Beiträge von Javik

    Verständlich - weil Wandelroeschen unterstellt, dass man wenn es rein positiv im Ernstfall nicht funktioniert, nur zu doof zum Ausbilden sei

    ja, hab ich durchaus auch raus gelesen, nur weniger "krass". An ähnlicher Stelle rufen andere dann gern "na wenn du dir den Schuh anziehen willst...".

    Genauso wie in der Diskussion über Strafe oft darauf hingewiesen wird, dass korrekt eingesetzte Strafe für den Hund fairer ist, als wenn man den Hund im Unklaren lässt, so verstehe ich es auch hier, dass korrekt eingesetztes positives Training vom Halter gewisses Knowhow erfordert.

    Das stellt weder jemanden als zu blöd hin noch, dass Fehler nicht erlaubt sind.

    Es unterstellt aber auch, dass ein rein positiver Aufbau immer (in realisitschem Zeitrahmen) erfolgreich ist, wenn nur der Mensch weiß was er tut. Und ich finde wer so eine Behauptung aufstellt muss sich die Frage gefallen lassen, was er denn so an Qualifikationen mitbringt.

    Denn soweit ich das Überblicken kann, sind es gerade die Leute mit den wirklich guten Qualifikationen und echter Ahnung, die zu gegenteiligem Schluss kommen.

    bonitadsbc

    Okay, ganz konkret.
    Argos musste nicht durch den Zwangsapport. Hier gibt es nichts was ein Hund apportieren können müsste, außerdem hatte er nie Probleme mit "ekligen" Dingen und er geht auch jetzt im Winter leider freiwillig schwimmen. Sprich der Apport ist ganz normal positiv über Spaß an der Sache aufgebaut. Einzig das ruhig halten haben wir mal etwas geübt, weil er zum Knautschen geneigt hat. Da habe ich ihm einfach das Maul ruhig und sanft zu gehalten, bis er ruhig gehalten hat und dann belohnt.

    Der Stopp. Er hat erst quasi den ganz normalen positiven Platz-Aufbau (mit Kopf runter) gelernt, auch mit zunehmender Ablenkung usw.

    Und dann eines Tages kam der Tag an dem er das erste Mal gezögert hat, da habe ich mich quasi auf ihn gestürzt und körperlich dafür gesorgt, dass er sich hingelegt hat. Das haben wir paarmal durchdiskutiert, dass er immer und sofort ohne jegliches Zögern zu liegen hat, sonst fällt ihm der Himmel auf den Kopf... oder ich...

    Und der Kopf bleibt unten. Das war tatsächlich unser größer Streitpunkt, denn das hasst er wie die Pest. Und ja, ich hatte da auch schonmal den Fuß auf seinem Kopf, nicht grob, aber eben dafür gesorgt, dass der Kopf unten blieb bis er aufgegeben hat. Das mag er allerdings bis heute nicht und immer wenn er meint damit durchzukommen, dann bleibt der Kopf auch oben oder nur auf Halbmast. Nur, genau deswegen ist er scheinbar noch nie auf die Idee gekommen, dass aufstehen oder gar nicht erst hinlegen, ja theoretisch auch möglich wäre. Und das ist Sinn und Zweck des Ganzen. ;)

    Ich weiß nicht ob es für eine warme Hasenspur oder so reichen würde. Hier gibts keine Hasen. Aber für alles was ich bisher gebraucht habe hat es gereicht.


    Hier scheint ja die Vorstellung zu gelten, dass einen Hund jagdlich zu führen ein richtiger Kampf gegen den Hund ist. Das ist nicht so, eigentlich eher im Gegenteil. Die meiste Zeit arbeitet man zusammen, im Team und das verstehen die Hunde auch so und arbeiten entsprechend zu. Die verfallen eben normalerweise nicht in hirnloses Hetzen, sondern bleiben dabei klar im Kopf und wissen genau was sie tun und meist auch wie sie es zu tun haben um Erfolg zu haben (heißt nicht, dass der Hund nicht hetzen würde oder so, nur, dass er eben normalerweise ansprechbar ist und da mit voller Absicht hinterher geht, nicht weil ihm da gerade eine Glühbirne durchgebrannt ist).

