Schäferhund zieht nach anderen Hunden

  • Hallo,

    also mein DSH ist mein erster Hund und ich habe es am Anfang anscheinend verpennt mit dem in die Hundeschule zu gehen.
    Mit 6 Monate hab ich mich dort angemeldet und es waren klare soziale Probleme festzustellen (er war unsicher).
    Nun ist er 12 Monate und von dem ganzen ist nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil, er versucht die anderen Hunde zu dominieren.

    Der Hund zieht nur bei anderen Hunden (etwa ab 15-20m Entfernung). Ist der andere Hund hinter einem Zaun oder in einem Auto und bellt, so interessiert das meinen DSH überhaupt nicht.
    Er hat auch keine Probleme mit Radfahrern, Briefträgern, kleinen Kindern etc.. Er ist evtl. nur etwas neugierig, zeigt aber kein offensives Verhalten.

    Die Hundetrainerin gab mir daraufhin den Tipp mit einem Halti zu arbeiten. Gesagt getan.... Das hat auch alles für ein paar Monate gut funktioniert (ist vielleicht schon zu lange).

    Allerdings, und jetzt kommt das eigentliche Problem, fängt der Hund sogar mit Halti an zu bellen und zu wimmern. Ich versuche Ihn (so wie in der Hundeschule gezeigt) an meiner Seite (weg vom anderen Hund) zu führen.
    Er zieht dann zurück (zieht sich somit das Halti zu) und springt in Bocksprüngen auf das Halti und die Leine drauf, sodass sich das Halti noch weiter zuzieht. Das ganze unter Wimmern (er kann ja nicht bellen).

    Mir kommt es auch so vor, dass mein Hund auf Schmerz steht. Als ich es damals noch ohne Halti versucht habe, habe ich immer versucht in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Ich ziehe meinen Hund also mit Ruck in die komplett andere Richtung. Daraufhin macht der einfach nur einen Bocksprung und tut so, als ob nichts wäre.
    Nebenbeibemerkt bin ich mit meinem Hund immer etwas vorsichtiger umgegangen, weil ich hier oft gelesen habe: "Gewalt ist böse. Das muss auch mit positiver Bestärkung funktionieren." Das funktioniert nicht bei allen Hunden. Meine Hundetrainerin hat ihn dann schon etwas heftiger gezogen und ihn mit dem Knie angerempelt um zu zeigen, dass er vor ihr zu kuschen hat. Ein bekannter Schäferhund hat auch einen Igel im Garten zerfetzt und die Stacheln schauten dann aus seinen Lefzen heraus. Das zeigt mir, das manche DSHs einfach auf Schmerzen stehen.

    In meiner Hundeschule habe ich besagte Probleme oft angesprochen und denen geschildert, dass die Situation auf dem Hundeplatz nicht mit der auf dem Gehweg zu vergleichen ist.
    Die Hunde auf dem Hundeplatz kennt er und er weiss wie er mit denen umzugehen hat. Bei einem fremden Hund ist das anders. Er arbeitet dort gut mit und die anderen Hunde sind für ihn bei weitem nicht so interessant, als auf meinen Spaziergängen.

    Mit Aufwand könnte ich auch einen fremden Hund organisieren, damit ich mit dem üben kann. Allerdings wird sich mein Hund dann schnell auf den einstellen und somit gilt der Hund dann leider nicht mehr als fremd.

    Meine Hundetrainerin sagt weiter, dass Sie schon ein paar Schäferhunde erlebt habe, die keine anderen Hunde in Ihrem Revier dulden.
    Meine Befürchtung ist jetzt, dass er seine normalen Spazierwege als Revier ansieht und somit verteidigen möchte.

    Ziel soll es sein, dass der Hund auch mit meiner Mutter laufen gehen kann. Das geht mit Halti ganz gut. Aber das soll ja auch kein Dauerzustand sein.
    Wie kann ich dem Verhalten meines Hundes jetzt am Besten entgegenwirken?

    PS: Es handelt sich um eine Leistungszucht, da ich bei einer Schönheitszucht HD befürchtete... Wie auch immer. An der Auslastung sollte es nicht liegen.

    Nebenbeibemerkt hat die Hundeschule (das ganze Fuss gehen und Sitz, Platz etc.) diesbezüglich überhaupt nichts gebracht, obwohl das mein Hauptargument war, überhaupt erst dorthin zu gehen.

