Beiträge von Karpatenköter

    Wenn eure Hunde im Spielmodus sind, haben sie dann manchmal auch minutenlang die Schnute offen?

    Alma macht das, wenn sie mit mir auf dem Sofa ein bisschen herumblödelt - Hinter in die Luft, grunzen, sich wie eine Schraube ins Sofa und in mich reindrehen dann in irgendeiner Verrenkung verharren und mit geöffnetem Fang auf irgendein kosmisches Signal warten, um sich aus der Erstarrung zu lösen und wieder zu grunzen und sich zu wälzen.

    Ich finde es wahnsinnig niedlich, hat aber nie einer meiner anderen Hunde gemacht.

    Masha und Dino machen das untereinander oft, wenn die grad wieder im Garten ihre fünf Minuten haben. Da wird dann mit offenem Fang herumgehüpft, der Krümel hüpft die Oma an, die Oma "fechtet" mit offenem Fang zurück usw. Gegrunzt wird da auch viel.

    Dino grunzwälzt sich auch öfter einfach mal so, wenn er grad einfach bequem liegt, die Sonne ihm den Pelz wärmt und er einfach rundum happy ist. Auf mein "Dir gehts gut, wa?" wird dann nochmal lauter gegrunzt und man wälzt sich nochmal auf seinem Kissenstapel herum.

    Es könnte auch sein dass es nicht nur am Spielzeug lag, sondern der Mensch ebenfalls eine Ressource ist die verteidigt werden muss.


    Ich denke Karpatenköter kann da in mancher Hinsicht sicher helfen.

    Wohnt auch in der Nähe, hat nen Hund der stellenweise ähnlich tickt und daran auch bestimmt mit nem Trainer dran gearbeitet der da Ahnung hat.

    Tatsächlich hatte ich bei seiner Ressourcenthematik keine Trainerhilfe, sondern hab vieles durch einfaches Management selbst in den Griff bekommen. Nachdem Mehrhund mich bei einem gemeinsamen Treffen darauf hingewiesen hat, dass Dino mich als Ressource betrachtet und es scheiße findet, wenn ihr Collie auch nur in meiner Nähe vorbeiläuft... |)

    Ich rate davon ab. Zum einen wegen der fehlenden (Notfall-)Pflegestelle, zum anderen wegen der Beschreibung, die ja schon "Ich bin eine Großbaustelle" schreit.

    Hier sitzt ein rumänischer Mix, der NICHT als Direktimport zu mir kam. Dino saß schon in Berlin bei seinen Vorbesitzern, die ihn als grob 1-1,5 Jahre alten Hund nach Deutschland geholt haben. Was er vorher erlebt hat (oder eben nicht), weiß keiner. Dino wurde allerdings abgegeben, weil die Leute mit seinem Verhalten und seinen gesundheitlichen Problemen überfordert waren.

    Vermittelt wurde er als Schäferhund-Mix - stimmt soweit auch. Dass bei ihm aber auch noch ein Herdenschutzhund drinsteckt (Kangal, lt. Gentest) wusste vorher keiner - und es wurde auch an keiner Stelle gesagt "hey, es kann sein, dass in Hunden aus unserem Tierschutz auch HSH-Anteile drin stecken, bitte lest euch ein".

    Ich liebe diesen Hund, er ist mein Ein und Alles und ich kann mir keinen besseren vierbeinigen Begleiter vorstellen, ABER ...

    Er ist absolut nicht geeignet für das Leben in einer Familie, geschweige denn im städtischen Raum, so wie du dir das z. B. vorstellst.

    Dino hat bei den Vorbesitzern bereits ein Kind ins Gesicht gebissen, ist territorialaggressiv und beißt ohne Hemmungen zu, auch wenn er den Besuch vom gemeinsamen Gassigehen kennt und mag. Sprich: als Bürohund wär er auch nicht geeignet, er würde Kunden und Kollegen wahrscheinlich nicht ins Büro lassen und/oder ein Riesentheater machen.

    Beim Gassigehen trägt er aus verschiedenen Gründen einen Maulkorb - primär, weil er letzten Herbst zwei kleine Hunde "aus dem Nichts heraus" angegriffen hat. Tatsächlich hat er den Strandabschnitt, an dem das passiert ist, als sein Territorium betrachtet, weil wir da für ZWEI Minuten rumstanden. Wir leben im Nichts und sind vielleicht alle paar Wochen mal zum Gassi in belebteren Gegenden unterwegs, trotzdem trägt Dino auch hier nen Maulkorb. Weil er z. B. auch unsere Gassistrecken gegen "Eindringlinge" verteidigt. Ist nicht lustig, wenn dein Hund deinen joggenden Vermieter im Wald stellt und verbellt ...

