Vermenschlichung ist für mich, wenn dem Hund Eigenschaften, Gedanken, Verhaltensweisen etc. zugeschrieben werden, die er schon aus verhaltenswissenschaftlicher Sicht nicht im Entferntesten zeigen/denken könnte.
ABER: das ist für mich (!) erstmal nix schlechtes. Wie oft leg ich meinen Hunden aus Spaß Worte in den Mund, äff sie nach ("mimimi Herrchen gibt mir keine Nudel ab!") usw.?
Für mich ist das erstmal nur Bestandteil des gemeinsamen Zusammenlebens.
Ich nenn Dino auch mal "mein Spatzi", drück ihm ein Küsschen auf den Kopf, er darf sich zu mir unter die Bettdecke kuscheln ... aber ich weiß halt, dass er ein Hund ist und dementsprechende Bedürfnisse hat. Er darf sich im Dreck wälzen, er darf bellen, er darf Blödsinn machen, artgerechte Beschäftigung erfahren usw.
Heutzutage lässt sich ein gewisser Grad an Vermenschlichung vom Hund mMn nicht mehr vermeiden. Wir leben inzwischen so eng mit unseren Hunden - Familienmitgliedern - zusammen, da würde es mich schon sehr wundern, wenn einem niemals z. B. ein liebevolles "ach, mein süßer Dummhund" (oder so) über die Lippen rutscht.
Kritisch wird es jedoch, wenn genau das dem Hund schadet, weil man hündische Bedürfnisse übersieht oder den Hund nur noch wie ein Objekt (Stichwort Anziehpüppchen) behandelt.
Wenn der Hund nicht mehr durch Dreck laufen darf, weil oh mein Gott er könnte ja dreckig werden. Wenn der Hund die ganze Zeit nur in einer Handtasche rumgetragen wird. Wenn ihm menschliche Attribute aufgezwungen werden. Da hört's für mich komplett auf. Und Dinge wie das von dagmarjung erwähnte Sexobjekt sind sowieso absolut verabscheuungswürdig. Darüber muss man hoffentlich nicht erst diskutieren. Diskussionen mit Betroffenen sind auch alles andere als zielführend, das kann man gleich sein lassen.
Ich lebe alleine und hab eine ziemlich enge Bindung zu Dino. Der ist halt mein Terrorkrümel, mein Spatz, mein Lieblingshund. Aber er ist und bleibt nunmal ein Hund. Dass ich ihn hier und da vermenschliche - geschenkt.