    Es gibt nur einzelne, ähm, Konfliktpunkte die für den Hund keinen Sinn machen, meist an den Punkten wo unsere menschlichen Gesetze aus hündisch-jagdlicher Sicht keinen Sinn machen oder eben Gefahren drohen, die ein Hund nicht überblicken kann. (Also ich denke da beispielsweise an Dinge wie Jagdzeiten, Straßen, dass man in D nicht mittels Hundehatz jagen darf oder eben auch teilweise warum man Konkurrenz auch bringen muss und nicht einfach tot liegen lässt.) Oder eben junge Hunde, die den Sinn einer Übung noch nicht verstehen (zB der Downthriller beim Vorstehen).

    Ich muss sagen, ich habe die größten und heftigsten Auseinandersetzungen mit meinem Hund wenn wir in fremden Revieren Gassi gehen, sprich, wenn ich ihn in das enge Korsett des Nicht-Jagdhundes zwänge(n muss). Sobald ich da die Zügel etwas lockerer lasse und ihm zB erlaube einen Geruch in einem gewissen Rahmen auszuarbeiten (also beispielsweise so weit es vom Weg + 1 oder 2 Meter aus geht) und mir anzuzeigen, dann kommen wir normalerweise auch wieder mit sehr entspannten, leisen Tönen miteinander aus.

    Aber es driftet immer gleich in schwarz und weiß ab hier und der Graubereich ist irgendwie nicht diskutierbar..

    Ja, das finde ich auch schade, vor allem, weil sich die meisten Hunde in eben jenem Graubereich bewegen.

    Ich würds wirklich gerne besser verstehen, weils für mich nicht abwegig ist selbst den Jagdschein zu machen und einen Hund zu führen, ich aber nicht so mit meinem Hund umgehen kann und werde, wie ich das im echten Leben bei dem Großteil der Jäger (die ich kenne!) sehe und mitbekomme. Wenn DAS der Weg ist, werde ich nie jagdlich führen, außer Nachsuchen.

    Naja, das wird drauf ankommen welche Jagdarten bei euch am häufigsten sind, sprich welche Art von Hund du brauchen würdest. Stöberhunden bleibt sowas auch weitgehend erspart.

    Man muss aber halt dazu sagen, dass der Umgang vieler Jäger mit ihren Hunden schlicht und ergreifend mieserablen Trainern geschuldet ist, die es ihnen so beibringen. Wenn ich überlege wie unsere "Schulung" diesbezüglich aussah und wie das Vereinstraining eben auch noch oft aussieht. Sie wissen es nicht besser.

    Und genau deswegen halte ich Leute wie Heiß, die eben in sozialen Medien die harte Schiene propagieren, für problematisch. Nicht wegen dem was der Trainer, der genau weiß was er wann tun muss, tut, sondern wegen dem was solche Hundeanfänger darunter verstehen und, dass sie das als Rechtfertigung für ihr eigenes Handeln verstehen, weil sie den Unterschied nicht sehen können.

    Auf der anderen Seite müsstest du aber eben auch damit klar kommen, dass dem Hund eventuell etwas passieren könnte. Jagd ist halt kein Hundesport, sondern Ernst.

    Klar, und das wird ja auch gemacht, soweit eben möglich. Aber es geht einfach nicht immer. Was wenn man nicht so viele Hunde zur Auswahl hat, was wenn sich ein HF kurzfristig abmeldet, was wenn man deutlich mehr Wild schießt als man dachte, was wenn einer der Hunde verletzt ausfällt und es deswesen weniger sind als geplant usw.?
    Oder denk an ein anderes Beispiel, es geht nicht darum die 17. Ente auch noch aus dem Wasser zu holen, sondern darum das erste Mal ins eiskalte Wasser zu gehen. Da muss der Hund dann auch rein, egal wie kalt es ist. Man kann nicht einfach ein Jahr lang die Jagd komplett ruhen lassen, nur weil der Winter in dem Jahr früh und stark hereingebrochen ist und Hauptjagdzeit ist nunmal im Spätherbst.

    Aber genau wie beim Jagdhund wird man einem jagdlich sehr ambitionierten Rettungshund vom jagen abhalten müssen.

    Und es ist deutlich einfacher, dem Hund zu erklären, dass er generell niemals jagen darf. Aber der Jagdhund soll ja jagen, nur eben nicht immer und auch nur in einem gewissen Rahmen.

    Stimmt, ich glaube das ist auch ein Punkt der gerne mal übersehen oder nicht wirklich verstanden wird. Ich muss gestehen ich habe das auch unterschätzt.

    Aber es ist wirklich sehr, sehr viel einfacher einem Hund der noch nie gejagt hat, zu erklären, dass er niemals jagen darf, als einen Hund anzufixen und ihm dann zu sagen, dass er jetzt gerade nicht darf. Noch dazu, wenn man nicht nur Gassi geht, sondern die situation in einem für den Hund erkennbaren jagdlichen Kontext hat.

