Ich grätsch grad mal dazwischen 
Bedeutet dieses "hinterfragen" nicht, dass man nicht immer eine gut ausgeführte Handlung bekommt? Oder meinst du damit ich muss während(bzw. davor) ich den Befehl gebe klar machen, was wie wo und das Leckerchen ist?
Bei meinen Hunden (Schäferhund-Mixe, die zwei Großen sind anteilig Herdenschutzhund-Mixe) heißt "hinterfragen", dass sie überlegen, ob es sich gerade für sie lohnt, wenn sie auf meine Anweisung hin Sitz machen.
Der Rüde arbeitet gerne mit mir, da schlägt der Schäfi eher durch. Der macht auch gerne einfach mal so Sitz, weil ich das gerade sage. In anderen Situationen aber (z. B. wenn wir am Straßenrand stehen und darauf warten, dass wir kreuzen können) macht's für ihn einfach keinen Sinn - weil wir gehen ja eh gleich über die Straße.
Wedel ich mit einem Leckerli vor ihm rum, besteche ihn also damit, dann macht er natürlich sitz. Weil: dann lohnt es sich für ihn, meistens bekommt er dafür ja dann nen Keks.
Anmerkung dazu: mit Leckerli arbeiten heißt nicht grundsätzlich, dass das immer Bestechung ist. Hier gibt's das Lecker im Alltag erst, wenn der Hund meine Anweisung ausgeführt hat - nicht davor, DAMIT er mein Kommando auch ausführt.
Meine große Hündin dagegen tanzt oft nur dann nach meiner Pfeife, wenn ich den Leckerlibeutel dabei habe. Die hat in ihren 10 Jahren davor aber auch nie gelernt, dass sich Zusammenarbeit mit dem Menschen nicht nur für Kekse lohnt - die kennt das also einfach nicht und überlegt dann drei mal, ob sie sich jetzt hinsetzt, obwohl ich gerade keinen Keks parat habe.
Grundsätzlich hinterfragen viele Hunde meiner Meinung nach. Sie überlegen eben einfach "Was habe ICH davon, wenn ich jetzt Sitz mache, weil mein Mensch das so möchte?".
Der stets gefallen wollende Hund denkt sich "JA, das lohnt sich IMMER! Weil dann gefalle ich meinem Menschen."
Der Hund, der da schon eher selbständig drauf ist, denkt sich "Hmmmmh mal überlegen. Einmal mach ichs, einfach dem Menschen zuliebe. Aber n zweites Mal? Warum denn? Ich hab gerade schon mal Sitz gemacht, Mensch soll gefälligst zufrieden sein..."
Wenn du den Hund verstehen lassen kannst, dass es sich stets für ihn lohnt, dir zu gehorchen oder deine Vorschläge umzusetzen, dann arbeiten auch eher eigensinnige Individuen mit dir. Da ist halt auch vieles Typsache und auch abhängig davon, wie gut du das "Ey, ich hab ne Idee, die ist super gut!" rüberbringen kannst.
Wegen der Aussage, dass sie keine anderen Hunde mögen. Sind Dalmatiner dann eher nicht Zweithund geeignet?
Da muss man zwischen fremden Hunden (die man einfach so mal beim Gassi trifft zB) und Hunden, die im eigenen Haushalt leben, unterscheiden.
Bei Gebrauchshunden geht die Tendenz eher dazu, dass sie mit Fremdhunden einfach nichts anfangen können. Das ist so, als würde dich permanent im Zug jemand anlabern und best friends mit dir sein wollen. Das mögen und brauchen viele einfach nicht.
Gegen einen festen Hundekumpel, der im gleichen Haushalt lebt, haben die meisten Hunde aber nichts.
Meine drei sind z. B. eher mit einer WG vergleichbar. Die leben im gleichen Haus, hängen auch mal gemeinsam im Garten ab oder verteidigen ihr Revier gemeinsam gegen so böse Wesen wie vorbeifahrende Radfahrer.
Aber sie lieben sich nicht. Weder wird miteinander gekuschelt noch ist die große Alte für den Rüden unverzichtbar. Die zwei Großen brauchen einander nicht - die Kleine dagegen brauchte am Anfang einen Ersthund, an dem sie sich orientieren konnte. Aber auch die zuckt inzwischen mit den Schultern, wenn ich mal alleine was mit ihr unternehme.
Ich kenne zwei Dalmatiner-Rüden, die miteinander im gleichen Haus leben und sich sehr lieb haben. Da wird auch öfter mal zusammen gekuschelt. Das ist natürlich das, was sich viele vom Zweithund erhoffen - oft ist das eher der seltene Fall, dass sich Erst- und Zweithund so innig lieben. Die meisten Hunde innerhalb eines Haushaltes sind tatsächlich eher WG-Partner. Miteinander macht man mal was, aber es ist auch nicht das Ende der Welt, wenn der Kumpel mal alleine was macht oder seine Ruhe will.