Betti kann in der Stadt, so 5-15 Hunde pro Gassigang, viel besser mit umgehen, als hier auf dem Dorf. Wir leben ja immer alle 2 Monate im jeweiligen Gebiet.
In der Stadt hat sie die Routine. Es passiert ja quasi ständig und ist gut eintrainiert. Im Moment auf dem Dorf bedeutet ein einzelner Hund mega Aufregung. Aber dafür sieht man auch nur einmal die Woche einen, wenn überhaupt. Und die Abstände sind häufig so groß, dass Betti auch ohne Leine dann bei uns bleibt. In der Stadt braucht sie kurze Leine, sonst regelt sie selbst und das Ergebnis ist immer mies.
Für mich persönlich ist Dorf sehr viel entspannter. Betti fängt dann irgendwann an sich zu langweilen und will weniger spazieren. Eigentlich fast kaum. Trotz vieler Möglichkeiten und Wildtiere zum fast Anfassen. Allerdings ist sie wahrscheinlich auch alt und das soll so. Möglicherweise. Sie wirkt hier älter. In der Stadt wird sie durch die Chance auf Abenteuer motiviert und geht seeeehr gern spazieren. Am liebsten immer neue Straßenschluchten ohne Gras betreten zu müssen.
Also Stadt und Land hat Vor- und Nachteile. Das Erahnen wie der Hund sich dort, am jeweilige anderen Ort, entwickeln würde, finde ich schwierig.
Wäre Betti hier aufgewachsen würde sie wahrscheinlich kaum den Hof verlassen, Mäuseln und Besuch müsste aufpassen. Wer uns in der Stadt trifft, würde das nie vom Asphaltflanierhund, der sich freut wenn es an der Tür klingel, erahnen.
Reaktiv und leidenschaftlich (und unsicher) ist sie aber überall. Ich bin jedes Mal fasziniert mit wie wenig sie sich hier auf dem Dorf zufrieden ist. Mir fehlt da oft die Bewegung.
PS hier interessiert es aber auch keinen wenn der Hund ausrastet. Das ist normal. In der Stadt werde ich dann häufig vom anderen Hundehalter oder Beistehenden ausgeschimpft. Und wegen der Leine dann noch dazu. Ich bin an allem Schuld, laut den Leute.