Beiträge von Pfeffernaserl

    Hat sich überschnitten, weil ich zwischendrin immer wieder meinem Mann behilflich sein musste. Danke Dir. Wenn Du da ggf. mal einen guten Buchtipp hättest, würde mich das sehr glücklich machen :smile:

    Hätte da drei :)

    Für fundierte und trotzdem einsteigerfreundliche Neurobiologie zum Thema Lernen und Emotionen: The Emotional Brain von Joseph LeDoux
    Leichter zu lesendes zum Thema dopaminerges System: The Compass of Pleasure von David J. Linden
    Und, mehr auf Verhalten, als auf Neurobiologie fokussiert, aber der Klassiker, wenn es um Strafen geht: Coercion and Its Fallouts von Murray Sidman

    Ich wäre da durchaus gespannte Leserin, hab da viel zu wenig Ahnung :smile: .

    Aaah, du möchtest Panodras Box öffnen, sehr gut :lol: Da es aber nicht alle interessiert, pack ichs in den Spoiler :smile:

    Spoiler anzeigen

    Mein Erkältungsgehirn ist gerade nur ein bisschen unkreativ und kann keine langen Ausführungen kreieren.

    Was ich aber, seit Schlangen ins Spiel gebracht wurden, sagen wollte: es gibt ganze Bücher darüber, die sich mit der evolutionsbedingten Angst vor Schlangen beschäftigen - und da gehts nur um Primaten.
    Laut meinem letzten Wissensstand ist die aktuelle Theorie, dass es keine genetisch verankerte "Angstreaktion" auf den Reiz "Schlange" gibt, aber dass es eine genetische Mustererkennung gibt, die dazu führt, dass das Lernen in der Situation, in der das Muster erkannt wird, beschleunigt wird. Also, Primat sieht zum ersten Mal in seinem Leben das "Muster Schlange" (Bewegung, Zischlaut, Umgebung) und kann in der Situation schneller lernen - was auch immer.

    Gibt auf jeden Fall viel Diskussion zu dem Thema bei den Neurobiologen (und bezieht sich nicht nur auf Schlangen, sondern auf andere "angeborene Angstreaktionen"), weil durch das arg beschleunigte Lernen sehr einfach falsche Schlüsse und Korrelationen gezogen werden können.

    Naja, und sonst... Laufen Strafe und Belohnung über komplett unterschiedliche (unterschiedlich, nicht gegensätzlich!) Bahnen im Gehirn. Und ja, die Amygdala ist bei der Strafe mit dabei, aber weder alleine, immer in Feedback-loops mit anderen Bereichen des Gehirns, noch darf man die Amygdala reduzieren auf die Verarbeitung von ausschließlich Angst-/Furchtreaktionen.
    Belohnung läuft über das dopaminerge System, an dem ganz andere Bereiche im Gehirn beteiligt sind.

    Also, Strafe ist, zumindest im Gehirn, nicht das Gegenteil von Belohnung, sondern etwas Eigenes.

    Und dann... kann ich noch sagen, dass es, soweit ich weiß, Konsens ist, dass Strafe zu Beginn schnelleres Lernen erlaubt (teilweise reicht ein einziges Event aus, um etwas nachhaltig zu lernen) aber ist, sofern das Individuum keine sonstigen Einschränkungen hat, wie zum Beispiel traumatische Vorerfahrungen, stark kontextbezogen und wird schwerer generalisiert.

    Belohnungsbasiertes Lernen startet langsamer, braucht mehr Wiederholungen, ist aber am Ende robuster im Sinne von "wird schneller in neuen Kontexten gezeigt".

    Auch hier wieder: sofern das Individuum keine sonstigen Einschränkungen mitbringt.

    Naja und dann gibts ja noch das ganze Umfeld, soziales Lernen, die Beziehung zum Trainer, der "innere Zustand" des Lernenden,...

    Pfeffernaserl verwechsel ich dich oder hattest du mal die Trainerin ins Spiel gebracht die von "rein positiv" gewechselt ist und zur Unterstützung ein TIG genutzt hat weil sie nicht weiter kam ?

