Bei der ganzen Diskussion ums Alter darf man eines nicht vergessen: viele unserer Rassehunde werden seit Generationen, teilweise sogar seit gut 150 Jahren systematisch ingezüchtet. Dass das in einer Population unweigerlich zu einem Vitalitäts und Fruchtbarkeitsverlust, sowie einer verringerten Lebensdauer und einem geschwächten Immunsystem führt, darf keinen verwundern, der sich ernsthaft damit auseinandergesetzt hat.
Klar, dass da keiner, der selber Rassehunde hält, gerne darüber reden mag. Dann liesse es sich nämlich nicht mehr ganz so einfach auf die 'bösen' anderen zeigen, die sich bewusst Qualzuchtrassen kaufen, welche zweifellos und sehr eindeutig leiden.
Die Zuchtpraxis der systematischen Inzucht ist zweifellos ebenfalls ein Grund, weshalb bei sehr vielen Rassehunden die Alterserwartung in Westeuropa sinkt, anstatt, wie man bei einer 'gesunden Zucht' und der hiesigen medizinischen Versorgung, erwarten könnte, steigt. U. a. zeigt eine fortlaufende Studie des englischen Kennel Clubs diese Entwicklung leider relativ deutlich.
Natürlich ist Inzucht nicht das einzige Übel, aber es trägt durchaus seinen Teil dazu bei, dass gewisse Hunde jünger sterben, als sie es unter anderen Umständen tun würden.
Ich bin übrigens keinesfalls über die Thematik erhaben: ich halte selber (manchmal mit mehr, manchmal mit weniger schlechtem Gewissen) auch Rassehunde.