    Wobei ich sagen muss, dass ich persönlich im Rettungshundebereich tatsächlich nie eine negative Einwirkung bzgl. Jagd gesehen habe. Die Hunde haben entweder wirklich lieber den Menschen gesucht oder wurden aussortiert (oder trotzdem ausgebildet :mute: ). Aber, wie schon von anderen gesagt, es hat einen Grund warum man in der Flächensuche nur selten die gängigen JGH findet (außer Retrievern) und das obwohl die mEn sehr viel bessere Anlagen haben als die gerne verwendeten Hüte- oder Schäferhunde oder irgendwelche Mixe.

    Was ich damit sagen will, ein Trainer der sich modernem Wissen und Methoden komplett verschließt ist mMn einfach alleine deswegen schon kein guter Trainer.

    Da erklärt Uwe eigentlich direkt am Anfang, dass er selbst die ganze zwangsfrei, keine Strafe, nur Motivation - Schiene mitgemacht hat und einfach irgendwann an Grenzen gestoßen ist.

    Wir reden hier von niemandem, der seit den 80igern kein Bock drauf hat seine Ausbildungsmethoden zu verfeinern.

    Aber genau darum geht es doch gar nicht. Und das ist genau das Problem das ich mit Uwe (neben seiner Wortwahl) habe. Schwarz und weiß, nichts dazwischen.

    Ich habe nie (!), weder jetzt hier, noch jemals ihm gegenüber, von "zwangsfrei" und "keine Strafe" geredet. Also so überhaupt und gar nicht!

    Aber in dem Moment wo man auch nur ein bisschen in den Graubereich argumentiert, wird man von ihm wie ein fanatischer Wattebauscher behandelt. Wer nicht mit dem Holzhammer auf den unbeschriebenen Welpen losgeht, muss ja gleich komplett gegen Strafe sein. Das war genau wieder und wieder mein Problem mit ihm.

    (Und ja, ich hoffe, dass er im echten Leben da nicht ganz so hirnlos-radikal denkt, aber das ist eben alles was ich von ihm kenne und weswegen ich nie das Bedürfnis hatte mir sein Training mal in echt anzuschauen, obwohl ich, wie ich bereits mehrmals geschrieben habe, durchaus denke, dass er einiges auf dem Kasten hat.)

    Aber Zwangsapport usw. sind nunmal uralte Methoden, der Klicker eine sehr moderne, hauptsächlich über Strafe arbeiten der traditionelle Weg, möglichst über Motivation der moderne. Heißt nicht, dass das eine automatisch gut und das andere automatisch schlecht ist. Im Gegenteil, genau diese Sichtweise ("nur Zwangsapport ist gut") ist das was ich anprangere.

    Kommt drauf an wie. Ich nutze einen leichte Form davon sogar im Sport - hochmodern ist diese Art des Aufbaus. Die Zeiten von in den Stress/Frust "geshapten Hunden" sind auch nicht mehr modern. Gekoppelt an Bestätigung. Markersignale natürlich ebenfalls. Der Klicker ist für mich nichts modernes, es gibt auch kein "Klickertraining". Das ist ein schlichter Sekundärerverstärker, ein Markersignal. Oft lasse ich ihn sogar weg um die Hände frei zu haben un greife lieber auf Wörter oder Geräusche zurück.

    Der moderne Weg ist meiner Meinung nach das Wissen und Können, wie man mit allen Lernbereichen und Hilfsmitteln parallel zu arbeiten vermag.

    Dann denk dir statt 'modern' und 'althergebracht' andere Wörter die dir da besser passen um das zu unterscheiden. :ka:
    Das Können würde ich dagegen nämlich beispielsweise den alten Rüdemännern definitiv nicht absprechen.

    Das Wissen auch nur teilweise, soweit es halt wirklich die Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angeht. Dass man einen Hund auch über Motivation dazu bringen kann zu tun was man will (und wie das geht), wussten die ja sicher auch, sie haben es nur, weitgehend, nicht gemacht. Andere Zeit, andere Einstellung halt :ka:

    Was ich damit sagen will, ein Trainer der sich modernem Wissen und Methoden komplett verschließt ist mMn einfach alleine deswegen schon kein guter Trainer.

