Beiträge von Javik

    Man würde sehen, dass der Hund absolut leidet weil.............. der hechelt. :shocked:

    Das durfte ich mir auch schon paarmal anhören... Interessanterweise auch meist im Zusammenhang mit dem Zuggeschirr :roll:

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    Ich bin heute auch Tierquäler. Weil ich meinen Hund mit dem Schlüsselbund bewerfe, das ist Tierquälerei.

    Hmmm, ja, grundsätzlich hat sie nicht unrecht. So lange wie sie uns angestarrt hat hätte ihr aber auch auffallen können, dass die Hunde beide heiß auf das Ding waren, durchgehend drauf gegeiert haben und nicht im mindesten verschüchtert. (Ich habe ein Minidummy als Schlüsselanhänger und das ist meine Notfall/immer-dabei Belohnung. Für die Hunde ist das aus irgendeinem Grund die Lieblingsbelohnung überhaupt.)

    Ja, alles egal, sie will meine unverschänten Ausreden nicht hören. Wer mit dem Schlüssel nach dem Hund wirft dem gehören die Hunde weggenommen. Sie zeigt mich an.

    :ka: Okay, ich warte...

    Hunde sind durchaus in der Lage ihren Willen zu äußern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Hunde nichts gegen Farbe im Fell hätten (gegen den Färbeprozess vielleicht, da sie sowas nicht kennen, aber nicht gegen die Farbe an sich). Würde ich sie dagegen mit Parfüm besprühen bin ich mir sicher, dass ich mit deutlichen Unmutsbekundungen konfrontiert wäre.

    Das Problem ist so gut wie nie die Vermenschlichung, sondern die Enthundlichung des Hundes

    Das ist für mich das Gleiche, aber ich finde deinen Begriff besser, da er das Problem umgeht, das der Begriff Vermenschlichung offensichtlich hat.

    Wenn man hier mal grob quer liest driften die Ansichten selbst ja weniger auseinander als die Definition des Begriffs.

    Im Endeffekt gibt es doch grob zwei Gruppen. Die eine definiert Vermenschlichung=Enthundlichung und empfindet sie daher als generell negativ, die andere bezieht auch menschliche Gesten der Fürsorge und Zuneigung die Hunde nicht zu schätzen wissen (zB die Liste von Wonder2009 gerade) oder Respekt vor dem Lebewesen selbst (kA mehr wer das geschrieben hatte) mit ein und begründen damit, dass Vermenschlichung ja nicht per se schlecht für den Hund ist.

    Vielleicht sollten wir also einfach einen neuen, deutlicheren Begriff einführen: Enthundlichung.

    Aber genau das beschreibt meinen Punkt ganz gut. Du nennst es "unfassbar arrogant", wie Menschen damals waren.

    Ich finde es nicht unfassbar arrogant wie Menschen "damals" waren, ich finde es unfassbar arrogant sich selbst zur Krone der Schöpfung zu ernennen und alles was man nicht versteht/verstehen will als dumm und minderwertig, komplett unabhängig vom Zeitalter. Kleiner, aber bedeutsamer Unterschied.

    Aber das hat nichts mehr mit dem Thema zu tun.

    Es kann aber natürlich auch einfach sein, dass wir etwas aneinander vorbei reden. Das ist halt immer das Problem bei rein schriftlicher Kommunikation mit Fremden.

    Ich weiß nicht, ob Vermenschlichung potenziell schlimm ist. Aktuell geht der Trend ja immer mehr in Richtung Vermenschlichung. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass das für die Hunde reell so schlecht wäre wie dargestellt. Im Haus leben, im Bett schlafen, Kontaktliegen, Gassi gehen, Hundesport betreiben. Alles Dinge, die es vor 40 jahren so nicht gab im Durchschnitt und wovon vieles was heute normal ist mal "Vermenschlichung" genannt wurde. Tieren werden mittlerweile auch Gefühle und Emotionen zugesprochen - vor paar Jahrzehten war da noch konsens, dass das dem Menschen vorbehalten sei.

    Da du mich ja zitierst: Das fällt alles nicht unter meine Definition von Vermenschlichung, nicht mal ansatzweise.

    In einem geschützten Unterschlupft leben ist nichts was Menschen vorbehalten ist, ein Schlafplatz auch nicht, soziale Berührung auch nicht, Bewegung und eine Aufgabe auch nicht.

    Und zum Thema Tiere und Gefühle, Menschen haben nicht erst vor ein paar Jahrzehnten ein Hirn entwickelt. Nur weil ein paar Leute den Tieren das abgesprochen haben (die gibt es heute auch noch), heißt das nicht, dass man das nicht wusste. Und nur weil Menschen so unsagbar arrogant sind/waren, den Tieren das abzusprechen, heißt das selbstverständlicherweise nicht, dass das richtig ist.

    Ja, das sind dann projezierte Erwartungen die ein Tier nicht erfüllen kann. Aber auch Menschen können solche Erwartungen oft nur mit Mühe erfüllen. Darunter leiden ja nicht nur Tiere. Sondern auch Kinder, Partner, Freunde,... Falsche/Übersteigerte Erwartungen an eine Beziehung (nicht im Sinn der partnerschaftlichen Beziehung, sondern allgemein Beziehungen zwischen Lebenwesen) ist einfach etwas sehr menschliches.

    Ich habe nur ein Beispiel gebracht, wo diese falsche Erwartung eben problematisch werden kann. Und das ist eben mMn mit allen Vermenschlichungen möglich. Sie sind nicht zwangsläufig immer katastrophal schlimm für den Hund, aber eben potentiell und damit immer ein Problem.

    Wenn man sich dessen nicht bewusst ist versteht sich. Scherze und Co sind was anderes.

    Für das Tier ist aber zum Beispiel egal, ob der Mensch zum blauen Geschirr greift, weil er meint sein Rüde würde sich in pink schämen.

    Das ist aber mMn keine Vermenschlichung, sondern Projektion. Auch ein Problem, eines das oftmals Hand in Hand geht, aber (zumindest nach meiner persönlichen Definition), keine Vermenschlichung. (Es ist ja keine generell menschliche Ansicht, sondern eine Ansicht einzelner Personen).