Beiträge von Javik

    Javik auf dieser Ebene diskutiere ich leider nicht.

    Die praktische Ebene?

    Oder die wo nochmal nach deinen Kompetenzen zu dem Thema gefragt wird? Ich meine, du sagst uns hier allen im Endeffekt, dass wir weniger Ahnung haben als du.

    Du gibst hier schon wieder nur 0815-Lerntheorie von dir. Null jagdlicher Praxisbezug.

    Du erzählst hier nichts Neues, das Prinzip ist bekannt und wird genutzt. Es funktioniert nur in dem Kontext nicht.

    1. Es gibt nichts höherwertiges als Jagderfolg. Sowas kann man anderen Rassen erzählen oder einem nicht-angefixten Hund, aber nicht einem JGH im aktiven Jagdgebrauch.

    2. Wir sind hier nicht im AJT Thread. Hier geht es nicht um Pillepalle wie Impulskontrolle, egal in welchen Reizlagen, und Co. Ruhe und einen klaren Kopf am Wild erwarte ich bei meinem Hund fertig vorinstalliert.

    3. Tierschutz gilt auch für Wildtiere.

    Aber ich beobachte das ja live am Hygrometer, dass die Luftfeuchtigkeit sinkt während des heizens…? Geht nicht die Luftfeuchtigkeit mit der warmen Luft raus? Wurde mir das nicht hier sogar so erklärt? 😄🙈

    Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchtigkeit, nicht die Absolute.

    Das ist der prozentuale Wert zwischen dem gemessenen Dampfdruck und dem Sättigungsdampfdruck.

    Also vereinfacht gesagt

    relative Luftfeuchtigkeit=Wassermenge in der Luft/maximale Kapazität.

    Steigt die Kapazität, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit.

    ...und einen Hund der dumm genug ist, nicht zu kapieren, dass er besagten Reiz auch ohne das vorige Verhalten haben kann.

    Nein. Der Hund weiss das. Auch das hat nichts mit 'dumm' nichts zu tun, sondern mit einem sauberen und konsequenten Aufbau. Und genau da können wir sehr gerne noch einmal auf die Idee von Zwang zurückkommen: eine Bedingung fürs Gelingen ist tatsächlich die Verinnerlichung der Idee, dass der Hund keine Chance hat, an den Reiz zu kommen, ohne vorher seine Aufgabe zu erledigen.

    Siehst Du, dass das im Prinzip 'einfach' eine Umkehr ist, davon was im traditionellen Aufbau passiert? Also anstatt 'Du hast keine Chance, dem Dir unangenehmen Reiz zu entgehen, wenn Du nicht y tust' ersetzt man dies mit 'wenn Du x tust, kannst Du auch y tun'. Und ja, selbstverständlich handelt es sich dabei ebenso um eine gewisse Art von Zwang. Dieser wird aber eben anders präsentiert.

    Das lässt sich selbstverständlich genauso auf den Down-Pfiff anwenden.

    Nochmal, du musst mir das Prinzip nicht erklären. Ich kenne es, ich arbeite damit wo es sinnvoll ist. Aber das geht beim Down-Pfiff eben nicht.

    Du argumentierst hier rein theoretisch und vor allem, scheint es mir, ideologisch motiviert. Das ist ja ganz nett, aber komplett wertlos, für die praktische Anwendung.

    Du hast meines Wissens, wenn ich dich nicht gerade komplett verwechsle, weder jagdlichen Hintergrund, noch jemals einen Jagdgebrauchshund geführt, erst recht nicht beides zusammen.

    Ich frage mich also wo die Basis deiner Behauptungen ist.

    Also nochmal, den Teil den du praktischerweise einfach ignoriert hast. Wie funktioniert die Umsetzung in der Praxis genau? Erklär mir das mal am Beispiel des Hasen, mindestens so ausführlich wie Wonder2009 es oben stehend tut.


    Und doch, es hat in dem Fall etwas mit dumm zu tun. Wie schon gesagt, der Hund muss teilweise (meist) sofort hinterher, alles andere ist unwaidmännisch oder, für dich übersetzt, tierschutzrelevant.

    Genau diese Verinnerlichung, dass es anders nicht geht, geht also nicht. Nochmal ganz deutlich, der Hund weiß aus dem jagdlichen Alltag heraus, dass es anders geht, sogar mit Mensch zusammen.

