Beiträge von Javik

    So, ich habe heute Gimli das erste Mal im Wald zeitweise frei laufen lassen und habe die freie Hand genutzt um zu filmen.

    Kurze Warnung vorweg, meine Kameraführung ist mieserabel und mein Handy war durch den Schnee scheinbar teilweise mit dem Zoom überfordert. Also, Qualität ist teilweise nicht die Beste.

    Dafür ist es abwechslungsreicher geworden als gedacht...

    KayaFlat

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    Da wir das Thema ja gerade erst hatten und ich lang und breit beschrieben habe wie die Unterschiede hier aussehen, vielleicht interessiert dich das hier. Man sieht halt gut den Unterschied zwischen managen und dem was ich als 100% sehe. (Naja, indirekt sieht man es, indem ich Baldur halt keine Beachtung schenke, nichtmal groß nach ihm schaue und er trotzdem von allen Dreien am wenigsten Probleme macht.)

    Entspannter Freilauf

    Zwischen Fluss und Hang habe ich Gimli heute mal kurzzeitig frei laufen lassen. Dort vorne ist normalerweise auch nichts. Weiter hinten dagegen trifft man öfter etwas, deswegen stoppt dann das Video zum anleinen. Man merkt es auch etwas gegen Ende, dass sie die Nase immer öfter und stärker gegen Hang strecken. Da dürften sie die Rehe schon gerochen haben die wir später oben auf dem Rückweg getroffen haben.

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    Unentspannter Freilauf

    So sieht der Freilauf aus, wenn die Herren was in der Nase haben. Der eine muss an die Leine, der andere wird sehr kurz geführt... und der Dritte darf weiter machen was er will.

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    Aufgekratzt

    Tja, und kaum hatte ich das Handy wieder in der Tasche habe ich gesehen, warum die Herren so nervös waren. Ein Sprung Rehe kam den Hang rauf und ist ruhig vor uns über den Weg gezogen. :herzen1: Wegen dem blöden Flexikasten war ich leider nicht schnell genug das Handy wieder aus der Tasche zu fischen, man sieht ganz am Anfang noch die Köpfe zwischen den Bäumen verschwinden. War hübsch. Naja, jedenfalls, Argos zeigt euch gleich wie nah vor uns die gekreuzt haben.

    Und den Rest des Videos sieht man gut den Unterschied zwischen entspanntem Gassi und aufgekratzem Jagdhund.

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    MMn ist die relevante Frage bei einem Rettungshund hauptsächlich: Wie heiß ist der Hund auf seine Belohnung?

    Ist er heiß genug drauf um sich auch bei widrigen Umständen dafür lange Zeit abzumühen?

    Und, und da wird es halt bei den Vollgebrauchsjagdhunden sehr kritisch, ist er heiß genug drauf um echte Beute (Wild) dafür stehen zu lassen, sei es als Fährte oder auf Sicht.

    Ich war hier in meiner Nähe mal in einer jagdlichen Trainingsgruppe (als Zuschauerin) und habe es gewagt zu fragen warum niemand seinen Hund belohnt (mit Futter oder Bällchen)... da haben echt alle gelacht und gemeint die Hunde würden sich für sowas überhaupt nicht interessieren.

    Jetzt kann ich mir zwar nicht vorstellen, dass es wirklich so extrem ist, aber ich bin überzeugt davon, dass die Retriever unter den Jagdhunden echt fast eine Ausnahme sind, weil sie (viele) überhaupt keinen Unterschied zwischen echtem Wild und Dummy zeigen.

    Klingt für mich nach Ausrede. Also klar, wenn am Wild gearbeitet wird gibt es oftmals nichts höherwertiges, aber zum Erfolg oder als Entschädigung was oben drauf legen wird meist doch zumindest angenommen.

    Soweit jedenfalls meine Erfahrungen.

    Will man eigentlich von einem unfreundlichen Hund gefunden werden? Sind die dann zur Beute die sie finden nett? Hab wirklich keine Ahnung, deshalb mal doof gefragt.

    Kommt drauf an.

