Ich finde, das liest sich alles total gestresst und verkopft.
Finde ich auch.
Und ich glaube ihr reagiert einfach viel zu langsam.
Der Abbruch muss dann kommen, wenn die Zahnrädchen sich gerade drehen um den Entschluss "hochspringen" zu fassen. Gleiches gilt übrigens für das Beißen. Wenn ihr ihn erst in aller Ruhe reinbeißen lasst und dann erst was sagt habt ihr ja nicht das reinbeißen verboten, sondern gesagt er soll wieder loslassen
Ihr erwartet also, dass der Hund komplexere Zusammenhänge versteht, nur weil sie für euch selbstverständlich sind.
Außerdem sind Beißhemmung und nicht beißen zwei unterschiedliche Dinge. Ersteres besagt, dass er nicht fest zubeißt, er könnte aber theoretisch durchaus 24/7 auf euch rumkauen. Nicht beißen heißt, dass er Hand/Fuß usw eben garnicht erst ins Maul nimmt. Entsprechend habt ihr bei eurem Bestrafungsexperiment da auch munter gemischt was jetzt erlaubt ist und was nicht.
Kein Wunder, dass der Welpe so durch den Wind ist.
Natürlich kann man vor dem springen verbieten
Und ignorieren hilft dann, wenn der Hund damit eine Form von Aufmerksamkeit erreichen will, sonst ist es ja einfach nur erlaubt. Oder meinst du der Hund kann unterscheiden zwischen darf er und darf er nicht, ich ignoriere das Fehlverhalten aber.
Außerdem, wie du ja selbst festgestellt hast (zumindest sollte das dein Fazit sein, nicht nur funktioniert nicht) kann er das "Nein" eben noch nicht. Er weiß vielleicht was in Trainingssituation X verlangt wird. Bis ihr ein wirkungsvolles "Nein" in hohem Erregungslebel habt ist es aber noch ein weiter Weg.
Gerade wenn ihr eher Kopfmenschen seid würde ich folgendes empfehlen (neben dem Rat nicht alles so verkopft zu sehen, das funktioniert mit Lebewesen nicht): Wenn du etwas mit dem Hund machen willst überlege zuerst welche Methoden zur Auswahl stehen (wegen mir auch mit YT, wobei da auch sehr viel Mist mit dabei ist). Dann kommt der wichtigste Teil, zerlege jede dieser Methoden prüfe sie: Warum wird das gemacht? Wie wird das gemacht, Wieso genau so und nicht anders? Wie kommt es beim Hund an? Wie wird der Hund wahrscheinlich reagieren? Wie könnte er anders reagieren und was mache ich dann? Was erwarte ich für eine Reaktion beim ersten, zweiten, dritten,..., x-ten Versuch? Wie lange dauert es bis ein echter Erfolg eintreten kann? Auf jede dieser Fragen gibt es meist mehrere Antworten, Ziel ist es sie alle zu finden. (Hilfe dabei gibt es zB auch hier im Forum) Und du wirst dafür sehr viel über deinen Hund lernen und ihn beobachten müssen. Kurz, klar der Kleine muss jetzt viel lernen, aber du musst deutlich mehr lernen als er.
Und dann, wenn du wirklich bestmöglichst verstanden hast wer wie wo was warum du da gerade tust, kannst du es an den Hund herantragen.