Beiträge von BettiFromDaBlock

    Wenn ich mich mit meinen pädagogischen/hündischen Wissen auf meinen Balkon stelle und auf der Wiese davor Eltern mit Kind/ Halter und Hund beobachte...

    Aber jeder wie es ihm in den Fingern juckt. Mein Hobby und meine Baustelle wäre es nicht. Gerade mit "schwierigerem" Hund habe ich aufgehört mich in anderer Halter Schuhe zu projizieren.

    Bei älteren Menschen, denen scheinbar ein Problem zu schaffen macht, da bin ich die erste die fragt, ob ich was für sie tun kann.

    Nur weil man selbst einen Hundehalter hilflos empfindet oder es anders machen würde, muss das der Hundehalter nicht so sehen.

    Als jemand, der schon viele Ratschläge von anderen bekommen hat (niemals Hund hochheben und co), empfinde ich den ungefragten Aufklärungsgedanken als übergriffig.

    Solange das Geschehen keinen Einfluss auf mein Leben hat oder ich gefragt werde, halte ich mich raus. (von Gewalt am Tier abgesehen)

    Früher gab es weniger Regeln und Weisheiten über Hundehaltung. Da war ein Hund ein Hund. Jetzt muss nicht nur der Hund sich der Gesellschaft anpassen, sondern auch der Hunderhalter professionell agieren. Warum dürfen die Leute ihre "Fehler" nicht selbst probieren und sich selbst entwickeln?

    Ich schiele zum Hund und frage "Haben wir die Problematik unter Kontrolle"? Kommen gerade vom Park und sind durch die ravende Jugend gelaufen als wäre nix. Nenne ich definitiv Fortschritt 😅

    Zumindest haben wir seit anderthalb Jahren keine blauen Flecken mehr und entwicklungstechnisch riesen Sprünge gemacht. Heißt allerdings auch morgens 5Uhr Gassi zu gehen. Training bis zum Abwinken, viiiiiele Ruhe/Lernpausen. Eigene Körpersprache anpassen (ich muss manchmal laufen wie ein Weihnachtsmann mit Swag). Mit Hund ins nirgendwo, um gute Momente aufzubauen. Unendlich viel über sich selbst lernen, um die eigenen Ansprüche/Muster nicht auf den Hund zu übertragen. Unsicherheiten und Aggressionen aushalten lernen...

    Meine Hündin wurde zum Beispiel frisch operiert, selbst für 2min vor der Haustür muss seitdem der Maulkorb drauf. Damit ich agieren kann ohne mich um etwas zu sorgen. Egal, ob mein Hund da jetzt Ansätze zeigt oder nicht. Ich weiß ja, instabiler Hund reagiert instabil. Also räume ich mir die Komponente aus dem Weg.

    Meinen und wahrscheinlich auch deinen Hund wird nie jemand unaufmerksam führen können. Wichtig ist zu wissen warum etwas passiert. Dann wird der Hund einschätzbarer. Man kann dann die Umwelt/das Training passend gestalten.

    Zum Maulkorb aufsetzen. Eigentlich hab ich das Draht nur mit Leberwurst eingeschmiert, drauf und ohne lange rummachen zu gemacht. Hatte das zumachen vorher geübt, weil das Leder noch so frisch war.

    Bei euch fände ich ja interessant, ob dein Hund sich vom TA, Tierheimmitarbeiter oder draußen oder oder.. den Maulkorb draufmachen lässt.

    Wir können hier auch nur erahnen wie sich bei euch die Situation abspielt. Deshalb rate ich dir hier keine Experimente zu machen. Da müssen Profis vor Ort helfen.

    Wahrscheinlich würde ich mir jemanden mit Ahnung holen, der den gutsitzenden (!) Mauli drauf macht und den für eine Weile einfach drauflassen. Essen, Trinken, Schlafen geht auch mit Maulkorb. Bis ihr wisst wie der Hase läuft.

    Das Gefühl, wenn man vom eigenen Hund gebissen wird, muss man ja auch loslassen lernen. Und ich hätte das selbst nicht gekonnt, wenn ich nicht gelernt hätte, was in der Situation genau passierte.

    Ah, ich drücke euch echt die Pfoten. Ja, auch ohne große Hundeerfahrung kann man lernen die Situation zu managen. (sofern der Hund einschätzbar ist) Aber da kommt es drauf an wieviel Hilfe man in Anspruch nimmt und wie man das gestaltet.

    Selbst mit Hundeerfahrung hat mein Kopf die ersten Monate geraucht, konnte kaum noch essen..

    Pass bitte auf dich auf!

    Ich sitze hier schon eine Weile auf den Fingern und weiß nicht, ob ich hier mitschreiben soll.

    Allerdings habe ich auch einen Hund, der nach vorne geht in der Großstadt und mit den Zähnen bereits in mir gelandet ist. Zudem durfte auch ich die Erfahrung von Angst- und Panikstörungen machen. (hatte eine spektakuläre Therapeutin in München, lebensverändernd- und verlängernd)

    Das ein Hund beim TA ruhiger ist, kann an verschiedenen Komponenten liegen. Auch eine einfache Reizüberflutung und der Tatsache, dass er dort einfach noch keine Strategien entwickeln konnte wie Zuhause. Ist bei meiner Hündin z.b. so. Die Unsicherheit über die Motivation macht deinen Hund nicht sicherer im Umgang.

