Wieviel seid ihr denn aktuell unterwegs? Kann man da kürzen?
Ich habe eine sehr umweltunsichere Hündin, die bei Fremddüften vor Schreck wegrannte oder auf dem Geweg erstarrte/pinkelte. Zum Beispiel beim Geruch menschlicher Kleidung, Dönerpapier oder Essensreste. Auch bei bestimmten HundePinkelpfeilern sprang sie mir plötzlich panisch in die Beine. Ich musste ihr ganz viel Zeit geben, sehr viel Routine, Ruhetag um die Daueranspannung zu stoppen. Kommt da Stress auf den nächsten Stress kann sich der Hund nicht erholen. Ich muss heute noch zu 80% immer dieselbe Runde mit ihr gehen. Aber die meisten Reize kann sie nun zumindest zuordnen. Gruselige Orte/Dinge zeige ich ihr, aber sie hat auch gelernt mir zu Vertrauen. Nur diese Verschenkekisten auf dem Gehweg sind eine dauerhafte Challenge.
Wir sind aktuell relativ wenig unterwegs, kürzen könnte man nicht. Gehen über den Tag verteilt kleine kurze Runden a max 20 Minuten....danach ist er auch platt bzw wenn ich länger gehen würde wäre er total überreizt und würde wieder in alte Muster verfallen. Unser Tagesablauf ist deinem aber sehr ähnlich tatsächlich :) viel Ruhe bzw Ruhetage, immer die gleichen Runden, schauen dass sich der Stress nicht "stapelt". Aber dass ein Hund so vehement auf eine Pipistelle reagiert war mir neu.....
Wie laufen Hundesichtungen ab? Gibt es Hundekontakte? Ist das auch ein Stressfaktor?
Das war bei uns der allergrößte Stress. Alles was nach Hund und Mensch riecht, ist gefährlich. Einmal hat jemand einen Kratzbaum vor die Tür gestellt. Betti im Ninjagang rangerobbt. Geschnuppert. Und dann schreiend gegen meine Beine gerannt.
Also ich glaube eure Situation sofort.
Über ein Jahr lang bin ich nachts um 3Uhr oder am Wochenende gegen 6Uhr spazieren gegangen. Manchmal auch nur 5min in eine Richtung und wieder nach Hause. Wenn ihr die Möglichkeit habt direkt rauszufahren, würde ich das für den Anfang öfter machen. Oder im Garten entspannen lernen. Rückfallpotentiale gibt es bei uns noch nach 3 Jahren. Allerdings konnte Betti auch nicht viel mit Menschen (und Kooperation) anfangen.
Drück euch die Daumen!