    Selbst wenn der Aufbau funktionieren würde, spätestens wenn der Hund dann im Gebrauch steht, würde man sich das Down langsam aber sicher wieder kaputt machen.

    Und das Nächste ist, den Hund bevor er hetzt zu stoppen ist bekanntlich gar nicht sonderlich schwer. Jetzt stopp den Hund mal wenn er bereits eine Weile hetzt, weit von dir entfernt ist, am besten noch, wenn er direkt hinter dem Hasen ist und ihn gleich hat. DAS ist das Problem. Der Hund macht bereits was er will, er weiß, dass stoppen ihn von seiner Beute entfernt. Wieso genau sollte er stoppen? Der Hund müsste strohdorf sein, wenn er denkt das funktioniert.(*)

    Übrigens, ein eingejagter Hund will nicht hirnlos hetzen, er will Beute machen. DAS ist die ultimative Belohnung.

    Und nochmal, Jagdhunde sind nicht dumm. Die haben sowas wie Jagdverstand, oftmals mehr als wir Menschen. Damit arbeitet man auch sehr, sehr viel. Nur über Zusammenarbeit mit dem Menschen macht man erfolgreich Beute, das verstehen die auch. Aber dafür darfst du halt auch keinen Schwachsinn erzählen und musst beweisen, dass dein Weg zur Beute führt. Das tut der Down-Pfiff aber nicht. Dazu ist er nicht da.

    Nochmal ganz deutlich, meinen Hund stoppen, wenn es jagdlich sinnvoll ist oder er seinen Job bereits gemacht hat, kann ich mit einem leisen Flüstern, ohne groß Training. Den Hund stoppen wenn es jagdlich keinen Sinn macht.... ja.... das ist ein Kampf. Ich würde zu gerne sehen, wie du einem solchen Hund erklärst, dass ihn nach einer Hatz kurz hinter dem Hasen stoppen zu seiner Beute verhilft. Wie gesagt, der Hund müsste wirklich strohdoof sein das zu glauben.


    (*) Man macht das übrigens durchaus, beim Vorstehen. Der Hund lernt, anfangs an der Reizangel, später mit lebenden Tieren, dass er Jagderfolg hat, wenn er fest steht und die Beute entkommt, wenn er einspringt. Aber das ist eine komplett andere Situation, bei der ein (zu frühes) Einspringen auch tatsächlich den Jagderfolg schmälert und das kann man tatsächlich dann auch "beweisen". Plus, das lässt sich sehr einfach üben, da es sehr statisch ist.

    Zumindest wenn der Hund gefangene Wachteln und Tauben als Beute akzeptiert. Selbst das wird schon anstrengend, wenn man auf echte Wildtiere angewiesen ist... :roll:

    Das wichtigste am positiven Aufbau ist die planbare kleinschrittige Arbeit. Da ich bei der Jagd im echten Leben trainiere, ist das da nicht umsetzbar. Für den positiven Aufbau braucht’s sehr viele Wiederholungen, bis der Hund nachhaltig lernt.

    Mit richtig eingesetztem Zwang geht das sehr viel schneller. Da der Hund dabei niemals so oft Frust schiebt, ist es auch für den Hund stressfreier, weil er nur ganz ganz wenige Fehlversuche hat.

    Nicht zu vergessen die kleine Unwichtigkeit namens Tierschutzgedanke.

    Ich finde es ja echt witzig wie dem Hund doch bitte exakt Null unangenehme Dinge passieren dürfen, aber es absolut okay wäre, hunderte von Hasen um ihre Leben rennen zu lassen, nur für eine einzige Übung.

    sondern 'einfach' einen Reiz, der stark genug ist, dass der Hund ihn oder ein damit verbundenes Verhalten als belohnend genug ansieht, die ihm vorher gestellte Aufgabe zu erledigen.

    ...und einen Hund der dumm genug ist, nicht zu kapieren, dass er besagten Reiz auch ohne das vorige Verhalten haben kann.

    Das Problem bei der Jagd, im Gegensatz zu Hundesport o.ä., ist, dass man selten kontrollierte Bedingungen schaffen kann um sowas wirklich sauber zu üben. Entweder man hat kontrollierte Bedingungen mit wenig Reiz, oder man hat den hohen Reiz, aber seltenst in kontrollierten Bedingungen. Und das gilt für "dumme Hunde", es gibt auch genug Hunde die zB von Menschen gehaltene Wachteln nicht vorstehen und man daher nicht mit ihnen üben kann. Ich habe hier so ein Exemplar. Der interessiert sich ausschließlich für Wildgeflügel...

