dem Platz bleiben haben wir vorher geübt). Dann darf er auf Kommando den Besuch begrüßen...der dann aber meistens plötzlich gar nicht mehr so spannend ist :D

    Ich hab hier im Forum gelernt: Es ist mein Besuch, nicht der von Paul!

    Das werde ich mal ausprobieren. Danke! :smile:

  • Gerade bei so Hibbel-Köppen kommt man mit Ignorieren des unerwünschten Verhaltens nicht wirklich weit - all das Rumgezappel und Rumgehopse hat eine solche aufpuschende Wirkung, dass der Hund sich, selbst, wenn er vermeintlich keinen Erfolg mit seinen Aktionen (Besucher) hatte, selbst belohnt.

    Was diesen Hunden fehlt, ist eine Alternativ-Handlung. Sie müssen nicht nur lernen dürfen, was sie nicht tun sollen, sondern sie müssen auch lernen dürfen, was sie stattdessen tun sollen.

    Also nicht nur "spring die Besucher nicht an", sondern auch "mach stattdessen sitz und warte ruhig" - denn dann kommt man in diesen Wusel-Momenten endlich ans Loben und erst dann kommt man in kleinen Minischritten weiter.

    Such Dir eine Übung aus, die Dein Hund bereits sicher beherrscht, auch auf einem etwas höheren Stress-Level und fordere sie in solchen Momenten ein - selbst wenn der Pobbes vielleicht nur 1/2 Sekunde auf dem Boden ist vor Aufgeregtheit, kannst Du genau dann just in time loben und der Hund lernt in kleinen Schritten, dass DAS ein Verhalten ist, was erwünscht ist.

    Auch der Aspekt, dass Besucher gar nicht Hundis Sache sind, ist wirklich wichtig, das ist nämlich schon die halbe Miete, wenn der Hund merkt, dass er "Verantwortung" an Dich abgeben kann.

    LG, Chris

  • Zitat

    Hallo!

    Also bezüglich des Besuches kann ich dir nur sagen wie wir es jetzt seit ein paar Wochen erfolgreich machen. Ich nehme Paul an die Leine und gehe mit ihm zur Tür. Dort lass ich ihn sitzen oder stehen und trete so auf die Leine, dass er den Besuch nicht anspringen kann. Dann begrüßen wir uns, Paul wird ignoriert..dann gehts ind ie WOhnung und Paul geht auf seinen Platz bis er ruhig geworden ist (das auf dem Platz bleiben haben wir vorher geübt). Dann darf er auf Kommando den Besuch begrüßen...der dann aber meistens plötzlich gar nicht mehr so spannend ist :D

    Ich hab hier im Forum gelernt: Es ist mein Besuch, nicht der von Paul!

    Hi,
    wir haben das mit dem Besuch ähnlich geregelt und streichen den selben Erfolg ein :gut: . Das Auto-Problem haben wir auch und regeln es zur Zeit so, dass unser Charls nicht nur mitfährt wenn ein toller Spaziergang für ihn drinne ist, sondern auch mal zum Einkaufen (wo er dann im Auto warten muss) und danach gleich wieder nach Hause ohne große Bespaßung... und siehe da, es wird langsam besser... langsam... :gott:

    Gruß MrMFm

  • Das mit der Alternativhandlung machen wir eigentlich immer. Beispielsweise mit "Sitz", sieht dann so aus, dass der Sitz, Platz und "toter Hund" innerhalb von 5 Sekunden durch geht und dann wieder springt. Ich bleibe dann ruhig und gebe ihm nur kurz Aufmerksamkeit, wenn er sitzt. Aber das Spiel könnte für ihn immer so weiter gehen. Er braucht einfach so unglaublich lange um wieder runter zu kommen. Bei meiner Mutter ist so gar so schlimm, dass wenn sie Abends auf dem Sofa liegt, und sie ihn nur kurz zufällig anschaut, er sich gleich wieder freut, als hätte er sie ewig nicht gesehen. Aber da sie das Problem selbst erschaffen hat, und immer wieder darauf eingeht, ist mir das eigentlich ziehmlich egal.