    Malis und Herder sind ja nun auch nicht die freundlichensten Hunderassen. Ist halt ein Arbeitshund und kein Streichelzoo. Die machen ihren Job. Hinrennen. Anzeigen. Der Mensch selbst ist denen schnurz und solange sie ihn nicht zerlegen sobald er sich bewegt geht das. Die Hunde dürfen das Opfer ja eh nicht berühren. (Und Opfer sind keine Beute ;) )

    Wirklich unfreundliche Hunde, die eben in solchen Sitautionen auch mal was tun würden, sind natürlich inakzeptabel. Dafür gibt es den Eignungstest und daruf wird auch bei den Prüfungen Wert gelegt.

    MMn ist die relevante Frage bei einem Rettungshund hauptsächlich: Wie heiß ist der Hund auf seine Belohnung?

    Ist er heiß genug drauf um sich auch bei widrigen Umständen dafür lange Zeit abzumühen?

    Und, und da wird es halt bei den Vollgebrauchsjagdhunden sehr kritisch, ist er heiß genug drauf um echte Beute (Wild) dafür stehen zu lassen, sei es als Fährte oder auf Sicht.

    Danke .

    Und genau da ist man dann im "worst Case" eher nicht mehr bei Ner Herausforderung in der Ausbildung sondern kann das Experiment abbrechen oder sich strafbar machen.

    Eben, da sowas auf Distanz, meist noch außer Sichtweite, stattfindet sind wir hier halt auch nicht mehr bei einfachem Grundgehorsam der dann "nur" eine Herausforderung wäre. Wenn der Hund lieber wildern geht, dann kann man da nicht mehr viel trainieren. Dann wars das schlicht und ergreifend mit der Ausbildung. (Zumindest in seriösen Staffeln)

    Vielleicht doofe Frage bzgl. der Tauglichkeit eines Hundes für die RH-Arbeit:

    Gehts nicht hauptsächlich darum, dass der Hund darauf selektiert wurde mit dem Menschen ZUSAMMEN zu arbeiten?

    MMn ist die relevante Frage bei einem Rettungshund hauptsächlich: Wie heiß ist der Hund auf seine Belohnung?

    Ist er heiß genug drauf um sich auch bei widrigen Umständen dafür lange Zeit abzumühen?

    Und, und da wird es halt bei den Vollgebrauchsjagdhunden sehr kritisch, ist er heiß genug drauf um echte Beute (Wild) dafür stehen zu lassen, sei es als Fährte oder auf Sicht.

    Die diversen Threads verfolge ich jetzt schon länger und jedes Mal drängt sich mir eine Frage auf. Ich stell sie jetzt einfach mal. Mit der Annahme, dass ein DD, der nicht als Jagdhund taugt, für die Rettungshundearbeit adäquat zu den prädestiniert Rassen voll einsatzfähig ist, dann müsste das auch für jeden Border Collie gelten, der nicht zum Koppelgebrauchshund taugt. Oder für jeden Alaskan Husky, den man im Zughundegespann nicht passend findet.

    Hm, nein, oder? Warum gelten für den Vollgebrauchsjagdhund DD dann andere Regeln?

    Abgesehen davon, finde ich den Zeitpunkt für einen dritten Hund jetzt gar nicht unpassend. Grundsätzlich habe ich schon das Gefühl, dass du weisst, was du tust und dass es, mit der passenden Rasse, jetzt richtig gut klappen kann bei euch.

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    1. Hund taugt jagdlich nicht, heißt nicht, dass er kein jagdliches Interesse hat. Eher dann noch sowas wie waidlaut (Kläffer, meist weil die Nerven nicht passen und der Hund zu drüber ist) oder mangelnde Schussfestigkeit. Nichts was den Hund für einen Rettungshundeführer tauglicher macht, eher noch genauso untauglich. Davon abgesehen, soll es hier ja ein Welpe aus jagdlicher Leistungszucht sein, da kann man mal pauschal davon ausgehen, dass der tauglich ist.
    2. Ein Alaskan ist für RHA auch nicht tauglich, egal ob er für Musher interessant ist oder nicht, Border Collies auch nur bedingt und, je nachdem warum er an den Schafen nichts taugt, ist der Hund dann auch für RHA untauglich. Vor allem aber, das was den DD "tauglich" machen würde wäre im Endeffekt mangelnder Wille zu jagen. Für wie wahrscheinlich hältst du das bei einem Hund der seit Jahrhunderten für die Jagd gezüchtet wurde, dass der diesen hündischen Instinkt nicht oder kaum ausgeprägt hat? Unabhängig davon ob er für den modernen Jagdgebrauch als tauglich erachtet wird oder nicht.
    Die Sorge mit dem DD bzgl. RHA ist ja ganz konkret, dass der Hund lieber Wild suchen geht als Menschen.


