Und dann hab ich noch im Buch "Nutrition and Metabolism of Dogs and Cats" nachgeschaut, 2024er Auflage. Da gibts ein eigenes Kapitel zum Thema Alter und Proteinversorgung und da wird deutlich darauf eingegangen, dass ein höherer Proteingehalt angeraten wäre, um Muskelschwund und verminderte Proteinbiosynthese auszugleichen. Die Quelle dafür ist aber auch nur ein einziges Buch von 2006, auf das ich grad keinen Zugriff hab.
Finds spannend, dass es dazu irgendwie nix Aktuelles gibt, aber ich schau nachher nochmal mit ein bisschen mehr Zeit genauer, das interessiert mich jetzt nämlich auch
Und weißt du wie lange er auf sich gestellt gelebt hat?
Weiß man nicht so genau. Laut Pass ist er 2016 geboren, was aber mMn gar nicht wirklich stimmen kann. Als er zu uns kam, ist er nochmal ein Stück in die Höhe und dann ganz ordentlich in die Breite gewachsen, niemals war der schon fast 5, als wir ihn übernommen haben.
Über seine Zeit in Rumänien weiß ich leider nicht viel. Da gabs viel Chaos, denn er ist mit Orga A nach Deutschland gekommen, da wollten ihn dann die Adoptanten doch nicht mehr haben, also war er schon wieder auf dem Weg zurück nach Rumänien, bis sich Orga B eingeschaltet hat und ihn kurzfristig doch auf eine Pflegestelle setzen konnte. Bei dem Hin und Her sind viele Infos verloren gegangen.
Er kam im Februar 2018 nach DE, im November haben wir ihn übernommen. Ich schätze, da war er so um die zwei Jahre alt, also war er etwa ein Jahr auf sich allein gestellt.
Leider war das Jahr aber wohl geprägt von Schmerzen, denn als man ihn gefunden hatte, war er in Draht eingewickelt (wahrscheinlich eine Hasenschlinge), der schon tief in die Muskulatur eingewachsen war. Wir wissen, dass er, als er nach DE kam, einen Hinterlauf gar nicht bewegen konnte und beide Hinterläufe wohl gefühllos waren.
Viel von seiner kurzen Zündschnur und seinem Hang zur Aggression ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sein Leben lange von Schmerz geprägt war und alles an Berührung/Interaktion mit anderen Lebewesen ziemlich sicher nicht angenehm war.
Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
Er ist mein erster Hund, deshalb hab ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Aber vieles von dem, was ihr so über eure Village Dogs schreibt, erkenn ich in Carlo wieder.
Das Wort, das Carlo am besten beschreibt, ist wohl eigenständig. Er weiß sehr genau, was er will und noch genauer, was er nicht will. Und dann kann er ein "Nein" auch äußerst deutlich kommunizieren.
Carlo lernt unglaublich schnell, vor allem Dinge, die ihm Vorteile bringen. Auch Verhaltensketten. Auch unerwünschte Verhaltensketten. Aber: sobald es anstrengend wird oder der Vorteil zu klein ist, sind diese Verhaltensketten genau so schnell wieder abgestellt, wie sie erlernt wurden.
Er ist ein Energiesparmodell durch und durch. Jagdliches Interesse bringt er schon mit, aber er wägt sehr genau ab, ob es sich lohnt, Energie ins Jagen zu stecken, wenn man stattdessen auch mit 100%iger Sicherheit einen Keks bei mir abholen kann. Tja, Keks gewinnt immer (und ich hab mich erst für eine so großartige Trainerin gehalten, bis ich auch verstanden hab, dass ich nur die sicherere Bank für ihn bin )
Trotzdem hat er sehr, sehr viel Spaß daran, mit mir zusammen zu arbeiten. Wir clickern sehr viel, arbeiten gerade an einem Obedience Online-Kurs und er ist mit Feuereifer mit dabei. Generell macht es ihm sehr viel Spaß, sein Köpfchen anzustrengen (und dafür Kekse zu verdienen).
