Knurren und Schnappen

  • Da ich per Suche nicht wirklich etwas auf uns zutreffendes gefunden habe und mir unsicher bin, möchte ich doch gern etwas Rat einholen...

    Es gibt Situationen, in denen unsere Hündin (bald 9 Monate alt, Labbi/Engl. Bulldogge-Mix, bereits kastriert, seit 3 Wochen bei uns) uns anknurrt, anbellt und auch schnappt.

    Insgesamt hört sie sehr gut, die Grundkommandos sitzen, auf Komm kommt sie direkt zurückgestürmt, sie bleibt schon eine gewisse Zeit in ihrem Korb, wenn wir das wollen. Im Alltag hat man also nicht den Eindruck, dass sie uns noch großartig testen würde.

    Noch ein paar Sachen vorab: Sie kommt gut sozialisiert aus einer Familie, versteht sich mit anderen Menschen und auch allen Hunden, die wir in diesen 3 Wochen getroffen haben.
    Sie darf nicht aufs Sofa und schläft nicht im Schlafzimmer/Bett, sondern schläft in der Stube davor. Diese 2 Sachen respektiert sie auch (dh auch wenn Tür mal offen steht, geht sie nicht ins Schlafzimmer und nach 1 Versuch anfangs auch nicht aufs Sofa). Wir können an ihr Futter, während sie frisst, sie lässt sich Knochen oder auch Spielzeug problemlos abnehmen.

    Es gibt ein paar Situationen, in denen ich ihr Verhalten nicht deuten kann bzw. nicht weiß, wie ich damit umgehen soll:

    1. Meist liegt sie, wenn man sie streichelt, nur reglos da und tut nicht dergleichen. Wenn sie dann anfängt zu Gähnen oder meine Hände anzuschleckern, lasse ich sie in Ruhe. Interpretiere ich das richtig, dass sie dann nicht möchte?

    2. Wenn sie offensichtlich gestreichelt werden möchte (interpretiere ich zumind. so?), dann rollt sie sich genüsslich grummelnd auf den Rücken. Wenn man sie dann am Bauch krault wirkt sie richtig extasisch...sie grummelt und grunzt vor sich hin, wedelt mit den Pfoten in der Luft rum, ihre Augen bewegen sich ganz lebendig und sie öffnet dann auch nach ein paar Sekunden ihr Maul und fängt an, in das Erstbeste reinzubeißen (das kann durchaus auch mein Fuß sein!).
    Früher oder später fängt sie dann auch an, nach den Händen zu schnappen und reagiert dann auf kein "Nein", obwohl man weiterhin den Eindruck hat, dass es ihr viel Spaß macht.

    Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Höre ich auf und gehe weg, weil ich eben nach den Händen schnappen eigentlich prinzipiell nicht dulden möchte, dann dreht sie meist erstmal auf und wenn wir sie ignorieren, dann fängt sie auch schonmal an ein paar Sekunden ihren Schwanz zu jagen.
    Wenn sie keine Ruhe gibt, schicke ich sie dann in ihren Korb, was sie auch anstandslos befolgt.
    Nun wäre die Frage, WARUM beißt sie in die Hände, wenns ihr doch anscheinend so großen Spaß macht??? Also sie beißt nicht fest zu, will sie die Hände damit vielleicht sozusagen "festhalten", damit sie weiterkraulen??
    Und: Wie reagiere ich richtig darauf? Bringt aufstehen und nicht weiterkraulen wirklich auf längere Sicht, dass sie damit aufhört? Oder gibt es Alternativen?
    Man hat wirklich den Eindruck, dass sie bei diesem Kraulen etwas aufdreht und sie sich vergisst...eigentlich sollte man sowas ja nicht fördern. Aber anderes Streicheln scheint ihr wie gesagt keine Freude zu machen, sie ist nicht so ein Schmusehund. Irgendwie wärs schade ihr diese Freude zu nehmen...

