Generell ist mir die Rasse recht egal
Das würde ich an deiner Stelle noch mal überdenken. Shiba Inu z. B. sind ... speziell, deren Art muss man schon mögen. Ich kenne eine Hündin persönlich und hab sie auf mehreren Social Walks beobachten können - die kann mit anderen Hunden nichts anfangen, ist eher nicht an Mitarbeit interessiert und generell eher ein Hund der Marke "Wasch mich, aber mach mich nicht nass". Ein Rüde aus meinem Bekanntenkreis ist schon fast autistisch veranlagt: der kommt mit Veränderungen gar nicht klar, neigt zum Kontrollwahnsinn usw.
Klar gibt's bei den Shibas auch tolle Hunde, die verhältnismäßig unkompliziert sind, aber man sollte das immer im Kontext der Rasse sehen, finde ich. Deshalb fänd ichs schon wichtig, dass die Rasse zumindest als grobe Richtlinie eine Rolle spielt. Stünde ich jetzt vor der Frage, ob ich in meine bestehende Gruppe einen Goldie oder einen Schäfi integriere, würde ich tendenziell - Charakter und Baustellen des Hundes außen vor - eher zum Goldie tendieren, weil die tendenziell netter und unkomplizierter sind als Schäfis.
So, und dann mal zu deiner eigentlichen Frage ...
Ich hab hier die Konstellation unsicherer+gefährlicher Hund (Dino), ängstlicher+netter Hund (Bonny), und selbstsicherer+netter Hund (Masha).
Dino erfordert in meinem Alltag insbesondere beim Gassi viel Aufmerksamkeit, deshalb geht der überwiegend alleine Gassi. Als Bonny noch fitter war, bin ich regelmäßig mit beiden zusammen spazieren gegangen - das ging, weil Bonny wirklich unkompliziert war/ist. Das war solange entspannt, bis ich Dino halt managen musste. Zwei Leinen halten, während ein Hund gerade ausrastet, ist nicht sooo super, zumal Bonny sich dann auch gerne von Dino anstecken lässt 
Als Masha dazu kam, bin ich mit allen dreien Gassi gegangen. Gleiches Schema: solange Dino sich nicht aufregen musste, wars super entspannt. Bei Masha muss ich halt nur drauf gucken, dass die nix vom Boden frisst, die ist da wie'n Staubsauger unterwegs. Aber sobald sich Dino wegen irgendwas hochgefahren hat, wars aus mit der Gemütlichkeit - und da Masha zu dem Zeitpunkt zwischen 40 und 45 kg hatte, war das teilweise schon echt anstrengend.
Was ich sagen will: der Zweithund kann noch so nett und entspannt sein, früher oder später wirst du mit der Gruppendynamik zu tun haben. Das muss nicht dauerhaft der Fall sein, aber ich würde mich darauf einstellen, dass der Zweithund eventuell Auswüchse in die Richtung zeigt. Und dann musst du dich auch fragen: kannst/willst du das händeln? Kannst/willst du zu Trainingszwecken dann immer noch regelmäßig getrennt spazieren gehen?
Dino ist z. B. auf unseren Social Walks auch grundsätzlich "entspannter" und unauffälliger als bei Einzelspaziergängen, weil er sich zum einen an der Gruppe orientieren kann und zum anderen, weil er in der Gruppe dann doch lieber kleine Brötchen backt (außer ein anderer Hund geht ihm auf die Nerven). Wir sind sehr unregelmäßig mit der Gruppe unterwegs, weils bei mir nicht immer passt - deshalb kann sich bei Dino auch kein richtiger Gewöhnungseffekt einstellen und er bleibt beim "kleine Brötchen backen".
Hier in meiner Gruppe zuhause sieht das anders aus.
Was Rasseempfehlungen angeht: da würde ich grundsätzlich eher bei den ohnehin schon unkomplizierteren Rassen gucken. Von deiner Liste z. B. würde ich deutlich mehr zum Malteser tendieren als zum Shiba Inu oder Golden Doodle (die von der Fellpflege her eine echte Pest sein können).
Wenn ich so auf meinen Werdegang zurückschaue, dann hätte ich es damals bei der Konstellation Dino+Bonny belassen. Das war wirklich super entspannt, weil Bonny (auch wenn die sich von Dino anstacheln lässt) absolut harmlos und easy zu führen ist. Die ist ein bisschen kleiner als Dino (48 cm; Bonny hat 38 cm), wiegt auch nur 15-17 kg, und ist damit viel einfacher zu bremsen als zB Masha mit 70 cm Schulterhöhe und ~35 kg.
Allerdings sind drei Hunde ja ohnehin mehr Arbeit als nur zwei; rein von der Überlegung "unsicherer Hund plus souveräner Zweithund" will ichs aber mal erwähnt haben. Dazu kommt noch, dass Bonny beim Einzug schon 11 war und nicht so viele Ansprüche hatte wie z. B. Dino, das hats ja noch mal einfacher gemacht.
Das beste wäre tatsächlich, wenn du den angedachten Zweithund quasi zum Probewohnen mitnehmen könntest. Darauf lässt sich aber nicht jede Privatperson ein, das würde ich im Hinterkopf behalten.