Carlo liebt es, gestreichelt zu werden, aber so richtiges Kuscheln, ne. Es ist kuscheln genug, wenn sein Ohr auf meinem Oberschenkel liegt, oder seine Pfote meine Hand berührt
Er ist wahnsinnig territorial und möchte bitte Spaziergänge dafür nutzen, an den Grenzen zu patrouillieren. Da ists sehr spannend zu beobachten, welche Grenzen wie oft kontrolliert werden und welche nur alle paar Wochen mal. Irgendwo kreuz und quer durchs Territorium zu streifen, ne, da sieht er keinen Sinn drin.
Gemeldet wird alles. Immer. Mehrmals. Kann ja sein, dass der Nachbar diesmal wirklich hier einbrechen will. Aber er lässt sich da gut anleiten und wenn man ihm sagt, wer das ist, ist auch schnell wieder Ruhe.
Mit Fremdhunden kann er gar nicht. Er braucht Zeit, um den anderen Hund kennen- und einschätzen zu lernen, dann gehts aber mit den meisten Hunden recht schnell ganz gut. Vor allem, wenn sie seine Sprache sprechen und höflich sind.
Mit Menschen wars Anfangs sehr, sehr, sehr schwierig. Bevor er zu uns kam, gabs mehrere Beißvorfälle und er ist ausgerastet, wenn er fremde Menschen nur am Horizont gesehen hat. Inzwischen ist er mit Menschen zauberhaft Also, wirklich. Alle in unserer Straße mögen ihn, er hat mehr Menschenfreunde als ich und wir kommen an keinen alten Damen vorbei, ohne einen Plausch anzufangen. Er kann erst weiter gehen, wenn ihm gesagt wurde, dass er ein schöner Kerl ist Besuch? Gerne! Immer! Nur rein! Bitte den Hund streicheln! Und Kekse mitbringen!
Seine liebsten Hobbies sind auf Anhöhen stehen oder herumsitzen und die Gegend beobachten...
Kauft ihr das Fleisch im Supermarkt, oder kauft ihr BARF und kocht es?
Hier auch Supermarkt. Ganz oft Rindergulasch, das ist schon gestückelt, da muss man nix mehr anfassen. Packung auf, in den Topf rein, fertig (ich bin trotzdem froh, dass das hier der Mann macht. Ich kann Fleisch zwar anfassen, aber ich mag den Geruch beim Anbraten und Kochen nicht ). Ok, hab gerade nochmal nachgelesen, Rind ist vielleicht eher nicht so eure erste Anlaufstelle, aber gibt ja auch Hähnchengeschnetzeltes, da muss man auch nicht mehr schneiden.
Für Unterwegs kochen wir portionsweise in großen Gläsern ein, aber das haben wir bisher auch nur so für eine Woche gemacht, danach hat sich eigentlich immer irgendeine Möglichkeit ergeben, nochmal frisch zu kochen...
wie habt ihr euch ins Kochen für den Hund rein gefuchst? Habt ihr euch den konkreten Bedarf errechnen lassen, oder einen Onlinerechner genutzt?
Ich hab diverse Onlinerechner genutzt, selbst mit dem Zentek gerechnet und die Ergebnisse dann verglichen. Da kam überall so in etwa das Gleiche raus, was mich direkt beruhigt hat Dazu noch ein paar aktuellere Paper gelesen, vor allem was Stärkeverdauung betrifft und dann... einfach mal ausprobiert. Mir war wegen der chronischen Krankheiten nur wichtig, dass das Futter auch leberfreundlich ist, also hab ich da auch nochmal ein bisschen Zeit investiert, um herauszufinden, was "leberfreundlich" eigentlich bedeutet.
Ich wusste schon, dass Carlo auf zu viel tierisches Protein mit Sodbrennen reagiert und zu viel Fett auch Bauchweh macht, dass er Milchprodukte sehr gut verträgt, genauso wie Kartoffeln, dafür aber Reis nix für ihn ist.