    3. Situation:
    Wir sind ja in der Pubertät und testen unsere Grenzen...und wenn wir unbedingt unter Herrchens Stuhl das Loch im Teppich vergrößern wollen und Frauchen uns auf unsere Decke schickt, dann gehen wir zwar hin, aber fangen dann an ganz fies zu knurren und zu bellen und auch zu schnappen, wenn Frauchen sich doch tatsächlich der Decke nähern sollte...
    Dasselbe machen wir auch, wenn Frauchen mit Herrchen gemütlich auf dem Sofa sitzt und uns doch so garnicht beachtet bzw. wir nichts vom Tisch nehmen dürfen.

    Ich habe in manchen Topics was von "reflexartig einen Klapps aufs Maul" gelesen, schließlich ists wirklich nicht i.O., wenn sie nach uns schnappt. Und laut Trainerin soll sie anpacken und auch ein deutliches Nein bzw. einen Klaps geben. Aber wenn ich ehrlich bin...eh ich aufgestanden bin steht sie knurrend und bellend in Abwehrhaltung vor mir und schnappt nach den Händen, wenn ich mich ihr nur näher. Also fällt das so rein praktisch schonmal flach.
    Abrufen und in ihren Korb schicken lässt sie sich aber auch aus dieser "Ichknurrundbellundschnappenachdir"-Situation zuverlässig und dann ist sie auch ruhig.

    Von ihren Vorbesitzern haben wir auf Nachfrage erfahren, dass sie sie im Falle dieses Knurrens und Anbellens "Auf die Seite gelegt, draufgesetzt und auf die Lefzen gedrückt" haben. Kann es sein, dass sie deshalb nach einem entschiedenen "Nein" so eindeutig in Kampfhaltung geht, weil sie sozusagen darauf wartet, dass dann ein körperlicher Angriff kommt?
    Ist es deshalb die richtige Methode, auf ihr Frustknurren und Schnappen stehts mit Weggehen, dann herrufen und in ihren Korb schicken zu reagieren? Versteht sie dann langfristig, dass Aufdringlichsein = Weggeschicktwerden?
    Weil laut Trainerin hätte sie ja dann ein Erfolgserlebnis, weil wir weggehen. Aber da sie ja knurrt und schnappt, weil sie eben was vom Tisch oder Bespaßt werden will, ist es ja genaugenommen kein Erfolgserlebnis, weil sie nicht das erreicht, was sie wollte.

    Situation 2. ist wirklich IMMER so, 3. ist jetzt in den 3 Wochen, die Happy bei uns ist, "nur" 3 Mal vorgekommen. Außer diesen 3 Mal hat sie uns täglich ganz in Ruhe essen lassen, die Gegenstände auf dem Couchtisch oder das Loch im Teppich sofort auf ein "Nein" in Ruhe gelassen und auf ein "Nein" auch mit dem Aufmerksamkeitsbellen aufgehört.

    Also...über Tipps würde ich mich sehr freuen!
    lg Lily

  • Hallo,

    es ist in diesem Fall wirklich schwierig, aus der Ferne ein Urteil zu fällen, warum eure Hündin sich so verhält.
    Was mir aber auffällt, dass ihr euch schon eine ganze Menge zutraut, obwohl ihr sie erst drei Wochen habt.
    Warum geht ihr an ihr Futter, während sie frisst oder nehmt es ihr sogar weg?
    So etwas sollte man niemals machen, erst recht nicht, wenn der Hund noch nicht lange da ist.
    So lernt sie nicht, euch vertrauen zu können.
    Lasst sie bitte in Ruhe fressen und eine Annäherung an den Napf und die Wegnahme von Fressbaren muss positiv geübt werden (im Austausch mit Besserem).

