Passe ich nicht zum Hund?

  • Guten Morgen alle miteinander,

    Mein Problem ist folgendes: Ich habe nun seit kurzer Zeit eine junge Spitzhündin.
    Sie ist eigentlich wirklich total lieb, verspielt und aufgeschlossen nach kurzer "Auftauphase"
    nur leider kann ich mich nicht recht für sie erwärmen. Mir kommt es eher so vor wie als hätte
    ich einen Hund zur Pflege, den man wieder gehen lässt. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich
    sehe wie Daisy sich alle Mühe gibt mir zu gefallen. Ich muss hier allerdings hinzu fügen das sie
    nicht mein erster Hund ist, mein voriger war ein Schäferhund-Mischling der nun jedoch vor
    einem Monat verstorben ist. Ich hing wirklich sehr an ihm und fürchte das dass das eigentliche
    Problem ist, das ich nicht in der Lage bin mich richtig an Daisy zu binden.
    Falls nun die Frage auftaucht warum ich mir dann jetzt schon einen neuen Hund geholt
    habe, das war nicht vollends mein Verdienst. Freunde und Verwandte meinten sie müssten
    sie mir zum Geburtstag schenken. Selbstverständlich konnte ich bei einem Blick in Daisys
    Knopfaugen nicht nein sagen, zumal mir auch viele immer wieder versichert haben
    das die Trauer um den verstorbenen Hund schneller vorbei ginge wenn man einen neuen
    Hund hätte, aber mittlerweile frage ich mir ob der kleine Zwerg es nicht
    vielleicht in einer Familie besser hätte wo sie wirklich vollkommen geliebt wird und nicht
    (wie bei mir) ständig ungewollt mit dem Vorgänger verglichen wird. Ich fühle mich hin und
    hergerissen, weil ich mich auch schlecht und schäbig fühle nur schon mit dem Gedanken
    zu spielen einen Hund dem ich zugestimmt habe wieder abzugeben. Ich habe noch nie
    ein Tier abgegeben und bin mir sicher das viele mich in diesem Punkt hier auch nicht verstehen
    können - ich hätte es mir auch nie Träumen lassen je in eine solche Situation zu kommen.
    Hinzu kommt noch das meine Katze Daisy absolut hasst. Eigentlich ist sie Hunde gewohnt,
    allerdings war mein letzter bereits älter als die Katze mir zugelaufen ist. Aber Daisy hasst
    meine Katze abgrundtief und hat ihr auch schon ziemlich eins auf die Nase gegeben.
    Sie voneinander getrennt halten geht fast nicht, denn die Katze kommt überall hin und es ist
    ja nicht so das Daisy die Katze jagt, sondern anders herum. Außerdem habe ich auch dann
    der Katze ein schlechtes Gewissen gegenüber. Daher nun meine Frage: Wäre es in diesem
    Fall vielleicht besser Daisy weiter zu geben? Sie ist noch recht jung knapp fünf Monate, und
    daher denke ich das sie sich noch eher umstellen könnte, als wie wenn sie sich jetzt viel zu
    sehr an dieses zu Hause hier gewöhnen würde. Denn ich denke wenn sie hier bleiben würde,
    wäre es am Ende so, das wir nebeneinander her leben, was doch den kleinen Zwerg irgendwann
    sicherlich auch frustriert, weil ich nicht in der Lage bin ihm die Liebe entgegen zu bringen,
    die ihm gebührt.
    Ich hoffe sehr auf Antwort und so wenig Anfeindungen wie möglich - ich kann (wie gesagt)
    verstehen wenn ich auf unverständniss stoße, ich hätte auch nie geglaubt das ich
    je in so eine Situation komme.
    Viele Grüße,
    Carrie Winston

  • Musste auch direkt an das Thema dort denken. Die beiden haben es ja doch geschafft zusammen zu wachsen und das der neue Hund nicht mehr mit dem anderen verstorbenen verglichen wird.

    Mein Zweithund lies sich anfangs ja auch nicht anfassen und da ich schon so eine tolle Ersthündin hatte hät ich gut damit Leben können das der Zweite einfach so nebenher lebt. Quasi etwas im Schatten meiner Hündin, aber man macht ja dennoch viele aktivitäten zusammen. So kam der auch ganz Schnell aus ihrem Schatten heraus und fand hier seinen festen Platz in meinem Herzen.
    trotz ganz anderem charackter und ganz anderen Eigenschaften, der ist auf seine Art toll.


