fängt an zu jagen .. Schleppleine vorsorglich?
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Hallo,
sie hat die Tage schon immer mit viel Spannung die fliegenden Vögel kreuz und quer über den Weg beobachtet und auf ein "halt" sich auch stoppen lassen. Heute allerdings lief sie denen ein paar Schritte hinterher und kam auf Pfiff zurück, aber beim vierten Vogel rannte sie gut 15m in den Wald, und das "halt" war in dem Moment egal, kam dann erst beim zweiten Pfiff wieder.
Ist es ratsam ab sofort nur noch mit Schleppe zu gehen, dass ich das gleich unterbinden kann, bevor sie wirklich anfängt zu jagen und sich das ausbaut? Achso, sie ist jetzt 7 Monate. Bisher klappte der Rückruf zu 99,9% aber die Pubertät steht ja auch vor der Tür, und ich würde das gerne gleich eingrenzen, oder darf sie solange sie auf Pfiff reagiert auch mal nen Vogel zwei Sätze nachrennen?
*ok ich hatte noch nie einen Hund der gerne gejagt hat* - Vor einem Moment
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Schlepp ist sicher keine schlechte Idee - eben, bevor sich das ausbaut.
Und parallel dazu Antijagdtraining.
LG
cazcarra -
Ja. Schlepp. :)
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Ja aber sie tut mir leid, da ja bisher nichts passiert ist und sie sich wieder gut abrufen lässt
Heute klappte es perfekt, beim ersten Hopp nach dem Vogel stoppte sie und kam zurück.
An der Schleppe trotet sie völlig gelangweilt neben mir her, das ist ein Bild des Jammers
Dann verbuch ich den gestrigen Tag einfach als Ungehorsam, steht ihr ja auch ma zu
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Zitat
Dann verbuch ich den gestrigen Tag einfach als Ungehorsam, steht ihr ja auch ma zu
Nein, denn der Hund lernt daraus. Er lernt z.B. das Hetzen/Jagen (wenn auch nur kurz) hat ein positives Gefühl ausgelöst. Und was hält ihn davon ab, das in Zukunft öfter zu machen? Dass du rufst und ein Leckerlie winkt?Für mich persönlich geht das gar nicht, aber ich wohne auch in sehr wildreicher Gegend. Für mich geht kein "heute ist er mal schlecht drauf/in der Pubertät/hat halt viele Reize..." Und für mich geht auch kein Ansatz von Jagen, so lange ich nicht weiß, ich kann es notfalls kontrollieren.
Ich persönlich würde Jagdreize suchen und ein entsprechendes Verhalten darauf automatisieren. Und parallel schauen: was genau reizt den Hund daran (Beute machen, Hetzen, endlich mal was zu tun zu haben, Fährten folgen...) und entsprechend Ersatzbeschäftigung bieten.
Bei einem 7 Monate alten Hund würde ich es mir keinesfalls leisten zu sagen, och, ist doch nur Spiel und "eigentlich" hört er doch noch...
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Exakt. JETZT, mit 7 Monaten, hast du noch einen Hund, der ab und an losdüst. Das Jagdverhalten entwickelt sich JETZT. Also sei so gut, nimm den Hund an die Schlepp und arbeite daran. Es gibt dazu gute Bücher (Antijagdtraining von Pia Gröning und Unerwünschtes Jagdverhalten von C.v.Reinhardt, z.B.). Dann hast du bald einen Hund, den du in nahezu allen Lebenslagen und Gegenden frei laufen lassen kannst. Aber nicht JETZT.
Beschäftigung will sein, aber nicht mit jagdauslösenden Reizen, sondern mit dir.
LG
cazcarra -
Ok gute Tipps, danke, dann also doch Schleppe ab sofort. Ich werde mir dann wirklich mal gezielt Gegenden suchen wo sie gereizt wird und das abstoppen.
Woran genau macht man denn fest was sie reizt ob hetzen, Fährte oder Beute machen?
Ich würde erstmal sagen für sie ist es Spiel, da sie drauf zuhüpft, ja wirklich hüpft, so auch wenn sie andere Hunde sieht und zum spielen drauf zuflitzt und hüpft. Wo ist das einzuordnen?Die Bücher habe ich mir gerade mal bestellt, kommen sicher noch diese Woche.
Aber wenn ich ihr einen Ball oder Futterbeutel werfe ist das nicht auch ein jagen? Ich sehe ich muss mich dringend mit dem Thema jagen beschäftigen

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Was ist dein Hund denn für eine Rasse?
Vielen Hunden macht es Spaß hinter etwas her zu jagen. Ich bin in dem Thema auch nicht so drin. Es hat wohl etwas damit zu tun, dass Jagen eigentlich harte Arbeit ist, auch mal zu Verletzungen führt und längst nicht immer die ersehnte Beute als Belohnung bedeutet. So ist eine angeborene "Lust" am Jagen (Ausschüttung bestimmter Hormone, "Glückshormone", Adrenalin, was auch immer...) für das Überleben eines Raubtiers sehr wertvoll.