    Zum Bauchkraulen:
    Unser Ersthund reagiert auch so, das hat nichts mit Aggressionen und echtem Knurren zu tun, unser Hund dreht dann einfach auf.
    Wird es mir zu viel, stehe ich auf und beende das Ganze kommentarlos.
    Ich denke nicht, dass eure Hündin es böse meint.
    Das ist nur eine Vermutung aus der Ferne.


    zu Situation 3)
    Für mich klingt es so, als sei die Hündin überfordert und zeige so ihre Unsicherheit.
    Vielleicht verbindet sie mit dem Kommando "auf die Decke gehen" aus der vorherigen Familie etwas Negatives.
    Es kann z.B. "nur" eine Geste eurerseits sein, die sie verunsichert, weil sie bei den Vorbesitzern Unangehmes erlebt hat.
    Diese ganze Aktion und diese Anweisung würde ich erst einmal weglassen und wesentlich später neu aufbauen und positiv belegen.
    Viel mehr würde ich mit Ignoranz arbeiten.

    Wie habt ihr das Kommando "nein" der Hündin überhaupt beigebracht???

    Das, was euch die Trainerin gesagt hat, ist, sorry für den Ausdruck, Schwachsinn.
    Nein muss konditioniert und nicht mit irgendwelchen Klapsen belegt werden.
    Du hast es schon richtig erkannt, die Vorbesitzer haben mit dem Kommando "nein" einen körperlichen Angriff getätigt, absoluter Blödsinn, was sie da gemacht haben und das hat sich mit Sicherheit auf den Hund ausgewirkt!

    Lasst die Hündin doch bitte erst mal bei euch ankommen und Vertrauen fassen, Bindung aufbauen.
    Kommandiert sie nicht ständig auf die Decke oder in den Korb, nehmt ihr kein Futter weg.
    Fängt sie an zu schnappen, steht auf und ignoriert sie.
    Wenn ihr sie streicheln wollt, ruft sie zu euch - wenn sie einfach irgendwo liegt, lasst sie in Ruhe und streichelt sie nicht.

    Was war der Abgabegrund?
    So ganz genau weiß man nie, was der Hund bei den Vorbesitzern erlebt hat und jede Geste eurerseits könnte (!!) mit etwas Negativem in Verbindung gebracht werden (allein schon die von dir beschriebene Situation mit dem "Lefzendrücken" stufe ich als höchstbedenklich ein!).

    Noch einmal:
    Lasst sie bitte in Ruhe ankommen, gebt ihr Zeit, Vertrauen und Bindung aufzubauen.
    Die Vorbesitzer scheinen nicht viel Hundefachkenntnisse zu haben und sind vielleicht nicht immer richtig mit der Hündin umgegangen.
    Ein Hund zeigt nicht einfach so so ein Verhalten, ich tippe auf große Unsicherheit.
    Sicherheit kann man nur mit Vertrauen und Bindung aufbauen, nicht mit Kommandos.

    Gruß
    Leo

  • Ich kann mich den Schweizern nur anschließen.

    Mir drehts hier die Fußnägel, wenn ich das lese..

    1. ob ein Hund auf Sofa oder Bett darf ist Geschmackssache und sonst nichts. Das hat nichts zu tun mir imaginären Rangfolgen oder damit, wie der Hund sonst gehorcht.

    2. Das greifen nach den Händen - in meinen Augen spielt der Hund schlicht. Die is 9 Monate alt! Und wenn ich deinen Beitrag so lese - inklusive Löcher in den Teppich fräsen und so wie sie beim Schmusen aufdreht, obwohl die Mischung eigentlich eher etwas ruhiger ist (zumindest würd ich wegen der Bulldogge drauf tippen) - wie lastet ihr den Hund aus? Was macht ihr mit ihr außer streicheln und Gassigehn?

    3. Schießt diese Trainerin um Himmels Willen auf den Mond! Wer Hundeanfängern erzählt, einem knurrenden Hund sollte man auf die Schnauze haun, der hat den Schlag nicht gehört! Du kannst froh sein, dass dein Hund so ausgeglichen ist. Bei meiner wärste bei der Aktion schon im Krankenhaus zu Besuch gewesen.

    4. Das was die Vorbesitzer dir da erzählt haben, was sie getan haben bei Knurren und Schnappen, das ist schlichtweg Tierquälerei. Ganz banal. Für mich wurde dieser Hund bei seinen Vorbesitzern misshandelt. Punkt.


