Ich habe hier Zuhause ein Kind, gemessener IQ min 125 (vermutet weit darüber. Er verweigert die Mitarbeit und gibt nach der Hälfte leere Blätter ab). Mit diesem Wert ist er intelligenter als die meisten. Ist mir in Computer Dingen weit voraus, genauso beim Verständnis von Physik und Chemie.
Trotzdem ist er ein "Schulversager" und kann mit 12 immer noch keine Schuhe binden.
Erinnert mich an mich selbst und meinen Bruder ... wir haben beide einen IQ um +-126, wenn man den Tests aus der Schule Glauben schenkt. Mein Bruder hat in der Schule häufig die Mitarbeit verweigert, indem er sich unter dem Tisch versteckt hat, einfach aus dem Klassenzimmer marschiert ist usw. Ich wiederum hab während des Unterrichts viel herumgekritzelt, dabei aber trotzdem zugehört und mitgearbeitet ... dafür hatte ich massive Defizite mit der Körperkoordination und hab mir die Schuhe auch erst mit +-16 selbst binden können. Hab auch im sozialen Bereich viele viele Defizite gehabt - mein Bruder dagegen hatte da überhaupt keine Probleme und fand schnell Freunde, war auch nie ein Opfer von Mobbing (ich allerdings schon).
Wir sind beide ziemlich computeraffin, aber ich war ihm damals um ein Vielfaches voraus und hab zuhause dann auch die familieneigene IT gemanaged. Also sprich Betriebssysteme aufsetzen, Antivirenchecks usw. (mein Bruder hatte mal über 300 Viren aufm PC und war ganz entgeistert, als ich ihm gesagt habe, er darf nicht einfach überall irgendwas runterladen
).
Während ich mich z. B. beruflich ziemlich schwer getan habe, wusste er recht früh, was er machen will. Wir stehen jetzt aber beide mehr oder weniger fest im Leben, haben unsere Defizite gut überwunden (oder können sie gut überspielen, hüstel).
Intelligenz lässt sich mMn mithilfe der ganzen Tests nur recht einseitig darstellen. Die Tests sagen nur aus, wie groß das verfügbare Leistungsspektrum ist - aber schlussendlich kommt's doch darauf an, WIE man seine Intelligenz nutzt.
So spannend ich die IQ- und Persönlichkeitstests auch finde, sie messen schlussendlich nur (ich nenns einfach mal so) abstrakte Intelligenz. Und die hilft einem im Alltag recht wenig, finde ich ...
Nur, weil z. B. ich mich sprachlich gut ausdrücken kann und Informationen, die mich interessieren, aufsauge wie ein Schwamm, heißt es nicht unbedingt, dass ich auch im Berufsleben ein Vorzeigemensch bin ![]()
... Kurzum: Intelligenz ist relativ. Wichtiger ist doch, wie gut man durchs Leben kommt. ![]()
Genau wie er verstehe ich viele Sachen oft überhaupt nicht, wenn ich sie nicht sortiert kriege. Ich brauche wie er auch immer streng genaue Anweisungen und tendiere dazu, etwas zu viel Spaß zu haben und die Dinge dann anders zu machen als vorgesehen. Wir brauchen beide viele Wiederholungen. Und: In Stresssituationen können wir Reize nicht sortieren.
Oh mein Gott. Seid ihr etwa meine lange verschollenen Geschwister??? ![]()