Koda und ich hatten gestern keinen schönen Trainingsabend. Also eigentlich war es gar nicht so schlimm, das meiste liegt wohl an mir.
Es fängt ja damit an, dass Koda in der Halle angeleint werden muss. Nicht, weil er sonst aus der Halle rennt, andere Hunde sind auch nicht da, sondern weil er jeden Zentimeter der Halle abschnüffeln muss (schließlich waren vorher andere Hunde drin und vielleicht hat sogar jemand Futter liegen lassen!) und kopfmäßig null bei mir ist. Und im Übermut macht er dann die Geräte auch ohne mich, was echt gefährlich werden kann.
Also ist eine Leine dran, damit er sich nicht fest schnüffeln kann und ich mehr Kontrolle über ihn habe, bis er sich länger als 5 Sekunden auf mich konzentrieren kann.
Als er noch jünger war, habe ich ihn anfangs erstmal die Halle erkunden lassen, bevor wir gestartet haben. Das hat aber augenscheinlich nichts gebracht, und seit kurzem kommt ja das Markieren dazu, was er natürlich in der Halle nicht soll, also bin ich zwischen den Geräten im Sekundentakt dabei meinen Hund zu ermahnen. Einmal musste ich lauter werden, da hat er mich dann kurz gemieden. Super frustrierend für uns beide. Aber da müssen wir durch, bis es im Pubertätshirn angekommen ist.
Meine Ausbilderin hilft in dem Moment auch nur bedingt, ihre Tipps an mich sind Rückruf üben (klappt, auch in der Halle), Ruhe üben (außerhalb der Halle fährt Koda schnell runter) und Grundstellung üben (dabei sagt sie zu anderen, dass sie mit Junghunden erst ab einem Jahr mit der BH Vorbereitung anfängt). Dieses extreme unkonzentrierte Verhalten zeigt er nur in der Halle, nirgendwo sonst.
Sobald er an einem Gerät arbeitet, ist er übrigens super. Leitern, steile Aufgänge, schmale Balken, Wippe, alles kein Problem. Manchmal ist er ein bisschen zu schnell und ich muss ihn bremsen, aber ansonsten ist er da auf mich fokussiert.
So eine Trainingssession dauert für Koda übrigens keine 15min und findet 1x pro Woche statt.
Ich muss mir jedenfalls mal einen Plan machen, wie ich seine Erwartungshaltung in der Halle runterfahren kann.
Als er jünger war, bin ich vorher mit ihm spazieren gegangen, damit er nicht ganz so frisch in die Halle kam. Aber dann war er in der Halle erst recht drüber, weil es zu viel war.
Mittlerweile kann er kopfmäßig mehr vertragen, deshalb überlege ich den Spaziergang wieder auszuprobieren (ansonsten mache ich an Trainingstagen kaum etwas mit ihm, er läuft dann einfach im Alltag mit).
Das ist wirklich der einzige Punkt, wo ich Probleme habe das richtige Gleichgewicht zu finden. Ansonsten läuft alles super. Im Flächentraining ist er übrigens überhaupt nicht so unkonzentriert. Wir haben zwar wechselnde Trainingsgebiete, aber da kann er sich auch freirennen und muss nur wenig Kommandos befolgen. Im Wald herrscht auch eine ganz andere Atmosphäre als in einer kleinen Industriehalle.