Was kann ich gegen Ausrasten bei speziellem Hund tun?
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Hallo liebe Foris,
nach meiner Vorstellung ist dies mein erster Beitrag, wo ich mich mit einem Problem an Euch wenden möchte.
Ich habe hier seit meiner Anmeldung sehr viele intererssante Diskussionen verfolgt und Tipps gefunden und finde, dass es hier vor kompetenten Hundehaltern wimmelt, so dass ich hoffe, dass mir vielleich jemand einen Tipp geben kann.Erstmal zu unserem Hund: Er heißt Balu, ist ein Berner Sennen- Schäferhundmischling (angeblich zumindest, vom äußeren und vom Verhalten hat er unserer Meinung nach allerdings auch ein bisschen was vom Leonberger). Er ist nicht kastriert (wird er wenn´s keinen gesundheitlichen Grund gibt auch nicht) und ist inzwischen 12,5 Monate alt.
Auch wenn er vom Alter her mitten in der Pubertät stecken müsste, haben wir eigentlich kaum Probleme mit ihm. Er ist ausgeglichen, macht nichts kaputt, und ist durch nichts so leicht aus der Ruhe zu bringen. Zumindest meistens und da kommen wir zum Problem.
Er hatte eine zeitlang eine ziemliche Angstphase (ist ja normal bei heranwachsenden Hunden denke ich) aus der er aber langsam raus kommt. Nun werden nicht mehr alle Anhänger, Mülltonnen und Flaggem skeptisch beäugt, sondern er wird mit der Zeit souveräner.
Auch mit anderen Hunden haben wir eigentlich nie Probleme. Er läuft hier zwar immer an der Leine (weil es in der Nachbarschaft viele Menschen gibt die vor großen Hunden Angst haben, außerdem klappt der Rückruf dank Pubertät noch nicht wieder zuverlässig, so dass wir kein Risiko eingehen wollen), aber er benimmt sich an der Leine genau wie im Freilauf (Freilauf hatte er im Junghundekurs, beziehungsweise bei privaten Treffen in größeren Gärten). Wenn er zu dem anderen Hund hin darf, bzw. der auf ihn zugeht gibt es gar keine Probleme. Bei Hunden, die wir nicht kennen warte ich immer ab wie der andere Besitzer sich verhält und wenn er dann nicht hindarf macht er gerne mal einen Satz auf den Hund zu, manchmal auch mit einem "knurrenden" Laut, was von seiner Seite aus aber Spielaufforderung ist. Bei unbekannten größeren Hunden zeigt er allerdings auch eher ängstliches Verhalten. Er trifft auch jeden Tag viele Hunde die er kennt und versteht sich mit allen super. Er hat einen Husky als seinen besten Freund auserkoren und mit dem treffen wir uns fast jeden Tag, damit die beiden sich zusammen austoben können.
Nun hat er aber zwei Hunde, einen mittelgroßen braunen Mix und einen Riesenschnauzer, die ihn als Welpen ziemlich stark angebellt haben (er wurde nicht gebissen, er hat sich nur furchtbar erschrocken). Und wenn diese beiden auftauchen rastet er völlig aus. Bellt extrem und hängt sich nach vorne in die Leine (er zieht sonst nicht an der Leine). Der braune Mix ist bei uns in der Nachbarschaft auch schon berüchtigt dafür, dass er alles ankläfft, was sich bewegt, völlig egal ob Rüde, Hündin oder Kastrat.
Ich habe schon versucht Balu abzulenken (mit Leckerlies, dem Befehl Schau oder Spielzeug) oder das Bellen zu ignorieren und einfach weiterzugehen. Hat beides nicht geholfen. Sobald er einen von beiden sieht, hört er gar nichts mehr und achtet auch gar nicht mehr auf mich. Ich stelle mich immer dazwischen, jedoch versucht er immer an mir vorbei zu kommen.
Da mein Hund noch nie aggressiv geworden ist, kann ich auch überhaupt nicht einschätzen ob das nun aggressives oder Angstbellen ist. Da er aber immer winselnd auf der Straße sitzt sobald der Hund weg ist und er ja sowieso ein kleiner Schisser ist, tippe ich eher auf Angst.Habt ihr vielleicht einen Tipp, was ich noch versuchen könnte um an den beiden etwas ruhiger vorbeizukommen und meinem Hund den Stress zu nehmen? Als Balu noch ganz klein war habe ich auch versucht mit den Besitzern der beiden Hunde zu reden. Allerdings haben beide deutlich gesagt, dass Balu nicht näher ran soll, wenn sie mit ihrem Hund unterwegs sind und beide lassen auch keinen Kontakt ihrer Hunde mit anderen Hunden zu, so dass ich fürchte um ihre Sozialkontakte ist es eher schlecht bestellt.
