Desensibilisierung hat nicht geholfen, hilfee

  • Milow ist ja ein richtiger Angsthase bzw. sehr scheu.
    Jetzt wird bei uns im Nachbarhaus entkernt und danach abgerissen anschließend wird ein Edeka Center gebaut. Dies alles geschieht direkt an unserer Wand über alle 3 Etagen unseres Hauses.
    Seid freitag hat Milow nur noch stress. Gepolter, Männerstimmen und und und aus dem Nachbarhaus. Dies alles kann er nicht einschätzen. Er rennt also den ganzen Tag hechelnd und jaulend durchs Haus.
    Sobald ich es mit Milow verlassen möchte ist Holland in Not und es geht nichts mehr. Ich kann ihn ja schlecht die 100m Baustelle tragen.

    Ich habe extra vorher immer mal wieder Baulärm als MP3 abgespielt aber das hat überhaupt nicht geholfen.
    Was mache ich bloß die nächsten 6-12 monate mit ihm?

    Habt ihr Rat?

  • Na Klasse, das ist ja richtig heftig.

    Rat, hmm, nicht so wirklich. Ich würd über ein DAP-Halsband mit gehen. Ansonsten kannst Du meines Erachtens nur abwarten und hoffen, dass Milow sich dran gewöhnt.

    Birgit

  • Hallo,
    reine Geräusch-CDs nutzen manchem Silvester-Paniker ja auch nichts.

    Viele Hunde müssen sehen können, was die Geräusche verursacht. Und da würde ich versuchen, vor Ort, vielleicht mit ein paar netten Bauarbeitern die klassische Gegenkonditionierung durchzuführen. (auf gut deutsch: Baustellen und den dazugehörigen Lärm schönfüttern)

    Schön beschrieben ist die Vorgehensweise in "Trau niemals einem Fremden" von Patricia McCornell - da ist es anhand der Angst vor Menschen beschrieben, das ist aber problemlos auf andere Situationen übertragbar. Gut und günstig, das Büchlein.

    Bis dahin musst Du natürlich eine Sofort-Hilfe haben - bei Hunden, die gut darauf reagieren, kann man ganz pauschal die Canina-Pharma Bachblüten Mischung NR. 2 "Angst" nutzen, die es in leidlich sortieren Hunde-Geschäften gibt.
    Oder sich nach einem passend recherchiertem Angstmittel beim THP erkundigen.

    Auch eine Möglichkeit, um die größte Panik zu lindern, ist ein DAP-Halsband - auch da gibt es Hunde, die gut drauf reagieren, andere nicht, da hilft nur ausprobieren.

    Dazu räumliche Situation ausnutzen - den Hund von der Aussenwand entfernt in einem Raum mit laufendem Radio unterbringen, z. B., ihm eine Art Höhle anbieten, selbst mit dem Bau-Lärm ganz entspannt umgehen. Jeden zu hörenden Lärm daheim freudig begrüßen und Würstchen-Party mit dem Hund feiern.

    Wenn alle Stricke reissen und bei einem absoluten Panik-Hund gar nichts mehr geht - ihn tagsüber irgendwo anders unterbringen. Pension, Hundesitter, etc.

    Denn ein Hund im Dauer-Streß - das geht nicht lange gut.

    Das ist erstmal so das, was mir adhoc einfällt.

    LG, und viel Erfolg,
    Chris

  • Ich danke euch. An Bachblüten habe ich auch schon gedacht. Das DAP Halsband kenne ich nicht, werde mich aber mal schlau machen.

    Die Baustelle schön reden macht sinn aber leider nicht bei Milow. Ich habe schon mit einem ziternden Hund davor gestanden und beobachtet. Dabei habe ich einfach gar nichts gesagt. Sobald ich aber eine Bewegung mache, die von der Baustelle weg geht würde Milow am liebsten flüchten und wird Panisch. Das Problem ist das wir in einer Gasse wohnen und die Geräusche sehr laut sind. Ich habe dann nur ca. 3 Meter bis zur gegenüberliegenden Hauswand. Das alles ist für Milow total besch....! Dabei hat er die anderen Ängste gerade so gut wie abgebaut und nun das.

  • Klingt vielleicht "bescheuert", aber als Notmaßnahme könnte man mal über Ohrenstöpsel nachdenken.

    Es gibt genug, die einen nicht komplett "taub" machen, sondern die Geräuschkulisse zunächst auf erträgliche Ausmasse reduzieren. Vielleicht einen Versuch wert.

    DAP-Halsband auf die Schnelle gibts bei den meisten TA - auf Dauer sind Shops im I-Net günstiger.
    Da muss man nur beachten, dass es eng genug anliegt und der Wirkungseintritt ein wenig braucht, wenn der Hund gut drauf reagiert. Also auf jeden Fall etwas "Vorlaufzeit" einplanen.

    LG, Chris

  • Zitat

    Ich habe schon mit einem ziternden Hund davor gestanden und beobachtet. Dabei habe ich einfach gar nichts gesagt.

    Versuch mal, draußen nicht stehen zu bleiben, sondern immer in Bewegung zu bleiben, hin und her zu gehen.

    Ich habe auch einen Angsthasen hier und habe Monate damit zugebracht, an allen möglichen Stellen dumm rumzustehen. Teilweise hat das ja auch geholfen, aber nur teilweise. Beim Auf- und Abgehen in Stresssituationen kommt zumindest mein Hund deutlich schneller wieder runter. Und man hat keine Panikstelle definiert, die der Hund dann die nächste Woche lang überhaupt nicht mehr betreten will... :fear:

  • Ich würde auch mal an das D.A.P Halsband denken, dazu D.A.P in die Steckdose. Das geht über Beruhigungshormone, meinem Hund hilft das prima über Silvester. Das bekommst du beim TA. Ansonsten echt mal zum TA gehen und drüber sprechen, was man noch machen kann. Ansonsten würde ich das Radio und den Fernseher laufen lassen, so kann der Hund die Geräusche auch nicht mehr so zuordnen.

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