Beiträge von Javik

    Vielleicht Quark, aber ich meine irgendwo mal gelesen/gehört zu haben, dass Jagdhunde, die in der Jagdsaison viel in Bewegung sind, Absicht fressfreudig gezüchtet wurden, damit sie dicklich in die Saison reingehen und zusätzlich während der anstrengenden Zeit nicht so schnell vom Fleisch fallen, weil sie eben auch sehr große Portionen verdrücken können. Sinn und Zweck der Fressgier sei also die Leistungsfähigkeit des Jagdhundes während der Saison möglichst gut zu erhalten.

    Weiß hier jemand was dazu?

    Bitte wo ist ein untrainierter, verfetteter Hund leistungsfähig?

    So starten die Zwingerhunde von den Jägern die sich wenig um ihre Hunde und deren Leistungsfähigkeit kümmern in die Saison ja. Kurz, die die das ganze Jahr im Zwinger versauern und nur zur Saison raus zum "spielen" kommen.

    Die die das Ernst nehmen starten mit schlanken, muskulösen, extra in der kurzen Zeit zwischen Sommerhitze und Saisonbeginn auftrainierten Hunden.

    Und den Unterschied merkt man. Deutlich!

    Der Vorteil eines verfressenen Jagdhundes ist mMn, schlicht der, dass man auch eine postive halbwegs hochwertige Möglichkeit hat auf den Hund einzuwirken. Beuteersatz wie bei Schäferhunden funktioniert normalerweise nicht gut, v.a. nicht bei echter Beute vor der Nase. Klar, da ist Futter dann auch egal, aber zumindest ist es nicht komplett wertlos und die Hunde sind bereit sich dafür, mit ausreichender Erziehung, auch am Riemen zu reißen.

    Ich laufe ja viel barfuss rum

    uh, super, dann kannst du vllt meine Frage beantworten: Wie lange braucht es ca. bis sich die Fußsohlen an Barfuß gewöhnen?

    Kommt auf die Untergründe an die du läufst.

    Weiche Waldwege, Sand, Erde und Wiesen gehen, solange es nicht zu kalt und nass ist, natürlich immer. Da merkt man es normalerweise erst nach sehr langen Spaziergängen und gewöhnt sich schnell dran.

    Feiner Kies, Waldwege mit vielen Nadeln, kleinen Ästen usw. und Asphalt dauert bei mir 2-3 Wochen.

    Grober Schotter, Wege in denen der blanke Stein raus ragt, Waldwege mit Ästen, Brombeeren usw. dauert bei mir 2-3 Monate. Und bei diesen Wegen habe ich immer zumindest irgendwelche Schuhe dabei. Irgendwo kommt dann nämlich immer der Punkt wo auch Gewöhnung und Hornhaut nicht mehr ausreichend hilft.

    Also einen erwachsenen Hund gekauft zur Zucht. Innerhalb weniger Wochen etwas vor her total Unbekanntes herausgefunden, nämlich, dass der Hund schwer krank ist. Zurück kann man ihn nicht mehr geben, weil...? Und jetzt muss der weg, natürlich nur zum Wohle aller, für einen Preis für den man einen reinrassigen, sehr wahrscheinlich gesunden Welpen bekommt. Man will ja nicht auch noch einen Verlust machen, ne?

    Gestern war Schwarzwildtraining. Ich komme mit Vespa vom Auto her zum eingezäunten Gelände. Und irgendwo sagt jemand leise: „ah, da kommt jetzt ein Malin… Malo… Malinois!“

    Ja. Vespa wurde vom ungarischen Riesengulasch zum Dobermann und nun noch zum Malinois upgegradet. Was kommt als Nächstes? Puma?

    Also ich dachte mir die ganze Zeit Vizsla...Ridgeback...Vizlsa...Ridgeback...Vizsla...Ridgeback...Vizlsa...Ridgeback...Vizsla...Ridgeback...Vizlsa... :lol:

    Wir haben vor knapp 2 Wochen einen Dummy im Bach verloren. Der ging an einer Stelle mit im Wasser liegenden Ästen und starker Strömung unter und ist weiter unten auch nicht mehr aufgetaucht.

    Heute haben mir die Hunde einen halben Baumstamm aus dem Wasser gezogen, damit ich ihn werfen kann und habe damit zufällig dieses "Feld" mit den Ästen getroffen. Und schwubbs, taucht der Dummy auf. Er hatte sich an einem der Zweige verfangen und wurde von der Strömung einfach drunter gezogen.

