Wie kann ich das Verhalten meiner Hündin interpretieren????

  • ...uff ich hab ein echtes Problem mit meiner Hündin! Ich hoffe jemand macht sich die Mühe diesen Roman hier zu lesen. :hilfe:

    Ihre Vorgeschichte:
    Sie wird bald vier Jahre alt (Westy-Malteser Mix) und wir sind leider schon die vierten Besitzer. Die Zweiten haben sie anscheinend abgegeben weil ein Kind unterwegs ist. Die direkte Vorbesitzerin musste sie nach zwei Wochen abgeben, weil der bereits bei ihr wohnende hund sich nicht mit ihr vertragen hat...

    Jetzt ist sie seit 9 Tagen bei mir und meinem Freund und eigentlich ein totaler Schatz. Bevor sie bei uns war hat sie immer in einer box (mit offener Türe) geschlafen weil sie sonst gejammert hat. Wir haben so eine Box bis jetzt nicht weil sie ohne Probleme in ihrem Körbchen schläft. Auch sonst ist sie super relaxed und liegt in der Wohnung den ganzen Tag faul rum wenn wir nicht gerade spazieren sind.

    Mein Problem:

    Bevor sie zu uns kam konnte sie wohl auch alleine zu Hause bleiben...mit dem Vermerk: KONNTE!
    Ich hab bis jetzt noch keine Arbeit, sollte aber langsam wieder anfangen Halbtags zu arbeiten. Also habe ich die letzten Tage angefangen zu testen wie das alleine bleiben klappt. Kaum bin ich aus der Türe fängt sie schrecklich an zu jaulen (unglaublich welche Töne aus ihr rauskommen) und an der Türe zu kratzen. Wenn sie zwischen ihren Arien luftgeholt hat bin ich wieder rein und hab so getan als wäre nichts gewesen. Also sie nicht überschwenglich begrüßt obwohl sie sich vor Freude überschlagen hat.
    Heute bin ich rein und hab sie streng in ihr Körbchen verwiesen ( ich hab sie natürlich nicht angebrüllt)
    Reaktion:
    Ohren angelegt, Kopf nach unten und langsam ab ins Körbchen.

    Danach bin ich nochmal raus für 5 min und ich habe keinen Ton von Ihr gehört. Als ich wieder reingekommen bin, hatte sie die selbe Körberhaltung, saß aber vor der Türe und anstatt mich freudig zu bergrüßen hat sie sich auf den Rücken gedreht???????!!!!!!!!!!!! :omg:

    Ich bin absolut RATLOS und kann ihr Verhalten in dieser Sache überhaupt nicht deuten? Mir hat es das Herz zerrissen als ich sie so eingeschüchtert (?), traurig (?) gesehen hab. Wie kann ich weiter mit ihr trainieren und was sagt mir ihre Reaktion? Und zur weiteren Verwirrung hat sie nach diesem Vorfall beim Gassi gehen viel viel viel besser auf mich gehört?!?

    Über antworten wäre ich sehr dankbar!

  • nun, das alleinebleiben muss im regelfall genauso geübt werden wie ein "platz" oder "sitz" :smile:


    auch wenn die kleine "alleinebleiben" grundsätzlich schon konnte - beim vorbesitzer - so heisst das nicht, dass sie das bei euch auch kann.

    du hast ja schon richtig angefangen: sekundenweise aus dem zimmer raus - und wieder rein. immer mal wieder, einfach so. auch beim gang aufs örtchen ist hund nicht mit dabei, oder mal in den keller und gleich wieder rein...usw.usw.usw.

    immer mit dem mantra: "ich gehe und komm gleich wieder - das ist ganz normal und nix schlimmes".

    grade hunde die schon ein paarmal ihre menschen verloren haben, tun sich anfangs wieder schwer, ein alleinlassen zu akzeptieren. also brauchts da viel geduld und zeit. :smile:

    irgendwann wird sie ein paar sekunden länger aushalten, dann auf eine minute, auf zwei minuten usw. usw. - das tempo bestimmt der hund.

