Beiträge von Querida

    Freiwillig neben oder hinter einem laufen meiner Erfahrung nach nur

    - alte Hunde, die nicht mehr laufen mögen

    - Hunde, die phlegmatisch sind

    - Hunde, die resigniert sind und zu viel gedeckelt wurden.

    Hunde mit guter Bindung, gutem Gehorsam und normaler Gesundheit

    - traben viel offline, dadurch sind sie dann automatisch viel vor einem, wenn man nicht gerade joggt

    - Lassen sich mal zurückfallen, holen dann aber wieder auf und laufen auch wieder vor

    - Sind aufmerksam und bewegen sich in einem gewissen Radius um den Besitzer, suchen regelmäßig Blickkontakt

    - Müssen bei Richtungswechseln nicht gerufen werden, weil sie auf ihren Menschen achten.

    Sie hat drei feste Spielpartner (Rüden) und da kommt es leider zu diesen Situationen. Bis vor ca. zwei Monaten war das kein Problem. Alle konnten zusammen mit Bällen o.ä. spielen und Leckerlis konnten jedem ohne Probleme gegeben werden.

    Deine Hündin wird erwachsen. Manche bleiben verträglich, andere sind gleichgeschlechtlich plötzlich nicht mehr kompatibel und wieder andere vertragen sich generell nicht mehr mit anderen Hunden.

    Deine Hündin gehört wohl der letzen Gruppe an - stelle Dich darauf ein und vermeide einfach solche Situationen. Aberziehen kann man Unverträglichkeit nicht.

    @Mamawau dir ist klar, dass man in der Regel die hundeschule nicht besucht um aus einem Mali einen Schoßhund zu machen sondern damit die Halter Lernen wie sie mit speziellen Eigenarten richtig umgehen müssen damit der Mali eben nicht alles und jeden zerlegt. Die Hunde sind in soweit anpassungsfähig, dass sie sich vom Menschen führen lassen aber trotzdem würd auch ein gut geführter Jagdhund jederzeit jagen. Du verstehst scheinbar einfach gar nicht um was es in der Erziehung von Hunden geht.

    Mali und "Hundeschule" sind eine denkbar schlechte Kombi - weil Hundeschulen i.d.R. nicht auf derartige Spezialisten eingestellt sind.

    Hunde sind Lernfähig und anpassungsfähig. Und nein - nicht jeder Schäfer muss zum Wach und Schutzhund abgerichtet werden, genauso wenig wie jeder Yorki eine Teppichhupe ist.

    Ich kenne niemanden, der seine Hunde "abrichtet".

    Aus Deinen Zeilen spricht jedes Mal eine derartige Inkompetenz - die außerdem gefährlich ist, wenn Du das so an Neulinge weiter gibst. Äußere Dich doch einfach nicht zu Themen, von denen Du keine Ahnung hast.

    Ich halte die angeborenen Merkmale für Nonsense, kenne genug Weimaraner - deren Mannschärfe ja "legendär" ist - die eher unter der Fraktion "beisst du mich nicht - beiss ich dich nicht" - jahrzehnte lang durchs Leben gehen. Jagdhunde sind sie (eine sogar als Zuchthündin für Jagd - deren gutmütigkeit und unterwürfigkeit legendär ist - Mannscharf - ja sicher). - aber die trotten ganz uninteressiert hier am Ententeich rum.. Kaum ambitionen zu jagen. Und dann gibt es Pudel - die man kaum halten kann - wenn sie eine Ente sehen - auch Jagdhunde aber mit viel "Krausem Haar zurechtgeschnitten für die Innenstadt".

    Nur, weil nicht alle Vertreter einer Rasse die Rassemerkmale (alle) erfüllen, ist Genetik noch lange kein "Nonsens", wie Du schreibst.

    Könnte man gewisse Merkmale nicht anzüchten, gäbe es heute keine Zucht. Wozu auch?

    Ein Labbi wird niemals im Gebrauchshundesport die Leistungen erbringen, die die entsprechenden Rassen erbringen, ein Mali wird selten als reiner Begleithund glücklich und eine Bulldogge wird jagdlicht keinen Blumentopf gewinnen. Genetik eben.

    Das als Nonsens zu bezeichnen, zeugt wieder einmal von erschreckender Unkenntnis.

    Ich lasse ja meine erwachsenen Hunde aus gutem Grund überhaupt nicht mit fremden Hunden spielen - wenn Du aber darauf nicht verzichten willst, würde ich Folgendes tun:

    1) Stöcke sind ab sofort generell und immer verboten. Von ihnen geht ohnehin ein hohes Verletzungsrisiko aus und es ist blöd, wenn Dein Hund sie als Ressource sieht.

    2) Kein Spielzeug/Futter in Anwesenheit anderer Hunde.

