• Hallo,

    ich würde sofort wenn sie bellt umdrehen und kommentarlos wieder in die Wohnung zurückgehen. Dort würde ich sie ableinen, mich ausziehen und nach ein paar Minuten einen neuen Versuch starten.

    Vielleicht hilft Dir auch ein Nachbar wenn Du ihn mal nett fragst. Es ist ja auch nicht angenehm für diese wenn sie angebellt werden.

    Wenn Du von einem Spaziergang zurückkommst und dann jemanden triffst, dann würde ich ebenso umdrehen und einen neuen Versuch starten wenn sie ruhig ist.

    Du brauchst auch gar nicht zu reden dabei, denn sie wird schon merken, dass sie mit diesem Verhalten keinen Erfolg haben wird.
    Wenn sie ruhig bleibt würde ich sie kurz loben, aber auch nicht übermäßig denn es soll ja was völlig normales sein jemanden im Hausflur zu treffen.
    Von daher würde ich da auch nichts besonderes draus machen.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Also wenn du glaubst, dass ihr Verhalten weniger auf Ungehorsam als auf Unsicherheit zurueckzufuehren ist, wuerde ich mal versuchen, das "sich wieder einkriegen" zu konditionieren und positiv zu bestaerken. Ich hab selber nen nervoesen, unsicheren Hund, und bei ihm hat sich ein "Ruhe-Signal" sehr bewaehrt.

    Zum Beispiel werde ich, wenn Milo sich aufregt, ganz ruhig und reglos, und mache ein langgezogenes Schhhhhhhh..... Kein strafendes "KSCH" a la Hundefluesterer, sondern eher so, wie man ein weinendes Kind beruhigt. Inzwischen reicht schon das Geraeusch allein aus, und Milo faehrt runter.

    Geuebt hab ich das, indem ich es erst in anderen Situationen angewendet habe, wo er emotional hochfaehrt (z.B. beim wilden Spielen, beim Provoziert werden durch andere Hunde, etc.), und immer positiv bestaetigt, sobald er sich beruhigte und mir zuwandte (z.B. mit dicken Leckerchen, an denen er kauen muss, oder durch langsames Kratzen an ner Stelle, wo er das total liebt und sich wohlig entspannt dabei). Wie bei allem macht es hier die staendige, generalisierende Wiederholung in verschiedenen Situationen mit langsamer Steigerung des Schwierigkeitsgrades, unter dem sich der Hund entspannen lernt. Den Unterschied zum Kommando sehe ich darin, dass das Geraeusch laenger anhalten kann und ich z.B. nicht 10mal "Ruhe" sagen muss, bis der Hund ruhiger werden kann. Ich rege ihn ja in dem Moment zu einer Gemuetsverfassung an, die einzunehmen fuer ihn ja laenger dauert als eine koerperliche Position wie z.B. "Sitz".

    Nen Versuch waere es wert, wenn deine Huendin generell unsicher ist (ob nun pubertaets- oder rassebedingt ist ja erst mal egal). Denn wenn du ihr helfen kannst, sich in solchen kritischen Situationen zu entspannen (nach einigem Training dann auf ein Wort oder eine Geste von dir), wird ihr das sehr viel Unsicherheit nehmen, weil sie lernen wird "okay, wenn Herrchen sagt "calm down", wird es schon nicht so schlimm sein".

    Viel Erfolg!

  • Kennt sie denn all eure Nachbarn? Vielleicht macht sie das auch nur bei Nachbarn, die sie vielleicht nicht kennt. Oder ist es egal? Uns ist das einmal passiert, da wollten wir raus, unsere neue Nachbarin rein, sie sieht Jeppe, erschreckt sich, macht einen Satz nach hinten, Jeppe erschreckt auch und bellt. Aber nein, sonst kenne ich das so nicht. Wenn sie aber auch bellt, wenn jemand klingelt oder in die Wohnung kommt, könnte es dann sein, dass sie das alles als ihr Revier ansieht? Oder meinst du wirklich, es sei Unsicherheit? Bei Unsicherheit würde ich auch einfach mal die Nachbarn ansprechen, ihnen die Situation erklären (hilft auch, damit es keinen Ärger mit denen gibt) und sie bitten, eurer Hündin mal ein Leckerlie zu geben, wenn sie sich ruhig verhält, damit sie versteht, dass alles okay ist. Ansonsten würde ich ihr ein Signal beibringen, dass ihre Aufmerksamkeit weckt, so wie "schau", damit du sie rechtzeitig von ihrem Verhalten ablenken kannst.

