Verhaltensauffälligkeit - Schütteln

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  • Da das Verhalten höchstwahrscheinlich auch durch Konditionierung hervorgerufen wurde, sehe ich da durchaus lernpsychologisches Potential.

    Wenn dem Schütteln lange lange lange vorgebeugt wird (es also nicht mehr in der entsprechenden Situation vorkommt und dementsprechend nicht mehr zu einer Entspannung führt), kann es durchaus sein, dass diese Verknüpfung gelöscht wird.

    Warum ging keiner auf die Idee ein, dass Hundi etwas tragen lernen soll?

    Vielleicht auch etwas was er knautschen darf, etwas Weiches, zusätzlich parallel in Minischritten die Stresstoleranz erhöhen... ich würd da vielleicht sogar mit nem Clicker arbeiten, weil der präziser ist und man Miniminimini- Schritte besser bestätigen kann.

  • ich könnte mir noch fortschritte vorstellen wenn man so arbeitet wie bei hunden, die rumrennen, bellen etc. in solchen situationen.

    also wenn du millionenmal die leine in die hand nimmst und fernsiehst. deine sachen anziehst und abendbrot isst. die haustür aufmachst und eine tüte rausstellst..... also dass die ganzen rausgehmarker ihre bedeutung verlieren?

  • Hallo,

    ich habe einen wirklich allergischen Hund, bei dem sich fast jede Allergie an den Ohren zeigt. Hier werden die Ohren rot, heiß, tun weh, das Ohr hängt und es wird auch geschüttelt.

    Dass der Hund sich schüttelt, wenn er aufsteht hat vielleicht auch was mit dem Aufstehen zu tun. Im Ohr liegt der Gleichgewichtssinn und es kann sein, dass es ihm beim Aufstehen anders geht, als wenn er liegt.

    Bei meinem Hund hilft nur, eine richtiger Diät, heißt, nur das geben, was der Hund verträgt. Aber jeder Hund stibitzt mal was und das reicht dann schon für die Allergie. Auch sind Ohrmilben möglich.

    Bei meinem Hund hat sich das Ohren kratzen eine zeitlang zu einenbestimmten Verhalten ausgewachsen. Wenn sie überfordert war, begann sie sich das Ohr zu kratzen. Ich habe wenig Aufsehen gemacht. Lediglich das Bein festgehalten und es somit unterbunden.

    Behandelt werden die Ohren meines Hundes mit Otomax-Ohren tropfen und bei den Allergien mit Cetirizintabletten. Wobei die Ohrentropfen auch ein Mittel gegen Hautpilze enthalten.

    So, was bei dem Labbi aber auch möglich ist sind Milben. Hat man denn den Hund mal auf Milben untersucht? Sarcoptes- oder Demodexmilben, die könen auch zu einem Schüttelkratzverhalten führen. Auch Flöhe sind möglich. Ein Floh reicht, wenn der Hund allergisch darauf ist. Hat man hier mal danach geguckt und evtl. auch behandelt. Ist per Spot-on einfach zu behandeln.

    Dann sind andere Krankheiten möglich. Der Hund hat evtl. Nacken- oderKopfschmerzen, gerade wenn er aufsteht. Seitdem mein Hund FSME hat, bin ich äußerst vorsichtig, was Diagnosen angeht. Erst ein wirklich ausgiebiges Blutbild kann Erkrankungen eines Hundes offen legen. Ich hab übrigens kürzlich meinen TA gewechselt, und weiß somit endlich, was bei meinem Hund die letzten 6 Moante gesundheitlich schief ging. Das würde ich hier auch in Erwägung ziehen ud mir mal ne andere Meinung holen.

    Nun aber zu Stereotypien. Denn falls dieser Hund wirklich organisch gesund ist, handelt es sich beim Schütteln um stereoptypes Verhalten. Wobei das sich das eher durch Beknabbern zeigen würde. Stereoptypische Verhaltensweisen sind Verhaltenweisen bzw. Verhaltensstörungen, die der Mensch als unangenehm empfindet. Die Ursachen dafür können vielfältig sein.

    Jedenfalls bkann ein HUnd nicht aus eigener Lage aus diesen Zwangshandlungen aussteigen. Er bekommt Allergien, entzündete Hautstellen und Schmerzen im Bewegungsapparat. Sollte der Hund gesund sein, muss sich seine gesamte Lebensweise ändern. Ein unterversorgter Hund darf nicht noch mehr Stress durch Überversorgung bekommen. Die emontionale Beziehung von Mensch und HUnd sowie die Unterbringung und die Angebote müssen verändert werden.

    Der Erfolg ist mäßig. Eine Besserung ist immer möglich, aber auch unter optimalen Bedingungen ein Rückfall. Es gibt keine spezielle Therapie.

    Ich vermute aber, dass der Hund hier absolut unterfordert ist, die Spaziergänge mit dir zwar Freude, aber auch Stress, auslösen. Schütteln ist im Hundeleben normalerweise Stressabbau. Wenn der Hund wirklich gesund ist und das Schütteln Stressabbau ist, so würde ich es ignorieren, denn alles weitere bauscht die Sache nur auf. Es wäre sogar schädlich für den Hund, wenn er den Stress so nicht abbauen dürfte.

    Ich würde sehr gelassen den Hund abholen, ruhig bleiben und versuchen ihm Sicherheit zu vermitteln. Vor allem würde ich auf ihn gar nicht sehr eingehen. Denn wenn man jedes Schütteln beachtet und berücksichtigt, bekommt der Hund Aufmerksamkeit, wenn auch negativ. Aber auch negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit.

