Und das ist genau das Problem: Bereinigt um das, was nach persönlicher Definition eigentlich nicht einberechnet werden sollte, weils nicht den eigenen Gütekriterien entspricht, wirds schwer, eine Studie aufzusetzen. Jedenfalls eine Studie, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wird
Außer dem letzten Absatz, habe ich meine persönliche Meinung nicht eingebracht. Und ich habe sie genau deswegen mit zwei Leerzeilen abgetrennt. Ich persönlich finde das Thema halt schlicht und ergreifend zu komplex um es nur in zwei Gruppen zu unterteilen. Oder, wenn es nur zwei Gruppen sein sollen, würde ich da andere Grenzen ziehen. Rein theoretisch versteht sich, praktisch ist mir absolut bewusst, dass meine bevorzugte Unterteilung noch schwerer ist, als die die in den Studien vorgenommen wurde.
Wenn man die Studien reinrassig vs. Mischling beim Thema Verbandszucht nutzen will, ist es aber nunmal grundlegend relevant ob die reinrassigen Hunde auch wirklich im Verband gezogen wurden oder eben nicht. Vermehrerhunde, egal wie reinrassig sie genetisch sind, sind nunmal eben keine Verbandshunde.
Ansonsten, ganz genrell, sollte man sich der möglichen Fehler und Probleme bei den Daten mit denen man arbeitet halt einfach bewusst sein. Das macht die gewonnenen Erkenntnisse ja nicht unbedingt wertlos, aber man sollte die Limits dieser Aussagen realisitsch einschätzen.
So arbeitet man nunmal mit wissenschaftlichen Studien. Man sucht Fehler und versucht sie zu demontieren und je stärker man scheitert, desto höher schätzt man ihre Aussagekraft/Wahrheitsgehalt ein. Alle modernen Theorien sind deswegen allgemein anerkannt, weil niemand sie (bisher) widerlegen konnte (mit Gründen die nicht widerlegt werden konnten). Aber es bleiben Theorien, weil sie eben nicht direkt bewiesen werden können, sondern der "Beweis" nur ist, dass man (noch) nicht in der Lage war, ihre Falschheit zu beweisen. So funktioniert das System und es funktioniert ganz gut so. Zumindest bis die Medien und breite Masse dran kommt...
Und es gibt bei den hier genannten Studien nunmal, wie bei den meisten, einige Probleme, gerade auch in Hinsicht auf unsere Diskussion (die ja nunmal auch nicht exakt die Fragestellung der Paper trifft). Einige Punkte könnte man klären, wenn man mit den Autoren direkt reden würde. Würde ich auch tun, wenn ich professionell damit arbeiten wollen würde, nicht aber nur für einen Forenthread.
Meine Kritik ist also kein "Hihihi, ich habe da einen Fehler gefunden, also ist alles doof, alles Mist, in die Tonne damit!", ich zeige lediglich ein paar Dinge auf die mir beim groben Überfliegen auffallen und die man bedenken muss, wenn man mit den Ergebnissen arbeiten will.