    Am Anfang hat er so heftig auf andere Menschen reagiert, dass ich nen bellenden und knurrenden Flummi an der Leine hatte. Stadtspaziergang? Höchstens um 3 Uhr morgens bei Regenwetter.

    Inzwischen muss ich ihm "nur" noch sagen, dass er die Klappe halten und weitergehen soll, wenn wir doch mal einem Menschen begegnen. Wir laufen übrigens immer noch lieber mit 5-10 Metern Abstand vorbei oder wechseln gleich die Straßenseite. Oder schlagen einen anderen Waldweg ein.

    Ressourcen (Futter, Wasser, Spielzeug, Liegeplätze, sogar ich) muss ich managen, weil er sonst gerne der deutlich größeren Masha eine runterhaut. Die ersten drei Monate musste ich die zwei beim Fressen trennen, weil es sonst ne Beißerei gegeben hätte.

    Das kann dir durchaus auch passieren, Dino ist hier mehr oder weniger Ersthund. Als Bonny eingezogen ist, war nichts von der Ressourcenthematik wahrnehmbar, weil Bonny sich einfach fein zurückhält und gar kein Interesse an Dinos Gedöns hat. Masha dagegen hat sich gleich am ersten Abend ein blutiges Ohr eingefangen, weil sie einfach nur an den gemeinsamen Wassernapf wollte.

    Inzwischen fressen alle drei zusammen in der Küche und auch am Wassernapf kann man sich artig anstellen und warten, aber so Besonderheiten wie zB Kauteile erfordern immer noch mein wachsames Auge und eine Erinnerung an Dino, dass er sein Zeug hat und sich nicht für Mashas Zeug zu interessieren hat.

    Wenn du nicht grundsätzlich einen Zweithund willst, würd ichs lassen. Es ist Mehrarbeit, die Mehrkosten sind auch nicht ohne und wenn ein oder sogar beide Hunde dann noch Einzeltraining benötigen - gute Nacht. Ist machbar, aber man muss es echt wollen.

    Mit Masha ist bei mir der dritte Hund eingezogen. Weil ich das so wollte, weil sie alt und weitestgehend unkompliziert ist und nicht zwingend Auslastung in Form von Hundesport braucht.

    Sie war ein Direktimport. Ich wusste aber, was ich bekomme, weil die Vereinsvorsitzende Masha schon in Italien persönlich kennengelernt hat und mir daher sagen konnte, dass Masha wirklich menschenfreundlich ist, mit anderen Hunden prima auskommt usw.

    Zusätzlich war Masha temporär auf eine Kurzzeitpflegestelle untergebracht, weil sich der Transporttermin mehrfach verschoben hat und ich meinen Urlaub dann nicht mehr umplanen konnte. Ich bin 600 km mit meinen beiden Hunden gefahren, um dann spätabends mit dem Pflegefrauchen und den drei Hunden spazieren zu gehen, damit man gucken kann, wie es zwischen den dreien klappt.

    Dann gings ins Haus und auch da haben sich alle drei gut verstanden. Also war für mich klar: Masha kommt mit, die passt rein.

    Hätte es mit den dreien untereinander überhaupt nicht geklappt, hätte Masha bis zur Weitervermittlung auf der Pflegestelle bleiben können. Das ist bei vielen privaten Tierschutzvereinen quasi DER Luxus schlechthin und leider bei vielen auch gar nicht zu erwarten.

    Wäre das nicht möglich gewesen, inkl. Augenzeugenschilderung vom Vorstand und Kennenlernen vor der endgültigen Abholung auf der PS, hätte ich das Abenteuer "alter Direktimport" nicht gewagt.

    Mir wäre es einfach lieb, wenn sie einfach ne Vorwarnung geben würde.

    Für mich wäre das ein Knurren - im optimalen Fall. Aber wie gesagt, vielleicht übersehe ich auch einfach ihre Vorwarnung.

    Das Knurren ist aber schon Stufe 5 von x - wenn sie erst knurren muss, damit ihr das als Vorwarnung wahrnehmt, dann habt ihr ihre 4 anderen Vorwarnungen schon übersehen. Das ist nicht schlimm, das kann man lernen! Entsprechendes Anschauungsmaterial in Buch- und DVD-Form wurde ja schon empfohlen.

    Aber mal am Beispiel meines Rüden erklärt:

    Das erste Zeichen sind bei ihm ganz ganz oft die Ohren, die sofort ganz deutlich sagen: "Ich bin jetzt super aufmerksam, da vorne ist was" (nur mal als Beispiel). Da sieht dann auch ein Hundesprachenblinder, dass sein Fokus gerade nicht mehr bei mir liegt.