    Man ist wenn man lange mit einem Hund zusammengelebt hat eben an diesen gewöhnt und an deren Charackter. Man fragt sich auch oft ob was mit dem neuen Hund vielleicht nicht Stimmt, oder man dem nicht gerecht werden kann. Man vergisst eben zu schnell, das man beim ersten Hund eben auch erstmal lange Erziehen musste bis man wirklich ein Team geworden ist.

    Achja und meine Hündin ist ja auch ein Spitz-mix. Meine Katze war auch mit Hunden aufgewachsen und eigentlich auch Hunde gewöhnt. Aber war von der kleinen anfangs auch überhaupt nicht begeistert... Streiten tun die immernoch ab und an, das hält meine Katze jung, aber Abends Kuscheln die beiden sich zum Schlafen aneinander ;) . Die hatten sich auch irgendwann aneinander gewöhnt.

  • Hallo!

    Schön, dass du hier so ehrlich bist, ich glaube nicht, dass du da allzusehr Angst vor "Anfeindungen" haben musst. :smile:

    Ich denke, es ist nicht möglich, von einem neuen Hund zu verlangen, den Platz des geliebten Vorgängers einzunehmen und es wäre auch nicht fair.
    So wie sich deine Situation anhört, würde ich dir raten, den Hund wieder abzugeben.
    Tierhaltung ist schließlich kein Staffellauf ;)

    Lass dir genug Zeit, den Verlust deienes Hundes zu verarbeiten, lass dir dabei nicht reinreden...du wirst bestimmt merken, wenn du bereit bist für eine neue Fellnase...

    LG

    lilac

  • Schade, dass deine Freunde dachten, man könne mit einem neuen Lebewesen über den Tod eines anderen hinwegtrösten. Leider funktioniert das nicht so richtig gut. Ich denke, für dich wars einfach zu früh...

    Die Frage jetzt ist, was tun? Die Kleine ist ja schließlich schon da. Im Endeffekt kann dir die Entscheidung eh keiner abnehmen, leider. Ich persönlich würde euch 3 noch ein bisschen Zeit zur Zusammenführung geben, ihr lebt ja noch nicht lange zusammen. Ich würde an deiner Stelle versuchen , mit der Kleinen ganz viele tolle Sachen zu erleben, in die Welpenschule gehen z.B. Gemeinsame schöne Erlebnisse schweißen doch zusammen ;)

  • zum Thema mit der Katze...
    ich würde veruschen die Katze erstmal auszusperren und eine bessere Beziehung zu deinem Hund aufzubauen, sofern du diesen denn behalten möchtest...dann würde ich langsam versuchen beide Tiere gleichzeitig mit Fleischwurst zu füttern und diese so immer näher zusammen bringen, das geht auch besser zu zweit der eine füttert die Katze, der anderen den Hund. Den Hund dabei anleihnen, damit er nicht auf die Katze losgehen kann.
    Wenn das halbwegs funktioniert so war es zumindest bei unseren 2 Rackern, dann gabs keine :headbash: (Kloppe) mehr und die 2 vertragen sich...für die Katze ist das vermutlich auch eine Umstellung, dass jetzt plötzlich ein junger verspielter neuer Hund da ist...gib beiden ein bisschen Zeit...lass die Tiere aber nicht wenn sie alleine sind zusammen...sonst könnte das blutig enden...

    Ich hoffe dir ein bisschen geholfen zu haben.

  • Liebe Carrie,

    schäbig sollten sich die Menschen fühlen, die Dir einfach diese Last auf die Schultern gelegt haben.
    Ich kann den Gedanken nachvollziehen aber mir fehlt jedes Verständnis dafür, einen Hund zu verschenken - der Hund wird eventuell wieder vor die Tür gesetzt, den Menschen bringt man unter Umständen in erhebliche Gewissensnöte. Denn egal ob man gerade ein Tier verloren hat oder nicht, ich finde auch der Prozess des "Aussuchens" und sich "auf einen Hund einlassen" ist wichtig.

