Beiträge von Javik

    SherlyH  @Langstrumpf

    Es ging um das "JEDER". Groß geschrieben, ohne jegliche Einschränkungen.

    Ich finde auch, dass es unter den in mehrfacher Hinsicht suboptimalen Bedingungen hier nicht verwunderlich ist, wenn der Hund da auch reagiert, heftig reagiert. Aber dieser Hund hier ist ja nicht jeder Hund. Es gibt mehr als genug Hunde wie als Welpen aus optimalen Bedinungen in optimale Bedingungen kommen und es da nur noch eine Charakterfrage ist ob man überhaupt irgendwas merkt. Und selbst "irgendwas merken" ist, eine ganz andere Größenordnung als "durch den Wind".

    Und ich finde das relevant, wenn man einen Hund aus und/oder in suboptimale Bedingungen holt. Also, dass man sich klar macht, dass hier etwas eben nicht normal läuft, sondern man dem Rechnung tragen muss.

    Ganz ehrlich, ich glaube, du wärst mit jedem Hund anfangs überfordert gewesen, weil du völlig falsche Vorstellungen hattest. JEDER Hund muss sich erst mal eingewöhnen und ist anfangs durch den Wind.

    Könnt ihr mal aufhören es als normal darzustellen, dass ein Hund anfangs komplett fertig mit der Welt ist?

    Und selbst auf normalem, moderaten Level, es gibt Hunde die brauchen etwas und werden unsicher, es gibt Hunde da merkt man gar nichts.

    Und wie sieht es mit der Empathie mit dem Ersthalter hier aus, dessen Ahnungslosigkeit man, Mal wieder, ausgenutzt hat und ihm so eine Katastrophe aufs Auge gedrückt hat?

    Schlafentzug fällt nicht umsonst unter Folter, der Terror den der Hund sonst so verursacht ist auch keine Kleinigkeit. Und ja, es ist aus Sicht des Hundes durchaus verständlich, dass er sich so verhält, das macht es aber nicht okay.

    Und, ganz wichtig, das wäre NICHT mit jedem anderen Hund genauso.

    Unsere Hündin ist jagdlich extrem interessiert, ebenso jagt sie Schatten und Blätter. Durch das Jagen von Schatten und Blättern sind wir nun zusätzlich bei einer Verhaltenspsychologischen Tierärztin, die sich mit der Bauchspeicheldrüse auch gut auskennt.

    Erziehung? Klingt wie ein ganz normaler jagdlich interessierter Hund (was man bei einem Jagdhundmischling auch erwarten sollte), der keine entsprechende Erziehung und Auslastung bekommt und deswegen auf jeden Bewegungsreiz reagiert. Für sowas braucht es keinen Fachtierarzt.

    Vielleicht kann das durch das Thema mit der Bauchspeicheldrüse schlimmer werden, aber das ist definitiv nicht der Grund dafür. Und wenn ihr da homöopathisch rumdoktert, kann das ja auch nicht sonderlich schlimm sein. Oder wird hier die Gesundheit Ideologien untergeordnet?

    Bei mir ist es so, dass ich nicht will, dass (ohne explizite Erlaubnis) mit den Hunden gearbeitet wird. Das sind aber Dinge die ein normaler Sitter auch echt nicht braucht.

    Bei Tricks und Alltagskommandos ist es mir relativ egal. Relativ deswegen, weil es einfach davon abhängt ob derjenige zumindest halbwegs mit Hunden kann und derjenige halt wenigstens halbwegs wissen sollte was die Kommandos bedeuten.

    Ich hatte erst gestern wieder eine Diskussion mit meinem Nachbarn, weil der absolut nicht einsehen wollte, dass mein Hund sein "Pfötchen" ganz hervorragend befolgt hat und es nur anders gelernt hat als sein Hund. Und ausgerechnet Baldur ist halt ein Hund den jegliche Unzufriedenheit mit seiner Arbeit schwer trifft und der super unsicher wird, wenn er denkt er macht es richtig (was er in dem Fall auch gemacht hat) und dann die Rückmeldung bekommt, dass das falsch war. Sowas muss einfach nicht sein.

    Oder diese "aus" Ruferei, wenn der Hund was nicht machen soll. Ja, das bedeutet halt etwas loslassen, nicht etwas unterlassen.

    Ich meine, dass die, wenn sie mit meinen Hunden Ball spielen, denen Kommandos geben und die Hunde die selbst auflösen dürfen um dann den Ball zu holen und nicht sauber abgeben müssen. Geschenkt, das können sie differenzieren. Aber was komplett anderes fordern als man möchte und dann den Hund schimpfen, wenn der alles richtig macht, finde ich halt unfair.

    Dass ein Sitter seine Hausregeln durchsetzen darf und sich nicht vom Hund auf der Nase rumtanzen lassen muss, hätte ich jetzt als selbstverständlich angesehen. Das würde ich auch als Sitter, außer in Spezialfällen, ganz selbstverständlich machen. Vor allem wenn man kostenlos, oder super billig sittet, muss man sich ja echt nicht von dem Hund das Leben schwer machen lassen.

    Hier kommt es drauf an wie dringend die Hunde müssen. Aber normalerweise kommen sie, zumindest für ein kurzes Lösen, mehr oder weniger sofort raus. Der Morgen-/Mittagspaziergang kommt dann wenn es passt/ich Lust habe.

    Wir haben hier keine festen Zeiten und Tagesabläufe, entsprechend ist das alles eher bedürfnisorientiert.

