Mein Erkältungsgehirn ist gerade nur ein bisschen unkreativ und kann keine langen Ausführungen kreieren.
Was ich aber, seit Schlangen ins Spiel gebracht wurden, sagen wollte: es gibt ganze Bücher darüber, die sich mit der evolutionsbedingten Angst vor Schlangen beschäftigen - und da gehts nur um Primaten.
Laut meinem letzten Wissensstand ist die aktuelle Theorie, dass es keine genetisch verankerte "Angstreaktion" auf den Reiz "Schlange" gibt, aber dass es eine genetische Mustererkennung gibt, die dazu führt, dass das Lernen in der Situation, in der das Muster erkannt wird, beschleunigt wird. Also, Primat sieht zum ersten Mal in seinem Leben das "Muster Schlange" (Bewegung, Zischlaut, Umgebung) und kann in der Situation schneller lernen - was auch immer.
Gibt auf jeden Fall viel Diskussion zu dem Thema bei den Neurobiologen (und bezieht sich nicht nur auf Schlangen, sondern auf andere "angeborene Angstreaktionen"), weil durch das arg beschleunigte Lernen sehr einfach falsche Schlüsse und Korrelationen gezogen werden können.
Naja, und sonst... Laufen Strafe und Belohnung über komplett unterschiedliche (unterschiedlich, nicht gegensätzlich!) Bahnen im Gehirn. Und ja, die Amygdala ist bei der Strafe mit dabei, aber weder alleine, immer in Feedback-loops mit anderen Bereichen des Gehirns, noch darf man die Amygdala reduzieren auf die Verarbeitung von ausschließlich Angst-/Furchtreaktionen.
Belohnung läuft über das dopaminerge System, an dem ganz andere Bereiche im Gehirn beteiligt sind.
Also, Strafe ist, zumindest im Gehirn, nicht das Gegenteil von Belohnung, sondern etwas Eigenes.
Und dann... kann ich noch sagen, dass es, soweit ich weiß, Konsens ist, dass Strafe zu Beginn schnelleres Lernen erlaubt (teilweise reicht ein einziges Event aus, um etwas nachhaltig zu lernen) aber ist, sofern das Individuum keine sonstigen Einschränkungen hat, wie zum Beispiel traumatische Vorerfahrungen, stark kontextbezogen und wird schwerer generalisiert.
Belohnungsbasiertes Lernen startet langsamer, braucht mehr Wiederholungen, ist aber am Ende robuster im Sinne von "wird schneller in neuen Kontexten gezeigt".
Auch hier wieder: sofern das Individuum keine sonstigen Einschränkungen mitbringt.
Naja und dann gibts ja noch das ganze Umfeld, soziales Lernen, die Beziehung zum Trainer, der "innere Zustand" des Lernenden,...