    Und genau das zeigt sich jetzt, weil der Hund sich aus lauter Verzweiflung gegen dich verteidigt, wenn du Anstalten machst, ihn anzugreifen. Und damit hat der Hund einfach nur recht.

    Besorgt euch einen vernünftigen(!!!) Trainer der euch nix von Rangordnung oder davon erzählt, dass ihr den Hund schlagen sollt (jaja, klaps.. bla) oder - noch besser - eine ordentliche Hundeschule oder einen Hundeplatz, auf dem vielleicht zudem irgendeine Form von Hundesport angeboten wird, damit die arme Lütte mal was zu tun bekommt.

  • Die Situation, die du mit dem Streicheln deiner Hündin beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor.
    Bei meiner war es ziemlich genauso, wie du es beschreibst, allerdings hatte ich nicht den Eindruck, dass sie Spaß dabei hat, sondern eher nicht wirklich wusste, wie sie reagieren soll. Sie hat zwar immer die Nähe gesucht, aber beim Streicheln selbst konnte sie am anfang keine 10 Sekunde ruhig daliegen, ohne dann die Hand ins Maul zu nehmen etc. Sie wusste einfach nicht, dass man sich in der Situation auch entspannen kann.
    Wir haben es langsam geübt, jeden Tag, erst ne Minute, dann zwei. Sanft aber bestimmt den Kopf beiseite geschoben, wenn sie anfieng die Hand nehmen zu wollen, und ruhig geredet, wenn sie entspannt dalag. Und ganz langsam, aber gezielt gestreichelt, immer gleichmäßige Bewegungen gemacht. Schnelles unkoordiniertes Streicheln hat sie unruhig gemacht.
    Es hat nicht lange gedauert, bis die ersten Male kurz die Augen zugefallen sind und sie es genießen konnte. Ich bemühe mich es immer in einem entspannten Moment zu beenden, damit sie es wirklich nur positiv verknüpft. 5 Minuten entspannen gehen inzwischen, der riesige Kuschelhund wird sie wohl nie sein, was aber ok ist und gut zu mir passt ;)
    Da dein Hund nach deiner Beschreibung in manchen Situationen unsicher scheint, bzw. noch kein sicheres Vertrauen aufgebaut hat, könnte ich mir gut vorstellen, dass dies auch das Problem in der Situation ist und sie einfach durch ihre Unruhe ihre Unsicherheit überspielt...

    Zu den anderen Situationen kann ich nicht wirklich viel sagen. Vielleicht macht es Sinn ihr eine leichte Hausleine anzuhängen, damit ihr sie in solchen Situationen wie mit dem Teppichlochvergrößern ohne großes Aufsehen zu machen einfach an einen anderen Platz führen könnt?! Denn euer Kommando scheint sie in dem Moment ja mit irgendwas negativem zu verbinden und würde ich, wie es schon gesagt wurde, neu aufbauen und bis dahin aus solchen Situationen verbannen... Aber deswegen sie machen lassen was sie will, sollte ja auch nicht sein...

  • Ich glaube, daß dein Junghund kein Vertrauen zu Menschen hat.

    Das was bei den Vorbesitzern gemacht wurde, finde ich schon arg happig :/
    Und solltet ihr jetzt mit Klapsen weiter machen, wird sie alles verlieren.
    Sie hat gelernt von der Hand kommt nichts gutes. Eigentlich schade, bei so einem jungen Hund.

    Wenn sie anfängt zu schnappen würde ich das ignorieren (hab ich bei meinem Junghund auch gemacht) und streicheln würde ich sie nur, wenn sie von selber kommt.
    Lass den Hund erstmal vertrauen fassen und sich an euch gewöhnen.

  • Ihr konzentriert euch auch zu sehr auf "Pubertätsgehabe" und somit auf das "Austesten" der Hündin.
    Ich sehe das genau umgekehrt, um es einfach auszudrücken:

    IHR testet, wie weit ihr mit der Hündin gehen könnt und überschreitet die Grenzen, sie wird unsicher und reagiert hündisch (wie auch sonst?)

