Ängstlich / Dominant / Agressiv? Was ist Abby?

  • Hallo,

    ich weiß das "Ferndiagnosen" schwer sind, aber vllt. erkennt ja jemand seinen Hund in meiner Beschreibung und kann mir Tipps geben.

    Wir haben unsere Abby (5 Jahre, Hündin, Mischling) aus dem Tierheim, seit knappe 3 Wochen ist sie bei uns.
    In der Wohnung ist sie der liebste Hund auf Erden, doch wenn wir rauskommen ändert sich das.

    Ich möchte einfach einige Sachen aufzählen, die mir nun einfallen:

    1. Wir gehen raus, es kommen Fahrräder entgegen, andere Menschen die ebenfalls zu Fuß laufen, sie ist ruhig. Jogger werden angebellt. Laufen wir selber mit ihr, ist es kein Problem.

    2. Kleine Hunde werden meist nicht angebellt, sie beginnt dann zu fiepen und möchte hin.
    Die Nachbarshunde (2 kleine Shih Tzus) findet sie auch ganz nett, aber laut Beschreibung von meinem Freund wird sie auch ein bisschen grober.

    3. Bei großen Hunden dreht sie durch. Sie bellt, zieht an der Leine dreht sich im Kreis....

    4. Ich gehe mit meiner Mutter und ihren Hunden spazieren es sind zwei Bearded Collies, ist eig. alles ok. Es kommt eine große Gruppe, mit 3 unbekannten (für sie) Hunden von vorn. Sie bellt schon von weitem. Die Hunde kommen näher, sie bellt immer noch, aber stehen die Hunde direkt davor ist sie erstmal ruhig... aber meiner Meinung nach angespannt.

    5. Wir sind im Garten, die Situation wird unübersichtlich, die Hunde kommen wieder raus + 2 weitere Menschen. Abby beißt den Rüden meiner Mutter.

    :???: Was ist mit Abby, ich denke nicht, dass sie allg. agressiv ist, denn sonst würde sie immer so reagieren. Ist sie einfach überfordert?
    Soll ich dem ganzen aus dem Weg gehen oder sie einmal total konfrontieren. Wir haben eine Spielstunde, in die ich sie gern mal "stecken" würde. Denn dort kann die Leine ab... und los gehts...


    Liebe Grüße
    Mel

  • Hallo!

    Als erstes mal ist Abby bei Dir neu!

    Knappe 3 Wochen, da seid ihr doch noch ganz in der Kennenlernphase!

    Du hast recht, Ferndiagnosen sind schwer. Was ist es denn für ein Mischling? Welche Rassen sind wohl drin? Und wieviel weisst Du über ihr früheres Leben, ihre Vorerfahrungen?

    Du solltest sehr auf ihre Körperhaltung achten, sie ganz genau beobachten. Du hast schon geschrieben, sie käme Dir angespannt vor .Auf mich wirkt die Schilderung wie Überforderung. Vielleicht hat sie schlechte Erfahrungen mit großen Hunden gemacht.
    Ich würde sie gar nicht viel mit anderen Hunden konfrontieren, höchstens kontrolliert in einer Hundeschule. Lernt euch doch erst einmal kennen, beobachte sie in 2er-Kontakten. So ein armer Tierheimhund braucht vor allem eines: Zeit!! und Geduld!
    Stempel sie auf keinen Fall als aggressiv ab, nur weil sie einmal den Hund deiner Mutter gebissen hat. Das war wohl auch eine Überforderungssituation, wo sie sich nicht anders zu helfen wusste.Sonst kennt sie den Rüden ja wohl und verträgt sich mit ihm.

    Also, fahr mal einen Gang zurück und genieße erstmal den Bindungsaufbau zu Dir, das ist sooo viel wichtiger als alle Hundekontakte!

    Viel Spaß mit deiner Kleinen!

  • Hi,

    also für mich liest sich das wie ein typisches "Eingewöhnungsverhalten". Meine Hündin brauchte ca. 3 Monate um sich an alle gegebenen Umstände zu gewöhnen.

    Ich kann dir auch nur raten, den Kontakt zu anderen Hunden langsam angehen zu lassen. Wenn Sie die Nachbarshunde mag OK. Spielt sie mit Ihnen lobe sie dafür. Wird Sie deiner Meinung nach zu grob ruf sie ab / lein sie an ohne großes trara.

    Den Begriff Dominanz bitte schnell vergessen, denn eine Dominanzbeziehung kann sich nur innerhalb eines Rudels ausbilden, d.h. in erster Linie zwischen dir und deinem Hund. Alles andere sind Erfahrungen der Vergangenheit. Setze sie nicht unnötig unter Stress und beobachte die Körperhaltung. Zeigt sie Beschwichtigungssignale / Stressymptome, einfach die Situation abbrechen und dem Hund Ruhe geben.

    Mit Hundeschule würde ich noch ein wenig warten, sobald du das Gefühl hast, sie kommt einigermaßen mit Ihrer Umgebung klar. Ich denke die Hundeschule (wenns Gruppentraining ist) überfordert den Hund zusätzlich.

    Bindung aufbauen und deinem Hund Sicherheit und Vertrauen geben ist das Wichtigste.

