wie sieht die Körpersprache des unsicheren hundes aus?

  • Unser Jim ist denke ich auch eher vom Macho-Schlag. Er baut sich total auf, er stellt komplett die Nackenhaare auf und geht mit dem Körpergewicht nach vorne. Die Ohren und Lefzen weiss ich leider nicht. Beim Beschnuppern fängt er aber meist als erstes mit dem Schwanzwedeln an.

    Oft ist es auch anders, wenn er einen Hund von weiten sieht, auf den wir zugehen, fixiert er ihn. Die Körperhaltung ist dann anders. Er geht geduckter und den Kopf weit nach unten. Dann bellt er auch meist und läßt den Hund nicht ran. Daran arbeiten wir im Moment.

  • schwanzwedeln ist nicht schwanzwedeln. da muss man das tempo und die rutenhöhe betrachten.

    ich hab eine unsichere hündin wenns um hund geht die größer sind als sie.
    da sie ne flache schnauze hat und kaum schwanz, fallen diese "zeichen" meist schon weg.

    erkennen tue ich es bei meiner an der ohrstellung, meist nach vorn gerichtet, zum teil aber auch bischen nach hinten. sie züngelt viel, bleibt stehen und vermeidet zuviel augenkontakt. dreht den körper meist bischen, sodass sie etwas seitlicher steht und dreht den kopf weg.
    lässt große hunde dann aus sich zukommen. jenachdem wie der andere reagiert, wenn er sie zu sehr bedrängt dann schnappt sie in seine richtung, aber nicht weil sie aggressiv wird sondern eher nach dem motto "lass mich in ruhe du bist mir zu nah".

    bei hibbeligen oder lauten hunden geht sie gar nicht ran, da geht sie an denen vorbei.

    bei kleineren hunden ist sie dagegen vollkommen anders. da geht sie direkt drauf los, macht sie bischen größer und macht da eher auf den macho, ohne zickig zu werden.

  • Zitat

    Außerdem mischen sich meist mehrere Dinge zusammen (Unsicherheit, imponieren/Eindruck schinden wollen, Frust ablassen wollen usw.) die Übergänge sind dann fließend.
    Um die Rute hochzutragen reicht auch Stress, Rute einklemmen hingegen ist schon nicht mehr unsicher sondern ängstlich.
    Am leichtesten lässt sich ein unsicherer Hund an einer sehr widersprüchlichen Körpersprache erkennen. In der Körpersprache spiegelt sich dann die innere Zerissenheit vom Hund. Z.B. knurren/Zähne fletschen und gleichzeitig rückwärts gehen und/oder häufiges züngeln, aber auch draufzulaufen, vorher abstoppen, wuffen und dann doch abhauen ohne Kontakt aufzunehmen... das kann ganz verschieden sein, aber eben sichtbar widersprüchlich. Der Hund kann sich nicht für eine Strategie entscheiden- er ist unsicher.

    Interessant. Der Gedanke ist mir so noch gar nicht gekommen, aber macht natürlich Sinn.
    Ich grübele nämlich im Moment, was der beste Weg ist, weil Anjou sich eben genau so widersprüchlich zeigt. Ich bin mir nicht sicher, ob es nun Unsicherheit ist, ob er einfach frech ist, ob er verteidigt, ob er pöbelt...
    Aber das Gesamtpaket als Unsicherheit klingt auch logisch.

    Anjou geht (vor allem seit einem spielerischen, aber ziemlich ungestümen Zusammenstoß mit einem Ridgeback) kräftig bellend auf andere Hunde zu. Er spielt sich wirklich auf.

    Ohne Leine tänzelt er ein paar Meter vor, imponiert meiner Meinung nach, also macht sich groß usw. Und ist ziemlich frech dabei, egal wer da nun kommen mag.
    Aber er hält seinen sehr engen Radius zu mir und würde sich nicht weiter nähern (bisher), wenn ich nicht weiter gehe. Und bei der Begegnung dann ist er deutlich unsicher bis ängstlich, aber auch interessiert und auffordernd. Also wenn ein Hund im ersten Moment gleich klar auf ihn zukommt, ihn beschnuppert usw., nimmt er die Rute runter, bleibt steif, beschwichtig usw., je nach Situation. Im nächsten Moment, vor allem, wenn der Hund Desinteresse zeigt, will er aber Kontakt. Schnuppert, fordert evtl. auf usw.

