Ich halte alle drei Rassen für ungeeignet.
Den Schutztrieb stellt man sich immer soo romantisch vor. Dass der Hund treu die Familie beschützt, wenn ... ja, wenn was überhaupt? Wenn Besuch rein möchte? Wenn der Postbote klingelt? Wenn man auf der Straße angesprochen und nach dem Weg gefragt wird?
Schutztrieb ist mehr als nur "passt auf Haus und Familie auf". Der muss gelenkt werden, ihr müsst dem Hund jederzeit klar machen können "Ey nicht dein Job, alles gut".
In den meisten Fällen haben Wachhunde heute keinen richtigen "Job" mehr. Die Zeiten, in denen man 500 m zum nächsten Nachbar hatte und sich vor Einbrechern fürchten musste, sind längst vorbei.
Ich habe drei Schäferhund-Mischlinge, zwei mit normal ausgeprägtem Wach- und Schutztrieb. Der Rüde findet Besuch scheisse und beißt definitiv, wenn jemand Fremdes (egal ob ich dabei bin) aufs Grundstück kommt. Da bleibt dann nur Wegsperren für die Zeit des Besuchs.
Die Hündin ist Fremden gegenüber aufgeschlossen - wenn ich dabei bin und ein Auge darauf habe und wir nicht gerade auf unserem Grundstück sind.
Noch dazu braucht gerade der Schäferhund oft rassegerechte Beschäftigung auf dem Hundeplatz. Wer von euch ist gewillt, 1-2x die Woche auf den Hundeplatz zu gehen und stundenlang zu trainieren, damit der Hund ausgeglichen ist? Auch nach der Arbeit, auch bei Wind und Wetter?
Der Bernhardiner ist mittlerweile eine sehr kranke Rasse. Durch die schiere Größe sind Herzprobleme und Krebs häufig vorprogrammiert, die Hunde werden selten älter als 9 Jahre.
Was spricht gegen einen Labrador? Das sind nette Familienhunde, die je nach Typ auch melden, wenn sich jemand Fremdes eurem Haus nähert. Klar wollen die auch beschäftigt werden, aber da reicht vielen Labbis auch hobbymäßige Dummysuche auf dem Spaziergang. Und das Thema Besuch ist bei vielen Labbis auch wesentlich unproblematischer als beim Schäfi oder Rotti.