Also findet mich jetzt gerne blöd, aber das artet hier schon wieder in Rumgehacke aus.
Viele hier haben Hunde aus dem Auslands TS, ich auch, sogar einen Direktimport plus Jagdtrieb. Und hier gab es Zweifel, Tränen, Schwirren im Kopf, ob ich das hinkriege. Und ich war sicher auch sehr naiv. Aber wäre ich das nicht gewesen, säße dieses tolle Hundemädchen, mit all ihren Macken heute nicht hier und ich würde nicht langsam anfangen können, mich zu entspannen und zu denken: och jaaaaaa, das wird schon! Und das trotz meiner Vermutung, dass sie vllcht nie ohne Leine frei laufen wird!! Und trotz einiger Naivität, die ja immer da ist, denn man weiss ja nie wie sich ein Hund entwickelt, ist man ja nicht gleich grenzdebil. Die TE hat sich sicher ihre Gedanken gemacht. Und Tierarztkosten hat sie bestimmt auch bei einem Tierheimhund aus Deutschland, sie da zu fragen ob sie sich das leisten kann, ich finde das geht doch uns nix an!
Vllcht wird der Hund jagen wie ein Irrer, vielleicht ist es aber auch händelbar.
Aber auch bei soviel Ahnung, die jeder von Euch hat und sicher auch berechtigte Zweifel vestehen, ihr lasst ja nicht ein winziges gutes Unterwollenhaar an der ganzen Sache!!
Sorry, das musste raus!!
Das liegt daran, dass die Leute hier leider schon viel zu oft erlebt haben, dass man sich irgendeinen Spezialisten holt (nicht mal unbedingt aus dem Ausland) und der betreffende Halter dann eben genau den Spezialisten erwischt - und nicht den netten Familienhund, den man eigentlich wollte.
Da sind dann Mensch und Hund absolut unglücklich, weil der Hund nicht wie gewünscht funktioniert - Hund leidet dann unter der Situation.
Ich war selbst mal in der Situation, und das nicht mal mit einem Auslandshund. Ich hab mir im Sommer 2019 eine junge Schäferhündin gekauft, die quasi nichts kannte, nicht mal die Grunderziehung und einfach gar nicht in mein damaliges Leben gepasst hat. Nach zweieinhalb Monaten Frust und blankliegenden Nerven auf beiden Seiten kam es schlussendlich zur Abgabe, weil es einfach nicht gepasst hat. Und ich dachte mir vorher auch "Ach pff, das kriegst du schon geschaukelt, kann man alles erziehen ..." - jo, kann man, WENN man die entsprechenden Kenntnisse hat.
Die TE hat selbst gesagt, sie wünscht sich einen Hund, den sie überall hin mitnehmen kann, der dabei auch ruhig bleibt. Die Krux dabei ist: mit vielen Hunden aus dem Auslands-TS ist das kaum möglich. Vielleicht nach intensivem Training, ja.
Dass sie TA-Kosten auch bei einem Hund aus dem deutschen TS hat: logisch. Aber da man den Hund oft auf einer Pflegestelle oder im Tierheim kennen lernen kann, kann man auch die betreuenden Personen fragen, ob Krankheiten bekannt sind. Seriöse Vereine sagen das oft schon im Vorfeld, gerade wenns chronische Krankheiten sind.
Und vor allem kann man sich selbst ein Bild davon machen, ob der ausgesuchte Hund der Beschreibung entspricht und damit ins eigene Leben passt.
Hier haben fachkundige Personen geschrieben, die Erfahrungen mit genau dieser Art Hund haben. Die wissen, was sie tun und was sie bei solch einem Hund idR zu erwarten haben. Und deren Erfahrung zeigt mitunter eben oft: Anfänger wissen gar nicht, was sie sich mit z. B. einer Bracke ins Haus holen. Und wie meine eigenen Erfahrungen auch zeigen: gerade als hundeunerfahrene Person überschätzt man die eigenen Fähigkeiten maßlos.
Das Feedback hier wäre sicher anders ausgefallen, wenn die TE sich von Anfang an auch bei unabhängigen Quellen über diesen Typus Hund informiert hätte und die Ausgangssituation auch realistischer betrachten würde.
Niemand behauptet, dass die TE sich nicht an den Typus Hund anpassen kann. Ich hab mich ja auch an meinen Terrorkrümel anpassen können. Die Frage ist: WILL die TE das wirklich? WILL die TE riskieren, dass der junge Hund die Katzen zerlegt, weil man nicht von Tag 1 an genug gemanaged hat? Weil man sich nicht gut genug mit der Körpersprache des Hundes etc auseinander gesetzt hat? Weil der Jagdgebrauchshund eben ein solcher ist und man die (Epi)Genetik nicht wegtrainieren und weglieben kann?
Am Anfang sagt sich das "Jo, damit kann und will ich leben" so leicht. Bis man es dann selbst in der Realität erlebt und merkt "Kacke, das lässt sich ja gar nicht so einfach lösen. Shit, das schränkt mich in meinem bisherigen Leben gewaltig ein.".