    3) Arbeite daran, dass Dein Hund sich mehr auf Dich und weniger auf Außenreize/andere Hunde fokussiert. Das erreichst Du, indem Du Deinen Hund ausbildest und beschäftigst und nicht anderen Hunden die Beschäftigung Deines Hundes überlässt. Positiver Nebeneffekt: Die Bindung wird gestärkt und Situationen wie "vor Dir abhauen" passieren nicht mehr (nach sinnvoller Ausbildung).

    4) Solange Dein Hund nicht kontrollierbar ist, gehört grundsätzlich eine Leine dran. Mit jedem Ungehorsam oder Abhauen verfestigt sich dieses gefährliche und unerwünschte Verhalten.

    5) Gehe davon aus, dass die gezeigte Unverträglichkeit noch stärker werden wird (Dein Hund beginnt, erwachsen zu werden und einige Hunde wollen dann keine Kontakte mehr) und riskiere keine Beißereien mehr. Jeder Vorfall verfestigt das Verhalten (Angriff) und jeder Vorfall übt (nächstes Mal wird gezielter und heftiger vorgegangen).

    Natürlich arbeitet jeder anders, aber mir fehlen ja komplett die Ideen. Jetzt habe ich wirklich was Gutes worauf ich aufbauen kann. Ich habe ja auch schon den Vorschlag bekommen das Bellen mit einer Wasserspritze abzustellen, das möchte ich natürlich überhaupt nicht und macht das auch nicht, weil das nicht seinen Konflikt löst.

    Ich denke, es wäre dann in Deinem Fall wirklich gar nicht schlecht, aus dem Bellen eine Übung zu machen. Sei gewarnt, es kann da zur "Erstverschlimmerung" kommen, das hat sich dann aber erledigt, wenn der Hund auch das "Abstellen" gelernt hat.

    2)    Mit Welpen und Junghunden spiele ich anfangs viel körpernah (also kein Wegwerfen und bringen lassen), lasse den Hund die Beute jagen, packen, zerren und fange hier auch schon an, eine „Kontrolle“ einzubauen. Ich sperre z.B. das Spielzeug mit der Hand oder halte den Hund am Geschirr davon weg und bringe ihm bei, auf Kommando los zu dürfen (bei mir „Pack“). Anfangs gebe ich mit „Pack“ einfach frei, später verlange ich dann Sitz, Platz, Verbellen oder Fuß/angucken vor dem Kommando.

    Das „Aus“ fange ich auch früh an, einzubauen. Wichtig: „Aus“ ist die Verheißung auf ein noch tolleres Spiel und niemals (!) ein Strafkommando (viele benutzen es ja wie „Pfui“ oder „Ruhig“ und damit ist das Kommando dann „verbrannt“). Ich zergle oder lasse das Spielzeug über den Boden flitzen, vor dem „Aus“ geht anfangs von mir aus der Zug raus und die Beute wird zur „toten Beute“, friert ein. Beim Kommando „Aus“ kann man anfangs ein identisches Spielzeug raus zaubern oder abwarten, bis der Hund (bei Welpen klappt das noch) von selbst los lässt – sofort wird die Beute wieder zum Leben erweckt und das Spiel geht toll weiter. Die meisten Hunde begreifen das schnell. Schrittweise arbeite ich nun daran, dass der Hund aktiv trennt, also sich nicht raus kaut oder einfach das Maul öffnet, sondern dabei den Kopf ein wenig rückwärts zieht.

    Hab mal gesucht, folgendes Video zeigt das Prinzip ganz gut:

    https://www.youtube.com/watch?v=PxeTudWHKFc

    Der Hund hat Spaß und lernt dabei ganz nebenbei, sich zu kontrollieren und zurück zu nehmen sowie aufzupassen, was verlangt wird.

    Erste Schritte, um im Trieb kontrollierbar zu werden.

    Jetzt könnte man noch (auch, wenn man keinen Schutzdienst machen will, kann es Sinn machen, dem Hund Bellen auf Kommando und Abstellen beizubringen) das Bellen mit ins „Spiel“ bringen. Wie man das Bellen aufbaut, habe ich ja an anderer Stelle bereits beschrieben. Wichtig ist mir hier, dass der Hund nicht die Beute anbellt, sondern mir ins Gesicht, während die Beute sichtbar vor mir oder an der Seite in der Hand ist – also wieder über mich als Umweg ans Ziel…

    Auf die Schnelle habe ich dieses Video gefunden:

    https://www.youtube.com/watch?v=R5FgN2lMaeo

    3)    Wenn der Hund bereits einen Grundgehorsam hat und vor allem das Prinzip, ans Ziel zu kommen, verstanden, werfe ich dann aber natürlich auch Spielzeug von mir weg (oder irgendwann, wenn das Halten sitzt, das Bringholz – da gibt es nochmal spezielle „Regeln“, das lasse ich hier aber weg und beziehe mich auf Spielzeug).

    Zur Übung von Impulskontrolle darf der Hund dann aber nicht direkt losspurten, sondern muss neben mir sitzen bleiben, bis ich es frei gebe. Zur Impulskontrolle macht es auch hier Sinn, dem Hund beizubringen: Suche Blickkontakt zu mir und starre nicht zum Spielzeug, dann kommt die Freigabe am Ehesten.

