Beiträge von Javik

    Rein auf das bezogen, was man an diesen Auflistungen sieht, scheint Mensch die Lebenserwartung von Hunden grundsätzlich eher zu überschätzen und vorallem auch die Häufigkeit sehr alter Hunde, 14, 15 plus.

    Ich glaube es ist eher so, dass wir erst Tode ab einem bestimmten Alter rechnen wenn wir bei Hunden an Lebenserwartung denken. Ein Welpe der stirbt, ein "Montagsmodell" das leider sehr früh eingeschläfert werden muss oder dann, wie zB beim DJT, Jagdunfälle oder Verhaltensauffälligkeiten usw. Sowas rechnen wir da halt meist nicht mit ein. Und, jenachdem was man genau betrachten möchte, macht das ja auch Sinn.

    Das is echt interessant zu sehen.

    Bestätigt auch nochmal dass der eigene Eindruck nicht viel Aussagekraft hat.

    Ich hab bspw mal meine Rassen angeklickt, demnach sterben bspw Zwergschnauzer in der Masse ein paar Monate früher als Mittelschnauzer, hätte da sonst auch eigentlich gesagt dass die Zwerge locker länger leben.

    Krass.

    Ich fand das auch spannend. Meine Rassen haben zB fast 1-2 Jahre mehr als der deutsche Jagdterrier, hätte ich nie gedacht. Aber da gibts halt viele "Accidents" und Verhaltenauffälligkeiten die jung sterben und die Statistik drücken.

    Im Endeffekt ist die dort angegebene Lebenserwartung aber bei allen Rassen die jetzt durchgeschaut habe deutlich tiefer als ich erwartet hätte. Aber gut, das ist ja auch eine frage wie man rechnet.

    Dass man über einen Zeitraum, der verglichen mit der natürlichen Evolution ein Wimpernschlag ist, das Ursprungstier nicht mal eben 4fach vergrößern kann, sieht man am Ergebnis.

    Stell dir einen 1,60m großen Mensch vor.

    Und jetzt einen 6 Meter großen. (Höher als die meisten Wohnräume.)

    Aber - hey - warum sollte das bei Hunden irgendwie problematisch sein?

    Ein Grauwolf, aus dem unsere Haushunde hervorgegangen sind, hat eine Schulterhöhe von 60-80 cm. Die größten Hunderassen erreichen meines Wissen so bis zu 90 cm. Das ist jetzt kein signifikanter Unterschied. Dieses Argument funktioniert also eigentlich nur genau in die andere Richtung mit Verzwergung und Menschen die einem nichtmal bis and Knie gehen.

    Ansonsten hab ich jetzt beim Lesen der Thread Überschrift erstmal gedacht es geht darum inwiefern sich Hund und Mensch einander angleichen können.

    Da hab ich jetzt tatsächlich den Eindruck dass man häufig gewisse Ähnlichkeiten vor findet. Wobei ich mich durchaus frage ob das nicht vielleicht auch Zufall sein kann?

    Ich bin bspw selber lieber allein unterwegs, finde viele Menschen doof, bin selbst recht misstrauisch unterwegs und habe zufälligerweise ( oder auch nicht? ) einen Hund erwischt der genau so tickt wie ich. Ich würde allerdings nicht behaupten dass sie einzig und allein so ist weil sie bei mir lebt. Ich kann mir vorstellen dass ich selbst da einige Dinge entsprechend ein Stück weit unbewusst mit beeinflusse, aber schlussendlich hab ich mir ja für diesen Hund entschieden weil ich der Ansicht war dass das zu mir passt und am Grundwesen kann man eher nicht rütteln.

    Würde ich mir bspw einen vollkommen Rassetypischen Golden Retriever kaufen, würde der dann fremden Menschen ggü weniger offen werden, nur weil ich mit fremden Menschen nix anfangen kann? Ich vermute eher nicht. Aber es kann sein dass er distanzierter wirkt, weil er weniger Kontakt mit fremden Menschen haben würde und dadurch einfach bei weniger Menschen abspeichert dass man die begrüßen darf.