    Pirschelbär

    Eine naive Frage von jemandem, der weder Jägerin noch Rettungshundehalterin ist: Für das Verfolgen von Spuren ist ein Jagdhund doch grundsätzlich prädestiniert, oder? Das Problem ist, dass da einige Rassen zu eigenständig sind und im Zweifel lieber das Reh statt die Oma suchen, richtig?

    Die Eigenständigkeit ist eine Sache, aber eben auch Unabhängigkeit und Radius um den HF und wie stark dieser Spurwille ist. Da gibt es schon nochmal deutliche Unterschiede.

    Was wiederum meinen Vorstellungen von einem 100% Hund total zuwider liefe. Ich will das, dass meine Hunde kreative Ideen haben, sich kleine Frechheiten ausdenken, sich auch mal an mir reiben und was ausprobieren.

    Ich nehme dich Mal als Beispiel für was was mir hier schon paarmal aufgefallen ist, ist also nicht ausschließlich auf deinen Kommentar gemünzt und nicht nur an dich gerichtet.

    Woher kommt diese Idee, dass ein Hund mit einem absolut verlässlichen Gehorsam mehr oder weniger gebrochen werden muss? Denn darauf läuft es doch hinaus, bei solchen Kommentaren wie, dass der Hund kreativ sein soll, sich ausleben soll, respektvoll behandelt werden soll usw.?

    Ich meine, so viele machen hier Hundesport oder trainieren einfach zum Spaß täglich mit ihren Hunden. Da sollte das Konzept eigentlich nicht so fern liegen.

    Wieso sollte ein Hund, nur weil er Kommandos auch in schwereren Situationen zuverlässig befolgt, sich nicht mehr trauen kreativ zu sein oder auch Mal frech zu werden? Warum ist es für manche so schwer vorstellbar, dass man einen Hund gut behandeln kann und trotzdem eben Gehorsam einfordert und einfordern kann?

    Ich meine ja, 100% bekommt man als Hardcore-Wattebäuschler wohl eher selten hin. Aber nur weil man bei einem sauber trainierten, konditionierten Hund auch Mal eine Ansage macht und konsequent eine Umsetzung einfordert, bricht das weder den Hund, noch zerstört es in irgendeiner Art und Weise die Beziehung.

    Ein absolut zuverlässiger Gehorsam bedeutet ja auch nicht, dass der Hund keine rotzfreche A*schbratze sein kann, die andere Leute mit anderen Erziehungsschwerpunkten vielleicht sogar als unerzogen betrachten würden. Es heißt ja nur, dass ein Kommando tatsächlich befolgt wird wenn es gegeben wird. Soweit zumindest meine Interpretation von 100%igem Gehorsam.

    Ich fand es einfach schon immer schräg, wenn mein Hund bemitleidet wurde, weil er "hört wie ein Roboter". Und neben mir steht ein Hund, voller Begeisterung auf mich fixiert um sich seine Belohnung abzuholen und darauf hoffend, dass noch mehr kommt und wir jetzt was Tolles zusammen machen. Ja, armer Hund....

    Und wo passt das nicht zu einem Hund der kreativ, rotzfrech und manipulativ sein kann? Wo widerspricht das einer respektvollen Behandlung?

    Der steht ja nicht 24/7 im Kommando. Im Gegenteil, so einem Hund kann man sehr viele Freiheiten erlauben und ihn Hund sein lassen. Das ist ja überhaupt erst der Grund warum ich mir die Mühe mache meine Hunde so zu erziehen. Ich meine, sowas fällt einem auch bei Hunden die das anbieten normalerweise nicht einfach in den Schoß.