    Bindung und Vetrauen baut man nicht auf, indem man Grenzen überschreitet, sondern sie zunächst mal respektiert. Erst recht bei einem Hund mit solchen Vorbesitzern und somit hat der Hund eine üble Vorgeschichte/Erlebnisse.
    Bevor ein Hund mit Knurren und Schnappen reagiert, zeigt er in der Regel sogen. Calming Signals (Beschwichtigungssignale).
    Ich bin mir recht sicher, dass auch euer Hund diese zeigt, nur ihr seht diese nicht und ihr zwingt somit den Hund weitere Körpersprache einzusetzen.
    Meist gefallen die einem nicht - aber man muss sich stets fragen, warum reagiert mein Hund so?
    Antwort: Weil ihm nichts anderes übrig bleibt.
    Sie fühlt sich bedrängt, unsicher und missverstanden.
    Vergesst nicht, dass die Puberät auch eine Unsicherheitsphase ist!
    Erschwerdend hinzu kommt noch ein Besitzerwechsel, wobei die Vorbesitzer alles andere als pfleglich mit der Hündin umgingen.

    Lies mal hier bitte, ein Auszug einiger Beschwichtigungssignale, die der Hund garantiert euch gegenüber zeigt:

    http://www.spass-mit-hund.de/seiten/mehr_wi…gnale/index.htm

    Die ganze Seite ist sehr interessant, klicke auf "Mehr Wissen".

    Insgesamt solltet ihr euch etwas zurücknehmen, belest euch über Kommunikation, geht nicht direkt auf den Hund zu und redet stets mit freundlich hoher Stimme, motivierend und nicht streng von oben herab.
    Unternehmt Suchspiele mit Leckerlies, habt einfach Spaß mit ihr, anstatt stupide Kommandos zu üben, die bei ihr mit Sicherheit schon negativ belegt worden sind.
    Macht nicht dort weiter, wo die Vorbesitzer aufgehört haben!

    Hunde lernen ein lebenlang und müssen nicht mit 9 Monaten ständig auf die Decke kommandiert werden.

    Gruß
    Leo

  • Hallo,

    ich kann, nein ich MUSS, mich den Vorschreibern anschliessen!

    Dein Hund ist erst 3 Wochen bei euch. Von Vertrauen oder Bindung kann also noch gar keine Rede sein. Diese beiden Dinge muss man sich als HH hart erarbeiten.

    Was die Vorbesitzer getan haben ist schon schlimm genug. Grund genug es nun besser zu machen. Dein Hund hat gelernt, dass die Hand des Menschen im Grunde nichts Gutes bedeutet. Kein Wunder also, dass euer Hund zwischendurch nach dieser Hand schnappt.

    Und mal ehrlich.......wenn du mir gegenüber etwas falsch gemacht hast und ich mich mit Gewalt auf dich draufsetze.....also ich bin kein Hellseher aber ich habe den begründeten Verdacht, dass Du das NICHT gutheissen würdest und mitunter sogar versuchen würdest, Dich aus dieser missligen Situation zu befreien.

    Einem Hund etwas wegnehmen - klar, das sollte man üben und später auch kein Problem darstellen. Aber wie Schweizer schon schrieb - in der Übungsphase geht dies eigentlich nur dann, wenn Du Deinem Hund zum Tausch etwas besseres anbietest. Es soll sich für den Hund ja schliesslich lohnen - tut es aber nicht, wenn er einfach nur etwas weggenommen bekommt.

    Wenn Dein Hund das erstmal verstanden hat, dann reicht auch schon mal ein lobendes Tätscheln aber gerade in der Übungsphase würde ich IMMER Tauschgeschäfte anbieten!

    Bei verunsicherten Hunden erreicht man eigentlich gar nichts, wenn man mit "Gewalt" oder Gebrüll arbeitet. Es führt im Grunde nur dazu, dass der Hund sich noch weiter zurückzieht und noch grösseres Misstrauen gegenüber uns Menschen entwickelt.