    Was nun also tun, wo das Kind schon in den Brunnen bzw. der Hund in die Geschenkschachtel gefallen ist?

    Erstmal finde ich es gut, dass Du es versuchst.
    Ich würde es wohl auch tun.

    Ich glaube aber auch, das Mitleid und Pflichtgefühl nie ein guter Berater sind.
    Wenn es für Dich wirklich nicht Dein Weg ist, würde ich den Hund bei der Spitznothilfe anmelden. Vielleicht kannst Du ihm ja ein Heim auf Zeit bieten, bis er dort etwas Anderes bekommt.

    Vielleicht kannst aber auch Du zu diesem Heim werden?
    Ich würde die Situation mit der Katze erstmal nicht überbewerten, das bekommt man sicher hin - zur Not mit einem Trainer, der sich die Sache mal ansieht. Hier wüsste ich übrigens, wer die Rechnung dafür zahlen sollte ;-)

    Ansonsten würde ich erstmal versuchen, Bindung aufzubauen - spielen, schöne Dinge erleben.
    Einfach versuchen zu "erfühlen", ob das passen könnte.

    Ganz ehrlich ... Du tust mir furchtbar Leid, ich denke, das ist gerade für einen Hundemenschen (was Du ja bist) eine sehr fiese Situation.

  • Hallo Carrie - erstmal herzliches Beileid zum Verlust Deines langjährigen und treuen Begleiters.

    Die Situation, in der Du Dich jetzt befindest, ist wirklich schade und zwar für Dich und den Hund, denn die Maus kann ja nix dafür. Dieses Geschenk - so gut wie es gemeint war, war völlig daneben, nur was jetzt tun? Ich kann Dir eigentlich nichts weiter raten, als 1. gib Dir noch etwas Zeit Dich an diesen neuen Hund zu gewöhnen und 2. versuche andere Wege zu gehn, als mit Deinem Seelenhund, denn oftmals vergleicht man dann intuitiv beide Lebewesen miteinander, obwohl sie immer grundverschieden sind.

    Gib Deiner Maus die Möglichkeit sich in Dein Herz zu schleichen und sie zu lieben. Auch wenn die Liebe eine andere Intensität hat, denn ein geliebtes Tier zu verlieren muß auch verarbeitet werden können - bei dem Einen hilft ein anderes Tier und bei Anderen braucht es länger, also verlier nicht den Mut, noch kann alles gut werden.

    Was das Problem mit Deiner Katze betrifft, da kann ich Dir leider keinen Rat geben, aber einige Ansätze hast Du ja schon erhalten.

    Ich drücke Euch die Daumen, dass ihr noch zusammen findet und wenn nicht, dann versuch sie in gute Hände zu vermitteln.

    Liebe Grüße

  • Hallo,
    erstmal vielen lieben Dank für die bisherigen Antworten.
    Ich habe mir auch ein bisschen das was in dem verlinkten Thread stand durchgelesen (zugegeben unter Tränen)
    Ich lasse Daisy und mir auf jeden Fall noch ein bisschen Zeit und hoffe das in der Zeit meine Katze den
    kleinen Zwerg nicht umbringt. Wie mir auch vorgeschlagen wurde, werde ich versuchen mit ihr viele schöne
    Sachen zu machen. Vielleicht bessert das unser Verhältnis ja ... :/ (Was heißt, an ihr liegt es nicht, sondern an mir)
    Auch den Tipp von JMe1990 werde ich einmal ausprobieren - ich hoffe bloß das dass nicht so läuft das dann meine Katze gleich los rennt und auch die Wurst von Daisy weg frisst (wenn sie kann klaut die auch das Essen von Daisy O.o)
    Viele liebe Grüße,
    Carrie

  • Zitat

    Wie mir auch vorgeschlagen wurde, werde ich versuchen mit ihr viele schöne
    Sachen zu machen. Vielleicht bessert das unser Verhältnis ja ... :/ (Was heißt, an ihr liegt es nicht, sondern an mir)

    Weißt du, ich glaub ja, sowas ist einfach auch eine Entscheidungs- und Kopfsache. Wenn du das durchziehen willst, musst du dich jetzt dafür entscheiden, dein "altes Leben" hinter dir zu lassen - und ein neues Leben mit deinem neuen Hund zu beginnen.

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