    Wenn man das nicht wahrnimmt und ihn anspricht, um seine Aufmerksamkeit wieder zu mir zu lenken, wird sein Blick härter. Er schaut dann nicht mehr, sondern starrt oder glotzt. Oft legt er zeitgleich die Ohren an.

    Ganz oft verändert sich dann auch seine Körperspannung. Aus dem Hund, der bis gerade eben noch locker und entspannt an der Schleppleine gelaufen ist, wird ein Hund, der recht steif und angespannt neben mir herstakst. Je nach Aufregung und Ursache kanns auch sein, dass er dann schon an strammer Leine geht, weil er sich so reinhängt.

    Der Ottonormalhundehalter nimmt erst wahr, dass mein Hund sich über etwas aufregen möchte bzw. aufgeregt ist, wenn er an der Leine zieht. Aber das ist bei Dino dann schon Vorwarnung Nummer 4!

    Stufe 5 ist bei ihm ein Brummen, Stufe 6 geht meist mit lautem Gebell und teils Abschnappen einher. Bei Stufe 7 beißt er zu.


    Die Ohren, der Blick und die Körperhaltung sind mit die ersten Vorwarnungen, die euer Hund "senden" kann. Ihr müsst euren Blick dafür schulen, sowohl am eigenen Hund als auch an anderen. Denn "vorausschauendes Führen" bedeutet auch, dass ihr andere Hunde halbwegs lesen und damit deren Intention einschätzen könnt, um entsprechend darauf zu reagieren.

    Eine nützliche Seite mit den Basics der Körpersprache: https://sprichhund.de/1x1-der-koerpersprache/


    So. Und dann gibt's da noch die viel angesprochene "Führung". Für mich war das in den ersten zwei Jahren als Hundehalter verbunden mit "?????" überm Kopf. Wie zur Hölle "führe" ich meinen Hund, wenn der in entscheidenden Situationen gar nicht ansprechbar ist oder schon brüllend in der Leine hängt.

    Wenn man sichs einfach machen will, sagt man jetzt: in dem ich dafür sorge, dass die entscheidenden Situationen gar nicht eintreten. In dem ich schon davor eine Entscheidung treffe und dem Hund sage "Wir machen das jetzt so".

    Das ist aber nur ein Bestandteil der Führung.

    Führung heißt auch, die Beweggründe des Hundes zu (er)kennen, darauf adäquat zu reagieren, dem Hund genau zu sagen "Ich erwarte jetzt X von dir", aber auch zu sagen "Das und das machst du definitiv auf gar keinen Fall nicht". Sich durchsetzen zu können gehört auch zur Führung.

    Im Endeffekt und aufs Wichtigste runtergebrochen heißt Führung: du gibst deinem Hund einen sicheren Rahmen mit klar definierten Regeln vor. Wie diese Regeln aussehen und wie man die Regeln für den Hund verständlich macht, ist von Team zu Team verschieden. Genauso die Konsequenzen, falls eine Regel nicht eingehalten wird.

    Nur kurz, weil überflogen: du sagst, du kommst aus dem Raum Berlin. Wenn du Zeit/Lust hast, können wir uns mal treffen - vielleicht kann ich euch die Körpersprache eures Hundes etwas genauer übersetzen oder sonstwie Anreize geben. Ich bin aber kein Hundetrainer, das gleich vorweg! Ich hab nur selbst einen spezielleren Hund und biete daher gerne meine Hilfe bei ähnlich gelagerten Fällen an.

    Alternativ lad ich euch, sollte es für euch nicht zu weit weg sein, gerne mal zu unserem Mantrailing-Training ein. Wir trainieren größtenteils im Ostbrandenburger Raum, ein Auto ist also definitiv ein Muss :tropf:

    Gezielte, sinnvolle Arbeit, die den Erbanlagen deines Hundes entgegenkommt, scheint mir hier schon mal ein wichtiger Faktor zu sein.

    Schreib mir gerne eine PN, wenn du Interesse hast =)

    Weil Schaefchen2310 das schon angesprochen hat, es ist ein bisschen schwierig, einen Überblick über eure Situation zu gewinnen, wenn du für jedes Problem einen separaten Thread aufmachst. :tropf:

    Mein Rüde hat auch ein Thema mit Ressourcen (Futter, Spielzeug, Wassernapf, ich...) und es gibt eine simple Regel: wenn andere, ggf. fremde Hunde anwesend sind, gibt es einfach kein Spielzeug (keine Kausachen, allgemein kein Zeug, das Grund zum Ressourcenstreit sein könnte).

    Einzige Ausnahme ist das Üben auf dem Hundeplatz, aber da behält sowieso jeder seinen Hund bei sich. Bevor ich Dino da mit Beute belohne, schau ich mich aber um und versicher mich, dass gerade kein anderer Hund gefährlich nahe ist - damit ich Dinos Beute gefahrlos ein bisschen von mir wegwerfen kann.