    Wichtig ist, dass bei allem was Du tust, geradlinig bleibst. Für Hunde gibt es nur ja oder nein, gut oder schlecht. Kein "vielleicht" oder "mal sehen". Ich will damit sagen, dass Du Deine eigens aufgestellten Regeln nicht selber brechen darfst. Erlaubst du dem Hund eine Handlung mal, weil es dir gerade zu stressig oder zu müssig ist und beim nächsten mal verbietest du es ihm wieder rigoros, dann wird dein Hund dich nicht verstehen und somit kein Vertrauen aufbauen können.

    Was die HuSchu bzw. den Trainer angeht......lass Dir doch mal seine Ausbildungsbestätigungen zeigen. Glaube kaum, dass er diese vorweisen kann. Leider ist es so, dass man hierzulande keinerlei Kenntnisse zu haben braucht um eine HuSchu zu eröffnen oder sich "Trainer" zu schimpfen.

    Such dir einen gescheiten Trainer und lasse ihn zu dir nach hause kommen. Ein 2. Rat wird hier sicher helfen, den richtigen Weg zu finden, aber ganz sicher zählt dazu nicht, den Hund alleweil aufs Maul zu hauen.

    Lg
    Volker

  • Zitat

    Du kannst froh sein, dass dein Hund so ausgeglichen ist. Bei meiner wärste bei der Aktion schon im Krankenhaus zu Besuch gewesen.


    Ja wie gesagt, wir haben ihr ja eben keinen "Klaps" gegeben, sondern sind weggegangen und haben sie freundlich zu uns gerufen, um sie z.B. vom Teppichloch abzulenken und sie dann gelobt fürs Kommen. Wir wollen unseren Hund nicht schlagen, und man muss ja nicht auf alles hören.

    Das Futter haben wir auch nicht weggenommen, aber steht z.B. der Trinknapf direkt daneben und sie hat halt gar kein Problem, wenn ich ihr da beim Fressen nahe komme, den Wassernapf nehme und ihn neu fülle.
    Und beim Spielen bringt sie halt ihr Spielzeug freiwillig zu uns und bekommt dann stets ein Leckerlis dafür, dass sie uns das Spielzeug aushändigt. Dh wir "tauschen" auch schon von Anfang an, weil ich das schon vorher hier im Forum mal irgendwo gelesen habe.

    Zitat

    so wie sie beim Schmusen aufdreht, obwohl die Mischung eigentlich eher etwas ruhiger ist (zumindest würd ich wegen der Bulldogge drauf tippen

    Schwer zu sagen, aber außer in ihrem Gesicht und der allgemeinen Dickfelligkeit beim Umgang (auch bzw. besonders mit anderen Hunden) kommt sie eher wie ein Minilabrador rüber. 1. von den Vorlieben her (Schwimmen, Apportieren) 2. keine Scheu, sie geht auf jeden Zwei- und Vierbeiner freundlich und manchmal etwas aufdringlich zu (wenn man sie lässt) 3. Verfressen ohne Ende :)

    Also wir üben nicht nur stupide Kommandos.
    Mal gehen wir nur Zeitung lesen,
    mal treffen wir uns mit anderen Hunden, mit denen sie sich gut versteht zum Toben,
    mal darf sie Leckerlis suchen,
    mal bekommt sie zum Spielen ihren Futterball,
    wir gehen schwimmen, weil sie Labbitypisch Wasser total liebt,
    wir gehen in den Garten, wo sie nach herzenslust schnuppern und baden kann,
    und ab und zu üben wir MAL so 10 Min. ein paar Kommandos.
    Und zuhause bekommt sie, wenn sie sich wirklich mal nicht mehr ausruhen möchte, einen Kauknochen oder einen gefüllten Eiskong, damit ist sie dann ein Weilchen beschäftigt.