    Wenn wir Auto fahren geht es wirklich über all hin. Auch mal zum Einkaufen, wo er warten muss, oder zu meiner Mutter wo er alleine bleibt. Es hilft nichts. Vielleicht sollte ich ihm mal Bachblüten geben?
    Ich kann ihn auch nicht belohnen für ruhigere Phasen, denn die gibt es nicht. Mein Weg zur Arbeit, wohin ich hin mit nehme, ist nur ca 8 min lang, meistens geht die Strecke ohne jaulen. Sobald wir einen anderen Weg fahren, oder nur am Tor zur Einfahrt vorbei, fängt er das heulen an.

  • Ah, ok. Das habe ich nicht "rauslesen" können.

    Dann klingt es mehr so nach mangelnder Impulskontrolle bei dem Kerle, heißt er muss lernen dürfen, dass er nicht alles, was ihm so durch den Kopf geht, auch 'SOFORT durchführen muss. Da würdest Du mit der ankonditionierten Ruhe vermutlich eine wichtige Stufe überspringen, bzw. es Euch unnötig schwer machen. Erst ein wenig Impulskontrolle üben und dann mit den "Oooohhhmmm"-Übungen weiter machen, das wäre mein Weg.

    Eine toll zusammengestellte Sammlung von jeweils verschiedenen Ideen im Umgang mit solchen "Hibbelhunden" ist das Buch "Der hyperaktive Hund" von Maria Hense - der Begriff der Hyperaktivität wird da mehr so als verständliche Beschreibung eines oft nur situativ bedingten Zustandes, denn als Krankheitsbegriff benutzt, was dieses Buch universell einsetzbar macht. Dort steht nichts drin, was man sich nicht auch anderswo zusammensuchen könnte, aber es ist eben eine gute Zusammenstellung auf einem Fleck und bietet nicht DIE Lösung für ein Problem, sondern macht MEHRERE Vorschläge für Lösungsansätze, so dass man ganz individuell für einen bestimmten Hund ein paar Impulse für die Arbeit mitnehmen kann. Vielleicht wär das ja was für Euch?

    LG, Chris

  • Zitat

    Ah, ok. Das habe ich nicht "rauslesen" können.

    Dann klingt es mehr so nach mangelnder Impulskontrolle bei dem Kerle, heißt er muss lernen dürfen, dass er nicht alles, was ihm so durch den Kopf geht, auch 'SOFORT durchführen muss. Da würdest Du mit der ankonditionierten Ruhe vermutlich eine wichtige Stufe überspringen, bzw. es Euch unnötig schwer machen. Erst ein wenig Impulskontrolle üben und dann mit den "Oooohhhmmm"-Übungen weiter machen, das wäre mein Weg.

    Eine toll zusammengestellte Sammlung von jeweils verschiedenen Ideen im Umgang mit solchen "Hibbelhunden" ist das Buch "Der hyperaktive Hund" von Maria Hense - der Begriff der Hyperaktivität wird da mehr so als verständliche Beschreibung eines oft nur situativ bedingten Zustandes, denn als Krankheitsbegriff benutzt, was dieses Buch universell einsetzbar macht. Dort steht nichts drin, was man sich nicht auch anderswo zusammensuchen könnte, aber es ist eben eine gute Zusammenstellung auf einem Fleck und bietet nicht DIE Lösung für ein Problem, sondern macht MEHRERE Vorschläge für Lösungsansätze, so dass man ganz individuell für einen bestimmten Hund ein paar Impulse für die Arbeit mitnehmen kann. Vielleicht wär das ja was für Euch?

    LG, Chris

    Oh, das hört sich gut an. Das werde ich mir gleich mal bestellen. Noch mal Danke für deinen Rat. :smile:
    Bezüglich der Impulskontrolle, haben wir bis jetzt halt nur die alltäglichen Dinge gemacht.
    Futter nehmen, dem Ball nachlaufen, ins Auto springen, zu Tür raus oder rein gehen gibts erst nach Freigabe.
    Das ist ja, denke ich, normal. Bei allem was mit Bewegung zu tun hat, fällt es ihm unheimlich schwer sich zu kontrollieren. Ich glaube er blendet oft seine Umwelt aus, wenn etwas interessantes passiert.
    Dann vergisst er, dass ich am anderen Ende der Leine hänge oder, dass über ihm ein Tisch ist, wenn er hochspringt. :???: :roll:

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!