    Nein, keine Verwechslung, das war ich.
    Ich hab sie aus Neugier auf Instagram verfolgt, aber dort hat sie so viel Gegenwind bis hin zu Drohungen bekommen, dass es sehr still um sie geworden ist. Das Letzte, was ich von ihr mitbekommen hab, hat mir aber auch nicht mehr gefallen. Sie ist von einem Extrem (NUR positiv!!!) ins andere Extrem (NUR mit Strafe!!!) gefallen und hat dann auch ordentlich ausgeteilt.

    Ich erziehe/trainiere wissenschaftlich fundiert und so „nett“ wie möglich und so wenig aversiv wie nötig.
    Absolut Tabu sind für mich alles was dem Hund Schmerzen zufügt und/oder psychologisch Gewalt sind.

    Ich arbeite auch mit Körpersprache und dazu gehört auch blockieren (nicht aus dem nichts und nicht unnötig intensiv).
    und wichtig: immer an den individuellen Hund und die Situation angepasst.

    This!

    Als wir Carlo übernommen haben, war alles, was keine positive Verstärkung war, wie der Ritt auf einem Pulverfass. Carlo ist Meister im positiv Strafen und er hat sich da nicht zurückgenommen. Hat er sich auch nur im Allerkleinsten unter Druck gesetzt oder unfair behandelt gefühlt, ist er explodiert.

    Oben drauf war ich in Sachen Strafen ein Noob. Konnte ich nicht, wollte ich nicht, widersprach zutiefst meiner weichen Wattebausch-Seele.

    Es ging.
    Sehr gut sogar.
    Wir haben in den ersten Jahren so krasse Fortschritte gemacht, die ich nie für möglich gehalten habe.
    Aber es war so anstrengend. Immer um die Ecke denken, immer Alternativen im Kopf haben, Training, Training, Training und Management, Management, Management.

    Und dann, Halleluja, ich kann mich noch ganz genau erinnern, als Carlo das erste Mal einen körperlichen Block von mir angenommen hat, ohne dagegen zu gehen. Das hat uns tatsächlich nochmal eine ganz neue Welt des Trainings eröffnet. Nicht, dass ich jetzt nur noch geblockt und draufgehauen habe, OMG, nein. Wie BadlyConfused schon so schön gesagt hat, Schmerzen und vor allem psychologische Gewalt sind (im kontrollierten Umgang, falls jetzt wieder jemand mit einem konstruierten "Aber wenn euch der Himmel auf den Kopf fällt, der Hund drei Giftköder und den Kopf vom Kleinkind im Maul hat"-Szenario daher kommt: in so einer Situation gilt natürlich Sicherheit für alle vor meinem ethischen Kompass) für mich Tabu.

    Aber.. es macht das Leben so viel einfacher, wenn man dem Hund auch mal "Nein" sagen kann und der das annimmt und es für alle Beteiligten OK ist. Dass ich, wenn er Druck macht, auch mal gegenhalten kann und er sich trollt und mir nicht ins Gesicht springt.

    Trotzdem bilde ich mich weiter, lerne dazu, versuche weiterhin hauptsächlich über positive Verstärkung zu arbeiten und zu reflektieren und auszubrechen, wenn ich in einer "Nein-Spirale" gefangen bin.

    Habt ihr Strategien wie ihr eure Hunde nach solchen schwierigen Situationen wieder herunterfahrt oder ihnen ein Ventil bzw. eine Alternative gebt, dass sie ihren Stress abbauen können?

    Wenn genug Platz (und Sichtweite) da ist, dann werf ich Leckerchen abwechselnd nach links und rechts, so dass Carlo nachjagen kann. Das wird immer langsamer und ruhiger, bis er dann die letzten paar bei mir frisst.
    Das ist auch sein Lieblingsventil.

    Wenn kein Platz da ist, dann darf er auf Kommando mich anspringen, um den Stress rauszulassen, so oft, wie er es braucht. Danach dann wie oben, Leckerlies in Ruhe bei mir fressen.