    Einzeltraining ist mir zu teuer und ich habe auch das Vertrauen in eine Hundeschule verloren. Ich bin mit meinem Hund in die nächste Gruppe gewechselt (weil er jetzt zu groß ist) und dort habe ich vom Hundetrainer wieder ganz anderen Sachen beigebracht bekommen. Auch völlig gegensätzlich zu dem, was man mir vorher gesagt hat. Ich weiss jetzt nicht mehr wem ich glauben soll. Das Verhalten und die Vorgehensweise von jedem Trainer zu analysieren kostet auch ein paar Wochen und ich bin nicht mehr bereit, diese für meinen Hund (teilweise untätig) zu opfern.

    Ich wäre euch sehr verbunden, wenn man mir mit Ratschlägen auch eine entsprechende Hintergrunderklärung geben könnte, damit ich das auch richtig zuordne.

    Danke fürs Lesen und evtl. Antworten.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Wie verhält er sich denn im Freilauf? Hat er da irgendwelche Probleme mit anderen Hunden?
    Na, dass du deiner Hundeschule nicht mehr vertraust, wurndert mich nicht :hust: Hört sich ja nicht besonders gut an...Trainer A sagt das, Trainer B was ganz anderes...Was hat euch denn der jetzige Trainer empfohlen?
    Ach ja, kein Hund steht auf Schmerzen, egal welcher Rasse.

  • Ich lasse den Hund nur frei laufen, wenn ich keinen anderen sehe.

    Die Hundetrainerin hat ihren Hund auch mal nicht zur Ruhe bringen können, daraufhin hat Sie die Leine hingeworfen und ist weggegangen. Der Hund war sofort ruhig, weil er scheinbar nur mit Frauchen stark war.
    Ich wollte das auch mal probieren, aber das Risiko wollte ich lieber nicht eingehen, da die Hundetrainerin auch gemeint, dass man nie wissen kann wie sich der Hund dann verhält.
    Mal abgesehen davon herrscht meines Wissens Leinenpflicht und somit ist das garnicht erlaubt.
    Ausserdem war das ein Collie ... ein Schäferhund reagiert bestimmt anders.

    Bei bekannten Hunden auf dem Platz versuchen Sie erst die Rangordnung zu klären und dann ist Ruhe...

    Ansonsten lasse ich ihn wie gesagt auf dem Feld rumrennen und versuche ihn auch mit Ball oder Dummie auszupowern.

    Auf die Trainersache gehe ich nicht weiter ein, da ich an einer Lösung interessiert bin und nicht an Schuldzuweisungen.

    Das mit dem auf "Schmerz stehen" war vielleicht überspitzt formuliert.
    Der oben beschrieben Hund soll sich dann aber wie in Trance befunden haben. Also eine Art von Rauschzustand.

    Danke für die Antwort

  • Zitat

    Ich lasse den Hund nur frei laufen, wenn ich keinen anderen sehe.


    Wieso? Hat er Probleme mit anderen Hunden? Habt ihr schlechte Erfahrungen gemacht? Auf Freilaufflächen ist es ja erlaubt.

    Für mich hört es sich so an, als würde dein Hund zu anderen hinziehen, weil er unbedingt hin will. Oder zeigt er irgendwelche aggressiven Tendenzen? Vielleicht hat er zu wenig Kontakt zu anderen Hunden?
    Ich finde das kein sooo tragisches Problem, um da mit mit Halti oder Wurfgegenstand zu arbeiten. Ich würde an anderen Hunden in einem Abstand vorbeigehen, der so groß ist, dass dein Hund noch ansprechbar ist und ruhig bleibt. Dieses ruhige Verhalten wird belohnt.

    Zitat

    Bei bekannten Hunden auf dem Platz versuchen Sie erst die Rangordnung zu klären und dann ist Ruhe...


    Wie, wer? Dein Hund oder die Trainerin? Und wie sieht das aus?

  • Hi,

    Ferndiagnosen sind schwer, aber anhand dem, was Du schreibst, hat er es einfach noch nicht verstanden.

    Ich würde mal sagen, arbeite nochmehr an Eurer Bindung, dass DU wichtiger bist als andere Dinge.

    Zudem ist er in einem Alter, in dem er es nochmal wissen will.

    Schäferhunde können sehr wohl lernen, sich anständig zu verhalten und ordentlich an der Leine zu gehen !!! So was blödes hab ich ja noch nie gehört.

    Andere dominieren .... das ist etwas, was Du bestimmst und für mich ist das ein NO GO ... somit halt ich meine Hunde von sowas ab und lasse e snicht zu.

    Versuch es doch mal mit Clicker, ihn auf Dich zu orientieren.

    Wie wär es mit Suchspielchen ??

    Was tust Du mit ihm zur Kopfarbeit ???

    Lieben Gruß
    Alexandra

  • Sorry, aber mir dreht sich grade alles.

