Beiträge von Querida

    Vorab:

    Ziel meiner Ausbildung ist es, Temperament und Trieb des Hundes in meinem Sinne lenken zu können – nicht, den Hund zu verbiegen und in seinem Wesen zu beschneiden.

    Ich persönlich möchte einen Hund, der bei hoher Triebveranlagung selbstsicher und belastbar ist. Diese Faktoren beinhalten zwar eine genetische Komponente – je nach Aufzucht und Ausbildung sind Selbstsicherheit und Belastbarkeit aber förderbar.

    Verbote und Deckeln ohne Spaß und Motivation in niedriger Trieblage führen langfristig zu einem gehemmten, stumpfen Hund. Und das möchte ich nicht.

    Ziel ist es daher nicht, einen temperamentvollen, reizoffenen Hund dahin zu bringen, teilnahmslos auf einer Decke zu liegen, während neben ihm die Post ab geht.

    Im Gegenteil, ich arbeite mit „Erwartungshaltung“ und „Hoffnung“ (die dürfen beideniemals sterben!) und will keine tote Schlaftablette, sondern einen aufmerksamen Hund, dessen Focus bei mir, statt im Außen liegt. Weil der Hund gelernt hat, dass er in vielen Situationen nur über Umwege / über mich / über Gehorsam ans Triebziel gelangt, nicht aber über Ausraster, Hinzerren, Hinrasen, Fiepen, Kläffen, Hampeln oder im Gegenzug Meiden. Ich arbeite also mit dem Trieb statt gegen ihn.

    Darüber hinaus ist es mir gerade bei sensiblen Hunden wichtig, dass sie Konflikte (in die sie bei Frustrationstoleranz- und Impulskontrollübungen zwangsläufig geraten) nicht durch Meideverhalten noch „Flucht nach vorn“ lösen, sondern aktive Arbeit. Statt den Hund bei diesen Übungen zu hemmen, möchte ich ihn also dahingehend aktivieren, dass er sich mir verstärkt anbietet und glaubt, dadurch die Bestätigung oder Konfliktlösung erreichen zu können.

    Aufbau einiger (beispielhafter) Übungen für den Junghund:

    Bei mir sind diese Übungen natürlich auf den (zukünftigen) Sport gemünzt, können so oder auch leicht abgewandelt aber auch für die Alltagserziehung eines Hundes angewandt werden, der Probleme mit Impulskontrolle und dem Aushalten von Frustration hat.

    Wichtig ist mir, dass der Hund lernt, über mich und den Gehorsam (häufig) ans Ziel zu kommen und nicht, dass ich eine Person bin, die permanent hemmt, einschränkt und verbietet. Es muss sich für den Hund lohnen, sich zurück zu nehmen oder UO anzubieten.

    0)    Neue Übungen beginne ich immer mit wenig Ablenkung, z.B. zuhause im Garten und steigere diese dann erst nach und nach. D.h., wenn es zuhause klappt, dann draußen ohne anwesende Ablenkung und erst viel später mit „Halligalli“ oder anderen Hunden drum herum. Es erfordert viel Arbeit, kleine Schritte und überlegtes Vorgehen, um nachher einen Hund mit toller Impulskontrolle zu erhalten. Immer nur verlangen, was der Hund zu diesem Zeitpunkt auch leisten kann.

    1)    Beherrscht der Hund das Futtertreiben, bei dem er gelernt hat, aktiv in die Hand zu treiben und lässt sich in Positionen bringen, fange ich an, die Hand kurz weg zu ziehen (und schleichend immer länger), wenn er sitzt oder Platz macht. Macht der Hund einen langen Hals oder versucht, vor zu rutschen, gebe ich mein „falsch-Signal“ (bei mir ein „e-e“) und lasse die Hand geschlossen, korrigiere den Hund ggf. wieder in die gewünschte Position. Sobald er die hält, geht meine Hand aktiv zum Hund und das Futter wird freigegeben.

    Das weite ich erstmal zeitmäßig aus, dass die Hand vor der Hundenase umher schweben kann – ohne, dass der Hund seine Position verlässt. Dann gehe ich weg, wie bei den Technischen Übungen und auch da gehe ich erst nur wenige Schritte mit Blick zum Hund und irgendwann dann beliebig weit mit Rücken zum Hund.

    Dazu habe ich jetzt auf die Schnelle folgendes Video gefunden, hier macht die Hand eine Art hin-u-her Bewegung zum Hund und er muss die Position halten, damit das Futter kommt:

    https://www.youtube.com/watch?v=k-DcClc6aKI

    Kann der Hund das, kommt Beute ins Spiel und der Hund lernt, es auszuhalten, wenn ich mich mit sichtbarem Spielzeug (in der Hand) entferne – erst wieder mit Bick zum Hund, dann mit Rücken zum Hund. Da kann ich dann variabel bestätigen, mal fliegt die Beute zum Hund, mal gehe ich zurück, mal löse ich auf.

    Kann der Hund auch das, binde ich ein „Zurück-Kommando“ ein (was der Hund natürlich vorher im Stand gelernt hat), also Platz-zurück oder Sitz-zurück. Der Hund soll dann in der Position einige cm zurück rutschen, von der Bestätigung weg und erhält sie für die Aktion weg vom Triebziel.