    Nun, jedenfalls habe ich die Jungs ein paarmal reinschicken müssen bis sie ihn Wahrgenommen haben. Aber letztendlich hat Argos ihn tatsächlich gefunden und geholt.

    Damit fehlt mir wieder nur noch ein Dummy. (Der Orangene den ich in der frisch gemähten Wiese verloren habe, fragt mich nicht wie man das schafft.) :hurra:

    EDIT: Ups, falscher Thread. Naja, was solls...

    Zitat

    Von seinem genetischen Bauplan bestimmt ist der Haushund ein Dauerläufer, und alles, was diese Funktion behindert, ist eine Qual für diese Spezies.

    Wo dann das Ganze kippt und Niederläufigkeit, Verzwergung etc sehr wohl deutliche Alltagseinschränkungen mit sich bringen, mag manchmal ein schmaler Grat sein.

    Aber du hast doch da ein wunderbares Merkmal zitiert an dem man festmachen kann, wo es kippt und wo nicht.

    Dackel läuft jeden Winter mehrere Drückjagden mit (3-4 Stunden, durchgehend querwaldein, oft noch mit Höhenmetern) und ist auch sonst im Revier wunderbar einsetzbar und aktiv unterwegs. Er ist allgemein, zumindest körperlich, mindestens bis ins Rentenalter absolut gesund. Und das ist das was in der Zuchtlinie aus der der Hund stammt normal und zu erwarten ist. Niederläufig, ja, aber keine QZ.

    Dackel bekommt mit 2 Jahren seinen ersten BSV, obwohl man extra drauf geachtet hat, dass er keine Treppen läuft, nicht aufs Sofa springt usw. Und das ist das was in der Zuchtlinie aus der der Hund stammt normal und zu erwarten ist. -> Qualzucht.

    Klar gibt es noch Ausreißer und das Mittelfeld dazwischen usw. Aber ich finde eben gerade eine gewisse körperliche Leistungsfähigkeit (und das ohne Zwang, Nachteile und sonstwas) ist, neben den echten Qualen wie der Atemnot, Schmerzen usw., ein wunderbares Merkmal um den Zustand des Hundes zu beurteilen.

    Und das muss jetzt nicht unbedingt, die Leistung eines Arbeitshundes sein. Aber zB im Sommer (ein normaler Sommertag, nicht die 40+ °C Extreme), im Wald, mit regelmäßigen Wasserzugang eine große, gemütliche Runde Gassi, sollte mMn jeder gesunde Hund ohne Probleme schaffen können und dabei halbwegs aktiv mitlaufen.

    Ganz eventuell hätten Plattnasen und Kurzköpfe keine - unleugbaren - Probleme mit den Atemwegen, wenn die Form nicht über relativ wenige Generation und Fokus hauptsächlich darauf entstanden wäre. Andere Lebewesen mit ohne Nase oder kurzem Rundschädel haben diese Schwierigkeiten ja nicht. Es ist also nicht unbedingt die Form ansich, sondern zb das Überschalltempo, in Zeiträumen der Evolution gedacht, mit der es erreicht wurde. Vielleicht.

    Oh, in Zeiträumen der Evolution geht das ganz sicher. Alles ist irgendwo aus der gleichen Urform entstandne, das alleine zeigt ja, was mit genug Zeit möglich ist. Nur reden wir da von Zeiträumen die die Menschheit, zumindest in ihrer derzeitigen Form, auch nicht erleben wird, geschweige denn sich vorstellen oder gar handeln kann.

    Hunde sind im Grunde Kunstprodukte, aber etliche der Körperformen, die sie aufweisen, gibt es letztlich auch ohne menschlichen Einfluss bei diversen anderen Säugetieren. Und da funktionieren die auch, auf die jeweilige Umwelt bezogen, besser oder schlechter.

    Hm, nein Hunde sind keine Kunstprodukte.

    Rassen sind Kunstprodukte.

    Der Hund entstand durch eine spezielle Überlebensstrategie, nämlich die Kooperation mit der Spezies Mensch. Eine sehr erfolgreiche Strategie, wenn man mal überlegt. Die Rassen dagegen ist das wo der Mensch Gott spielt und sich seinen "Partner" nach seinen eigenen Wünschen formt, oder, so habe ich manchmal das Gefühl in der Showzucht, einfach nur um zu schauen was möglich ist.