  • Zitat

    Habt Ihr es schon mal versucht, daß die Nachbarn Leckerlie von Euch bekommen und die Ihr geben?
    Vielleicht versteht Hundi dann, eh die sind ja gar nicht böse, sondern voll toll ?! :???:

    Bisher noch nicht. Denn das Problem ist auch, dass die meisten Nachbarn hier vor Hunden ziemlichen Respekt haben. Und wenn dann da noch so ein Kläffer kommt, ist's ganz vorbei :(

    Aber wir haben uns vorgenommen, wahllos Leute auf der Straße anzusprechen und diese zu bitten, Stella ein Leckerchen zu geben. Evtl. stumpft sie so gegen solche Reize ab!?

  • Also erstmal vielen Dank für eure tollen Anregungen. Das sind teilweise sogar Dinge, an die wir auch gedacht haben, aber bei denen wir noch kein so richtiges Umsetzungskonzept hatten(oder haben).

    milospeed:

    Es ist definitiv Unsicherheit, die sie zeigt. Und das mit dem Signal "komm runter", ist wirklich ne super Idee. Denke ich weiß auch schon, wie man das trainieren kann. Nur eine Frage habe ich noch dazu: Wenn ein Hund in einer Art Rausch ist (sei es bellen, fixieren, oder ähnliches) kann er dann überhaupt noch Befehle von mir wahrnehmen?

    @nindog:

    Nein, alle Nachbarn kennt sie nicht (wir übrigens auch nicht. Ist teilweise hier leider etwas anonym. Stadt halt). Aber auch bei Nachbar, die mit uns gut befreundet sind, bellt sie erstmal, wenn Sie diese im Hausflur trifft. Dies ist übrigens auch in der Wohnung so. Manchmal scheint es, als ob sie erstmal prophylaktisch bellt. Dann schnuppert sie erstmal und entscheidet "kenn ich den?" Wenn ja, ist gut, wenn nein, weiterbellen.

    Aber recht hast du, mit dem vorsorglich drauf hinweisen der Nachbarn. Nächste Woche habe ich Urlaub. Da lässt sich das mit den Nachbarn evtl. gut abstimmen und üben.

    Das Komando "schau" beherrscht sie übrigens. Jedoch ist sie beim Bellen nicht ansprechbar. Was mich wieder zu meiner Frage weiter oben bringt: Ist ein Hund überhaupt ansprechbar, wenn dieser in einer Art Rausch ist.

    Habe übrigens jetzt mal nen Termin mit ner Hundetrainerin für Samstag ausgemacht. Sie möchte sich das alles einmal ansehen und dann ein Konzept erarbeiten.
    Ich halte euch auf dem Laufenden (bin aber natürlich auch für weitere Anregungen von euch offen).

    LG Kai

  • Hallo,

    schön, dass Du jemanden kommen lässt der die Situation richtig beurteilen kann. Bestimmt bekommst Du dann auch die passenden Tipps.

    Berichte mal was die Trainerin gemeint hat und wie ihr arbeiten sollt. Das interessiert bestimmt einige.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Hundetrainer ist sicher ne gute Idee, denn oft sind es vor allem die eigene Koerpersprache und das Timing, die das Verhalten des Hundes (meist negativ) beeinflussen. Ich kann da wirklich ein Lied von singen. Ich hab's sehr lange falsch gemacht und mich gewundert, wieso mein Hund gerade dann richtig Terz macht, wenn ich ihm doch eigentlich klarmachen will, dass er das nicht zu tun hat....