    Zwischendurch lockere ich den Hund übrigens immer mit „Party“ auf, er darf mich dann zur Bestätigung anspringen, mit mir rumkaspern oder spielen. Das soll alles Spaß machen.

    Auch für den Alltag lernt der Hund hier z.B.: Ohne Auflösekommando muss ich in Position bleiben (egal, ob auf einer Decke, auf dem Rasen oder sonstwo). „Platz“ ist bei uns allerdings immer „Sphimx-Stellung“, gemütlich irgendwie liegen aber dort bleiben ist bei uns „Legen“ (da darf der Hund dann auch die Liegeposition beliebig wechseln).

    Da war aus meiner Sicht nichts Abfälliges dabei.

    Gebrauchshunde sind aus meiner Sicht allerdings auch nicht "krass", sondern einfach Spezialisten mit entsprechenden Ansprüchen.

    Meine Hunde sind jedenfalls nicht "krass", sondern leben hier recht unauffällig mit Kind(ern) im Haus.

    Ich habe bereits beim hektischen Ausladen der Hunde genug gehabt, dazu dieser zickige Kommando-Ton, fürchterlich. Nachdem ich dann noch gesehen habe, dass die Hunde K9 Geschirre anbekommen, aus dem jeder Hund binnen Sekunden raus kommt, habe ich mir den Mist nicht weiter angesehen, das reichte schon.

    Ich würde in Tierheimen und Pflegestellen verschiedene Hunde "live" kennen lernen und auf keinen Fall ein Überraschungspaket aus dem Ausland importieren.

    Bei euren Ansprüchen würde ich mich nicht auf einzelne Rassen oder ein paar cm Größenunterschied festlegen, sondern beim Kennenlernen des Hundes darauf achten, dass:

    - er nicht unsicher ist und schon gar kein Angsthund (im Reitstall und auf Ausritten ohne Leine unmöglich)

    - Mittleres Temperament hat

    - Menschenbezogen ist

    und

    - beim Probegassi nicht auf jeden Reiz gleich auslöst oder gleich ins Stöbern kommt

    Das weiss ich. Erklaert aber nicht, wieso dieser Hund nun unvermittelbar werden sollte..

    Die meisten dieser Hunde gehen weg sobald das erste Problem auftritt. Weil die Halter keine Lust haben dran zu arbeiten oder schlicht Angst haben. So ein Hund ist dann aber nicht unvermittelbar..

    So sehe ich das auch - und nicht jeder Interessent sucht einen klassischen Tutnix oder Hundewiesen-Fiffi. Auf fast jeden Topf passt ein Deckel und nur, weil der Hund völlig unerzogen ist, ist er nicht automatisch für andere Halter auch schwierig.

    Es würde Sinn machen, sich Rassekenner, z. B. in einem Sportverein, zu suchen und...

    1. Den Hund zunächst einschätzen zu lassen

    2. Sich dort anleiten zu lassen.

    Problem: Handelt es sich um einen nervenschwachen Hund aus unseriöser Quelle, wird es schwer da jemanden zu finden, der Arbeit in Hund und Halter investiert.

    Grundsätzlich: Wenn es sich um Anfänger handelt, die nicht bereit sind, sich aktiv Hilfe zu holen, wird es schwer. Über Foren und Bücher lernt man nicht, diesen Hundetyp groß zu ziehen. Bleibt zu hoffen, dass der Hund eine Ausnahme und triebfrei ist...

    Mit Deckentraining o.ä. kann man natürlich anfangen, da sehr moderat. Zumindest ein Hund mit ordentlich Trieb wird darüber aber niemals eine Impulskontrolle und Frustrationstoleranz erlernen, die auch unter starker Ablenkung und in hohen Trieblagen Bestand hat.

    Die Kontrollierbarkeit eines Hundes in allen Reizlagen baue ich zwar kleinschrittig auf - wenn das wirklich sitzen soll, komme ich aber nicht darum herum, nach und nach den Anspruch zu steigern und Erwartungshaltung nicht zu vermeiden, sondern daran zu arbeiten, dass der Hund sich bei dieser eben auch im Griff hat.

    Habe gerade wenig Zeit - falls erwünscht, schreibe ich dazu später mehr - einfach Bescheid geben!

    Ich frage mich da, für wen sollen diese "schwierigen" Hund dann überhaupt noch geeignet sein?

    Hundesportler : Nein!

    Familienhund: Nein!

    Hobbyhundesportler : Nein!

    Experte/Trainer: Vielleicht, aber die werden wohl nicht alle diese schwierigen Hunde aufnehmen können.

    Als ich noch im TS aktiv war, habe ich Menschen kennen gelernt, die da in Frage kamen - oft ehemalige Hundesportler oder Leute, die sich über Jahre und steigenden Schwierigkeitsgrad die entsprechenden Kompetenzen angeeignet haben. Klar ist: Je schwieriger der Hund, desto rarer gesäht die geeigneten Halter.

    Treu, leistungsbereit und gelehrig sind doch im Grunde irgendwie alle Hunde.

    Nö.

    Hunde sind nicht treu, das ist absolut vermenschlicht. Hunde sind Opportunisten.

    Leistungsbereit und gelehrig bedeutet, dass der Hund wirklich arbeiten will und über "will to please" verfügt - das trifft auf sehr viele Hunde überhaupt nicht zu.