    Grüßle Andi

  • Danke für die schnelle Antworten.

    In die Richtung, haben wir ja auch bereits gedacht, dennoch habe ich seit 18 Jahren Hundekontakt/Erfahrung und das habe ich noch nie erlebt.

    Zitat

    Hallo!
    Also, fahr mal einen Gang zurück und genieße erstmal den Bindungsaufbau zu Dir, das ist sooo viel wichtiger als alle Hundekontakte!

    Wir haben ja noch keinen Ganz hochgeschaltet :roll: Wir stehen auf der anderen Straßenseite, wollen es ignorieren und weitergehen, aber dazu kommen wir ja garnicht... ich kann meinen Hund nicht Kilometerweit über den Asphalt ziehen.

    Hundeschule ist es auch nicht, die brauchen wir auch nicht, denn hören tut sie ganz gut. :gut: Einfach eine Spielstunde.

    Wir vermuten, dass in ihr ein Border Terrier ;) und ein Shih Tzu steckt.

    Dann heißt es wohl abwarten, sie weiter gewöhnen...

  • Huhuu!

    Also wie bereits von meinen Vorrednern gesagt, 3 Wochen sind ja fast nichts. Ich schliesse eigentlich alle 3 von dir genannten Möglichkeiten aus (natürlich unter Vorbehalt, da man aus der Beschreibung nichts wirklich beunruhigendes rauslesen kann - Ferndiagnosen sind immer schwer!), denke es handelt sich um eine austest-Phase, und sofern ihr das richtig bewertet/handhabt, dürfte der Käse innerhalb der nächsten Wochen gegessen sein..

    edit:

    Zitat

    aber dazu kommen wir ja garnicht... ich kann meinen Hund nicht Kilometerweit über den Asphalt ziehen.

    Warum nicht? :D

    Drücke euch die Daumen!

    LG
    N.

  • Zitat


    edit:


    Warum nicht? :D

    :lachtot: Tja, weiß ich auch nicht :D

    Und wenn man schon davon schreibt, wir haben gerade einen "großen" Hund (Beagle) ;) getroffen, war zwar ein Welpe, aber Abby war ruhig und hat den rückzieher gemacht :gott:

    Ich hoffe es ist wie ihr sagt und es hat nur mit der Gewöhnungsphase zu tun.

    Danke!

    Lg
    Mel

  • Hihihi ;)

    über den Asphalt zerren hört sich auch ziemlich brutal an... :D ich würde es eher "bestimmtes, zielstrebiges, ruhiges Weiterlaufen ohne dabei auf den Hund zu achten" nennen... und das kannst du ruhigen Gewissens tun, und solltest du sogar tun, wenn du in Zukunft deine Ruhe willst.

    LG
    N.

  • ich seh's ähnlich wie die anderen, eingewöhnung etc.
    dass sie allerdings den rüden deiner mutter gebissen hat?
    vielleicht war's ihr zu eng? dort im garten :gut:

    auch darfst du trotzdem nicht ausser acht lassen, dass ein terrier in ihr steckt, hab was ähnliches daheim :ops:

    weiter würde ich dennoch -obwohl sie gut hört- eine hu-schu anraten :hust:

  • Hi,

    ich hab viel weniger Erfahrung mit Hunden als Du, aber von der Ferne aus kann man viele Dinge manchmal abgeklärter sehen als wenn man direkt beteiligt ist.

    Die mutigste und selbstbewusteste ich die Maus vermutlich nicht, sonst wäre sie suveräner in der Begegnung mit Hunden. Dich kennt sie auch noch nicht so gut, daher kann sie noch nicht abschätzen, wieweit sie sich auf Dich verlassen kann. Sie kann noch nicht abschätzen, wie Du Dich verhältst in Situationen, die die kleine Maus überfordern.

    Ich würde wahrscheinlich versuchen, selbst ganz entspannt und suverän zu agieren wenn andere Hunde kommen, also nicht großartig aus dem Weg gehen sondern nur ein paar Meter zwischen Euch und die anderen Hunde bringen - zur Sicherheit aller Hunde. Ansonsten würde ich die Leine ganz entspannt (= nicht gespannt) lassen. Wenn sie reinspringt, dann würde ich sie nicht zurückziehen, sondern ihr erst einmal mehr Freiheit an der Leine geben (deshalb auch genug Abstand zu den anderen Hunden halten), nichts sagen und weitergehen. Wenn sie dann nach der Begegnung wieder bei Dir ist, kurz anhalten, die Maus loben (fürs schnell wieder beruhigen) und weitergehen. Kein Geschrei (machst Du wahrscheinlich eh nicht), kein "NEIN", kein gar nichts.

    Die macht das nicht aus Aggression (nach allem, was wir wissen) sondern weil sie unsicher ist. Da hilft schimpfen nichts. Versuch einfach, Deine eigene Suveränität auf den Hund zu übertragen.

    Wenn sie dann die Gewissheit hat (vielleicht in ein paar Tagen, Wochen oder vielleicht dauert es auch noch länger) dass Du sie beschützt und ihr Sicherheit gibst, dann wird sie von selbst ruhiger werden.

    Viele Grüße Gremlin

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