    Eher geht es mir darum: Chondrodsyplasie, Brachyurie, die diversen Schädelformen, Augenstellungen und Formen, überbaut oder nicht, steil gewinkelt oderoderoderoderoder Als Form ansich nicht immer automatisch auch: krank und gequält.

    Naja, normalerweise bedeutet eine Name für eine Auffälligkeit auch, dass es ein Krankheitsbild ist. Und ein Krankheitsbild bedeutet Probleme.

    Ich weiß schon was du meinst, aber nur weil etwas bei anderen Arten funktioniert, heißt das nicht, dass es beim Hund funktioniert.

    Nehmen wir mal die Brachycephalie bzw. das ganze Thema Atemwege, weil die ja an unser Primatengesicht angelehnt ist: Nun, zum einen haben wir unsere Plattnasen langsam entwickelt, es war genug Zeit, dass sich auch das Gewebe zurückbilden konnte. Heißt ,die Atemwege sind frei. Dann haben Menschen zwar keine so lange Nase wie Hunde, aber wenn du dir den Schädel anschaust, dann ist auch bei Menschen mit kleinen Nasen da im Schädel genug Platz für die Atemwege. Die Nasenlöcher sind außerdem groß und rund (wenn nicht gibt's auch beim Menschen Probleme) und keine Schlitze. Und, ganz wichtig, wir Menschen haben ein anderes, sehr effizientes, Kühlsystem. Wir brauchen unsere Nase also wirklich nur zum Atmen und Riechen.

    Heißt, nur weil es gleich aussieht ist es noch lange nicht gleich.

    Man kann als Mensch ja auch auf allen 4en laufen. Geht. Aber man wird feststellen, dass man extrem ineffizient ist und das langfristig auch zu gesundheitlichen Schäden führt. Wir sind dafür nicht gebaut.

    ABER, ganz wichtig, wir haben eine alternative Art der Fortbewegung. Es ist also nicht so, dass wir nur die Wahl zwischen nicht bewegen und Schädigung haben, sondern einfach nur, dass wir uns zumindest als Hauptfortbewegung so bewegen sollten, wie es unser Körper vorschreibt. Soll heißen, wir haben eine funktionale Alternative. Bei Qualzucht gibt es eben keine funktionale Alternative. Der Dackel kann, seinem Körperbauplan nach, nicht einfach (langfristig) auf zwei Beinen laufen um die Belastung des langen Rückens zu ändern. Dafür ist er nicht gemacht.

    Und dass das Kunstprodukt Hund in Richtungen selektiert wurde, die für den jeweiligen Verwendungszweck besser oder schlechter funktionieren ist auch nicht automatisch Qual.

    Hat das jemand gesagt? Ich sicher nicht.

    Wenn der Husky weit hinter dem Whippet läuft oder umgekehrt. "Hättest mal weniger Fettgewebe gegen Überhitzung, andere Muskelfaserdominanz und Stoffwechsellage, andere Lendenlänge und Wirbelsäulenflexibilität, dann würdest Du auch nicht so ein klägliches Bild abgeben und ein Tempo für anspruchsvoll halten, das ich mit 4 Monaten schon ausm Handgelenk schüttelte" vs. "Gott, was für ein Versager, übersäuert und überhitzt hier schon nach 2km, kommt null mit der Temperatur klar, hat jetzt schon blutige Pfoten und beginnt tatsächlich grad zu torkeln und zu krampfen, wir sind erst 4k gelaufen."

    Es gibt aber einen Unterschied zwischen kommt schlecht mit den gegenteiligen Extrem klar oder ist nicht absolute Spitze in einer bestimmten Kategorie und, kann nicht normal leben.

    Hier ist einfach die Frage, was ein gesunder Hund kann. Und in dem Bereich +/- sollte sich jeder Hund bewegen können. Mehr leisten ist, solange es nicht anderweitig schädigt, kein Problem, bei weniger wirds irgendwann eben kritisch.

    Grundsätzlich ist eine gewisse Balance gesund. Je stärker man spezialisiert, desto eher muss man irgendwo Abstriche machen. Das ist aber auch, bis zu einem gewissen Grad normal und kein Problem. ZB keine Jagd mit Huskies in der Wüste, kein Galgo als Schlittenhund (mit Kettenhaltung) in Grönland. Da hat der Hund ja selbst keine Probleme, er hat ein Problem mit der Haltung für die er nicht ausgelegt ist. Huskies kommen aus kalten Gebieten, dort haben sie kein Problem. Wenn man sie in unpassende Haltungen verschleppt muss man dem halt Rechnung tragen. Lässt man den Hund da wo er hin gehört geht's dem prima. Nur, wo hält man Frenchies, damit es denen prima geht?