    Ich hatte auch sofort die von Wonder2009 erwähnte Hasenspur im Kopf. Eine der Disziplinen bei der sich zeigt wie gut der Down-Pfiff wirklich funktioniert. Und eine Disziplin in der das Prinzip theoretisch funktionieren würde. Hund darf erst hinterher, wenn er (kurz) lag.

    Praktisch wäre ich jedoch wirklich neugierig wie du das trainieren möchtest. Noch dazu in Revieren mit wenig Hasenbesatz.

    Und vergiss nicht, der Hund darf, muss (!) regelmäßig sofort hinterher. Er weiß also, dass es auch ohne geht.

    Ich wäre also auch gespannt, nicht einfach nur die hier im Forum gerne zitierten Theorien zu hören, sondern ein paar Beispiele wie die Umsetzung davon in der Praxis ganz konkret aussehen sollte, die auch wirklich funktionieren. Und zwar entweder Anhand des Apports oder des Stopps. Denn das sind ja im Endeffekt die zwei Kommandos, bei der selbst die guten Trainer sagen, dass es ohne nicht geht. Also Jagdhundetrainer, die wissen wovon sie reden...

    Übrigens, der Weg wie man jeden Hund rein positiv auf einer Hasenspur stoppen kann, ist glaube ich so um die 50.000€ wert, wenn ich mich recht erinnere. Ich mache halbe-halbe mit dir, wenn du einen funktionierenden Tipp lieferst, okay?

    Javik Danke für die Einblicke! Das nicht weiter als maximal 50m nachgehen ist das, was er von sich aus macht? Oder ist das irgendwie trainiert?

    Was sind denn die Einsatzgebiete für Vollgebrauchshunde? Das sind ja DD, DK, DL Weimaraner und alles in die Richtung? Wofür gebraucht man die normalerweise so?

    Das von dir beschriebene, wär das Stöberarbeit? Also zB für Münsterländer oder sowas?

    Oder denk ich da falsch?

    Nein, der ist so kurz. Ich versuche schon ihn etwas länger zu bekommen. Aber mit seeehr mäßigem Erfolg, wie Pirschelbär schon sagt. Ich hoffe, dass er mit etwas mehr Erfahrung nochmal zumindest etwas weiter wird.

    Man kann das bei der Dummyarbeit immer echt schön sehen, wie der Hund teilweise immer wieder direkt vorm Dummy abdreht, weil es ganz knapp zu weit weg liegt. Gehe ich dann ein paar Meter weiter, verschiebt sich sein Radius und er hat ihn sofort.
    Er ist halt eigentlich ein Hund der super für die Arbeit im Wasser und unter der Flinte wäre. Nur leider kann ich ihm das aufgrund des Umzugs nicht bieten.

    Der Job der Vollgebrauchshunde ist ziemlich vielfältig. Ich bin mal schreibfaul: https://www.grossermuensterlaender.com/verband/der-hu…dliche-eignung/
    Das hier ist der "Werbetext für den GM", aber im Endeffekt besagt er, dass der GM für alles geeignet ist was gebraucht wird. Also das was da beworben wird, ist eigentlich auch alles was Vollgebrauch beinhaltet, Feldarbeit, Wasserarbeit und Waldarbeit. Typische Generalisten halt, (fast) alles ein bisschen, aber nichts perfekt.


    Jein. Die Drückjagden sind perfekt für die Stöberhunde, ja. Aber das was mein Hund macht ist nicht stöbern, dazu ist er u.a. zu kurz und uneigenständig. Ein guter Stöberhund wird eigentlich vom Stand geschnallt, rennt in teils sehr, sehr großen Schlägen eigenständig durchs Treiben und bringt gefundenes Wild dann laut bellend vor die Stände. Die schauen zwar auch immer mal wieder bei ihrem Menschen vorbei, aber eher so im Abstand von 30-60 Minuten. Und sie jagen meist auch schärfer, gerade an den Sauen.
    Aber als Durchgehhund finde ich ihn ganz praktisch, eben weil er immer in der Nähe und verfügbar ist.

    Hier scheint ja die Vorstellung zu gelten, dass einen Hund jagdlich zu führen ein richtiger Kampf gegen den Hund ist.

    ja, mit der Aussage erwischst du mich.