    was das verhalten der kleinen betrifft, als du sie ''"zurechtgewiesen" (ich nenns mal so - ohne das jetzt bös zu meinen) hast: das ist beschwichtigen. je nach hund ist so ein "strenger" ton schon genug, um da länger dran zu knabbern. (manchen gehts am allerwertesten vorbei - andere sind stundenlang schwer beeindruckt - und alles mögliche dazwischen). auf alle fälle wusste sie wohl auch überhaupt nicht, warum sie nun so streng ins körbchen verwiesen wird.

    das auf den platz verweisen ist unter umständen beim alleinebleiben-üben kontraproduktiv: denn eigentlich sollte der hund ja dann auch auf seinem platz bleiben, bis man das "kommando" auflöst - und ich denke, du willst nicht, dass dein hund dann stundenlang im körbchen ist und sich nicht raustraut...geht hund doch raus, dann wirds später schwierig mit dem bleiben bis zur auflösung.....

  • Du weißt halt nicht, wie die Besitzer vor dir auf dieses Verhalten (Jaulen, Heulen) reagiert haben. Mein Rüde zum Beispiel läßt sich noch immer davon beeindrucken wenn man zu heftig mit der Leine fuchtelt. So sind eben "Second Hand" Hunde. ;)

    Bleib am Ball. Nicky hat dir gute Tipps gegeben.

  • Zitat

    Wenn sie zwischen ihren Arien luftgeholt hat bin ich wieder rein und hab so getan als wäre nichts gewesen. Also sie nicht überschwenglich begrüßt obwohl sie sich vor Freude überschlagen hat.

    Das ist richtig so und du solltest es weiter üben.
    Langsam die Zeiten ausdehnen.
    Zuerst nur ein paar Sekunden herausgehen, dann minutenweise erhöhen.
    Lasse dich nicht verfolgen.
    Was sie bei den Vorbesitzern gut konnte, muss nicht zwangsläufig in einem neuen Zuhause auch so sein.
    Sie muss sich erst einmal einleben, euch kennenlernen, Bindung aufbauen, kapieren, dass ihr immer wieder zurückkehren werdet.
    Bedenke, dass sie ihre alte Familie "verloren" hat und dadurch ggf. eine gewisse Verlustangst nun besteht, die sich aber geben wird, wenn ihr langsam vorgeht.


    Zitat

    Heute bin ich rein und hab sie streng in ihr Körbchen verwiesen ( ich hab sie natürlich nicht angebrüllt)
    Reaktion:
    Ohren angelegt, Kopf nach unten und langsam ab ins Körbchen.

    Damit hast du sie eingeschüchtert, du warst zu streng.
    Den strengen Tonfall und deine Anweisung konnte sie mit nichts in Verbindung bringen.
    Sie hat beschwichtigt und hatte Stress mit deinem "Auftritt".
    Warum du so reagiert hast, kann ein Hund nicht verstehen, auf diese Weise lernt kein Hund, dass er keinen Stress beim Alleinebleiben haben muss.
    Er verknüpft lediglich dann deine Rückkehr negativ.

    Gruß
    Leo

  • ja danke, zumindest kann ich ihre Reaktion jetzt nachvollziehen. Wir sind wahrscheinlich beide etwas über sensibel :hust:
    Ich hab einfach Angst jetzt etwas falsch zu machen. Mein vorheriger Hund ist auch erst zu uns gekommen als er über ein Jahr alt war und war auch nicht so ganz einfach. Er hat auch protestiert als er alleine bleiben sollte und mit der Zeit war das für ihn vollkommen in Ordnung. Ich hab nur irgendwie das Gefühl dass es bei ihr die blanke Panik ist sobald ich aus der Haustüre gehe...da sind langer Spaziergang, Kauknochen usw sofort vergessen. Dabei muss ich sagen dass sie sonst sehr schnell lernt. Sie folgt mir nicht mehr ins Bad oder wartet vor der Türe und wenn ich auf den Balkon eine rauchen geh macht sie sich auch keinen Stress.
    Mir gibt das mit der Box nur total zu denken.Vielleicht hatten die Vorbesitzer das selbe Problem und sie dann weggesperrt!?! Ich mach mir voll Sorgen dass sie vielleicht einfach nicht alleine bleiben kann und es die zwei wochen nur funktioniert hatte weil sie Angst vor dem anderen Hund hatte?!

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