    Du holst dir einen DSH aus einer Leistungszucht(!!!!) als Ersthund.
    [Btw. welcher Züchter auf dem Niveau gibt DIR einen Hund..?]

    Dann gehst du in eine Hundeschule statt dich gleich an eine OG zu wenden, und das auch nur quasi aus Notwehr - dass das schief geht war abzusehn.

    Dann beschreibst du, wie dein Hund mit Bocksprüngen(!!!) und Jaulen auf Einwirkungen reagiert.. - kräftiger Ruck am Halti?! Gehts noch?! - im Nebensatz... ganz lapidar... und erklärst dir das damit, dass dein Hund auf Schmerzen steht, denn irgendein andrer DSH hat mal eine Igel zerlegt und sich an den Stacheln nicht gestört..

    Und als wär das nicht alle Übelkeiterregend genug, stellst du auch gleich mal klar, dass du nicht an Kritik interessiert bist.


    Ich fass das mal zusammen

    - du kannst und willst diesem Hund nicht gerecht werden
    - führen kannst du ihn schon zweimal nicht
    - aktuell grenzt das, was du mit dem Hund anstellst, an Tierquälerei

    Also krieg den Kopf auf und den Arsch hoch und such dir einen kompetenten(!!) SV- Platz auf dem du mit dem Hund arbeiten kannst - und das heißt dann 2-3 mal in der Woche Training mit UO und Schutzdienst oder gibt den Hund um Himmels willen ab.

  • Das das nicht das Schlauste von mir war weiss ich selbst. Was es heißt eine Leistungszucht zu halten, weiss man erst wenn man es selbst erlebt.

    Ich bin hier weil ich meine Fehler erkannt habe deshalb gehe ich ja jetzt auch in die Schutzdienstausbildung.

    Von einem Ruck am Halti war nie die Rede. Ich denke ich habe sehr sachlich erklärt wie sich mein Hund verhält und wie ich darauf reagiere. Ich habe oben auch geschrieben, dass ich bei der Hundeerziehung eher etwas zu zaghaft war und es über positive Bestärkung versucht habe. Es ging ja auch lange Zeit gut.

    Mal davon abgesehen das ich Ihnen das "Du" nicht angeboten habe stellen Sie die Sachverhalte jetzt schlimmer dar, als ich Sie oben beschrieben habe.

    Ich bin durchaus lernfähig und wende mich nicht ohne Grund an dieses Forum.

    Ich bin dankbar für die Antworten.

    Wo meine Fehler liegen weiss ich. Diese nochmal explizit zu unterstreichen, nur weil Sie auf dem Gebiet vielleicht mehr Ahnung haben und mich von oben herab zu behandeln spricht nicht gerade für eine kompetente Antwort.

    Wenigstens konnte ich von den 90% Beschwerden die übrigen 10% weiter verwerten.

    Würde ich dem Hund nicht gerecht werden wollen, hätte ich Ihn dann noch? Wieso kann ich Ihn schon 2 mal nicht führen? Ich bin meinem Hund in keiner Weise böswillig gesinnt. Allerdings trifft mich bei Ihrer Antwort schon der Schlag.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Vielleicht möchtest du auf meine und die Fragen von Idianheart noch eingehen?
    Machst du den SD noch in der gleichen Hundeschule? Ich würd ja über einen Wechsel nachdenken, ich finde die Methoden nicht angebracht und du hörst dich auch nicht so zufrieden an.

  • In Internetforen duzt man einander seit Anbeginn. Na gut, das muß man mit 22 nicht wissen. Und wer mehr oder weniger öffentlich fragt, muß damit rechnen, nicht nur Antworten zu bekommen, die ihm grad in den Kram passen. Und du glaubst bitte nicht im Ernst, dass DSH auf Schmerzen stehen, ja? Die haben einfach in manchen Momenten so eine Adrenalinausschüttung, dass sie akuten Schmerz nicht spüren, später kommt er schon, und dann stehen sie ebensowenig drauf wie alle anderen Lebewesen...
    Dem Tip mit der SV-OG schließ ich mich an.

    Und jetzt mach ich Popcorn.

    Gruß
    Petra

  • Schon der Vergleich mit dem Igel hinkt gewaltig :hust:

    Der Hund beißt nicht zu weil er KEINEN Schmerz empfindet, sondern weil er Schmerz empfindet.
    Und gerade wenn er aus der Leistungszucht kommt ist das so.
    Ich würde dir auch empfehlen, dir einen guten Hundeplatz zu suchen, anstatt mit einem Schäferhund aus der Leistungszucht, mit einem Halti herumzulaufen :/

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