Die ersten Portionen waren noch kleiner, da haben wir ein bisschen herumgespielt mit den Verhältnissen, bis wir bei einem Verhältnis von 1:1:1 von Protein:Kohlenhydraten:Ballaststoffen gelandet sind. An Ergänzungspulver gibts CookIt von Napfcheck drüber.
Hier waren die positiven Auswirkungen des Selbstkochens zum Glück sehr schnell zu sehen. Ich war am Anfang auch super unsicher, aber am Ende geht nicht so viel kaputt, wenn der Hund eine Woche lang nicht perfekt mit allen Nährstoffen versorgt ist. Ich ärger mich nur, dass ich nicht direkt vor dem Experiment Blutwerte hab checken lassen. So zum Vergleich...
Ein paar Dinge haben wir dann "on the fly" herausgefunden. Zum Beispiel dass er das Selbstgekochte noch besser verträgt, wenn es über Nacht erstmal kühl steht, am nächsten Morgen nochmal aufgekocht wird und dann erst portioniert wird. Oder dass es noch besser verträglich ist, wenn wir das Fleisch einen Tick länger kochen. Oder so Kleinigkeiten, wie zum Beispiel, dass ihm Mangold gar nicht schmeckt und der fein säuberlich aussortiert wird
Aktuell bastelt mein Mann an einer App für mich herum, damit ich den Nährstoffgehalt noch besser tracken kann und eeeendlich schöne Graphen und Auswertungen bekomme
Wir haben auch einen der Tests bei Canix durchführen lassen. War halt eins von drei Ergebnissen, die alle unterschiedlich waren
Aber Canix hatte die hübscheste Verpackung und das Ergebnis wurde auch per Post zugeschickt, nicht nur per Mail (falls das weiter hilft ). Dafür aber keine schicke Weboberfläche, in der man alle Daten nochmal anschauen kann, so wie es Embark hat. Und Canix hat von den drei Tests am längsten gedauert.
Ich bräuchte mal Rat bitte: ich suche nach einem qualitativen X- oder Y-Geschirr mit Haltegriff, der nicht so dünn und leicht ist/aussieht. Mit Polsterung und auch "gute" Verschlüsse (Cobra oä), Gurtband eher breit (>3 cm), lieber einfarbig als kunterbunt (der Hund hat "Motiv" genug ^^), gerne auch zum selbst entwerfen. Wenns geht, unter 70 Euro. Hundine (intakt) hat ca. 30 kg und noch 75 Brustumfang, ist aber auch erst 1.5 J alt. Bisher fand ich zB CaneStaff ganz gut (haben HB von denen), aber selbst bei denen sieht der Griff irgendwie klein aus, Bumer nix, Erpaki nix, Blaire nix, und ein paar Andere, wo ich auch nicht wirklich fündig wurde. Habt ihr noch Ideen?
Selbstkochen hat die Hundehaltung bei mir wirklich zum positiven verändert.
Hier auch. Wir kochen jetzt seit knapp einem Jahr für Carlo. Angefangen haben wir, weil er so ein paar Kleinigkeiten gezeigt hat, die mir in Summe aber zu viel waren. Nachts nicht mehr durchschlafen und nochmal raus müssen, alle paar Monate mal Sodbrennen oder Schmatzen und insgesamt wirkte er einfach so müde und schlapp und immer hungrig. "Ist das Alter" war mir nicht überzeugend genug - und siehe da, schon nach wenigen gekochten Mahlzeiten (bzw. bis wir das für Carlo optimale Verhältnis von Kohlenhydraten:Protein:Ballaststoffen gefunden haben) haben sich alle Probleme in Wohlgefallen aufgelöst
Dazu mehr Fell- und Augenglanz, schnelleres Krallenwachstum und er hat so gut abgenommen und wirkt nicht mehr so aufgebläht. Für uns war Selbstkochen auch eine richtig krasse positive Veränderung 💛
Und der Thread hier war auf dem Weg auch ganz wichtig und ich hol mir hier ganz viel Inspiration