Ich finds ja echt schön, daß hier so viele sind, die offensichtlich in akuten Notsituationen, welchen sie sich unvermittelt gegenüber sehen, sehr besonnen handeln können, unter völliger Ausschaltung des dann herrschenden emotionalen Stresses, und genau wüßten, was sie tun und daß es das Richtige wäre.
Hey, ruhig Blut. 
Ich war schon oft genug in akuten Notsituationen und konnte da nur deshalb ruhig bleiben und sinnvoll handeln, WEIL ich mich vorher informiert habe, wie man da am besten handelt. Und das oft nicht mal bewusst, sondern übers Mitlesen hier im Forum.
Am prägnantesten war da der Beißvorfall vor 2 Jahren. Da hat mein! Hund zwei kleine Hunde angegriffen und den einen nicht mehr losgelassen. Ich hab in den Jahren vor diesem Beißvorfall immer wieder gelesen, dass es nix bringt, den angreifenden Hund in diesem Moment zu treten, mit nem Stock drauf einzuprügeln, Wasser drüber zu schütten etc. pp. - das einzige, was in einem Großteil der Fälle funktioniert, ist das Abschnüren der Luft. Entweder mit der Leine oder direkt mit dem Halsband. Und diesem Wissen hatte ich es zu verdanken, dass die kleinen Hund mit einem ordentlichen Schrecken und oberflächlichen Kratzern* davon gekommen sind.
Genau deshalb informiert man sich doch über solche Situationen, auch wenn man denkt, dass einem selbst das natürlich niemals passiert.
Hätte ich jemals damit gerechnet, dass mein Hund derart reagiert, weil ich 2 Sekunden lang nicht aufgepasst habe? Nein.
Hat mir das Wissen geschadet? Nein, absolut nicht. Im Gegenteil, es hat mir und den kleinen Hunden wahrscheinlich den Arsch gerettet.
Genau deshalb belegt man doch z. B. auch Erste Hilfe-Kurse: damit man im Ernstfall weiß, was zu tun und wie zu handeln ist. Dieses Wissen gibt einem selbst ja auch eine gewisse Sicherheit, und erst wenn man diese Sicherheit hat, kann man in solchen Situationen einen kühlen Kopf bewahren. 
Auch bei den EH-Kursen verändern sich immer wieder die vermittelten Informationen, weil es z. B. neue medizinische Erkenntnisse gibt (wie im Fall "Hitzschlag beim Hund"), weil es neues Equipment gibt usw., und genau deshalb macht es doch schon allein aus theoretischer Sicht Sinn, dieses Wissen immer wieder aufzufrischen.
Übrigens: nachdem der Beißvorfall als solcher aufgelöst und die kleinen Hunde samt Besitzern davon waren, wars vorbei mit meiner Ruhe. Da hatte ich dann vor der versammelten Gassitruppe nen absoluten Nervenzusammenbruch und bin heulend, mit dem wie Fort Knox gesicherten Hund (der ebenfalls völlig von der Rolle war), zurück zum Auto gestapft.
Und das ist sicher nicht nur bei Beißvorfällen so, sondern auch bei allen anderen Situationen, in denen man einfach nur funktioniert. Man schaltet den emotionalen Stress nicht bewusst aus - das passiert automatisch. Quasi wie Fight or Flight. Und erst wenn das Adrenalin, das in einer solchen Situation im Körper freigesetzt wird, langsam abebbt - erst dann trifft einen der emotionale Stress. Und das meistens richtig hart. Die Schilderung des Beißvorfalls und wie mich das beeinflusst hat kann man übrigens in meinem Pfototalkthread nachlesen. Ist aber eben 2 Jahre her, man wird also dementsprechend graben müssen... Ich sag nur so viel: spurlos ist das an mir nicht vorbei gegangen.
*ob es weitere Verletzungen gab, weiß ich nicht. Ich hatte den Haltern meine Daten gegeben und ein, zwei Tage später auch versucht, selbst in Erfahrung zu bringen, wie es den Hunden geht. Hab keine Antwort bekommen.