    Ich find die zuletzt hier geposteten Videos, die als Beispiel dienen sollten, wirklich zum Brechen.

    Klar: Zweck, Mittel, trullala, aber das steht auf nem anderen Blatt Papier, wenn ich mir das Individuum Hund ansehe.

    Okay, vielleicht auch hier mal ein Beispiel.

    Außer unterm Hochsitz liegen und mir anzeigen ob und von wo irgendwas kommt oder Mini-Schweißspuren verfolgen (also die für die man eigentlich keinen Hund brächte und die ich nur arbeite, weil ich eben einen Hund habe; oftmals nachdem ich schon weiß wo das Stück liegt), geht mein Hund derzeit in erster Linie mit auf Drückjagden. Und zwar mit mir als Durchgeher, weil er extrem kurz und mit engem Kontakt zu mir jagt.
    Das sieht in etwa so aus: Hund läuft teils mit, teils ohne Leine mit mir und meiner Treibergruppe quer durch den Wald. Der rennt um uns rum, mal die Treiberkette entlang, mal kurz irgendwo vor, aber im Großen und Ganzen im relativ normalen Gassiabstand. Wenn er was in die Nase bekommt arbeitet er das aus, macht es hoch und hetzt kurz (wirklich kurz, also wenn er mal 50 m hinterher geht ist das schon viel) und kommt dann zu uns zurück. Sonst ist er dazu da uns zu unterstützen, durch den Hund weiß ich, wann und wo was ist und unsere Kette ist dichter. Dafür macht der Hund auch nichts groß anderes wie beim Gassi, um uns rumrennen und die Nase in den Wind oder auf den Boden halten halt.

    Sein Hauptjob ist es allerdings Dickungen für uns zu inspizieren und falls was drin ist auf die Läufe zu bringen, damit wir das nicht selbst machen müssen. Ist ja, gerade bei Schweinen, nicht ungefährlich. Sprich, wenn da irgendwas ist wo wir selbst nicht durch kommen oder wollen, dann wird der Hund gerufen und der wird da rein geschickt. Der rennt meist einmal halb drumrum und wenn er sich dann abwendet ist nichts drin. Sonst geht er halt rein. Oder, bei größeren Dickungen, geht er halt rein, ist da drin ne Weile verschwunden und entweder kommt er stillschweigend irgendwann wieder raus oder man hört dann schon dass und wo da was ist.

    Einmal habe ich ihn auch zu einem Standlaut in der Nähe geschickt, während ich den angegangen bin, da ist er dann um die verwundete Sau mit rumgehüpft, hat gebellt und dafür gesorgt, dass sie stehen bleibt, während Nachbars DJT auf die Sau ging. Mein Hund ist an Sauen glücklicherweise sehr vorsichtig. Also für mich und ihn glücklicherweise, jagdlich wäre mehr Schärfe schon nicht schlecht.

    Normalerweise bekommt der Hund in der Zeit kein einziges Kommando. Also auch in die Dickungen wird er nicht per Voraus-Befehl geschickt, sondern einfach mit einem Deuten und "geh, mal schauen, ist da was drin usw.", das ist kein Befehl. Das ist weder geübt, noch wird es irgendwie jemals durchgesetzt. Alleine schon, weil ich davon ausgehe, dass mein Hund weiß was er tut, besser als ich jedenfalls und ganz sicher besser als die anderen Treiber, wenn er nicht rein geht. Bzw. nicht rein gehen ja auch, je nachdem wie er es macht, ja eine seiner Möglichkeiten ist uns etwas mitzuteilen.

    Ja, und wenn die Jagd vorbei ist, dann gehen wir eben zurück zu den Wegen und wieder zum Sammelpunkt und der Hund wird irgendwo auf dem Weg dahin wieder angeleint. Noch nichtmal dafür braucht es ein Kommando, der Herr ist dann müde und zufrieden, ein hochhalten der Leine reicht, damit er freiwillig kommt und den Kopf rein steckt.

    Also ganz grob, stell dir vor du gehst mit deinem Hund quer durch den Wald Gassi und dein Hund darf die Sau rauslassen wie es ihm beliebt, meist bleibt er in Sichtweite, hin und wieder ist er mal paar Minuten außer Sicht, kein Ding, soller machen was er für richtig hält. DAS ist so die derzeitige Hauptarbeit meines Hundes.