    Die Idee von Purzelchen2 würde ich auch aufgreifen und ausprobieren.

  • Zitat

    Bei meinem Hund hat sich das Ohren kratzen eine zeitlang zu einenbestimmten Verhalten ausgewachsen. Wenn sie überfordert war, begann sie sich das Ohr zu kratzen. Ich habe wenig Aufsehen gemacht. Lediglich das Bein festgehalten und es somit unterbunden.

    Grundsätzlich ist es genau das Prinzip, was Verhaltensverknüpfungen löscht - das verknüpfte Verhalten darf in der entsprechenden Situation nicht mehr vorkommen und diese Entspannung auslösen.

    Löschung.


    Zitat

    Wenn der Hund wirklich gesund ist und das Schütteln Stressabbau ist, so würde ich es ignorieren, denn alles weitere bauscht die Sache nur auf. Es wäre sogar schädlich für den Hund, wenn er den Stress so nicht abbauen dürfte.

    Das würd ich auch machen.

    Wenn er schon schüttelt - nicht beachten.

    Schütteln in dieser Stresssituation aber vorbeugen und Alternativverhalten (alternatives stresskompensierendes Verhalten) anbien, welches auch über nen längeren Zeitraum wirkt und er von allein die "Dosis" regeln kann.

    Prinzipiell ist das ne komplexe Sache son stereotypes Verhalten, klar, aber in der aktuellen Situation geht es um die Erhaltung der körperlichen Gesundheit (Verletzungen durch Schütteln).

    Je nach dem, wie stark das Verhalten schon verinnerlicht wurde, kann es sehr sehr lange dauern, bis Hund gelernt hat, in der SItuation sich andersartig Stressabbau zu verschaffen und Rückfälle sind immer möglich, daher ist eben das Alternativverhalten auch so sinnvoll.

  • Zitat

    Was ist denn, wenn du ihm einfach den Kopf festhälst, so das er sich nicht mehr schüttteln kann ? Wenn du dann das Gefühl hast, er hat sich beruhigt, weiter gehen.

    Mein Hund hat Cauda equina, also eine Bandscheibengeschichte am hinteren Rücken. Mein Hund schüttelt sich deswegen immer wieder durch. Ich muss sogar meinen Hund loben, wenn er sich durchschüttelt. Die in der Reha wollen das so. Durchschütteln und sich strecken sind Dehnübungen eines Hundes. Schüttelt sich mein Hund nicht durch oder bremst in der Mitte ab, weiß ich, dass in dem Moment am Rücken mal wieder was klemmt und ich darauf acht geben muss.

    Insofern ist Schütteln für mich etwas Wichtiges. Fraglich ist hier bei dem Labbi für mich, ob er nur den Kopf schüttelt oder sich komplett durchschüttelt. Schüttelt er nur den Kopf, hat er was an den Ohren oder am Kopf bzw. Hals. Dann würde ich auf keinen Fall den Hund festhalten. Dann ab zum TA.

    Auch würde ich ihn nicht festhalten, wenn er wirklich was am Bewegungsapparat hätte.

    Festhalten und unterbinden würde ich das Schütteln wirklich nur, wenns ne Macke ist. Und wie egsagt, selbst dann, wenn es alleine zum Stressabbau gemacht wird, würde ich es nicht unterbinden. Es ist wie bei einem Wasserkessel, entweder gibt es ein Überdruckventil (Schütteln) oder der Kessel fliegt in die Luft (Hund wird krank).

  • Zitat

    Festhalten nicht im Sinne von *Schraubstock Griff*, sondern ihn so damit am Schütteln hindern


    Da sehe ich das Problem, dass es den Hund dann noch mehr stresst. Ohne Alternative kann das ziemlich nach hinten los gehen.
    Eventuell wäre Kauen eine Alternative, das ist auch stressabbauend.

  • Hm, wenn ausgeschlossen werden kann, daß das Schütteln aufgrund der Allergien ist, dann würde ich auch auf Stress abschütteln tippen.
    Bibo macht das auch.
    Bei ihrer Leinenaggressivität war es so, wenn sie irgendwann runter kam, dann hat sie sich geschüttelt.
    Ist immernoch so, obwohl sie kaum noch aggressiv ist, gibt nur noch 2 oder 3 Hunde, wo sie kurz durchdreht.
    Aber sie schüttelt sich jetzt nach dem passieren eines fremden Hundes auch. Ich belohne das immer.

    Was man versuchen könnte, keine Ahnung, ob es funktioniert:
    Entspannungssignal trainieren.
    Müssen aber auch die Besis machen, denn es ist wichtig, daß er das immer bekommt.
    Bei Bibo habe ich das so gemacht, Hund liegt, Körbchen, Sofa, Boden what ever und ich lege mich daneben. Dann wird sie massiert, gestreichelt und dabei habe ich leise und langgezogen "schhhhhhhhhhhh" gemacht. Immer wieder. Oft ist sie dabei eingeschlafen.
    Dies über einige Tage.
    Dann würde ich in der Situation beim Begrüßen das Schütteln mit einem Wort belegen, bei mir war es "Schüttel ihn ab" und danach kommt das Entspannungssignal.
    Wenn sie entspannt war, gab es einen Streichler oder auch mal ein Leckerchen, je nachdem.

    Wäre meine Idee.

    Gruß
    Bianca

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