Der Hund muss sich nicht mehr vom jagen ernähren (in aller Regel), aber der Mensch hat bei vielen Rassen das Zeigen bestimmter Jagdsequenzen gefördert (wie z.B. auch bei Hütehunden: die Jagdsequenzen bis auf packen und töten), und zum anderen wird da sicherlich bei vielen Hunden auch ohne gezielte Zucht einfach noch der entsprechende Hormon-Cocktail beim Hetzen ausgeschüttet. Und ja, das passiert so auch beim Bällchen holen. Was nicht heißt, dass jeder Hund mit Jagdtrieb Bälle toll findet (siehe meine Hündin) oder jeder Hund, der Bälle mag, auch Wild hinterher geht (siehe mein Rüde). Viele Hunde sind vorgesprägt, auf welche "Beute" sie reagieren oder was sie an Jagdsequenzen zeigen (wollen)Ausgehend von einem Hund ohne extremen Jagdtrieb: Wenn du nun weißt, dein Hund reagiert zur Zeit nur auf Bewegungsreize, kannst du da ja gezielt ansetzen. Also z.B. ihn die Erfahrung machen lassen, mit durchstarten hat er nie Erfolg. Dazu ein Alternativverhalten etablieren, also etwas, dass er beim Anblick von Wild zeigen soll und das bestmöglich belohnt wird. Ob du strafen möchtest, wenn er versucht durchzustarten?! Dazu kannst du allgemein Impulskontrolle trainieren. Der Ball ist durchaus geeignet dafür. Du wirfst, dein Hund bleibt aber bei dir, bis er eine Freigabe zum holen bekommt. Du wirfst, er darf hinterher, lässt sich aber jederzeit aus dem hinterher rennen abrufen und kommt ohne den Ball zurück zu dir. Ist auch wunderbar mit einer Reizangel zu üben. Würde das zur Zeit bei dir funktionieren?
Auch im Alltag: Hundefreund taucht auf, er muss auf deine Freigabe warten. Kofferraumklappe geht auf, Hundi wartet brav. Du stellst Futter auf den Boden, Hund wartet auf Freigabe. Es kommt Besuch, Hund überlässt dir die erste Begrüßung. Etc. Was deinem Hund halt wichtig ist. Je mehr du an solchen Alltagssituationen kontrollieren kannst, umso besser mag es auch bei Wild klappen. Halt üben, nicht dem ersten Impuls nachzugeben.Was alternative Auslastung angeht: Sich mit dem Hund viel beschäftigen, Übungen, Spiele einbauen auf Spaziergängen, ist sicher nie verkehrt. Je wichtiger eine Beschäftigung deinem Hund ist, umso besser kannst du deinem Hund innerhalb der Beschäftigung zeigen, dass Zusammenarbeit sich lohnt. Wie auch schon bei Bällen und Reizangel gesagt: zum Erfolg kommt der Hund nur, wenn er auf dich achtet und mit dir arbeitet. Ich würde allerdings sicherlich nicht rein über die Hetzspiel-Schiene gehen, sondern schauen, ob ich den Hund für Nasenarbeit oder Dummy-Arbeit begeistern kann. Da hast du ganz viele Möglichkeiten der Beschäftigung und der Hund ist ausgelastet.
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Lucy-Lou ah ok das leuchtet mir ein, dass Impulskontrolle dafür hilfreich ist.
Dann habe ich das ja schon richtig geübt, ohne mir bewusst zu sein wofür, so auch sitzenbleiben und Ball erst auf Kommando holen, muss ich dann mal noch im Lauf abrufen, das haben wir bislang nicht gemacht. Tolle Idee
Im Auto und vor Hundespiel warten klappt bisher auch gut, aber dann werde ich da mal noch 100% fordern. Manchmal gebe ich zu bin ich nachlässig wenn ihr Lieblingskumpel kommt, lass ich sie direkt raus ohne nochmal vor dem Auto absitzen zu lassen.
Sie ist ein Hovawart-BernerSennen-kl.Münsterländer Mix
Nasenarbeit ist sie unkonzentriert und schnüffelt wie wild, aber selbst Leber findet sie selten, sondern hört nach wenigen Schnüffelzügen einfach auf, und geht toben. Muss ich mich mal schlau machen wie ich das aufbaue und auch Konzentration fördern kann.
Dummyarbeit, also dass er ihn suchen muss meinst Du?, sind wir noch nicht ran, ich lasse mir immer Sachen bringen, dh Futterbeutel, Stock, Ball korrekt in die Hand legen, und dafür belohnen, sitz und dann auf Kommando wieder weiter -
Sie ist 7 Monate alt! Die Konzentration fürs Fährtenarbeiten muss sie auch erst einmal lernen. D.h. du fängst mit gaaaanz kurzen Fährten an, damit sie zum Erfolg kommt und nicht "abschweift".
Zusätzlich zu den genannten Büchern kannst du dir dann auch noch "Spurensuche" von Anne Lill Kvam besorgen... Da wird das gut beschrieben.
LG
cazcarra - Vor einem Moment
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