    Heute waren wir jetzt zB gerade zum Lösen draußen, aber da haben die Herren nur lustlos das Bein gehoben, bisschen getröpfelt und sind dann freiwillig zurück ins Bett. Wir sind aber auch erst um 3 ins Bett gegangen und sie waren von ca. 19 Uhr bis kurz vor 3 Uhr draußen. Da müssen die jetzt natürlich noch nicht groß. Gassi gehen wir dann irgendwann in ein paar Stunden, da haben wir jetzt alle noch nicht richtig Lust zu.

    Die kaputten Rassen sind, bezogen auf die Rassen, Einzelfälle :ka:

    Du zählst zB 13 Rassen auf. Das sind aber mit Nichten die die komplett kaputt sind, sondern da sind durchaus welche dabei die nur vereinzelt Probleme haben (mal wieder ganz klassisch der DSH, in der LZ was läuft denn da falsch? Und auch in der Hochzucht, sind es ja bei Weitem nicht alle Züchter, also wirklich bei Weitem nicht). Trotzdem eben nur 13 Rassen, das sind 3,7% aller Rassen.

    Mir ist klar, dass du mehr aufzählen kannst, wenn du alle Rassen nimmst bei denen irgendwas falsch läuft bzw. in der Vergangenheit falsch lief (wobei letztere mMn eher ein positives Beispiel sind), aber mein Punkt ist, selbst wenn du die Anzahl verdreifacht bist du bei läppischen 10%. Sehr weit weg von einer Mehrheit oder gar einem "(fast) alle".

    Mir ging es eben einfach nur darum, dass manche in der Diskussion es so hingestellt haben, als wären (fast) alle Rassen belastet und das ist schlicht und ergreifend falsch.

    Also 5-10% sind in der Statistik, vor allem wenn es um Sterblichkeit geht, schon ganz ganz weit weg von Einzelfällen. Stell dir mal vor, du kaufst ein Auto, und der Autohersteller sagt dir, ja, bei 5-10% unserer Modelle haben wir nach wenigen Jahren tödliche Unfälle. Aber das sind Einzelfälle, im Großen und Ganzen sind wir kompetente Autohersteller. Airlines mit 5-10% Abstürzen. Impfungen mit 5-10% Mortalität. Also da bewegen wir uns auf jeden Fall in Größenverhältnissen, in denen wir ein ernstzunehmendes strukturelles Problem haben.

    Dein Kommentar geht inhaltlich an meinem vorbei.

    Und das ist genau das Problem: Bereinigt um das, was nach persönlicher Definition eigentlich nicht einberechnet werden sollte, weils nicht den eigenen Gütekriterien entspricht, wirds schwer, eine Studie aufzusetzen. Jedenfalls eine Studie, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wird

    Außer dem letzten Absatz, habe ich meine persönliche Meinung nicht eingebracht. Und ich habe sie genau deswegen mit zwei Leerzeilen abgetrennt. Ich persönlich finde das Thema halt schlicht und ergreifend zu komplex um es nur in zwei Gruppen zu unterteilen. Oder, wenn es nur zwei Gruppen sein sollen, würde ich da andere Grenzen ziehen. Rein theoretisch versteht sich, praktisch ist mir absolut bewusst, dass meine bevorzugte Unterteilung noch schwerer ist, als die die in den Studien vorgenommen wurde.

    Wenn man die Studien reinrassig vs. Mischling beim Thema Verbandszucht nutzen will, ist es aber nunmal grundlegend relevant ob die reinrassigen Hunde auch wirklich im Verband gezogen wurden oder eben nicht. Vermehrerhunde, egal wie reinrassig sie genetisch sind, sind nunmal eben keine Verbandshunde.

    Ansonsten, ganz genrell, sollte man sich der möglichen Fehler und Probleme bei den Daten mit denen man arbeitet halt einfach bewusst sein. Das macht die gewonnenen Erkenntnisse ja nicht unbedingt wertlos, aber man sollte die Limits dieser Aussagen realisitsch einschätzen.

    So arbeitet man nunmal mit wissenschaftlichen Studien. Man sucht Fehler und versucht sie zu demontieren und je stärker man scheitert, desto höher schätzt man ihre Aussagekraft/Wahrheitsgehalt ein. Alle modernen Theorien sind deswegen allgemein anerkannt, weil niemand sie (bisher) widerlegen konnte (mit Gründen die nicht widerlegt werden konnten). Aber es bleiben Theorien, weil sie eben nicht direkt bewiesen werden können, sondern der "Beweis" nur ist, dass man (noch) nicht in der Lage war, ihre Falschheit zu beweisen. So funktioniert das System und es funktioniert ganz gut so. Zumindest bis die Medien und breite Masse dran kommt...
    Und es gibt bei den hier genannten Studien nunmal, wie bei den meisten, einige Probleme, gerade auch in Hinsicht auf unsere Diskussion (die ja nunmal auch nicht exakt die Fragestellung der Paper trifft). Einige Punkte könnte man klären, wenn man mit den Autoren direkt reden würde. Würde ich auch tun, wenn ich professionell damit arbeiten wollen würde, nicht aber nur für einen Forenthread.

    Meine Kritik ist also kein "Hihihi, ich habe da einen Fehler gefunden, also ist alles doof, alles Mist, in die Tonne damit!", ich zeige lediglich ein paar Dinge auf die mir beim groben Überfliegen auffallen und die man bedenken muss, wenn man mit den Ergebnissen arbeiten will.