Hunde mögen sich nicht - trotzdem gemeinsam Gassi gehen

  • Ich mal wieder,
    es ist so: Nicht mögen ist untertrieben, die würden sich zu Tode beißen.
    Es geht um Lucky und einen Rüden eines Bekannten. Sie sind beide verträglich, aber gegenseitig hassen sie sich.
    Bzw. im Grunde ist es so, dass Lucky keinen Schritt in die Richtung des anderen Rüden machen darf, ohne dass er drauf geht.

    Meine Frage: Wie kriegen ich und der Halter des Rüden es hin, dass wir trotzdem noch gemeinsam Gassi gehen können, ohne dass sie sich fetzen?
    (denn wir möchten da nicht wirklich drauf verzichten, jedoch geht gemeinsam laufen lassen momentan überhaupt nicht)
    Wie kriege ich meinen Hund dazu, den anderen zu ignorieren bzw. der andere Rüde meinen?

  • Geht es über den Gehorsam? Also dass sie allein dadurch einander akzeptieren?

    Wobei ich ganz persönlich es einfach hinnehmen und ein gemeinsames Laufen sein lassen würde :nixweiss: Mir wäre der Streß auf Dauer zu doof..

  • Wie ist es denn, wenn sie erstmal eine Weile in einigem Abstand und mit Leine laufen? Wir hatten den Fall mal, dass wir mit vier Hunden spazieren gehen wollten und Jeppe und ein anderer Jungrüpel konnten sich nicht ab. Wir sind dann einfach losgegangen, Hunde angeleint und Abstand gehalten und irgendwann haben sie sich soweit akzeptiert, dass sie sich ignorierten. Dann konnten sie auch im Freilauf laufen und haben sich nicht mehr füreinander interessiert. Wenn das nicht klappt und sie sich gar nicht leiden können, würde ich es aber auch lassen.

  • Zitat


    Meine Frage: Wie kriegen ich und der Halter des Rüden es hin, dass wir trotzdem noch gemeinsam Gassi gehen können, ohne dass sie sich fetzen?

    Genügend Abstand halten! LANGSAM verringern. BEIDE Hunde im Auge behalten.

    (denn wir möchten da nicht wirklich drauf verzichten, jedoch geht gemeinsam laufen lassen momentan überhaupt nicht)

    wenn ihr wirklich nicht drauf verzichten wollt - üben üben üben

    Wie kriege ich meinen Hund dazu, den anderen zu ignorieren bzw. der andere Rüde meinen?

    Trainingssituation schaffen. Andere Gehirnhälfte einschalten. Auch Hunde die sich hassen können MEIST einen Befehl relativ dicht beieinander ausführen. Baut das mal mit ein. Aber ABSTAND halten am Anfang.

    Dennoch sehe ich es wie Murmel - den Stress würd ich mir nicht machen, dafür klingt die Situation generell zu kritisch.

    LG

  • Ich hab das zweimal durch:

    Beim ersten Rüden war es so, dass wir Zweibeiner uns halt sehr gut verstanden haben, die Jungs sich aber permanent an die Wäsche wollten. Wobei da beide gleich unfreundlich waren. Mit denen haben wir's rein über den Gehorsam laufen lassen. Sie durften sich zwar anmotzen, aber nicht raufen. Wir haben uns fast täglich getroffen und sind wie selbstverständlich zusammen gelaufen. Nach wenigen Wochen war das Thema durch. Und heute sind die Hunde beste Freunde.

    Der zweite war in unserem Agility-Verein. Bei den beiden war klar, dass die sich richtig heftig zoffen würden, wenn wir sie zusammen ließen. Also haben wir über mehrere Wochen intensiv Begegnungstraining an der Leine gemacht. Eben auch erst mit mehr Abstand, dann immer weniger. Sobald einer das Motzen anfing, gab's ein klarer Nein, wurde der Abstand wieder etwas vergrößert. Dann sind wir im Training und an Turnieren langsam immer näher aneinander gerutscht. Bis das Thema wirklich erledigt war, vergingen schon einige Monate. Und zum Schluss waren wir sogar zusammen in Urlaub in 1 Ferienwohnung, die Herren gemeinsam auf der Couch und dicke Kumpels.

    Du siehst: es geht! Aber es kann durchaus ein langer Weg sein.

  • Es ist so, dass wir eine Gassitruppe sind und wir beide sind da ein Teil von, bzw. habe ich das ins Leben gerufen und möchte ungerne da weg bleiben müssen.
    Die Hunde zicken sich ja nicht permanent an und wir haben auch schon versucht, sie durch Abstand davon abzuhalten, aber sobald sie sich schief angucken, ist Sense.
    Meiner würde den anderen im Freilauf nichtmal mit dem Hintern angucken, aber bei dem anderen Rüden wäre ich mir da nicht so sicher.
    Sie sind heute Seite an Seite an der Leine gelaufen. Und dann irgendwann gucken sie sich an und es hätte wieder gekracht, wären nicht beide gesichert.
    Im Moment ist es nicht anders zu lösen als einen der Beiden im Wechsel anzuleinen.
    Da das für meinen aber puren Stress bedeutet, überlege ich nun, wie wir das lösen.
    Aber das sie sich aneinander gewöhnen können, gibt mir ja Hoffnung. Sie sollen sich einfach nur ignorieren, mehr muss gar nicht sein. So machen Lucky und ein anderer Rüde, mit dem er sich auch schon gekloppt hat, im Freilauf auch. Da gibt es nur Knatsch, wenn einer ne Ressourche hat oder sie längere Zeit dich aufeinander hocken.

    Ich kann meinen leider noch nicht im Freilauf davon abhalten, zum anderen zu rennen bzw. sich vor den Rüden zu stellen und zu bellen. Und der andere Rüde lässt sich dann auch nicht mehr aufhalten, wir haben es mehrfach versucht, und immer endet das mit Bissen und wir haben beide keine Lust mehr, Sonntags Nachmittags nen TA aufsuchen zu müssen.

  • Dann solltest Du genau das jetzt intensiv trainieren. Es ist eh wichtig, dass man auch einen unangeleinten Hund bei sich halten kann. Und gerade in der von Dir beschriebenen Situation wäre das ja nun sehr hilfreich.
    Wie reagieren denn beide auf ein Abbruchkommando in kritischen Augenblicken? Also könnt Ihr Raufereien verhindern, wenn Ihr sie beide ansprecht? Ihr solltet auf jeden Fall absolut klar stellen, dass Ihr das nicht duldet. Bei meinem funktioniert sowas in der Regel gut.

  • Das ist klar und daran arbeiten wir auch, wenngleich das etwas länger dauert und wir hier nicht so oft andere Hunde treffen (zumal es dort dann meistens fatal ist, wenn ich zu langsam bin).
    Also meiner fängt an zu provozieren (läuft auf den anderen zu und bellt ihn an) und macht dann, das er wegkommt.
    Ich habe beim letzten Mal versucht ihn festzuhalten, was damit endete, dass ich zwischen den Hunden war und der andere mich leicht am Arm erwischt hat.
    Ansonsten kann ich Lucky, wenn er frei läuft und der andere an der Leine ist, verbal davon abhalten, zu ihm zu laufen.
    Wenn sie sich erstmal in der Wolle hatten, ging das nicht mehr mit Worten. Ansonsten hat der andere Halter (dem ich hier keinen Vorwurf machen möchte oder ähnliches, nicht, dass Jemand das falsch versteht) seinen Hund auch im Freilauf gut im Griff, aber er würde trotzdem auf meinen losgehen.

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