Welpe und Kleinkind

  • Hallo Foris,
    mich beschäftigt die folgende Frage:
    Meine große Tochter ist knapp eineinhalb Jahre alt und tobt manchmal sehr heftig mit unserem Gino (Aussie,8Wo) durchs Haus.
    Dabei fliegen schon mal richtig die Fetzen.
    Wenn ich meine Tochter dazu anleite, nicht zu grob zu sein, versteht sie es (noch) nicht wirklich. Gino andersherum natürlich auch nicht.
    Wieviel würdet Ihr dem Hund bzw dem Kind durchgehen lassen?
    Dass er nicht schnappen oder an Kleidung/Händen knabbern und kauen darf, ist klar, aber andererseits ist das Verhalten doch auch hundetypisch, oder?
    Wie verhalten wir uns in dem Moment?
    Das ist unser erster Hund und ich bin mir unsicher.
    Danke für eure Antworten!

  • Ich würde die zwei nicht als "Spielkameraden" erziehen, sondern dem Hund klar machen dass es Tabu ist wild mit deiner Tochter zu spielen und genauso darauf achten, dass die Kleine ihn nicht so bespielt. Der Hund wird, im Gegensatz zum Kind, zu schnell erwachsen sein und wenn er deine Tochter dann als gleichwertigen Spielpartner betrachtet wäre mir das persönlich zu gefährlich, wenn er sie dann mit Pech umschnmeißt und durch die Wohnung zieht. Gib ihm Gelegenheit mit anderen Hunden zusammen zu sein und zu toben. Kontakt zu deiner Tochter nur mit dir gemeinsam und vor allem nur in Ruhe (Kuscheln Streicheln usw.) aber keine wilden Geschichten....is jedenfalls meine persönliche Meinung dazu....

  • Zitat


    Wieviel würdet Ihr dem Hund bzw dem Kind durchgehen lassen?


    Nichts.

    Ich würde Kind und Welpe gar nicht derart miteinander toben lassen.
    Beide könnten - ungewollt- schlechte Erfahrungen machen, die man später nur schwer wieder korrigiert bekommt.

    Bei mir dürfte das Kind - unter meiner Aufsicht- den Hund streicheln oder mal ein Bällchen kullern, aber das war's auch schon.

    Spielpartner können beide frühestens dann werden, wenn sowohl Hund als auch Kind die Spielregeln verstehen und sich daran halten können.
    Vielleicht sehe ich das zu eng, aber so würde ich es halten.

    (Bzw. hätte ich mir für mich (!) nicht vorstellen können, einem Kleinkind und einem Welpen (plus vielleicht noch einem Baby) gleichzeitig gerecht werden zu können. Aber das muss ja nicht für andere gelten)

  • Wir sind in einer ähnlichen Situation. Unsere Hündin ist nun 18 Wochen, mein Sohn 2,5 Jahre.
    Wenn ich hier oft höre "Dann muss man das Kind hald erziehen!" oder "Eure Kinder sind nur verzogen sonst würden sie hören" muss ich oft grinsen, da sie meist von jungen Frauen ohne Kinder kommen.

    Wir machen es so: die beiden dürfen schon Kontakt haben, aber an der Kleidung ziehen, den Hund grob anfassen oder hochheben ist verboten!
    Dazu muss ich aber sagen dass unser Sohn mit Tieren nicth sooo viel am Hut hat dass er den Hund meist in Frieden lässt.

    Außerdem haben wir eine Box für den Hund in die sie sich zurückziehen kann wenn sie ihre Ruhe haben will, und der Sohn auf keinen Fall ran darf. Kinder kapieren das schneller als bei einem offenen Körbchen, ich würde dir auf jeden Fall zu so einer Rückzugsmöglichkeit raten.

  • Beide müssen lernen, dass es Grenzen gibt, die man/hund besser nicht überschreitet. D.h., immer unter Aufsicht, wenn die beiden zusammen sind. Und die Aufsicht muss von beiden als Chef anerkannt werden.

    Ich selbst habe als Kleinkind, als ich gerade laufen konnte, schon mit dem Dackel meiner Oma gespielt. Was man so hört, ging das ganz gut.

    Die Situation Hund und Kleinkind musste ich nicht managen, aber Hund und Welpe. Da habe ich auch eingreifen müssen und mal den einen, mal die andere zu etwas Zurückhaltung aufrufen. Das funktioniert auch (ich glaube nicht, dass meine Hunde bezüglich Einsicht die Ausnahme sind). Ich denke, wenn man es so hält, dass der, der nervt (Hund oder Kind) bei Fouls für 5 Minuten raus muss, dann sollte der Lerneffekt bei beiden recht rasch eintreten.

    Kleine Kinder werden von Hunden (sofern diese entsprechend sozialisiert sind) als Welpen angesehen. "Erzieherische Maßnahmen" werden auch von Hunden dosiert. Was allerdings nicht nur nicht vorkommen soll, sondern auch für ein vergleichsweise ungeschütztes Kind auch ohne böse Absicht des Hundes zumindest sehr schmerzhaft enden kann. Deshalb Aufsicht, immer.

    Ein "vernünftiger" Hund wird in den seltensten Fällen ein Kind beißen (auch wenn man das nie ausschließen kann). Aber es reicht ja schon, wenn der Hund das Kind einfach umschmeißt. Das kann beim Kind schon ordentlich Frust aufbauen aber auch Wut und ruck zuck bekommt der Hund die Buddelschippe über den Kopf gezogen. Muss auch nicht sein. Und weil kleine Kinder als Welpen angesehen werden, wird der Gehorsam des Hundes gegenüber dem Kind weniger ausgeprägt sein als gegenüber einem Erwachsenen. Auch deshalb nur unter Aufsicht.

  • Meine Kinder durften und dürfen immer mit dem Hund toben. Als der Hund noch ein Welpe war auch sehr wild, aber natürlich gab es Rahmenbedingungen und ich lass sie beim Toben nie allein. Eine Rahmenbedingung war für die Kinder z.B. den Welpen nicht hochzuheben, festzuhalten, auf den Boden zu drücken, er muss eine Rückzugsmöglichkeit haben. Der Hund musste dafür vorsichtig mit Pfoten und Zähnen umgehen (an der Kleidung zerren ist bei uns erlaubt, man kanns ja jederzeit abbrechen wenn unerwünscht).

    Jetzt ist der Hund ein Jahr alt und wenn die Kinder mit ihm spielen wollen bring ich meist einen Ball, Seil oder Sonstiges, damit der Hund darauf fixiert ist und nicht mit den Kindern "rauft", weil sie da den Kürzeren ziehen würden. Auch heute ist mir noch wichtig, dass sowohl Hund als auch Kinder sich zurückziehen können und der jeweils andere dann Ruhe gibt.

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