    Hat der Hund das Spielzeug aufgenommen, wird es spannend für den HF: Bringt der Hund es direkt zurück und will mit seinem Menschen weiter spielen? Oder rennt er weg, um es zu „sichern“ und muss gar eingefangen werden? Wenn Möglichkeit 1 eintritt, hat man bisher alles richtig gemacht – wenn nicht, muss man überlegen, warum der Hund es vorzieht, alleine zu spielen… Zu 99% Hundeführerfehler…

    4)    Wenn der Hund bereits bellen und fußlaufen kann, kann man das Prinzip „Triebziel durch Gehorsam“ ausweiten:

    Ich nehme dafür z.B. einen großen Stoffball mit Handschlaufe (bei mir von Gappay), ziehe dem Hund ein Geschirr mit Brustplatte an und arbeite wie folgt:

    Ich werfe den Ball einige Meter weg und lasse den Hund am Geschirr zum Ball hin zerren und bellen. Ich stehe dabei nach rechts zur Seite gedreht hinter dem Hund und rufe nach einiger Zeit „hier, Fuss“ – Hund wird mit „Pack“ zur Beute frei gegeben, wenn er zu mir (ich stehe) in die Grundstellung kommt und mich ansieht, ohne weiter zu bellen. Der Ball liegt dann links vom Hund, also auf der anderen Seite. Später weite ich es so aus, dass ich um die Beute herum Fuss laufe und freigebe, wenn korrekt gelaufen wird. Auch hier gilt: Zunächst bereits nach wenigen korrekten Schritten freigeben, später längere Strecken. Nie freigeben, wenn der Hund zur Beute guckt, quietscht oder weiter bellt. Das Bellen ist mit Kommandos wie „Sitz“, „Platz“ oder „Fuss“ vorbei.

    Kann der Hund die Übung gut, stelle ich eine Hilfsperson (macht mein 10jähriger Sohn sehr gern) mit dem Ball hin, die diesem Leben verschafft. Dann Dasselbe Vorgehen wie oben unter schwierigeren Bedingungen.

    Selbst, wenn man keinen SD anstrebt: Ich kann mit meinen Beutegeiern durch diese Übung im „Fuss“ an ballspielenden Kindern vorbei laufen – ohne, dass es stressig wird und der Hund da hin rast. In dem Fall kann ich sie dann natürlich nicht freigeben, bestätige sie dann aber anders, wenn wir vorbei sind. Trotzdem nährt sich diese Übung aus der Hoffnung und Erwartungshaltung, nicht aus den sonst üblichen strikten Verboten, die bei den meisten Hunden dazu führen, dass sie lernen: Nächstes Mal bin ich eben schneller oder komme erst gar nicht heran.

    Kann der Hund das, kann man dann auch anfangen, sich nicht seitlich zu drehen, sondern frontal zum Geschehen zu bleiben – so, dass der Hund rückwärts in die Fußposition kommen muss und man sich dann erst zum Kreislaufen dreht.

    Leider habe ich dazu kein Video gefunden – obgleich viele Leute dieses „Kreislaufen“ an Beute und am Helfer üben. Komisch.

    5)    Kann der Hund das alles, bringe ich ihm bei, sich ins Platz rufen zu lassen, während er bereits zur Beute hin galoppiert. Da führen viele Wege nach Rom – ausbremsen an der Leine und freigeben, sobald das Platz-Kommando befolgt wurde – Hilfsperson entfernt und blockiert Triebziel, wenn „Platz“ nicht befolgt wurde oder der Hund weiß nie, ob am Ende des Platzes etwas liegt und der HF ruft nur Platz, wenn er dort nichts hingelegt hat (damit der Hund bei Ignorieren des „Platz“ sich nicht belohnen kann) und bestätigt nach Ausführung dann bei sich. Da kann man sich unter dem Thema „Voraus“ ganz gut einlesen.

    6)    Reizangel-Training wäre ansonsten auch eine Idee – dazu kann ich nichts schreiben, weil ich das nicht praktiziere – ist wohl eher im Bereich Jagdhunde üblich. Ein Video habe ich aber gefunden:

    https://www.youtube.com/watch?v=7V4l1BRsyEo

    Das war jetzt einfach mal eine kleine Auswahl - der Kreativität sind ja ohnehin keine Grenzen gesetzt.

    Ansonsten übe ich persönlich die Impulskontrolle und Frustrationstoleranz auch im Alltag:

    Warten lernen,

    aushalten, nicht dran zu sein (während anderer Hund trainiert wird),

    im Körbchen im Wohnzimmer liegen bleiben, während die Kinder durchs Haus toben,

    läufige Hündin ignorieren,

    vor der Küchentür warten, während ich Futter zubereite,

    in der offenen Auto-Box sitzen bleiben, während ich die Leinen noch entwirre u.v.m.