Schonmal vielen Dank fürs lesen! (Ist leider etwas länger geworden)

Shanna
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17. Juni 2010 um 16:05
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Was kann ich gegen Ausrasten bei speziellem Hund tun? - Vor einem Moment
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Gib mal in der Suchfunktion "Leinenaggression" ein. Da wirst du viele Beiträge finden
z.B.
https://www.dogforum.de/viewtopic.php?…leinenagression -
Über Leinenaggression habe ich mich bereits informiert, habe auch das Buch "Alter Angeber", allerdings ist mein Problem ja, dass er sich bei allen anderen Hunden nicht so verhält. Egal ob es fremde Hunde sind oder welche die er kennt. Gerade heute morgen kam ein unangeleinter Hund auf uns zugerannt und er hat überhaupt kein Anzeichen einer Aggression oder Unsicherheit gezeigt. Die beiden haben sich beschnuppert, bis die Besitzerin auftauchte und mit ihm weiter ging.
Es ist also keine "normale" Leinenaggression, sondern bezieht sich wirklich nur auf diese beiden Hunde.Seine Leinenführigkeit ist gut und wenn er mal Angst vor etwas hat versucht er immer auszuweichen und geht nie nach vorne. Darum bin ich ja so verwundert, dass es bei den beiden so anders ist.
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Manchmal können Hunde einander im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen bzw. Deiner hat ja auch noch einen "Grund", die beiden anderen als "Feindbild" zu sehen da beide ihn als Welpen durch anbellen erschreckt haben.
Wie lange hast Du denn versucht mit Schönfüttern und Schaukommando zu arbeiten?
Hast Du auch Bogenlaufen versucht?
Wie groß ist denn seine Individualdistanz bei den beiden?
Birgit
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Hallo Shanna und willkommen im DF

Clickerst Du mit ihm?
Sonst schließe ich mich den Fragen von Abessinierin an

Gruß
Bianca -
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Abessinierin: Schönfüttern und ablenken habe ich ca. drei Monate versucht. Zum Glück begegnen wir denen aber nicht jeden Tag. Vielleicht zwei mal in der Woche. Kann also gut sein, dass das deshalb nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Trainieren kann ich die Situation ja leider (bzw. zum Glück) nicht, da er bei anderen Hunden ja nicht so reagiert.
Nachdem das nicht funktioniert hat bin ich dazu übergegangen mich möglichst dazwischen zu stellen und weiterzugehen.Was die Individualdistanz angeht: Sobald er den Hund bemerkt geht er sofort nach vorne. Da der eine eigentlich durchgehend irgendjemanden anbellt, kann das auch schon passieren sobald er noch sehr weit weg ist, da man ihn ja schon von weitem kommen hört. Ein anderes Problem dabei ist, dass beide Hunde meist am Fahhrad mitlaufen wenn wir ihnen begegnen. Deshalb sind sie auch immer sehr schnell dicht dran. Eine zeitlang sah es so aus, dass Balu sich bei jedem Hund der am Fahrrad lief angewöhnte sozusagen präventiv loszubellen, das haben wir aber wieder in den Griff bekommen und er macht es inzwischen wirklich nur noch bei besagten "Erzfeinden".
Ich habe auch schon überlegt ob sich meine Anspannung vielleicht auf den Hund überträgt obwohl ich natürlich immer versuche möglichst locker zu bleiben. Klar, dass das schwer ist, wenn man einen der beiden auf sich zulaufen sieht. Aber es kam nun auch schon zweimal vor, dass die Hunde von hinten kamen, so dass sowohl ich, als auch Balu sie erst gesehen haben, als sie an uns vorbei kamen, und da hatte ich ja keine Zeit nervös zu werden. Balu hat sich aber genau so benommen wie immer.Bogen laufen ist schwierig, weil die Begegnungen immer in Wohngebieten (typische 30er Zone) stattfinden, wo man außer der anderen Straßenseite keine Ausweichmöglichkeiten hat.
Es war am Anfang auch so, dass Balu immer ewig gebraucht hat um sich wieder zu beruhigen. Manchmal war er mehrere Tage nach einer Begegnung noch total nervös und übermäßig wachsam, inzwischen ist es so, dass sein Verhalten sich nach spätestens einer halben Stunde wieder normalisiert hat.bibidogs: Nein, wir clickern nicht.
Schonmal an alle danke für die Antworten!
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Eine Idee wäre, die Sache mit dem Clicker zu versuchen, wenn Du daran Interesse hast??
Und eine andere Sache wäre, man könnte ein Entspannungssignal einführen.
