Dino (inzwischen 7, ebenfalls ein Auslandshund, seit rund 4,5 Jahren bei mir) hat auch so seine Tage, an denen er grundlegend "schlecht drauf" ist bzw. eben tendenziell nervöser ist und dadurch dann schneller reagiert als sonst. "Reagieren" sieht bei Dino häufig so aus, dass er den triggernden Reiz gerne angreifen würde 
Am Anfang (2019) war das bei ihm quasi Dauerzustand. Der Hund stand einfach so dermaßen unter Strom und hatte keinerlei Ahnung, wie er denn nun am besten mit sowas umgeht. Da kam dann ich ins Spiel: ich musste Dino zeigen, dass ich eine Lösung parat habe.
Da vorne kommt ein Mensch mit Rucksack? Ja mei, wechseln wir eben die Straßenseite oder warten kurz abseits des Waldwegs. Ist letzteres der Fall, wird Dino fürs ruhige (!) Anschauen des Reizes belohnt - den Keks gibt's aber erst, wenn er von selbst zu mir schaut.
An Dinos schlechten Tagen hat das alles gar nicht funktioniert und wir sind dementsprechend nur wirklich kurze Runden a 15-20 min gegangen, damit er sich entleeren konnte. Kein Training, kein Spielzeug, nix - nur raus, um den Block, wieder rein. Und auch zu Hause hatte Dino dann Sendepause. Da gabs dann auch kein Training o. Ä., stattdessen dann einen Kausnack, an dem Dino lange zu tun hat. Das beruhigt nämlich auch und hat dem Spinner sehr oft beim Abschalten geholfen.
Mittlerweile ist der Knallkopf älter, reifer und geduldiger geworden und es gibt kaum noch Tage, an denen er seine Zwangspausen braucht.
Seit Wochen (!) sind Dino Fahrradfahrer egal, auch wenn die uns mit Karacho überholen und ich das zu spät mitkriege: Dino zockelt einfach entspannt weiter. Ganz selten mal guckt er den Radfahrer schief an, und noch seltener muss ich Dino mit einem "Lass es" daran erinnern, dass er den Radfahrer nicht anmotzen muss. Früher hat er jedem Radfahrer das Existenzrecht abgesprochen.
Die Sache ist halt die: auch wenn deine Trainerin das Pensum als okay empfindet - Louie zeigt dir ja auf seine Art und Weise, dass es scheinbar eben doch manchmal zuviel ist.
Kürz die Spaziergänge mal ein. Statt ner Stunde im Wald dann eben nur ne halbe Stunde.
Lass die 3 h-Wanderungen am Wochenende mal sein oder lass wenigstens Louie zuhause, gerade wenn du das Gefühl hast "nee, heute ist der nicht gut drauf". Geh doch stattdessen mit deinem Mann eine schöne Runde - hundefreie Zeit kann auch unheimlich erholsam sein (besonders, wenn man Mehrhundehalter ist ...)
Wenn du Louie trotzdem mitschleppst, tust du weder dir noch ihm einen Gefallen.
Hier gibt es nach anstrengenden Erlebnissen mit den Hunden immer (!) einen Tag Sparprogramm. Dino z. B. war am Freitag so dermaßen platt von der Gruppenstunde Unterordnung, dass der die Abendrunde völlig verschlafen hat. Kommt sonst nicht vor, der Herr besteht auf die Abendrunde - das spricht dementsprechend Bände, wenn er die Abendrunde verpennt. Also gabs am Samstag nur einen kurzen, entspannten Morgenspaziergang für ihn und sonst eben Gartenzeit gemischt mit weiteren kleinen Löserunden. Eben weil ich meinen Knallkopf mittlerweile so gut kenne und weiß, dass er bei größeren Aktivitäten direkt danach die Nerven über Bord geschmissen hätte und wieder in alte Muster gefallen wäre. 
Es ist völlig in Ordnung, auch mal nix mit dem Hund zu machen. Auch mal ohne den Hund spazieren zu gehen. Auch mal nur Pipirunden zu drehen und danach gemeinsam mit dem Hund aufm Sofa rumzufläzen.
Du sagst ja schon, es gibt Tage, an denen es nur vier kurze Spaziergänge gibt. Das ist super, und es ist auch voll ok, dass ihr dann eben 15-20 min lauft, bis Louie sich entleert. Denn das ist ja das Ziel dieser kleinen Runden - der Hund soll sich (halbwegs) leerpinkeln.
Aber was spricht denn dagegen, dass es mehr Tage gibt, an denen ihr eben nur Löserunden dreht? Gerade dass ihr immer erst die lange Straße hinter euch bringen müsst, ist dabei doch super - dann sieht Louie immer die gleiche Strecke, hat (fast) immer die gleichen Reize und die eventuell schon überforderten Murmeln im Kopf werden nicht großartig weiter belastet. Probiert es doch einfach mal, das Programm runterzufahren.