    Liegt aber halt auch daran, dass es hier einfach keine Arbeit für einen Vollgebrauchsjagdhund gibt. Gäbe es die, würden wir hier auch ganz anders arbeiten. Aber immerhin dürfte das so mit das beste Beispiel für meinen Punkt sein. ;)

    Langfristig möchte ich die Schweißarbeit noch weiter ausbauen. Dann kann es sein, dass er die Jagd im Auto zubringt und danach eben erst zur Nachsuche rauskommt. Aber dafür müssen er und vor allem ich noch einiges mehr lernen.

    Verständlich - weil Wandelroeschen unterstellt, dass man wenn es rein positiv im Ernstfall nicht funktioniert, nur zu doof zum Ausbilden sei

    ja, hab ich durchaus auch raus gelesen, nur weniger "krass". An ähnlicher Stelle rufen andere dann gern "na wenn du dir den Schuh anziehen willst...".

    Genauso wie in der Diskussion über Strafe oft darauf hingewiesen wird, dass korrekt eingesetzte Strafe für den Hund fairer ist, als wenn man den Hund im Unklaren lässt, so verstehe ich es auch hier, dass korrekt eingesetztes positives Training vom Halter gewisses Knowhow erfordert.

    Das stellt weder jemanden als zu blöd hin noch, dass Fehler nicht erlaubt sind.

    Es unterstellt aber auch, dass ein rein positiver Aufbau immer (in realisitschem Zeitrahmen) erfolgreich ist, wenn nur der Mensch weiß was er tut. Und ich finde wer so eine Behauptung aufstellt muss sich die Frage gefallen lassen, was er denn so an Qualifikationen mitbringt.

    Denn soweit ich das Überblicken kann, sind es gerade die Leute mit den wirklich guten Qualifikationen und echter Ahnung, die zu gegenteiligem Schluss kommen.

    bonitadsbc

    Okay, ganz konkret.
    Argos musste nicht durch den Zwangsapport. Hier gibt es nichts was ein Hund apportieren können müsste, außerdem hatte er nie Probleme mit "ekligen" Dingen und er geht auch jetzt im Winter leider freiwillig schwimmen. Sprich der Apport ist ganz normal positiv über Spaß an der Sache aufgebaut. Einzig das ruhig halten haben wir mal etwas geübt, weil er zum Knautschen geneigt hat. Da habe ich ihm einfach das Maul ruhig und sanft zu gehalten, bis er ruhig gehalten hat und dann belohnt.

    Der Stopp. Er hat erst quasi den ganz normalen positiven Platz-Aufbau (mit Kopf runter) gelernt, auch mit zunehmender Ablenkung usw.

    Und dann eines Tages kam der Tag an dem er das erste Mal gezögert hat, da habe ich mich quasi auf ihn gestürzt und körperlich dafür gesorgt, dass er sich hingelegt hat. Das haben wir paarmal durchdiskutiert, dass er immer und sofort ohne jegliches Zögern zu liegen hat, sonst fällt ihm der Himmel auf den Kopf... oder ich...

    Und der Kopf bleibt unten. Das war tatsächlich unser größer Streitpunkt, denn das hasst er wie die Pest. Und ja, ich hatte da auch schonmal den Fuß auf seinem Kopf, nicht grob, aber eben dafür gesorgt, dass der Kopf unten blieb bis er aufgegeben hat. Das mag er allerdings bis heute nicht und immer wenn er meint damit durchzukommen, dann bleibt der Kopf auch oben oder nur auf Halbmast. Nur, genau deswegen ist er scheinbar noch nie auf die Idee gekommen, dass aufstehen oder gar nicht erst hinlegen, ja theoretisch auch möglich wäre. Und das ist Sinn und Zweck des Ganzen. ;)

    Ich weiß nicht ob es für eine warme Hasenspur oder so reichen würde. Hier gibts keine Hasen. Aber für alles was ich bisher gebraucht habe hat es gereicht.


    Hier scheint ja die Vorstellung zu gelten, dass einen Hund jagdlich zu führen ein richtiger Kampf gegen den Hund ist. Das ist nicht so, eigentlich eher im Gegenteil. Die meiste Zeit arbeitet man zusammen, im Team und das verstehen die Hunde auch so und arbeiten entsprechend zu. Die verfallen eben normalerweise nicht in hirnloses Hetzen, sondern bleiben dabei klar im Kopf und wissen genau was sie tun und meist auch wie sie es zu tun haben um Erfolg zu haben (heißt nicht, dass der Hund nicht hetzen würde oder so, nur, dass er eben normalerweise ansprechbar ist und da mit voller Absicht hinterher geht, nicht weil ihm da gerade eine Glühbirne durchgebrannt ist).