    Oder wir laufen wild ein Stück, dabei darf er grunzknurren und sich aufregen - danach wieder, s.oben, Leckerlies bei mir zum Runterfahren.

    Oder ich hab gesehen, dass der andere Hund irgendwo hingepieselt hat, dann gehen wir dort hin, ich zeig die Stelle und Carlo darf drüber markieren und scharren.

    Wenn das Stresslevel nicht so hoch war, oder mir die Gefahr zu groß ist, dass uns, während wir noch die Erregung abbauen, wieder jemand reinläuft und ich Carlo also schnell wieder ruhig kriegen will, mach ich es auch wie Winnie82 und streue Leckerlies zum Suchen aus (dazu gibts auch das Signal "Futter", das auch als Notanker in schwierigen Situationen hilft, weil Carlo sofort auf den Boden glotzt und im Suchmodus ist)

    Zergeln/ein Wut-Tuch wär auch noch eine Strategie, die ich gern nutzen würde, aber geht mit MK nur schwer. Außerdem ist Carlo nicht so spielzeugfixiert, deshalb läuft viel über Kekse und andere Bewegung.

    Beides super, gerne das, was du als "Bestes" bezeichnest. Vielen Dank! :gut:

    Ich mag beide Varianten sehr gern :D
    Um bei mir das Prädikat "Bestes" zu verdienen, spielt auch immer die Aufwändigkeit und vor allem die Einfachheit der Zutaten eine Rolle. Ich will nicht erst durch hundert Spezialläden laufen müssen, um alles daheim zu haben, und dann wird die Hälfte schlecht, weil ichs nur für diesen einen Kuchen brauche (Looking at you, Leinsamenmehl :skeptisch2:). Deshalb hat bei den veganen dieser hier eindeutig gewonnen:

    Veganer Rotweinkuchen von eat-this

    Für omnivore Gelüste ists natürlich der vom Plachutta geworden. Aber auch nur, weil mein Opa kein eigenes Rotweinkuchenrezept hat :lol:

    Hier einmal - hoffentlich lesbar - abfotografiert:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
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    Oooh, da hätte ich sehr gerne das Rezept :sweet:

    Die Basis ist super einfach und schnell zusammengemischt:

    Für eine 24er Springform

    Trockene Zutaten:
    250g Mehl
    180g Zucker
    1 Pckg Vanillezucker
    2 EL Backkakao (oder mehr. Nimm mehr.)
    2 TL Backpulver
    1 Prise Salz

    Gewürze:
    1,5 TL Zimt
    1/2 TL Cardamom
    1/4 TL Nelkenpulver

    Nach Geschmack/Belieben:
    - Orangenschale
    - Zitronenschale
    - Sternanis
    - Muskat
    - Fenchel
    - bisschen Chili
    - Ingwer
    - Rum (Aroma)
    ...

    Feuchte Zutaten:
    80g geschmolzenes Pflanzenfett
    250mL Pflanzenmilch
    1 EL Essig oder Zitronensaft (ich kann Rotwein- oder Walnussessig sehr empfehlen)

    How to:
    Pflanzenmilch und Essig mischen, zur Seite stellen.
    Pflanzenfett schmelzen

    Alle trockenen Zutaten + Gewürze gut vermischen

    geschmolzenes Pflanzenfett + Milch-Essig-Mischung dazugeben, kurz unterrühren

    In die gefettete Form füllen, bei 180° je nach Ofen ca. 30-40 min backen.

    Mit der Basis kann man dann schön kreativ werden. Schoki drüber oder als Stücke in den Teig rein, Nüsse in jeglicher Form auch entweder in den Teig oder dann oben drüber, glasieren mit Orangenglasur, Kuvertüre oder was einem halt einfällt, mit Marmelade füllen kann ich mir auch gut vorstellen, oder eine leichte Creme dazu/rein... Ist ein Allrounder, der Kuchen. Und macht sich fast von alleine :D