    Zur Ansprechbarkeit, wenn der Hund im "Rausch" ist: Nee, das wird erst mal nicht klappen. Du musst das "Ruhig-Werden" erst unter geringer Ablenkung/Erregung ueben (z.B. im Spiel, wenn sie freudig erregt ist, aber noch nicht ueberdreht), und erst, wenn das sicher funktioniert und sie es kapiert hat, allmaechlich in stressigeren Situationen. Das dauert ein Weilchen, aber wenn du dranbleibst, faellt es dem Hund immer leichter.

    Fuer die Stress-Situationen hat mir mein Trainer damals geraten, dass ich lieber den tobenden Hund kommentarlos wegfuehren soll, als auf ihn einzureden. Denn er kann einfach noch nicht leisten, was ich von ihm verlange. Und wenn ich gar nichts mache bzw neutral bleibe, mache ich das Verhalten des Hundes nicht schlimmer, sondern sogar eher besser, weil ich selber ruhiger bleibe und den Hund nicht noch zusaetzlich mit meinem Geschimpfe stresse. Fuer mich klang das damals logisch. Und es war tatsaechlich so, dass mein Hund mit der Zeit (d.h. je laenger ich mit ihm in "harmlosen" Situationen Alternativ-Verhalten geuebt habe), ganz von allein auch in Stress-Situationen immer ansprechbarer wurde. Inzwischen kann er, selbst wenn er schon auf 180 ist, so einfache Befehle wie Sitz und Platz zuverlaessig ausfuehren. Das ging frueher gar nicht :roll:

    Wie gesagt, es braucht Zeit und viel Training. Deshalb ist es sicher ne gute Idee, die Nachbarn einzuweihen, damit sie wissen, dass du mit deinem Hund uebst und sie das Gebelle nicht persoenlich nehmen sollen.

    Ich drueck die Daumen und bin gespannt, was der Hundetrainer sagt. Bitte berichte weiter :smile:

  • Hallo zusammen,

    gestern hatten wir den (Marathon-)Termin mit der Hundetrainerin. Sie war über 3 Std. da und hat sich ein sehr umfassendes Bild über die Gesamtsituation gemacht. Sie hat auch sehr viel erklärt und obwohl sie - wie gesagt - über 3 Std. da war nur eine berechnet.

    Aber mal zum Ergebnis:

    Sie zeigt definitiv ein Unsicherheitsverhalten. Extreme Angst wäre es nicht, aber noch große Unsicherheit bei vielen Dingen. Weiterhin ist die Rollenverteilung noch nicht 100%ig geklärt (wer ist der Führer und wer nicht) und draußen ist noch alles andere interessanter als wir.

    Daraus ergeben sich unsere Baustellen:

    - Bellen an der Tür wenn's klingelt bzw. wenn Besuch kommt wird erstmal losgebellt
    - Bellen im Hausflur
    - Unsicherheit bei fremden Dingen/Menschen/Situationen

    Um nicht an allen Dingen gleichzeitig rumzudoktoren (da dies evtl. zu viel für uns und auch Stella wird) hat sie ein Konzept mit uns erarbeitet und uns zunächst ein paar Hausaufgaben aufgegeben: 1. festen Platz zuweisen, der auch ohne Diskussion auf Komando von ihr aufgesucht wird (Ziel: Wenn Besuch kommt bzw. es an der Tür kingelt, hat sie dort zu bleiben, bis wir das Komando freigeben). 2. Angewöhnen eines Haltis. Damit werden dann weitere Übungen später folgen. 3. Bei Spaziergängen draußen mehr loben, wenn sie an der Leine zieht und vor schießt, stehen bleiben und warten bis sie zu uns sieht (dann loben und weiter). 4. Wenn sie rumschnüffelt, wenn wir es aber gerade nicht wollen, den Platz an dem sie schnüffelt für uns beanspruchen (durch Fuß draufstellen) und das so lange, bis sie wieder auf uns achtet. Loben und weiter. Der nächste Termin ist kommenden Freitag.

    Es klingt eigentlich recht simpelt. Aber ehrlich gesagt tu ich mir mit den Übungen draußen sehr schwer. Ihre Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen hat bspw. heute morgen fast gar nicht geklappt. Aber wir bleiben am Ball und berichten weiter.

    Gruß
    Kai

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