    Es gibt nur einzelne, ähm, Konfliktpunkte die für den Hund keinen Sinn machen, meist an den Punkten wo unsere menschlichen Gesetze aus hündisch-jagdlicher Sicht keinen Sinn machen oder eben Gefahren drohen, die ein Hund nicht überblicken kann. (Also ich denke da beispielsweise an Dinge wie Jagdzeiten, Straßen, dass man in D nicht mittels Hundehatz jagen darf oder eben auch teilweise warum man Konkurrenz auch bringen muss und nicht einfach tot liegen lässt.) Oder eben junge Hunde, die den Sinn einer Übung noch nicht verstehen (zB der Downthriller beim Vorstehen).

    Ich muss sagen, ich habe die größten und heftigsten Auseinandersetzungen mit meinem Hund wenn wir in fremden Revieren Gassi gehen, sprich, wenn ich ihn in das enge Korsett des Nicht-Jagdhundes zwänge(n muss). Sobald ich da die Zügel etwas lockerer lasse und ihm zB erlaube einen Geruch in einem gewissen Rahmen auszuarbeiten (also beispielsweise so weit es vom Weg + 1 oder 2 Meter aus geht) und mir anzuzeigen, dann kommen wir normalerweise auch wieder mit sehr entspannten, leisen Tönen miteinander aus.

    Aber es driftet immer gleich in schwarz und weiß ab hier und der Graubereich ist irgendwie nicht diskutierbar..

    Ja, das finde ich auch schade, vor allem, weil sich die meisten Hunde in eben jenem Graubereich bewegen.

    Ich würds wirklich gerne besser verstehen, weils für mich nicht abwegig ist selbst den Jagdschein zu machen und einen Hund zu führen, ich aber nicht so mit meinem Hund umgehen kann und werde, wie ich das im echten Leben bei dem Großteil der Jäger (die ich kenne!) sehe und mitbekomme. Wenn DAS der Weg ist, werde ich nie jagdlich führen, außer Nachsuchen.

    Naja, das wird drauf ankommen welche Jagdarten bei euch am häufigsten sind, sprich welche Art von Hund du brauchen würdest. Stöberhunden bleibt sowas auch weitgehend erspart.

    Man muss aber halt dazu sagen, dass der Umgang vieler Jäger mit ihren Hunden schlicht und ergreifend mieserablen Trainern geschuldet ist, die es ihnen so beibringen. Wenn ich überlege wie unsere "Schulung" diesbezüglich aussah und wie das Vereinstraining eben auch noch oft aussieht. Sie wissen es nicht besser.

    Und genau deswegen halte ich Leute wie Heiß, die eben in sozialen Medien die harte Schiene propagieren, für problematisch. Nicht wegen dem was der Trainer, der genau weiß was er wann tun muss, tut, sondern wegen dem was solche Hundeanfänger darunter verstehen und, dass sie das als Rechtfertigung für ihr eigenes Handeln verstehen, weil sie den Unterschied nicht sehen können.

    Auf der anderen Seite müsstest du aber eben auch damit klar kommen, dass dem Hund eventuell etwas passieren könnte. Jagd ist halt kein Hundesport, sondern Ernst.

    Klar, und das wird ja auch gemacht, soweit eben möglich. Aber es geht einfach nicht immer. Was wenn man nicht so viele Hunde zur Auswahl hat, was wenn sich ein HF kurzfristig abmeldet, was wenn man deutlich mehr Wild schießt als man dachte, was wenn einer der Hunde verletzt ausfällt und es deswesen weniger sind als geplant usw.?
    Oder denk an ein anderes Beispiel, es geht nicht darum die 17. Ente auch noch aus dem Wasser zu holen, sondern darum das erste Mal ins eiskalte Wasser zu gehen. Da muss der Hund dann auch rein, egal wie kalt es ist. Man kann nicht einfach ein Jahr lang die Jagd komplett ruhen lassen, nur weil der Winter in dem Jahr früh und stark hereingebrochen ist und Hauptjagdzeit ist nunmal im Spätherbst.