Snoopy101 Durchatmen. Ja, der Ton hier ist hin und wieder ruppig... aber vielen Usern geht's nur um das Wohl des Hundes. Da schlagen dann gerne mal die Emotionen durch.
Ich finde die 3 h Bewegung täglich viel zu viel. Das kann man mal machen, aber nicht jeden Tag.
Ich schlage dir vor, dass du euer Gassipensum reduzierst - und zwar drastisch. Die kurzen Löserunden kannst du beibehalten, aber ich würde eine der großen Runden streichen. Eine große Runde am Tag reicht erstmal.
Die gestrichene große Runde ersetzt du durch Kopfarbeit. Das muss erstmal nichts super ausgefeiltes sein, ein Kleinkind setzt du ja auch nicht sofort vor ein Schachbrett auf der Weltmeisterschaft.
Wie nasenaffin ist sie?
Was hier als schnelle, einfache Beschäftigung immer gut ankommt, ist alles, was irgendwie mit Leckerli suchen zu tun hat.
Mal gibt es mit Leckerchen befüllte Klopapier-Papprollen, die ich zufalte. Die Hunde dürfen die dann nach Herzenslust zerlegen.
Oder, eine Stufe weiter: ein Karton, gefüllt mit mehreren Lagen Altpapier. Zwischen den Lagen sind auch wieder Leckerchen versteckt. Sieht ungefähr so aus:
Und wie du siehst, sind die Hunde damit auch ein paar Minuten lang beschäftigt.
Das gibt's aber nicht jeden Tag. Vielleicht 1-2x im Monat.
Bei gutem Wetter dürfen die Hunde dann auch ihr Futter im Garten suchen, das fällt bei euch ja aber erstmal weg.
Stattdessen kannst du auch eine große Decke nehmen, zusammenknüllen und Leckerchen in den Falten verstecken.
Solche Schnüffelspiele beschäftigen den Hund und wirken beruhigend, weil Hund sich konzentrieren muss. Zusätzlich dazu kann er seinen Anlagen gerecht arbeiten.
Du kannst das auch beim Spaziergang einbauen. Erst streust du die Leckerchen einfach auf den Boden, dann im Gras, dann schiebst du mal eine dünne Schicht Erde darüber oder klemmst.die Leckerchen in die Furchen von Baumrinde...
Werd kreativ beim Spaziergang. Schau dich zuhause um, was du als Hundebeschäftigung zweckentfremden kannst.
Du kannst sie auch ihr Spielzeug suchen lassen. Das macht mein Rüde gerne - zwei, drei Durchgänge reichen und er rollt sich danach müde auf dem Sofa ein. Ist natürlich praktisch, wenn der Hund die Spielzeuge nach Namen unterscheiden kann, aber das ist kein Muss.
Ich zeige Dino, dass ich zB seinen Plüschhasen nehme, er muss sich aber hinsetzen und warten, bis ich wiederkomme und ihm die Freigabe erteile.
Fang auch hier einfach an: erst in der Wohnung an offensichtlichen Stellen verstecken. Hinter einer Ecke im Flur z. B.
Wenn sie das Prinzip verstanden hat, kannst du es auch mal kniffliger machen - z. B. das Spieli in einem Regalfach auf Hundehöhe verstecken. Oder mal in einem Karton, unter dem Bett usw.
Solche kleinen Beschäftigungen lassen sich super in den Alltag integrieren, auch mit Baby/Kleinkind.
Langfristig ersetzt das natürlich keine richtige rassegerechte Beschäftigung wie z. B. Dummysport oder Mantrailing oder oder oder. Aber es ist ein Anfang und hilft euch beiden bestimmt, wieder zueinander zu finden.
Wenn die Beschäftigung stimmt, wird dein Hund auch im Alltag leichter kontrollierbar werden. Davon werden sich eure Probleme nicht in Luft auflösen, du musst dann immer noch daran arbeiten - aber solche Probleme haben oft mehr als eine "Baustelle" als Ursache. Und je mehr Baustellen du von vorneherein in Angriff nimmst, desto besser.
Wichtig ist aber, dass du eine ausgewogene Mischung aus Ruhezeit und Beschäftigungszeit für deinen Hund findest.