    Sie kann Sitz, Platz, Bleib, Komm und z.B. auch schon Rolle aus dem FF und man hat den Eindruck, dass sie diese Sachen sehr gern tut. Schließlich gibts dann auch ein Erfolgserlebnis und Lob und Leckerlis. Meint ihr echt, das ist zuviel?

    Zitat

    Hunde lernen ein lebenlang und müssen nicht mit 9 Monaten ständig auf die Decke kommandiert werden.

    Also wir schicken sie ja nicht ständig da hin.
    Sondern dann, wenn sie nach uns schnappt, wenn wir auf dem Sofa sitzen. Dann, wenn ich koche und sie mir dabei um die Füße hüpft und keine Ruhe gibt.
    Und zu guter Letzt dann, wenn sie partout nicht aufhören möchte, unseren Teppich zu fressen.
    Da das aber insgesamt ja garnicht häufig vorkommt, ist sie im Schnitt vielleicht 1 Mal täglich so 10-15 Minuten da. Ist das zu viel?

    Wir haben uns bemüht, das Körbchen auch positiv aufzubauen, indem sie dort auch leckere Kauknochen oder eine Streicheleinheit (wie gesagt, nur dann wenn sies offensichtlich genießt) bekommt. Und dass wir sie auch loben, wenn sie sich dorthin von alleine zurückzieht.

    Zitat

    Vielleicht macht es Sinn ihr eine leichte Hausleine anzuhängen, damit ihr sie in solchen Situationen wie mit dem Teppichlochvergrößern ohne großes Aufsehen zu machen einfach an einen anderen Platz führen könnt?!

    Also sie reagiert sofort auf unser "Hier" und kommt dann zu uns, kein Problem. Nur geht sie dann immer wieder zum Loch zurück...

    Zitat

    Wie habt ihr das Kommando "nein" der Hündin überhaupt beigebracht???

    Nein haben wir mit der Anleitung aus der Knowledge Base hier im Forum geübt. Und wenn sie auf ein "Nein" reagiert, was sie ja auch bis auf den im Starttopic beschriebenen Situationen tut, darf sie sich bei uns ein Leckerli abholen.

    lg Lily

  • Das klingt ja schon etwas anders..

    Aber diese Trainerin müsst ihr trotzdem loswerden. Wer euch sowas erzählt, der hat auch sonst keine Ahnung. Ihr Ratschlag ist schlichtweg ggf. lebensgefährlich für einen Hundeanfänger mit dem falschen Hund. Sowas geht nicht. Da können ihre anderen Ideen noch so einträglich sein, es gibt so viele Hundetrainer - und so viele bessere. Sucht euch einen andren.

    Zitat

    Ja wie gesagt, wir haben ihr ja eben keinen "Klaps" gegeben, sondern sind weggegangen und haben sie freundlich zu uns gerufen, um sie z.B. vom Teppichloch abzulenken und sie dann gelobt fürs Kommen.

    Ja ne, nicht loben :headbash:
    Ich ahne, warum der Hund den Teppich immer wieder anfrisst.. ihr wollt das doch. Ihr ruft sie doch immer und lobt dann, wenn sies macht..
    Teppichfressen = "Nein." Wegrufen. Fertig. Nicht loben.

    Zitat

    Und beim Spielen bringt sie halt ihr Spielzeug freiwillig zu uns und bekommt dann stets ein Leckerlis dafür, dass sie uns das Spielzeug aushändigt.

    Pass auf, dass dein Hund dich nicht instrumentalisiert... "ich bring der das komische Knautschdings, dann fällt Futter aus ihr raus"
    Tauschen ist gut, wenn der Hund etwas nicht hergeben möchte bzw. wenn er noch nicht begreift, dass ers ja wieder bekommt. Aber wenn der Hund das Spielzeug von selbst bringt, um euch zum Spielen aufzufordern, ist doch die naheliegendste Belohnung... na?... richtig. Mitspielen.

