Ab welchem Verhaltensmuster gilt ein Hund als aggressiv

  • Hm, ich bin schon der Meinung, dass es Hunde (und auch Menschen) gibt, die von ihrem Naturell her mehr oder weniger aggressiv sind.
    D.h., Hunde, bei denen nur relativ geringe Auslöser genügen, damit sie ein aggressives Verhalten zeigen. Und andere, die hier einfach ein ruhigeres, ausgeglicheneres und weniger aggressives Wesen haben, und entsprechend keine oder wenige Aggressionen zeigen.

    Meine Hunde sind z.B. beide absolut NICHT aggressiv ... Aber ich glaube nicht, dass das an meiner "tollen" Erziehung liegt :hust: , sondern ich habe einfach Glück gehabt und Hunde "erwischt", die kaum Aggressionen entwickeln, sich beim Tierarzt ohne mit der Wimper zu zucken behandeln lassen, absolut verträglich sind, etc. etc.

  • Zitat

    Hütehunde dürfen nicht töten. Hüteverhalten ist abgewandeltes Hetzen aus dem Jagdtrieb. Hütehunde die töten würden, wären offensichtlich ungeeignet.

    Na erzähl das mal den ganzen Hütehunden. Die meisten wissen das nämlich nicht. Auch wenn sie vielleicht nicht 'fachgerecht' töten, sie tun es dennoch, gerade bei kleinen Beutetieren.


  • Erst mal vorab: Jagdverhalten hat nichts, aber auch gar nichts mit Aggression zu tun. Aggression gehört zum Sozialverhalten, zur Kommunikation. Beutetiere sind keine Sozialpartner des Hundes, er kommuniziert nicht mit ihnen, er jagt sie nur. Kein Hund jagt mit gesträubtem Fell.

    Du pauschalisiertst sehr stark beim Jagdverhalten. Durch die Domestikation haben aber viele Hunde gewisse oder fast alle Sequenzen des Jagdverhaltens weitgehend verloren. Nicht jeder Hund tötet, zum Beispiel. Manche hetzen nur sichtig, nehmen keine Spuren auf, usw. Und selbstverständlich differenzieren Hunde sehr stark beim Jagen, und der Mensch ist in den allerwenigsten Fällen ein Jagdobjekt für einen erwachsenen Hund. Hunde differenzieren sogar zwischen Wildtieren: es gibt Hunde, die lassen alles mit Fell links liegen und jagen ausschliesslich Vögel.

    Hunde jagen, weil es tief in ihren Genen drin steckt, und weil es ihnen ein tolles Gefühl gibt. Aber längst nicht jeder Hund könnte in der Wildnis überleben, denn viele sind alles andere als effiziente Jäger. Es gibt Hunde, die den Menschen tatsächlich nicht brauchen, aber bei den meisten ist die Bereitschaft dazu, eine enge Sozialpartnerschaft mit dem Menschen einzugehen, gezielt angezüchtet worden. Wurden sie dann noch bei der Aufzucht auf den Menschen geprägt, werden sie trotz Jagdausflügen immer wieder die Nähe des Menschen suchen.

  • Für mich ist dieser Hund nicht aggressiv sondern frustriert, führungslos und völlig unausgelastet.

    Sein Verhalten ist unter diesen Haltungsbedingungen völlig normal.

    Hol den Hund da raus, gib ihm Führung und Sozialisation und er wird in ein paar Monaten scheinbar ein ganz anderes Tier sein.

    (steck stattdessen den Halter in den Zwinger und schau zu wie aggessiv der innerhalb von ein paar Tagen wird *wunschdenken*)

    Bitte tu was - Du hast völlig recht das man nicht immer wegschauen sollte bis was passiert. :gott:
    Red mit diesen Haltern Klartext oder ruf den Tierschutz damit die mit dem Mann reden.

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