    Im Übrigen hat Dino auch ein Problem damit gehabt, wenn fremde Hunde zu mir kamen und ich diese gestreichelt hat. Fand er scheiße.

    Problemlösung: Dino hat ein "Geh ab!" gelernt und ich kann ihn damit jetzt von mir wegschicken, wenn er zB gerade nicht mit Streicheln dran ist. Das ist aber nicht unsere Hauptlösung - wenn ich einen anderen Hund betüddeln will (z. B. am Hundeplatz), dann nur, wenn Dino nicht anwesend ist (weil er z. B. im Auto wartet). Das macht die Situation für mich entspannter und er hat gar keinen Grund, um eine Ressource verteidigen zu wollen, weil er ja gar nicht anwesend ist.

    Vielleicht wäre es wirklich sinnvoll, wenn du all deine Probleme mit deiner Hündin in einem Thread sammelst. Oft gibt es für die meisten Probleme eine gemeinsame Ursache - häufig ist das, wie bereits angesprochen, fehlende Führung und/oder Überforderung seitens des Hundes.

    Noch was: hat eure Hündin ein "Hobby", also zB eine Hundesportart, die ihr gemeinsam regelmäßig ausübt?

    Ich hab keinen Collie, aber hier bekommt die Bande im Frühjahr die übliche Bravecto-Tablette. Dadurch haben wir den Sommer über unsere Ruhe, erst jetzt zum Herbstanfang lässt die Wirkung spürbar nach. Die Zeit bis zur Zeckenpause im Winter (hoffen darf man ja) werd ich wohl mit Advantix überbrücken...

    Bravecto hat hier bisher auch immer eine repellierende Wirkung gehabt, obwohl die vom Hersteller ja explizit nicht erwähnt wird.

    Ich lese hier immer wieder von Hundepullis, Regenmänteln usw. Braucht man das wirklich? Bin ehrlich überfragt und kreise gedanklich zwischen "Jo, wird sie halt nass" und "Oh, das arme Hundi". Wir gehen nicht 2 Stunden in strömendem Regen Gassi und Minusgrade gibt's hier städtisch (in der Rheinebene in BW) höchstens in den sehr frühen Morgenstunden, geschweige denn Schnee. Skiurlaub fällt dieses Jahr aufgrund gruseliger Energiepreise aus. Klar fahren wir auch mal in den Schwarzwald und gehen spazieren, aber da habe ich bisher nur die Pfoten mit Vaseline gepflegt, ich Rabenmutter. Also: braucht der Labradödel echt Winter- bzw. Regenbekleidung?

    Hier trägt vor allem die kleine Oma (14,5 Jahre alt) im Winter und an Schlechtwettertagen einen (Regen)Mantel. Die ist alt, herzkrank, hat Arthrose und Spondylose und es gefällt ihr offensichtlich, warm eingepackt zu sein, wenn wir an nasskalten Tagen rausgehen. Die hat's einfach gerne warm und daher zieh ich ihr dann auch im Haus ihren Strickpullover an, wenn ich das Gefühl habe, das könnte ihr jetzt gut tun. Tut ja auch ihrem Rücken gut, wenn der konstant warm bleibt.

    Dino (6,5 Jahre) hat super funktionales Fell, aber er hasst Regen einfach. Er geht auch ohne Regenmantel spazieren, aber er findets dann halt einfach blöd. Wenn ich also trotz Regen ne größere Runde mit ihm gehen möchte, kriegt er auch seinen Regenmantel an. Dann findet er das Wetter zwar immer noch doof, läuft aber schon viel fröhlicher mit, weil nur sein Kopf nass wird.

    Wenn wir dann doch mal ohne Regenmantel rausgehen und er nass wird, kriegt er zuhause seinen Bademantel an: er trocknet schneller und macht nicht alles nass.

    Masha ... :ka: Die hat Teflonfell mit Bärenunterwolle, die liegt selbst bei -15°C im Schnee und friert nicht. Die braucht nun wirklich keinen Mantel. Höchstens nachm Regengassi nen Bademantel, weil ich einfach keinen klitschnassen Schäferhundmix auf meinem Bett haben will |)

    Es ist halt echt individuell. Manche Hunde brauchen wegen Krankheit nen Mantel, andere tragen einen, damit die Muskulatur vor bzw. zwischen dem Training nicht so schnell auskühlt, wieder andere tragen nen Mantel, weils praktisch ist.

    Edit: bei richtig knackig kalten Temperaturen und Schnee (also -10°C und kälter) braucht Dino Pfotenschuhe, weil ihm sonst nach kurzer Zeit die Pfoten aufgrund der Kälte wehtun und er dann nicht mehr weiter laufen will...