Zusammenführung und Überforderung

  • Eigentlich kann mir hier vermutlich keiner helfen, aber vielleicht bekomme ich ein bißchen Mut gemacht und es hilft vielleicht auch, sich alles von der Seele zu schreiben.
    Ich mache seit ca 15 Jahren Tierschutz und seit ca 10 Jahren dies auch mit Hunden. Allerdings bin ich nirgendwo mehr "organisiert", d.h. kein Mitglied in irgendwelchen Vereinen o.ä. , sondern mache alles selber soweit Kraft und Finanzen reichen.
    Schon immer war es mein Faible mich für alte, ältere und misshandelte Tiere zu engagieren.
    Mein Rudel: mein grosses Mädchen Lúa, vermutlich Schnauzer/Husky, ca. 10 Jahre und ein perfekter Hund...absolut vollkommen und meine grosse Hilfe, sie führt das Rudel an. Sie lebt erst ein paar Monate hier.
    Tweety, kleines Männlein, sehr klug, sehr tierfreundlich, seit vielen Jahren bei mir und ca 6 Jahre alt.
    Gismo, mindestens 15 Jahre alt, nicht so gross, blind und taub, seit vielen Jahren bei mir, hat aber nicht alle Störungen durch schwerste Misshandlungen ablegen können.
    Mazak, mindestens 15 Jahre, mittelgross, sehr alter Körper und junger, fröhlicher, lebensfroher Geist, hat nach schweren Zeiten seine Chance ergriffen und sich entschlossen noch weiterzuleben. Seit mehreren Jahren bei mir.
    Eli, 98% Schäferhund, üble Umstände aus denen er kommt, völlige Fehlerziehung genossen offenbar, seit ein paar Monaten bei mir, legt allmählich falsche Verhaltensweisen ab, kann Katzen nicht leiden:-(((( Ich hatte aber keine Wahl weil er sonst getötet worden wäre.Leinenpöbler hoch drei.
    So und nun kommt es: Akko. 14 Jahre, Deutsch Kurzhaar, gehört einer Dame die nun ins Krankenhaus muss und die würde ihn einschläfern wenn ihn keiner nimmt. Das kann ich nicht zulassen. Akko ist als Jagdhund wohl nie spazieren geführt worden :headbash: hat sein Leben im Garten verbracht, kennt keine anderen Hunde ausser denen, die er jenseits des Gartenzaunes angesaut hat. Gestern war ich mit meiner Lúa da und sie musste sehr durchgreifen um sich zu behaupten. Es war für den Kerl eine völlig neue Erfahrung, bin auch mit beiden spazieren gegangen was dann völlig entspannt war, weil der alte Mann sich meinem Mädchen untergeordnet hat.
    So, und nun kommt es nochmal: es muss alles schnell gehen, weil die Dame ins Krankenhaus muss, deshalb werde ich Akko heute zum ersten Mal holen. Ich habe keine Hilfe, muss die anderen also im Garten zusammenführen. Akko beisst auch zu und ist ernsthaft aggressiv, wobei er bei meinem Mädchen da nicht weit kam. Sie ist wie gesagt PERFEKT. Aber die Jungs...keine Ahnung wie das gehen soll. Habe schon viele, viele Zusammenführungen gemacht aber da war immer viel Hundeerfahrung der Hunde dabei und es war auch nie so ein Wackelkandidat wie Eli mit im Spiel.
    Also alles in allem einfach nur zuviel für einen Menschen...aber der Hund stirbt sonst...sie findet einen TA der es erledigt, da bin ich sicher. Der Hund ist alt aber gesund...ich kann den Gedanken nicht ertragen.

  • Hallo,

    bei deinem Vorhaben kann ich dir nicht wirklich helfen, dass es sehr gewagt ist, weißt du schließlich selber...
    So ganz alleine würde ich definitiv, bei so vielen Hunden, nicht herangehen.
    Einen hundeerfahrenen Menschen würde ich hinzuziehen.
    Desweiteren würde ich den Neuling nicht allen Hunden gleichzeitig vorstellen, sondern langsam, jeden Hund einzeln.
    Aber in der Hinsicht hast du mehr Erfahrung als ich.
    Was ich auf jeden Fall machen würde:
    Maulkorb!
    Leider ist er noch nicht daran gewöhnt, was eigentlich erforderlich wäre...
    Nun, aber zur Schadensbegrenzung würde ich nicht lange fackeln.
    Kommt es erst zu Beißereien, wird es für das weitere Zusammenleben meist noch schwieriger.
    Das ganze Unternehmen würde ich, wie gesagt, mit jedem Hund einzeln und auf neutralem Boden (außerhalb des Grundstücks) angehen.
    Ganz viel Erfolg wünsche ich dir.

    Gruß
    Leo

  • Bei mir wohnt ja ab und an auch mal der ein oder andere Kandidat. Und dabei gibt es für mich zwei wichtige Punkte, die erfüllt sein müssen, damit ich einen Hund nehme:

    1. Der Hund muss in mein Rudel integrieren lassen. Meine eigenen Hunde sind für mich immer die wichtigsten und das werden sie auch bleiben.