    An der Leine gibt es keinen Kontakt. Und wenn man den Hund dazu nicht sieht, meint man, da kommt ein riesen Monster um die Ecke. Er regt sich tierisch auf, schmeißt sich seit dem Zusammenstoß sogar in die Leine, bellt, knurrt. Ruhe gibt er immer dann, wenn er sieht, er muss den anderen nicht begegnen. Zum Beispiel, weil die abbiegen, auf der anderen Straßenseite sind oder so.
    Da setze ich jetzt mit ihm auch an. Dass er eben sieht, er muss sich nicht aufregen, weil es keine Begegnung gibt (an der Leine). Und im Freilauf wird er eben auch die Möglichkeit kriegen auszuweichen.

    Ich bin aber auch schon am Überlegen, ob ich nicht mal jemanden drauf schauen lasse, wenn das bleibt (bisschen Besserung gibt es schon und wir haben das seit etwas über einer Woche). Einfach, um wirklich mal von jemandem vom Fach zu hören, ob es nun Unsicherheit, Verteidigung oder einfach nur frech ist...

    Weil dahingehend entscheidet man ja, wie man damit am Besten umgeht.
    Finde das auch sehr schwierig zu unterscheiden manchmal, weil ich zwar seinen aufrechten Gang usw. sehe, aber weiß, dass er eigentlich unsicher ist. Es gibt wirklich oft keine klaren Grenzen. Sehr interessantes Thema für mich zur Zeit, deswegen musste ich meinen Senf dazu grad mal los werden :D

  • Zitat

    Gut. Trotzdem meine Frage, hast du einen oder mehrere Hunde?

    L.G., Claudia.


    ich habe einen Hund....warum motzt meiner eigentlich nicht an der leine oder im freilauf wenn wir spazieren gehen?....halt nur wenn wir uns irgendwo hinsetzen

  • Vielleicht verteidigt er Ressourcen? Also, dass er, wenn ihr euch länger irgendwo aufhaltet meint, dass er das Recht/ die Aufgabe hat, diese Orte jetzt für sich zu beanspruchen und Eindringlinge zu verbellen?

  • Zitat

    Vielleicht verteidigt er Ressourcen? Also, dass er, wenn ihr euch länger irgendwo aufhaltet meint, dass er das Recht/ die Aufgabe hat, diese Orte jetzt für sich zu beanspruchen und Eindringlinge zu verbellen?

    ja das denke ich auch und eigentlich ist es doch normales hundeverhalten...........wenn ich dann weggehe und ablenke,würde er es doch nie lernen,dass das meine aufgabe ist

  • Weggehen mache ich auch extra nicht. Höchstens mal zwei, drei Schritte zurück, damit ich seine Aufmerksamkeit wieder habe. Aber rausnehmen gibt ihm glaube ich den Erfolg, den er braucht. Weil Anjou ja eigentlich froh ist, wenn er jetzt nicht die Konfrontation aufnehmen muss. Dann gebe ich ihm für seine Bellerei den Erfolg. Deswegen gehe ich schon drauf zu oder bleibe in der Situation und zeige ihm, dass er auch da nicht gezwungen ist sich mit den anderen zu beschäftigen, wenn er nicht will. Zumindest versuche ich das :p

  • Es gibt doch gar keinen Bedarf, dass der Hund sich mit den anderen "beschäftigt".
    Es reicht doch völlig, wenn er sich von denen fernhält mit denen er nichts zu tun haben will und keinen Ärger macht oder provoziert oder auch territorale Ansprüche anmeldet.
    Er muss sich mit all diesen Dingen nicht auseinandersetzen, aber dann muss er im Training in solchen Situationen bei mir sein, in meinem direkten Einfluß/Präsenzbereich um eingreifen zu können und dadurch das Ganze zu ordnen.

  • Er soll sich nicht mit denen beschäftigen, er soll sie akzeptieren. Anjou muss lernen, dass ich irgendwo sitze mit ihm und da Leute kommen und gehen. Das betrifft ihn überhaupt nicht. Ich kann doch nicht immer und überall aufstehen und gehen, weil mein Hund nicht damit umgehen kann :???:

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