Eine Mutation ist aber nicht das Gleiche wie ein Gendefekt.
In dem Fall ist es ja eben auch kein Defekt, sondern eine positive Mutation.
Weil es eben keine schädlichen Auswirkungen hatte.
Mutation ist halt erstmal nur die Veränderung. Es ist nicht zweckführend, wenn man sämtliche Mutationen als Gendefekte bezeichnet.
Es ist auch nicht zweckführend das Wort Defekt emotional zu besetzen.
Mutationen müssen die Funktion eines Gens nicht unbedingt stören, viele Mutationen haben überhaupt keine Auswirkungen wenn sie die gleiche AS codieren. Gendefekt heißt einfach nur, dass diese Störung durch die Mutation eingetroffen ist.
Bei der Laktosetoleranz gab es eine Mutation die dafür sorgt, dass die Toleranz auch im adulten Stadium weiter besteht. Heißt, das Gen das dafür verantwortlich ist diese Fähigkeit der Säuglinge abzuschalten, ist defekt. Es funktioniert nicht/nur eingeschränkt. Dass das für den Organismus dann in gewissen Umgebungen sogar so große Vorteile hatte, dass so klar darauf selektiert wurde ist eine ganz andere Geschichte. Gendefekt heißt eben nicht automatisch Organismus defekt.