    So wie eben ein dahingehen misstrauischer, distanzierter Hund möglicherweise noch misstrauischer und distanzierter wirken kann weil ich einfach nicht so stark drauf achte Interaktionen mit fremden Menschen zu üben, sowas also ne Spur unbekannter bleibt als wenn es bspw nur um vorbei gehen an Passanten geht.

    Ich denke da jetzt schon eine ganze Weile drüber nach...

    Also ich denke wer sich halbwegs überlegt einen Hund anschafft, bei dem wird das bei der Rassewahl auch mit reinspielen. Aber ob das eigene Verhalten das der Hunde beeinflusst.. hmm...
    Ich bin in etwa ein Mensch wie du, ich kann gut auf andere Menschen verzichten. Meine Hund sind da deutlich netter und aufgeschlossener, aber in erster Linie desinteressiert solange der fremde Mensch/Hund ihnen nichts bietet. Aber mit Futter bzw. Spielzeug kann sich hier jeder Fremde Freunde schaffen.
    Ich bin jetzt schon die ganze Zeit am überlegen ob die mit so einer richtig aufgeschlossenen people-person, wohl anders wären. Und ich kann mir das jetzt nicht so richtig vorstellen, also zumindest nicht, wenn diese Person ihnen auch so bisschen Grunderziehung angedeihen und normale Menieren beibringen würde.
    Was ich aber denke ist, dass es für mich einfacher ist den Hunden diese gewisse Ignoranz bei Begegnungen beizubringen, weil meine Hunde nie eine Erwartungshaltung, dass da jetzt was Tolles kommen könnte, aufbauen.

    Statistiken lesen sich immer so toll … aber: traue keiner Statisitik, die du nicht selbst gefälscht hast!

    Wo hat das was du schreibst denn mit gefälschten Statistiken zu tun?

    Der Spruch bezieht sich (abgesehen von echten Fälschungen) darauf, dass Ergebnisse von Statistiken von den Parametern abhängen mit denen man sie erstellt hat und man damit ein Stück weit auch ganz legal auch die Ergebnisse nach den eigenen Wünschen anpassen kann. Das hat nichts mit irgendwelchen Einzelfällen zu tun.

    ___

    Ich kenne den Spruch übrigens mit jeweils 4 Jahren. Passt auch besser. Zum einen ist ein Hund mit 6 echt nicht alt und zum anderen ist 12 für die meisten Hunde ein sehr realistisches Alter.

    Dann gibt es ja sicherlich Unterschiede zwischen großen, aber schlanken, funktionalen Hunden (Windhunde) und Rassen, die groß UND schwer sind.

    Da ich ja eh gerade am schauen war, habe ich mal nach ein paar Windhunden gesucht. Ich würde meine Hand jetzt nicht für die Qualität meiner Quellen ins Feuer legen und es gab eine sehr große Streuung, aber so ganz grob scheint man da auch von 10-14 Jahren ausgehen zu dürfen.

    Anderes Beispiel: Berner. Wenn die spezifische Krebsneigung wegen Größe und Gewicht ist, warum hat das, keine Ahnung, frei erfunden, der Akbash nicht?

    Beim Berner würde ich dagegen stellen, dass die deutschen Vorsteher genauso groß werden und die sind im Großen und Ganzen fit wie ein Turnschuh, durchschnittliche Lebenserwartungen, soweit ich das gerade gegoogelt habe, bis 15 Jahre und nicht selten auch im zweistelligen Alter noch jagdlich geführt, zumindest eingeschränkt.

    Das Problem ist halt man weiß nie wirklich wie ein Hund wäre, wenn er einen anderen Halter gehabt hätte. Klar, bei Halterwechsel kann man das so bisschen sehen, aber man kann nie exakt wissen wie ein Hund gewesen wäre wenn er zu einem bestimmten Zeitpunkt einen anderen Halter gehabt hätte.

    Und grundsätzlich, es ist nie nur eine einzige Sache. Der Charakter hat Einflus, die Erfahrungen haben Einfluss, die Situation hat Einfluss, der Halter hat Einfluss, die Tagesstimmung hat Einfluss usw. Es ist ein Zusammenspiel aus vielen Dingen.