    Das klingt schon gar nicht übel, aber ich befürchte irgendwie der Hund wird im Moment zu "überall ein bisschen" und zu wenig zielgerichtet ausgelastet und dreht euch deshalb zu Hause dann so auf. Zudem er scheinbar auch kaum Ruhe kennt. Er muss ja nur Rabatz machen, dann zaubert ihr irgendwass Fressbares bei "um den Hund zu beschäftigen".

    Zitat

    Sie kann Sitz, Platz, Bleib, Komm und z.B. auch schon Rolle aus dem FF und man hat den Eindruck, dass sie diese Sachen sehr gern tut. Schließlich gibts dann auch ein Erfolgserlebnis und Lob und Leckerlis. Meint ihr echt, das ist zuviel?

    Was heißt zuviel, das kann sie ja alles, das hab ihr ja nicht beigebracht. Aber Dinge, die sie schon kann, abzurufen, ist für den Hund halt auch semispannend.. vielleicht sollte man drüber nachdenken, mit dem Hund auf einen Hundeplatz zu gehen und es mal mit Unterordnung zu versuchen. Spricht was dagegen, dass ihr mit ihr die BH macht, sofern ihr das Spaß machen würde?

  • Zitat

    Teppichfressen = "Nein." Wegrufen. Fertig. Nicht loben.

    Ok!

    Zitat

    Das klingt schon gar nicht übel, aber ich befürchte irgendwie der Hund wird im Moment zu "überall ein bisschen" und zu wenig zielgerichtet ausgelastet und dreht euch deshalb zu Hause dann so auf. Zudem er scheinbar auch kaum Ruhe kennt. Er muss ja nur Rabatz machen, dann zaubert ihr irgendwas Fressbares bei "um den Hund zu beschäftigen".


    Wie gesagt, so aufgedreht ist sie ja in diesen 3 Wochen erst 3 Mal gewesen. Das kommt nicht täglich vor. Die meisten Tage legt sie sich wirklich nach der letzten Runde gleich hin und schläft, egal was wir dann noch tun. Und sie schläft bzw. ruht auch bis zum nächsten Mittag ohne Mucks durch.
    Gestern waren wir z.B. abends 2 Stunden mit Hundekumpels toben, dafür wird heute nichts gemacht außer etwas Zeitung gelesen. Bisher waren wir erst 15 Min. zum Pippimachen draußen und sie schläft und ruht ganz entspannt immer noch in ihrem Körbchen. So versuchen wir halt Abwechslung reinzubringen, aber nach aufregenden Tagen folgen ruhige ohne große Anforderungen zum Ausgleich. Und dann hält Happy die Ruhe auch von selbst, wie man heut grad deutlich sieht.

    Zitat

    Spricht was dagegen, dass ihr mit ihr die BH macht, sofern ihr das Spaß machen würde?


    Daran habe ich auch schon Gefallen gefunden und möchte das unbedingt machen. In diese Richtung meine ich ja, wenn ich sage wir üben Sitz/Platz und Co. Das einfache Ausführen kann sie ja schon. Aber z.B. bleibt sie nicht im Sitz, sondern nach jedem Sitz legt sie sich ohne Aufforderung sofort ins Platz. Also üben wir gelegentlich etwas die Feinheiten...
    ...im Sitz bleiben und nicht ins Platz legen,
    ...direkt ins Platz und nicht erst ins Sitz gehen,
    ...im Platz an einer Stelle bleiben, bis ich sie rufe,
    ...das "Fuß" ist neu und üben wir derzeit auch.
    ...Außerdem die Ausführung ohne Stimme, nur auf Sichtzeichen. Da sie sehr an mir orientiert und aufmerksam ist, können wir Sitz, Platz, Komm schon recht gut ohne Worte.

    Hundeplatz müssen wir uns erst noch weiter umschauen. Es gibt zwar 2 Plätze und Huschu´s im Umkreis, aber von mehreren Gassibekanntschaften habe ich jeweils ziemlich Bedenkliches gehört...arbeiten mit Stachelhalsbändern und sowas...und darauf hab ich absolut keinen Bock!!!

    lg Lily

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