    Nach dem ersten Biss hier, habe ich sofort angefangen Maulkörbe auszuprobieren und Trainer kontaktiert. Ohne großes Schönfüttern. Mein Körper, mein Wunsch nach Unversehrtheit. Jetzt haben wir 5 verschiedene MaulkorbModelle im Haus. Unser gemeinsamer Liebling war definitiv nicht teuer. Sobald mein Hund Unsicherheiten zeigt, kommt der drauf. Noch wichtiger ist allerdings, wenn ich Unsicherheiten zeige oder anderweitig Stresserfahrungen durchmache, kommt der Maulkorb drauf. Das bin ich allen Beteiligten schuldig.

    Die Tatsache, dass der Hund bisher nur dich angegangen ist, finde ich bedenklicher als wenn er wegen Unsicherheiten nach außen schnappt.

    Gerade in der Komplexität eurer Situation unbedingt einen Trainer suchen. Dieses im (unerkannten) Muster agieren wie @Lurchers erwähnt kann ein riesen Thema sein. Ein Trainer kann da Dinge sehen, die man in der Situation selbst gar nicht betrachten konnte. Zu verstehen warum Dinge passieren, macht sie nicht weg, aber das Vertrauen kann aufgebaut werden.

    Gönn dir und deinem Hund dieser Situation zu entsteigen. Ihr habt Beide mehr verdient, als ein unsicheres Leben miteinander. Manchmal muss man erst mittelmäßige Monate haben (mit Maulkorb), um danach das Leben zu genießen.

    Ich glaube meine Hündin ist eine Verhaltenskettenqueen. Das hat Vor- und Nachteile.

    Die spannendste Verhaltenskette ist aktuell Spuren von Hunden nachgehen, um Hunde zu sichten und per Click for Blick Leckerlis zu kassieren.

    Sie hasst und fürchtet Hunde abgrundtief. Aber hat kapiert umso mehr Hunde wir sehen desto mehr Leckerlis. Natürlich muss ich nun dagegen arbeiten. Weil jede Art von Erregungslevel bei uns schnell ins Negative kippen kann. Im Grunde hat sich daraus ein stressiger "Job" entwickelt.

    Es gibt allerdings unzählige positive Verhaltensketten die Betti sich ausgedacht hat, die mir das Leben erleichtern.

    Aber bin mir unsicher wo die Grenze zwischen erlernt und nicht erlernt ist. Schließlich zeigen wir ja auch nonverbal im Alltag ständig was wir erwarten. So überraschend kommen diese Verknüpfungen ja dann nicht. Und sobald ich einmal mit kichern oder ähnlichem auf etwas reagiere, wiederholt und probiert sie halt 🤔

    Naselecken hat sie so gelernt. Hat sie gemacht, ich gekichert. Da reicht einmal positiv reagieren und sie merkt sich das. Wenn ich jetzt an genau diesen Ort auf den Boden sitze, kommt sie an und leckt die Nase bis ich kichere. Nirgendwo sonst passiert dieses Spiel.

    Dieser scheint die Theorie zu haben, dass er sich am sichersten fühlen kann, wenn er alles kontrollieren kann. Und wie kontrolliert man seine Umgebung am besten? Richtig, in dem man ihr Angst macht. Schul-Bully-Logik.

    Bitte such dir einen Trainer, der dir das Verhalten von Hunden erklärt.

    Deine Logik ist menschlich gedacht und zeigt dass du nicht verstanden hast, was ein ängstlicher Hund braucht. Dein Hund ist kein bully. Er spricht mit Euch schon lange bevor er knurrt, aber du siehst nicht was er sagt. Bietest ihn keine Anleitung, zeigst keinen Schutz.

    Natürlich hat das Kind nix am Hund zu suchen. Warum sollte es das Recht haben ihn anzufassen? Aber noch fraglicher ist, warum du nicht dafür sorgst, dass dein Hund überhaupt auch nur annähernd angefasst werden kann? Du weißt doch das er nicht mit Menschen kann? Das lese ich schon nach zwei Zeilen.

    Ein Tier, das Angst hat und nicht fliehen kann, kann doch nur nach vorne gehen und aktiv sein, um sein Leib zu schützen. Das ist ein natürlicher Instinkt. So überlebt das Tier.

    Also fix einen Trainer suchen, der sich mit der Problematik auskennt. Du sagst ja selber dein Training funktioniert nicht. Und nein, einen ängstlichen (nach vorne gehende) Hund wirst du nicht in einen ÜberallDabeiHund verwandeln. Erst recht nicht, wenn du so passiv schützt/anleitest.

    Ich habe genau so ein Exemplar. Und mich schüttelt es massiv beim fehlenden Verständnis für die Situation deinerseits.

    Menschliche Gedankengängen haben nix mit hündischen Verhalten zutun.