    Qualzucht ist, wenn das normale Durchschnittsleben in Durchschnittssituationen nicht oder nur eingeschränkt geht. Niemand verlangt von einem Hund jegliche Extreme bewältigen zu können. Das geht gar nicht, für sowas braucht es Spezialisten und Spezialisierung verlangt immer trade-offs.

    Aber selbst da, die echten Spezialisten haben a) einen Zweck und b) sind nicht so extrem, dass alles andere was relevant ist (!) nicht mehr ginge.


    Ich hab nur manchmal den Eindruck, dass man etwas aufpassen muss, das aus berechtigter Kritik nicht auch Übertreibung wird.

    Ja, da gebe ich dir absolut Recht. Ich finde die Verwässerung des Qualzuchtbegriffs auf alle Krankheiten, auf alles was nicht so toll läuft und, noch schlimmer, auf alles was einem generell nicht passt, absolut kontraproduktiv. Das mag dann effektiv für den Hund wenig Unterschied sein wieso er sich da gerade quält, aber es hat komplett unterschiedliche Ursachen und sollte entsprechend auch differenziert werden.

    Außerdem ist, nicht so gut und Qual auch ein riesiger Unterschied. Wenn es mal keine Qual mehr gibt, kann man sich auch gerne um nicht so gut kümmern. Bis dahin, ist es aber schlicht kontraproduktiv alles gleichzustellen.

    Unterschiedlicher Körperbau bringt unterschiedliche Stärken und Schwächen. Immer. Auch beim Menschen etwa. So ungefähr kann Mensch, was Mensch halt so kann, allein der Körperbau bringt aber zb schon eine unterschiedliche range of motion. Als gedrungener, kleiner Mensch kann oder könnge ich andere Sachen besser, als als großer, schlacksiger. Und jeder hat an anderen Stellen mehr Verschleiß, als der andere, selbst wenn man das selbe tät. Das fällt im Alltag nicht unbedingt sofort ins Auge. Und Menschen werden auch nicht systematisch gezüchtet, zum Glück. Ich kann nie nen Weltrekord im Marathon aufstellen, wenn ich, neben anderen, oft mentalen, Eigenschaften und einfach auch Glück, nicht den Körperbau dafür mitbringe. Als Frau mit ausladenden Hüften werd ich nie vorne mitlaufen, erreich auf niedrigerem Niveau vielleicht passable Leistung, hab aber womöglich immer mehr Verschleiß, als wär ich anders gebaut.

    Ja, aber die Frau mit ausladenden Hüften kann nur in diesem einen Hochleistungssport nicht mithalten, sie kann ganz normal den Alltag leben. Es gibt einen Unterschied zwischen keine Chance auf Olympiagold in einer bestimmten Sparte und kann den Alltag nicht schaffen.


    Nicht atmen können, kaputte Gelenke wegen Genetik, sich nicht mehr auf normalem Wege fortpflanzen können, deformierte Wirbelsäulen, Augenlider die nach innen wachsen, Augen die fast rausfallen. 200kg Hautfalten undsoweiter, nein, das red ich nicht schön.

    Und mir missfällt sehr, was vorallem Rassehundezucht der letzten rund 100 Jahre Hunden vermutlich an Problemen geschaffen haben.

    Ja, hier ist mein Problem halt immer "DIE Rassehundezucht".

    Ich meine, ich bin ja auch für offenere Zuchtbücher, keine Farbzucht (außer gesundheitlich Sinnvolles), keine Felltypzucht (außer es ist sinnvoll) usw. Aber DIE Rassehundezucht gibt es nicht.

    Zwischen Showzucht und Leistungszucht gibt es da riesige Unterschiede, zwischen Begleithunden und Arbeitshunden gibt es riesige Unterschiede, zwischen den Rassen und ihren Vereinen gibt es riesige Unterschiede.

    Ich warte ja immernoch drauf, dass mir endlich mal jemand anhand meiner Rassen erklärt was in DER Rassehundezucht so alles falsch läuft. (Nein, ich denke nicht, dass es bei meinen RZV nichts zu kritisieren gibt, nur eben nichts in dieser Richtung.)