    2. Ich selbst muss die Zeit, Nerven und Kapazitäten haben für einen Problemfall.

    Man sollte sich nicht die Verantwortung zuschieben lassen von anderen, was mit deren Hund passiert. Viele Hundebesitzer nutzen das ja als Druckmittel, damit man den Hund dann nimmt... Den Schuh würde ich mir nicht anziehen.

    Es gibt ja noch andere Tierschutzorganisationen, die Hunde aufnehmen. Hast Du mal nachgefragt?

    Viele Grüße
    Corinna

  • Corinna,

    du hast Recht und deine Einstellung finde ich vollkommen richtig.

    Für mich persönlich käme dieses Unternehmen, unter diesen Umständen, nicht infrage.
    Es stellt sich auch die Frage, ob man dem Notfall damit tatsächlich einen Gefallen tut.
    Seine Vorgeschichte spricht eher dagegen, man setzt ihm einen Stress aus, der ggf. für den Hund nicht tragbar ist.
    Ein Einzelplatz wäre eine bessere Option.

    Gruß
    Leo

  • Oh wie schön, da draussen hört mich jemand :D
    Dass das Unterfangen sehr ...hm, unmöglich ist weiss ich natürlich. Für mich ist es nicht so einfach damit getan zu sagen, die Verantwortung hat ein anderer. Natürlich ist das so, aber ich habe mir im Verlauf meiner Tierschutzarbeit angewöhnt zu sagen, die Verantwortung hat nicht irgendeiner, jemand, man, derda, dieda. Die Tiere sind schutzlos und wir sind was Tiere angeht eine durchunddurch kranke Gesellschaft. Deshalb hört die Verantwortung für mich nicht bei den eigenen Tieren auf, sonst wäre es Tierhaltung und nicht Tierschutz, oder? Gerade die Alten und Kranken sind entsetzlich schutzlos.
    Ich habe viele, viele Dinge gemacht, die eigentlich unmöglich sind und dadurch gibt es viele Tiere, die noch leben.
    Da ich niemanden an meiner Seite habe, der mir heute hilft, kann ich nur in den Garten und nicht ganz auf neutralen Boden. Ich habe noch nie Maulkörbe benutzt aber ich habe mir für heute überlegt, dass ich da Neuland betreten muss, denn ich weiss ja nicht, wie der alte Kerl mit kleinen Rüden umgeht. Hier ist nicht zufällig jemand mit viel Hundeerfahrung aus dem Saarland, oder?
    Nachgefragt habe ich, aber da fühlt sich natürlich niemand zuständig...ist ja ein alter unvermittelbarer Kerl...auch die Rassehunde-in-Not-Vereine sind da nicht zuständig...

  • Gipsy ist auch aus dem Tierschutz und kam von einer Pflegestelle direkt zu mir. Sie selbst hatten auch bereits 5 Hunde. Die haben ein Babygitter vor ein Zimmer gebaut, so dass Neuankömmlinge und die alteingesessenen sich erstmal durch dieses Gitter beschnuppern konnten. Das wird von der Höhe her zu klein sein für deine größeren Hunde, aber die Idee fand ich ganz gut.
    Ansonsten wurde ja schon einiges gesagt: Zusammenführung auf dem eigenen Grundstück ist vielleicht nicht die beste Option, Maulkorb und möglichst schnell nach einem Einzelplatz suchen, wäre jetzt auch meine Idee. Und wenn es geht, möglichst viel mit dem neuen Hund arbeiten (Erziehung, Gewöhnung an andere Hunde, wenn es geht, Gewöhnung ans Gassigehen), damit er schneller einen schönen Platz findet.

  • Hast Du mal bei Jagdhunde in Not angefragt?
    Ich denke, Du solltest auf jeden Fall die Hunde einzeln zusammen führen. Kannst die anderen ja ins Haus packen derweil. Ob allerdings der Garten da der richtige Ort ist?

  • Das Problem ist: einen Einzelplatz habe ich bisher trotz fieberhafter Suche noch nicht gefunden. Und: die Dame ist schon bei mehreren TÄ vorstellig geworden zwecks Einschläferung. DAS aber kann man immer noch entscheiden, wenn man dem Tier keinen Gefallen tun kann. Die Aussicht ihm MÖGLICHERWEISE keinen Gefallen zu tun, reicht mir noch nicht.

  • Also ganz draussen geht eben nur wenn jemand dabei ist...kann nicht mit zwei grossen Hunden gleichzeitig raus. Nacheinander und entsprechend der Rangordnung ist selbstverständlich. Maulkorb denke ich auch in diesem Fall, obwohl ich wie gesagt noch nie einen benutzt habe. Meine TÄ hat Kontakt zu Jagdhunde in Not aufgenommen. Die können nicht.

  • Babygitter habe ich auch, aber die sind definitiv hier erstmal nicht ausreichend, da die Hunde zu gross, Eli viel zu sprungfreudig und die Rüden vermutlich auch zu wehrhaft nach aussen sind. Ichg denke meine einzige Chance ist, jeweils nach Rangordnung zwei zusammenzubringen ( mit Maulkorb) und dann so schnell wie möglich auf Spaziergang denn da sind alle völlig auf Schnuppern fixiert. Auch Akko, der gestern wohl zum ersten Mal in seinem Leben an einem Busch ausserhalb des Grundstücks geschnuppert hat und doirt am liebsten erstmal spazierenstehen wollte....

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