Beiträge von Boerkur

    Hallo,

    ich denke nicht dass es nur alleine das Autothema ist, sondern dass ihr da "ganzheitlich" ansetzen müsst. Sprich ich vermute das der Hund generell Probleme hat mit Frust aushalten, Runter fahren, Verbote annehmen oder Warten? Wie ist er denn so auf Spaziergängen unterwegs? Immer unter Volldampf? Und beim Auto fahren zeigt es sich nur am stärksten/ nervigsten.

    Ich persönlich würde versuchen "überall" anzusetzen, dass der Hund einfach Mal lernt, "Du bist nicht dran, entspann dich!" und sehr genau schauen wie er sich auf den Spaziergängen verhält und da ggf. auch alles eher ruhiger gestalten.

    Parallel mit dem Alleine bleiben Thema starten und Mal schauen ob ihn das Kauen/Schlecken im Auto wirklich beruhigt oder er eher noch mehr Hochfährt weil er so aufs Futter geiert?

    Ich nehme wenn dann nur einen Hund mit, drei große Hunde mit in ein Restaurant schleppen, käme.mir irgendwie unpassend vor. Ausnahme, wenn ich auf Wanderungen irgendwo einen Zwischenstopp einlege. Die legen sich brav unterm Tisch und warten, nass, schmutzig,etc..kommen sie nicht mit.

    Ich bin auch nicht begeistert wenn Hunde in Gaststätten auf die Sitze kommen, rumjaulen, zu anderen Gästen rennen und betteln oder erstmal so richtig schön lospöbeln wenn andere Hund vorbei gehen. Ich rufe vorher an, wenn möglich und Frage nach. Geht es nicht, bleiben sie halt zu Hause oder ich organisiere um.

    Persönlichkeit ist ja einfach auch unfassbar komplex, dass kann man glaube ich gar nicht klar zu ordnen.

    Meine Hunde sind vom Charakter auch alle arg unterschiedlich. Trotzdem kann ich da jetzt keinen klaren Favoriten in Sachen Kompatibilität mit mir erkennen .

    Was sie alle eint ist ein hoher Arbeitswillen und eine hohe Kooperationsbereitschaft und das ist mir tatsächlich auch mit am wichtigsten.

    Ich finde schon, dass man für manche Rassen / Problemhunde einfach Hundeerfahren sein sollte. Nicht weil einen ein Havaneser ganz toll auf einen Malinois vorbereitet, sondern, weil man mit den "ganz normalen Problemen" schon einmal zu tun hatte und manche Dinge einfach realistischer einschätzen kann und man vllt. auch einfach weiß, was man auf gar keine Fall will oder leisten kann.

    Ich bin auch vom "klassischen Alltagshund" nämlich einem Labbimix, auf den Malinois gekommen und ich bin sehr, sehr froh, dass ich die ganzen Anfängerfehler bei meinem netten, einfachem Labbi eingebaut habe und nicht bei der Bodenlenkrakete die gerne alles was im umkreis von 50m existiert, dass atmen verbieten möchte - damit wäre ich nämlich ganz, ganz böse auf die Nase gefallen. Jetzt habe ich vier alltagstaugliche Hunde, die in einer anderen Reihenfolge eine absolute Katastrophe gewesen wären.

    Bei Hundebegegnungen habe ich den ganz klassischen Fehler gemacht und meinen Labbi als Welpe und Junghund da völlig unstrukturiert und unbegleitete in Fremdhundebegegnungen gelassen und viel zu spät erkannt, dass der eigentlich nicht so richtig Bock auf andere Hunde hat. Bei den Malis von Anfang an anders rangegangen und die ignorieren andere Hunde einfach weg. wäre auch blöd wenn nicht, die finden alles außerhalb ihres Sozialverbandes ziemlich überflüssig.

    Leinenführigkeit mit völlig beknackter Methode aufgebaut und an der Leine einfach einen gestressten Hund, die Malis schluffen völlig entspannt neben mir her. Der Labbi steckt Stress aber viel besser weg, als die Pommestüten und würde auch nicht im Traum darauf kommen mir als Übersprunghandlung Mal eben in den Arm zu pflastern, dass würde ich den Belgiern durchaus zutrauen.

    Kein "Ende" Signal für Spiel und Co etabliert, beim Labbi nicht so wild, der neigt überhaupt nicht dazu sich irgendwo reinzusteigen... Wäre gerade bei meinem "kleinen" Mali hässlich geworden.

    Also wirklich nichts großes....was mir aber bei den beiden Schäferhunden definitiv um die Ohren geflogen wäre.

    Das sind alles "Kleinigkeiten", aber ich bin sehr dankbar, dass ich die mit meinem Labbi durch habe und da bei den restlichen Hunden einfach eine ganze Ecke schlauer war.