    So hab ich Uwe bislang nicht erlebt. Strafe in der Ausbildung zu nutzen ist ja auch nicht modernes oder unmodernes, sondern es ist genauso Teil der Lerntheorie und der Wissensbasis wie es Motivation ebenfalls ist.

    Du hast mich, glaube ich, missverstanden. Ich plädiere nicht für Ausbildung ohne jegliche Strafe, das ist mMn im jagdlichen Bereich auch tatsächlich nicht möglich (oder höchstens bei irgendwelchen Ausnahmen in Spezialfällen usw., die man nicht diskutieren braucht).
    Aber Zwangsapport usw. sind nunmal uralte Methoden, der Klicker eine sehr moderne, hauptsächlich über Strafe arbeiten der traditionelle Weg, möglichst über Motivation der moderne. Heißt nicht, dass das eine automatisch gut und das andere automatisch schlecht ist. Im Gegenteil, genau diese Sichtweise ("nur Zwangsapport ist gut") ist das was ich anprangere.

    Ja, diese Geschichten kenne ich vom erzählen her auch. Leider … find ich schade, weil ich ihn da bisher garnicht so kennen gelernt hab 🤷‍♀️

    Aber hier gehts ja auch nicht um Uwe als Mensch, sondern um Jagdhundeausbildung.

    Stimmt, aber ein Trainer der sagt 'nur mein Weg funktioniert' hat halt in der Sekunde Unrecht in der es nur einen einzigen guten Hund gibt der auf anderem Wege ausgebildet wurde. Und die gibt es.

    Was ich damit sagen will, ein Trainer der sich modernem Wissen und Methoden komplett verschließt ist mMn einfach alleine deswegen schon kein guter Trainer. Er wird schon gewusst haben, warum er sein Angebot mit dem vielen Geld für einen rein positiven Abbruch auf der Hasenspur nur bei einem ganz bestimmten Jagdterrier und nicht irgendeinem Hund galt...

    Ich glaube gerne, dass bei richtig harten Hunden sein Weg der richtige ist (wobei man da in der Zucht wohl auch mal umdenken müsste, Härte und Führerhärte ist ja glücklicherweise nicht das Gleiche), aber das heißt eben nicht, dass es für weichere Hunde keinen besseren Weg gibt. Dazu kommt das Thema Tierschutzgesetz, ich persönlich würde mich einfach gerne nicht beim Training im Wald verstecken müssen, weil mir sonst jemand das VetAmt auf den Hals hetzen könnte. Habe ich einfach keine Lust zu. Alleine deswegen bin ich für Alternativen offen.
    Nur wäre es halt nett, wenn man diese Alternativen dann auch sachlich diskutieren könnte (also was geht, was eingeschränkt geht und was halt einfach nicht sinnvoll ist usw.) und nicht... "ich habe Recht, du doof".

    Auch in jagdlichen Kreisen kommt gerade frisches Blut dazu das es gerne etwas moderner hätte. Dazu kommt eben das Bild in der Öffentlichkeit was für Jäger ja sowieso schon schwer angeschlagen ist und man sich um ein besseres Bild bemüht. Dazu muss nunmal auch die Hundeausbildung und die Trainer moderner werden. Und das geht!

    Uwe Heiß ist derjenige für den ich mir, nach über 20 Jahren auf fb, das erste Mal die Mühe gemacht habe zu schauen wie man Leute blockiert...

    Ich glaube gerne, dass er fachlich (weitgehend) weiß was er tut, deswegen habe ich mir sein Getue auch wirklich lange angeschaut, aber ich kann ihn menschlich einfach auf den Tod nicht leiden. Außerdem klingt er für mich wie der typische Altjäger "hab ich schon immer so gemacht, wenn du mir nicht 100%ig Recht gibst, bist du dumm und unfähig, denn andere Methoden gibt es nicht."

    Vorbei war's bei mir übrigens als er mir sinngemäß gesagt hat, ich solle zurück in die Küche, anstatt einen Jagdhund zu halten, nur weil ich gemeint habe, dass man sich den Hund erstmal anschauen soll und dann entsprechend arbeiten. (Ging um Zwangsapport vs positiver Aufbau mit negativer Absicherung)

    Ich finde es auch alles andere als gut, dass er auf FB so Auftritt, denn während ich mit sicher bin, dass er das so macht und kann, dass danach ein top Hund raus kommt, der da keinen Schaden nimmt, heißt das nicht, dass die ganzen Nachahmer das auch können und nicht mit seinen Worten reine Gewalt rechtfertigen. Auf den Hinweis reagiert er übrigens auch ziemlich.... unnett.