Gruß
Bianca -
In das Clickern müsste ich mich mal einlesen. Der Besitzer eines anderen Kumpels von Balu (ein Border Collie) clickert mit ihm, den könnte ich ja mal fragen ob er mir eine Einführung gibt.
Ein Entspannungssignal kennt er eigentlich. Als er angefangen hat in der Wohnung zu melden wenn er was gehört/gerochen/gesehen hat, was ihm komisch vorkam, hat er am Anfang immer ziemlich lange gebellt. Da wir ja keinen Kläffer wollten und er sich auch nicht dafür zuständig fühlen sollte, uns zu bewachen haben wir das so gemacht, dass wir immer hingegangen sind und nachgeschaut haben, damit der Hund lernt, dass wir aufpassen und er das nicht machen braucht. Dann haben wir immer "Alles ok" gesagt . Inzwischen reicht das Signal, damit er sich wieder hinlegt und sich entspannt. Das klappt in der Wohnung und im Garten, aber wenn er unterwegs auf die beiden trifft hab ich auch damit keine Chance. Oder meinst du ich sollte ihm für den konkreten Fall etwas anderes beibringen?
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Ich denke, die Dinge kann man nicht vergleichen, da es aus einem anderen Grund konditioniert wurde.
Das Signal kennt er halt in dem Zusammenhang und nicht im Zusammenhang mit anderen Hunden.Meine Kleene ist leinenaggressiv, ich sage immer, ist wie mit einem trockenen Alkoholiker, es kann immer wieder passieren.
Ich habe viel probiert, irgendwann aufgegeben und über Jahre andere Hunde gemieden. Bei ihr waren es aber alle Hunde, die sie nicht kannte.
Dann bekam ich hier im DF den Tipp, ein Entspannungssignal aufzubauen. Bei Bibo war es so, daß sie einfach nicht mehr runterkam. Da half kein deutlich werden meinerseits, sie war total gestresst.
Also habe ich es probiert.
Wenn Bibo in ihrem Körbchen oder auf dem Sofa lag, habe ich mich dazu gesetzt, sie gestreichelt, leicht massiert und dabei Schhhhhhhhhhhh gemacht. Alternativ kann man auch was anderes nehmen, was sich schön langziehen läßt.
Das habe ich dann mehrere Tage gemacht, immer wenn sich die Gelegenheit geboten hat, habe ich das Signal konditioniert.
Wichtig wäre, wenn auch mal jemand anders mit ihm raus geht, daß auch derjenige das Signal mit ihm macht.
Dann habe ich es draußen getestet.
Wie gesagt, bei uns war/ist jeder fremde Hund ein Feind.
Hat bei ihr aber andere Gründe.
Wir sind also einem Hund begegnet und sie wollte gerade hochfahren, als das Entspannungssignal kam.
Sie ist sofort runtergefahren, hat mich angeschaut, ihr Lob bekommen und wir sind weitergegangen.
Wenn ich gemerkt habe, daß sie doch Stress hat, dann wieder das Signal.
Am Anfang habe ich es häufiger gebraucht, inzwischen nur noch sehr selten.Uns hat es geholfen, denn sie ist jetzt entspannt und mir war das unheimlich wichtig.
Klar, sie darf zu den Hunden gucken, aber nur solange wie sie entspannt ist, merke ich, daß sie gestresst ist, dann kommt das Signal.Der Trick dabei ist auch, daß man selbst bei dem Signal unglaublich runterfährt, sich auf seinen Hund sehr konzentriert und so noch mehr Ruhe ausstrahlt.
Wenn wir die Situation "gemeistert" haben, dann sage ich noch "entspann Dich", dann schüttelt sie sich und wird gelobt.Gruß
Bianca -
Hallo und erst einmal ein herzliches Willkommen hier im Forum.
Zitat
Nun hat er aber zwei Hunde, einen mittelgroßen braunen Mix und einen Riesenschnauzer, die ihn als Welpen ziemlich stark angebellt haben (er wurde nicht gebissen, er hat sich nur furchtbar erschrocken). Und wenn diese beiden auftauchen rastet er völlig aus. Bellt extrem und hängt sich nach vorne in die Leine (er zieht sonst nicht an der Leine). Der braune Mix ist bei uns in der Nachbarschaft auch schon berüchtigt dafür, dass er alles ankläfft, was sich bewegt, völlig egal ob Rüde, Hündin oder Kastrat.Da Deiner bisher eigentlich völlig unproblematisch und lieb zu allen anderen, würde ich persönlich diesen durchaus problematischen Hunden einfach aus dem Weg gehen.
Und für Deinen Jungspund gut sozialisierte Hunde zum täglichen Toben suchen.

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